Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien
Ernährungstipps
Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.
Patienteninfos
Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.Beratungsmaterialien
Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.Patienteninfos/Ernährungsinfos
Allgemeine Ernährungsinfos
Grundlagen der Ernährung
Wofür braucht der Körper Energie?
Der menschliche Körper benötigt Energie und Nährstoffe, um überlebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten: Er reguliert die Körpertemperatur, ermöglicht Bewegung, Verdauung und Organaktivität, erhält geistige Leistungsfähigkeit und hält Stoffwechselprozesse aufrecht. Energie wird zudem für Wachstum sowie für die Regeneration von Gewebe (z.B. Haut, Haare, Nägel) benötigt. Die dafür nötige Energie erhält der Körper über die Lebensmittel, die im Verdauungstrakt in verwertbare Nährstoffe aufgespalten werden.
Energiebedarf und -zufuhr
Jeder Mensch benötigt täglich eine bestimmte Energiemenge, um Körperfunktionen wie Atmung, Herzschlag und Wärmeproduktion aufrechtzuerhalten. Man unterscheidet:
- Ruheenergieverbrauch (REE)/Grundumsatz (GU): Energie, die der Körper in völliger Ruhe für lebenswichtige Funktionen benötigt (z.B. Atmung, Thermoregulation, Organe). REE und GU werden in der Praxis nahezu gleich verwendet und hängen u.a. von Alter, Geschlecht, Körpergröße, Gewicht und Muskelmasse ab.
- Körperliche Aktivität: wird über den PAL-Wert (Physical Activity Level) beschrieben. Der PAL-Wert gibt an, wieviel zusätzliche Energie der Körper durch Bewegung und Alltagsaktivitäten über den Ruhebedarf hinaus verbraucht. Orientierung: PAL 1,2-1,3 überwiegend sitzende Tätigkeit bzw. 1,6- 1,7 teils sitzend/gehend/stehend bzw. 1,8-2,0 körperlich anstrengende Aktivität.
- Gesamtenergiebedarf = REE x PAL.
Wichtig ist das richtige Gleichgewicht zwischen Energiebedarf und -zufuhr: Liegt die Energiezufuhr über dem Bedarf, dann steigt das Gewicht. Bei unzureichender Energiezufuhr erfolgt eine Gewichtsabnahme. Den persönlichen Tagesenergiebedarf können Sie mit dem DEBInet Energiebedarfs-Rechner ermitteln.
Nährstoffe und deren Funktionen
Es ist wichtig, nicht nur auf die tägliche Energiemenge zu achten, sondern auch darauf, was gegessen wird. Denn für die Gesundheit spielen die enthaltenen Nährstoffe eine große Rolle. Jedes Lebensmittel wird nicht nur nach seinem Energiegehalt, sondern vor allem nach seinen Nährstoffen beurteilt. In der folgenden Tabelle finden sich die wichtigsten Nährstoffe und ihre Aufgaben im Körper.
| Nährstoff | Funktionen im Körper |
|---|---|
| Kohlenhydrate | Energielieferant, Hauptenergiequelle für Gehirn, Muskeln und Organe; kurzfristig verfügbar |
| Fett | Energielieferant und -speicher, liefert essentielle Fettsäuren; Ausgangsstoff für Hormone und Gallensäuren; Träger der fettlöslichen Vitamine |
| Eiweiß | Energielieferant, Aufbau von Zellen, Enzymen, Hormonen; wichtig für Immunsystem und Muskelgewebe |
| Vitamine | Steuerung vieler Stoffwechselprozesse, Immunabwehr, Schutzfunktionen |
| Mineralstoffe | Aufbau von Knochen/Zähnen, Regulation von Wasserhaushalt, Muskel- und Nervenfunktion |
| Ballaststoffe | fördern Verdauung; verhüten z. B. Darmerkrankungen; sättigen langanhaltend |
| Wasser | Transport- und Lösungsmittel für Nährstoffe, Aufbau und Erhalt von Körperzellen |
Nährstoffdichte und Energiegehalt der Nährstoffe
Nährstoffdichte: Was bedeutet das?
Die Nährstoffdichte beschreibt das Verhältnis von Nährstoffgehalt zur enthaltenen Energiemenge eines Lebensmittels. Sie gibt Aufschluss über die Qualität und den gesundheitlichen Wert eines Lebensmittels. Je höher die Nährstoffdichte, desto günstiger ist das Verhältnis von Nährstoffen zu Kalorien. Besonders bei einer energiebegrenzten Ernährung (z.B. Reduktionskost) sollten bevorzugt Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte und damit gleichzeitig wenigen Kalorien gewählt werden.
- hohe Nährstoffdichte: z.B. Gemüse, Hülsenfrüchte, mageres Fleisch
- geringe Nährstoffdichte: z.B. Fertigprodukte, Süßigkeiten, Softdrinks
Energiegehalt der Nährstoffe
Der Energiegehalt der Lebensmittel wird in Kilojoule bzw. Kilokalorien angegeben. Werden Nährstoffe im Körper oxidiert bzw. „verbrannt“, wird Energie freigesetzt.
Unterschieden wird zwischen energieliefernden Nährstoffen und solchen, die keine Energie liefern.
- Nährstoffe mit Energie: Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Alkohol, Ballaststoffe
- Nährstoffe ohne Energie: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente
| Energiegehalt der Hauptnährstoffe | |
|---|---|
| 1 g Eiweiß | 4 kcal (17 kJ) |
| 1 g Fett | 9 kcal (37 kJ) |
| 1 g Kohlenhydrate | 4 kcal (17 kJ) |
| 1 g Ballaststoffe | 2 kcal (8 kJ) |
| 1 g Alkohol | 7 kcal (29 kJ) |
Ein Gramm Fett liefert mehr als doppelt so viel Energie wie die gleiche Menge Eiweiß oder Kohlenhydrate.
Nährstoffverteilung
Eine ausgewogene Ernährung sollte die Grundnährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate in einem angemessenen Verhältnis enthalten. Ist das nicht der Fall, kann dies zu ernährungsabhängigen Erkrankungen führen. Liegt zum Beispiel der Fettanteil der Ernährung weit über 30 %, kann dies zu Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen führen. Wenn die Kohlenhydratzufuhr deutlich unter 55 % liegt und die verzehrten kohlenhydrathaltigen Lebensmittel zusätzlich arm an Ballaststoffen sind, kann dies zu einer unzureichenden Sättigung und zu Verdauungsproblemen führen, was langfristig eine unausgewogene Ernährung begünstigt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende Nährstoffverteilung

Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?
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Produkte, in denen Sie über 150 Inhaltsstoffe nachschlagen können.
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Bedarf erhalten Sie im Premium-Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.
Literatur
- DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungstipps I Allgemeine Ernährungsinfos
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) (2020): DGE Beratungsstandards. 1. Auflage 2020
Ernährungstipps
Wofür braucht der Körper Energie?
Der menschliche Organismus braucht, wie jedes andere Lebewesen auch, Energie und Nährstoffe, um "funktionieren" zu können. Beides erhält der Körper mit der Nahrung, die im Verdauungstrakt soweit aufgeschlossen wird, dass ihm die einzelnen Nährstoffe zur Verfügung stehen. Der Körper benötigt Energie und Nährstoffe, um folgende Aufgaben erfüllen zu können:- Erhaltung der Körperwärme
- Aufrechterhaltung körperlicher Funktionen - Gehen, Muskeltätigkeit, Verdauung, Organfunktionen etc.
- Aufrechterhaltung geistiger Funktionen
- Wachstum
- Wiederaufbau verloren gegangener Körperbestandteile, z. B. Haare, Fingernägel, Haut
- Stoffwechseltätigkeiten
Nährstoffe liefern Energie
Den Bedarf an Energie deckt der Körper aus der Oxidation der Nährstoffe Kohlenhydrate, Fett, (Alkohol) und zum Teil auch Eiweiß. Die "Verbrennung" erfolgt nicht, wie bei einem Ofen plötzlich und unter Flammenbildung, sondern geht langsam, in vielen Teilschritten vor sich. Die dabei freiwerdende Energie nutzt der Körper für die oben aufgeführten, vielfältigen Aufgaben. [premium]Wodurch wird der Energiebedarf bestimmt?
Der Energiebedarf ist von Mensch zu Mensch und von Tag zu Tag verschieden. Wie viel Energie ein Mensch benötigt, hängt von vielen äußeren und inneren Einflüssen ab. Der Energiebedarf setzt sich zusammen aus: Grundumsatz + Leistungsumsatz + Verdauungsverluste + nahrungsinduzierte Thermogenese = Gesamt-Energiebedarf Sowohl der Grundumsatz als auch der Leistungsumsatz werden wiederum von vielerlei Faktoren beeinflusst, die im Weiteren näher erläutert werden. Für die Verdauungsverluste muss im Gegensatz zu Grund-, Leistungsumsatz und nahrungsinduzierter Thermogenese keine Energie aufgewendet, sondern Energie kompensiert werden. Verdauungsverluste betreffen ca. 10 % der in den Lebensmitteln enthaltenen Energie. Sie ergeben sich dadurch, dass die Nahrung im Körper nicht vollständig aufgeschlossen wird und ein Teil der Nährstoffe über den Stuhl bzw. den Urin oder die Haut wieder ausgeschieden wird. Diesen Verlusten wird bei der Berechnung des physiologischen Brennwerts der Lebensmittel, der etwas geringer ausfällt als der physikalische, Rechnung getragen. Die nahrungsinduzierte Thermogenese, in der älteren Literatur auch als "spezifisch-dynamische Wirkung" bezeichnet, berücksichtigt die Energie, die für den Transport, den Umbau und die Speicherung der Nährstoffe verwendet wird (wiederum ca. 10 %). Bei diesen Vorgängen entsteht vermehrt Wärme, daher auch die Bezeichnung "nahrungsinduzierte Thermogenese".Grundumsatz
Der Grundumsatz wird auch Ruhe-Nüchtern-Umsatz genannt. Er entspricht der Energiemenge, die ein Mensch in 24 Stunden, in völliger Ruhe und im Liegen zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur und für den Grundstoffwechsel (Herztätigkeit, Atmung etc.) im Durchschnitt benötigt. Der Grundumsatz ist nicht bei allen Menschen gleich, sondern von Mensch zu Mensch verschieden und wird von vielen Faktoren beeinflusst. Er stellt den größten Teil des Energieverbrauchs bei normaler körperlicher Belastung dar. Der Mensch ist als gleichwarmes Lebewesen darauf ausgerichtet, eine konstante Körpertemperatur von 36-37° C zu halten. Er verwendet etwa 60 % des Grundumsatzes für die körpereigene Wärmebildung. Die verschiedenen Organsysteme sind in unterschiedlichem Ausmaß am grundlegenden Energieverbrauch beteiligt:| Organ | Prozentualer Anteil am Grundumsatz |
|---|---|
|
Muskulatur |
24 % |
|
Leber |
22 % |
|
Gehirn |
19 % |
|
Niere |
10 % |
|
Herz |
7 % |
|
Fettgewebe |
4 % |
|
andere |
14 % |
|
total |
100 % |
- Alter ↓
- Geschlecht: Männer > Frauen
- Körperbau:
- Größe und Gewicht ↑
- Prozentuale Körperzusammensetzung (Muskelmasse im Verhältnis zu Fett), abhängig von der Muskelmasse ↑
- Hormone ↑ oder ↓
- Stress ↑
- Fieber ↑
- Medikamente: evtl. ↑
- Klima: kalt > warm
Leistungsumsatz
Jede weitere Leistung, die ein Mensch zusätzlich zum Grundumsatz vollbringt, verbraucht weitere Energie. Diese Energiemenge wird als Leistungsumsatz bezeichnet. Arbeitsumsatz + Freizeitumsatz = Leistungsumsatz Die Höhe des Leistungsumsatzes wird ebenfalls durch vielerlei Faktoren bestimmt. Die wichtigsten Faktoren, die den Umsatz beeinflussen sind:- Muskeltätigkeit (z. B. Bewegung, Sport) ↑
- Energiebedarf für Wachstum (bei Kindern und Jugendichen) ↑
- Wärmeregulation (bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen) ↑ oder ↓
- Verdauungstätigkeit ↑
- geistige Tätigkeit (nur geringer Einfluss) ↑
Berechnung des Energiebedarfs
Angaben über die Höhe der Energiezufuhr oder des Energiebedarfs erfolgen in Kalorien (kcal) oder Joule (J). Die Umrechnung kann mit Hilfe der folgenden Formeln erfolgen.- bezogen auf Kilojoule (= 1000 Joule):
- 1 kcal = 4,184 kJ (mit Faktor 4 multiplizieren)
- 1 kJ = 0,239 kcal (mit Faktor 0,24 muliplizieren oder durch Divisor 4 dividieren)
- bezogen auf Megajoule (= 1000 Kilojoule oder 106 Joule):
- 1000 kcal = 4,184 MJ (Megajoule)
- 1 MJ = 239 kcal
Bestimmung des Grundumsatzes
Neben aufwendigen Verfahren wie der direkten und der indirekten Kalorimetrie stehen auch Formeln zur rechnerischen Ermittlung des Grundumsatzes zur Verfügung. Dazu zählt z. B. die häufig zitierte Formel von Harris und Benedict aus dem Jahr 1919, die das Körpergewicht, die Körpergröße, das Alter und das Geschlecht berücksichtigt. Formeln nach Harris und Benedict (1919) Männer: GU (kcal/d = 66,473 + 13,752 * Körpergewicht [kg] + 5,003 * Körpergröße [cm] - 6,755 * Alter [Jahre] Frauen: GU (kcal/d) = 655,096 + 9,563 * Körpergewicht [kg] + 1,850 * Körpergröße [cm] - 4,676 * Alter [Jahre] Auch die WHO entwickelte zusammen mit der FAO geschlechtsspezifische Formeln. Bei diesen wird außer dem Geschlecht das Alter einbezogen. Grundumsatz nach WHO (Frauen)| Altersgruppe | Formel |
|---|---|
| ≤ 3 Jahre | GU (MJ) = 0,244 x KG [kg] - 0,130 |
| 3 - 10 Jahre | GU (MJ) = 0,085 x KG [kg] + 2,033 |
| 11-18 Jahre | GU (MJ) = 0,056 x KG [kg] + 2,898 |
| 19-30 Jahre | GU (MJ) = 0,062 x KG [kg] + 2,036 |
| 31-60 Jahre | GU (MJ) = 0,034 x KG [kg] + 3,538 |
| > 60 Jahre | GU (MJ) = 0,038 x KG [kg] + 2,755 |
| Altersgruppe | Formel |
|---|---|
| ≤ 3 Jahre | GU (MJ) = 0,249 x KG [kg] - 0,127 |
| 3 - 10 Jahre | GU (MJ) = 0,095 x KG [kg] + 2,110 |
| 11-18 Jahre | GU (MJ) = 0,074 x KG [kg] + 2,754 |
| 19-30 Jahre | GU (MJ) = 0,063 x KG [kg] + 2,896 |
| 31-60 Jahre | GU (MJ) = 0,048 x KG [kg] + 3,653 |
| > 60 Jahre | GU (MJ) = 0,049 x KG [kg] + 2,459 |
| Alter | Körpergewicht (kg) | Grundumsatz (kcal/Tag) | ||
|---|---|---|---|---|
|
m |
w |
m |
w |
|
| 15-19 Jahre |
69,2 |
59,5 |
1850 |
1430 |
| 19-25 Jahre |
70,8 |
60,5 |
1730 |
1370 |
| 25-51 Jahre |
70,7 |
60,0 |
1670 |
1310 |
| 51-65 Jahre |
68,7 |
58,2 |
1580 |
1220 |
| 65 Jahre und älter |
66,8 |
57,1 |
1530 |
1180 |
Quelle: DGE/ÖGE Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2. Auflage, 8. aktualisierte Ausgabe 2024
Bestimmung des Leistungsumsatzes
Der Leistungsumsatz schwankt erheblich, je nach Schwere der beruflichen Tätigkeit und je nachdem, wie stark der Körper dabei belastet wird. Neben dem Arbeitsumsatz spielt auch der Freizeitumsatz mit hinein, der sehr variabel ist und von Mensch zu Mensch schwankt. Der Leistungsumsatz steht also für das gesamte Ausmaß an körperlicher Aktivität, kurz "PAL" (physical acitivity level). Als Rechengröße beschreibt der PAL den zusätzlichen Energiebedarf, der sich durch den Leistungsumsatz ergibt, als ein Vielfaches des Grundumsatzes.| Arbeitsschwere und Freizeitverhalten | PAL | Beispiele |
|---|---|---|
| ausschließlich sitzende oder liegende Lebensweise | 1,2 - 1,3 | immobile, bettlägerige, gebrechliche Menschen |
| ausschließlich sitzende Tätigkeit mit wenig oder keiner anstrengenden Freizeitaktivität | 1,4 - 1,5 | Büroangestellte, Feinmechaniker |
| sitzende Tätigkeit, zeitweilig auch zusätzlicher Energieaufwand für gehende oder stehende Tätigkeiten, wenig oder keine anstrengende Freizeitaktivität* | 1,6 - 1,7 | Laboranten, Studierende, Fließbandarbeiter |
| überwiegend gehende und stehende Arbeit* | 1,8 - 1,9 | Verkäufer, Kellner, Mechaniker, Handwerker |
| körperlich anstrengende berufliche Arbeit oder sehr aktive Freizeittätigkeit* | 2,0 - 2,4 | Bauarbeiter, Landwirte, Waldarbeiter, Bergarbeiter, Leistungssportler |
Richtwerte und Empfehlungen für die Energiezufuhr
Folgender Auszug gibt Ihnen einen Überblick über die durchschnittliche Höhe der Energiezufuhr pro Tag unter Berücksichtigung eines PAL von 1,6.| Alter | männlich | weiblich |
|---|---|---|
| 15 bis unter 19 Jahre | 3000 kcal | 2300 kcal |
| 19 bis unter 25 Jahre | 2400 kcal | 2200 kcal |
| 25 bis unter 51 Jahre | 2300 kcal | 2100 kcal |
| 51 bis unter 65 Jahre | 2200 kcal | 2000 kcal |
| über 65 Jahre | 2100 kcal | 1900 kcal |
Quelle: DGE/ÖGE Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2. Auflage, 8. aktualisierte Ausgabe 2024
Die Werte gelten für Personen, die eine körperlich leichte berufliche Tätigkeit ausüben. Für andere Berufsgruppen sind folgende Zuschläge erforderlich:- Mittelschwerarbeiter: ca. 600 kcal
- Schwerarbeiter: ca. 1200 kcal
- Schwerstarbeiter: ca. 1600 kcal
| leichte Tätigkeit | mittelschwere Tätigkeit | schwere Tätigkeit | schwerste Tätigkeit |
|---|---|---|---|
| Büroangestellte/er |
Schlosser/in |
Maurer/in |
Hochofenarbeiter |
| Hausfrau/-mann |
Maler/in |
Leistungssportler/in |
Arbeiter im Steinkohlebau (Hauer) |
| Lehrer/in |
Gärtner/in |
Masseur/in |
Hochleistungssportler/in |
| Schneider/in |
Verkäufer/in |
Dachdecker/in |
Waldarbeiter |
| Pkw-Fahrer/in |
Autoschlosser/in |
Zimmermann |
Stahlarbeiter |
Tipp
Berechnen Sie Ihren täglichen Energiebedarf mit unserem Energiebedarfs-Rechner. Folgende Tabelle zeigt den Energiegehalt für einige Lebensmittel bezogen auf eine Portion und auf 100 g.| Lebensmittel | kcal pro Portion | Portionsgröße | kcal pro 100 g | kJ pro 100 g |
|---|---|---|---|---|
| Sushi |
1224 |
400 |
306 |
1283 |
| Pommes frites |
625 |
190 |
329 |
1379 |
| Nüsse |
576 |
100 |
576 |
2413 |
| Pizza |
550 |
250 |
220 |
920 |
| Cheeseburger |
417 |
150 |
278 |
1165 |
| Fischstäbchen |
380 |
150 |
253 |
1059 |
| Spaghetti mit Tomatensoße |
360 |
250 |
144 |
601 |
| Croissant |
357 |
70 |
510 |
2134 |
| Bratwurst |
289 |
100 |
289 |
1208 |
| Hot Dog |
267 |
115 |
232 |
971 |
| Kekse |
250 |
50 |
500 |
2093 |
| Omelett |
249 |
140 |
178 |
745 |
| Fleischsalat (mit Mayonnaise) |
233 |
50 |
466 |
1949 |
| Schnitzel |
223 |
125 |
178 |
747 |
| Salzkartoffeln |
215 |
250 |
86 |
561 |
| Schokomüsli |
193 |
50 |
385 |
1611 |
| Thunfisch in Öl |
169 |
60 |
281 |
1178 |
| Laugenbrezel |
165 |
55 |
300 |
1257 |
| Bier |
139 |
330 |
42 |
177 |
| Vollmilchschokolade |
107 |
20 |
535 |
2239 |
| Apfel |
76 |
125 |
61 |
255 |
| Marshmallow |
50 |
15 |
333 |
1394 |
Körpergewicht
Die Energiezufuhr sollte dem Energiebedarf angepasst sein. Ist dies der Fall, resultiert daraus in der Regel ein normales Körpergewicht (Normalgewicht). Ist dies nicht der Fall, lässt sich das zumeist am Körpergewicht ablesen (Übergewicht oder Untergewicht). Liegt die Energiezufuhr über dem Bedarf, so nimmt man an Gewicht zu. Man bezeichnet die Stoffwechselstörung als "Übergewicht", bei stärkerer Ausprägung als "Adipositas" (s. Einteilung krankhaftes Übergewicht oder Fettsucht). Bei einer unzureichenden Zufuhr an Energie erfolgt eine Gewichtsabnahme. Der Körper erhält die Energie in diesem Fall aus der Verbrennung der eigenen Fettreserven. Bei einer sehr starken, bewusst herbeigeführten Gewichtsabnahme spricht man von Magersucht (Anorexie).Beurteilung des Körpergewichts
Zur Erfassung von Normalgewicht und Übergewicht wurden folgende Größe-Gewicht-Indizes entwickelt. Der Broca-Index Die Entwicklung des Broca-Index wird dem französischen Arzt Paul Broca (1824-1880) zugesprochen. Dieser ist zwar sehr leicht zu handhaben, gilt jedoch als veraltet, da die Körpergröße nicht adäquat berücksichtigt wird. Normalgewicht = Körpergröße in cm - 100 Der Body-Mass-Index (BMI) Der Body-Mass-Index, übersetzt "Körpermasseindex", geht auf den belgischen Statistiker Quetelet (1796-1874) zurück. Die Maßzahl wird auch in wissenschaftlichen Untersuchungen verwendet. BMI = Körpergewicht (kg) : Körpergröße (m)2Ernährungsinformationen - Nahrungsbestandteile
Welche Nahrungsbestandteile gibt es?
Nicht nur die angemessene tägliche Energiezufuhr und der Gesamt-Energiegehalt der Nahrung, sondern auch ihre Zusammensetzung spielen für die Gesunderhaltung des Körpers eine wichtige Rolle. Nahrungsmittel sind entweder tierischer oder pflanzlicher Herkunft und enthalten eine unterschiedliche Nährstoffverteilung. Maßgebend für die Bewertung eines Nahrungsmittels ist neben dem Energiegehalt der Nährstoffgehalt. Zu den Nährstoffen gehören:- Eiweiß
- Fett
- Kohlenhydrate
- Ballaststoffe
- Vitamine
- Mineralstoffe
- Spurenelemente
- (Ultraspurenelemente)
- Wasser
- Farb-, Aroma- und Geschmacksstoffe
- Cholesterin
- Purine
Nährstoffe im Einzelnen
Jeder Nährstoff hat im Körper sowie im Stoffwechselgeschehen ganz spezifische Aufgaben zu erfüllen. Wasser ist zwar kein Nährstoff im eigentlichen Sinne, aber es ist zwingend erforderlich für das Stoffwechselgeschehen und wird daher im Folgenden ebenfalls mit aufgeführt.Eiweiß
Eiweiße (Proteine) aus der Nahrung versorgen den Körper mit Aminosäuren und Stickstoff. Eine Aminosäure ist der kleinste Eiweißbaustein. Wenn mehr als 100 Aminosäuren miteinander verknüpft sind, spricht man einem Eiweiß (Protein). Insgesamt werden 20 verschiedene Aminosäuren für den Aufbau von körpereigenem Eiweiß benötigt. Diese 20 sogenannten proteinogenen Aminosäuren werden in elf entbehrliche (früher: nicht-essentiell) und neun unentbehrliche Aminosäuren (früher: essentiell) unterteilt. Unentbehrliche Aminosäuren können vom menschlichen Organismus nicht gebildet werden. Daher ist eine regelmäßige Zufuhr dieser Aminosäuren mit der Nahrung erforderlich. (s. Tabelle) Andere, als entbehrlich eingestufte Aminosäuren können jedoch unter bestimmten Umständen (z. B. Früh- oder Neugeburt, Phenylketonurie, Lebererkrankungen oder anderen krankheitsbedingten Stoffwechselveränderungen) lebensnotwendig sein und werden daher auch als bedingt unentbehrlich (früher: semi-essentiell) bezeichnet.| Einteilung der proteinogenen Aminosäuren | |
|---|---|
| unentberhliche Aminosäuren (früher: essentiell) | Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin |
| bedingt unentbehrliche Aminosäuren (früher: semi-essentiell) unter bestimmten pathopysiologischen Bedingungen | Cystein, Glutamin, Tyrosin und möglicherweise Arginin |
| entbehrliche Aminosäuren (früher: nicht-essentiell) | Alanin, Arginin, Asparagin, Asparaginsäure, Cystein, Glutamin, Glutaminsäure, Glycin, Prolin, Serin, Tyrosin |
- Mageres Fleisch, Innereien, Fisch und Eier
- Käse, Milch und Milchprodukte
- Hülsenfrüchte z.B. Soja, Linsen, Erbsen
- Pilze
- Brot, Getreide und Getreideprodukte
Fette
Unter dem Begriff Fette (Lipide) versteht man verschiedene Verbindungen. Die im Nahrungsfett am häufigsten vorkommenden Lipide sind die "Neutralfette" (Triglyceride). Bei diesen hängen an einem Teilchen Glycerin drei Fettsäuren. Die Triglyceride lassen sich im Blut bestimmen. Daneben umfassen Fette noch eine Reihe weiterer Bestandteile, wie z. B. das Cholesterin, das nur in tierischen Fetten vorkommt. Fette sind Träger von fettlöslichen Vitaminen sowie darüber hinaus von Geschmacks- und Aromastoffen. Wie viel sich von welcher Fettsäure in einem Fettmolekül (Triglycerid) befindet, bestimmt die Eigenschaften des Fettes und seine Bedeutung für den menschlichen Körper. Man unterscheidet zwischen:- gesättigten Fettsäuren, englisch: Saturated Fatty Acids (SFA)Empfehlung: rund 10 Energie-% z. B. die Palmitinsäure, Stearinsäure, Vorkommen u. a. in Fleisch und Wurst
- einfach ungesättigten Fettsäuren, englisch: Monounsaturated Fatty Acids (MUFA) Empfehlung: mehr als 10 Energie-% z. B. die Ölsäure, Vorkommen u. a. in Raps- oder Olivenöl
- mehrfach ungesättigte Fettsäuren,
englisch: Polyunsaturated Fatty Acids (PUFA)
Empfehlung: rund 7 Energie-%, davon 2,5 Energie-% Linolsäure, 0,5 Energie-% Linolensäure
- z. B. die Linolsäure, Vorkommen z.B. in Sonnenblumen- und Rapsöl,
- die Linolensäure in Lein-, Raps- und Walnussöl,
- die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaensäure (DHA) in Fischölen
Tipp
Zur Bewertung Ihrer Körperfettverteilung können Sie unseren WHR-Rechner nutzen. Einige mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie die Linolsäure und die Linolensäure, im Säuglingsalter wahrscheinlich auch noch die Arachidonsäure, sind für den Körper essentiell. Er kann sie nicht selbst aufbauen und muss sie über die Nahrung aufnehmen. Die essentiellen Fettsäuren dienen u. a. dem Aufbau von Zellmembranen. Weiterhin können sie im Rahmen des Eicosanoid-Stoffwechsels zu hormonartigen Substanzen (Eicosanoide) umgewandelt werden. Diese Stoffe haben verschiedene Wirkungen auf die Blutgerinnung, den Blutdruck und auf das Immunsystem.Kohlenhydrate
Kohlenhydrate werden auch als Saccharide (griech. sakkharon: Zucker) bezeichnet. Sie sind aus den Elementen Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O) zusammengesetzt. Anhand der Zahl der beteiligten Bausteine kann man die Kohlenhydrate in verschiedene Gruppen einteilen. Neben den Einfach-, den Zweifachzuckern und den Oligosacchariden (drei bis neun Zucker-Bausteine) gibt es auch die Vielfachzucker, die aus mindestens zehn Bausteinen bestehen. Pflanzen bilden Zucker durch Photosynthese mit Hilfe von Sonnenenergie. Aus den Zuckermolekülen bauen sie dann Stärke auf. Ebenso wie das tierische Glykogen besteht Stärke aus zahlreichen miteinander verknüpften Glucose-Bausteinen. Tierische Lebensmitteln enthalten Kohlenhydrate in wesentlich geringeren Mengen als pflanzliche, da Tiere, wie Menschen auch, ihre Energie vorwiegend in Form von Fett speichern. Neben dem Glykogen, das der Körper in den Muskeln und der Leber lagert, findet sich auch in der Milch ein Kohlenhydrat: Lactose - der Milchzucker. Im Körper werden Kohlenhydrate vor allem als Energielieferant, Energiespeicher und als Bestandteile der DNA/RNA genutzt. In ihrer Funktion als Energielieferant wirken sie je nach Dauer ihrer Aufnahme unterschiedlich auf den Blutzuckerspiegel. Langkettige, komplexe Kohlenhydrate können als gesünder eingestuft werden als die Einfach- oder Zweifachzucker, da sie den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen und die in ihnen enthaltene Energie weniger gut aufgeschlossen und verwertet werden kann. Als Maßgabe für die Geschwindigkeit des Blutzuckeranstiegs durch die Aufnahme von Kohlenhydraten können der glykämische Index bzw. die glykämische Last herangezogen werden. Komplexe Kohlenhydrate wie Stärke, Glykogen und darüber hinaus auch Ballaststoffe wirken zudem stark sättigend.Ballaststoffe
Ballaststoffe sind Kohlenhydrate, die im Dünndarm kaum bis gar nicht aufgeschlossen werden können und somit unverdaut den Dickdarm erreichen. Dort binden sie Wasser, sorgen u. a. für eine ausreichende Füllung des Verdauungstrakts und beschleunigen durch ein erhöhtes Stuhlvolumen die Zeit der Darmpassage. Dadurch kommt der Darm kürzer mit möglichen Giftstoffen in Berührung, was die Darmgesundheit fördert. Im Dickdarm angesiedelte Bakterien können wasserlösliche Ballaststoffe aufschließen. Somit stehen sie den Darmzellen in begrenztem Umfang als Energiequelle zur Verfügung. Ballaststoffe kommen nur in pflanzlichen Lebensmitteln vor, hauptsächlich in Getreide und Vollkorn-Getreideprodukten, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten. Weitere Informationen zu Ballaststoffen finden Sie in den Kapiteln "Fettstoffwechselstörungen" und "vollwertige Ernährung".| Name | Vertreter | Eigenschaften | Vorkommen |
|---|---|---|---|
| Monosaccharide (Einfachzucker) | Glucose - Traubenzucker Fructose - Fruchtzucker Galactose | leicht löslich; werden sehr schnell ins Blut aufgenommen; schmecken süß | Bauteile der Mehrfachzucker; Glucose und Fructose kommen in Obst und Honig vor |
| Disaccharide (Zweifachzucker) | Saccharose - Haushaltszucker Maltose - Malzzucker Lactose - Milchzucker | sind gut löslich; werden schnell ins Blut aufgenommen; schmecken schwach süß bis süß /td> | Saccharose kommt u. a. in Zuckerrüben vor; Maltose u. a. in keimender Gerste; Laktose u. a. in Milch |
| Oligosaccharide (Zucker mit bis zu neun Zuckerbausteinen) | Raffinose Stachyose | gut löslich; erst im Dickdarm bakteriell gespalten; meist süß | Raffinose in Zuckerrüben, Stachyose in Schmetterlingsblütlern und Kürbisgewächsen |
| Polysaccharide (Vielfachzucker) | Stärke Glykogen | müssen erst gespalten werden; gehen langsam ins Blut; schmecken nicht süß | Stärke kommt u. a. in Getreide, Gemüse und Kartoffeln vor; Glykogen ist ein "Speicherkohlenhydrat"; Vorkommen in der Leber und in der Muskulatur |
| Polysaccharide (Ballaststoffe) | Cellulose Hemicellulose Pektin Inulin | sind nur zum Teil verdaulich; erhöhen das Stuhlvolumen; binden Giftstoffe | Ballaststoffe kommen in pflanzlichen Lebensmitteln vor (Getreide, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten etc.), Inulin in Artischocken, Chicorée, Topinambur |
Vitamine
Vitamine werden grundsätzlich in wasserlösliche und fettlösliche Vitamine unterteilt. Sie kommen sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Ohne sie läuft im menschlichen Körper fast nichts, denn Vitamine arbeiten als Co-Enzyme mit Enzymen zusammen und regulieren auf diese Weise viele Stoffwechselvorgänge. Als essentielle Nährstoffe müssen Vitamine mit der Nahrung zugeführt werden. Fettlösliche Vitamine kann der Körper besser in Kombination mit Fett aufnehmen. Einige Vitamine kann der Mensch aus einer Vorstufe, den so genannten Provitaminen, umwandeln (z. B. ß-Carotin zu Vitamin A). Eine unzureichende Zufuhr an Vitaminen kann zu Vitaminmangelerkrankungen führen. Bei manchen Vitaminen, in der Regel eher den fett- als den wasserlöslichen Vitaminen (z. B. Vitamin A), kann jedoch auch eine überhöhte Zufuhr schaden und Erkrankungen auslösen. Vitamine sind sehr empfindlich gegenüber Wasser, Hitze und Licht. Obst und Gemüse sollten daher kurzfristig eingekauft, dunkel, trocken und meist auch kühl gelagert sowie in kurzer Zeit zubereitet werden, denn ein solches Vorgehen schont empfindliche Vitamine. Näheres zu fettlöslichen Vitaminen Näheres zu wasserlöslichen VitaminenMineralstoffe/Spurenelemente/Ultraspurenelemente
Mineralstoffe und Spurenelemente sind anorganische Bestandteile unserer Nahrung. Auch sie sind lebensnotwendig, mit vielfältigen Aufgaben für Wachstum und Stoffwechsel. Aufgrund der Zufuhrmenge unterscheidet man zwischen:- Mengenelementen (z. B. Calcium, Kalium, Magnesium)
- Spurenelementen (z. B. Jod, Selen, Zink)
- Ultraspurenelemente, von denen wahrscheinlich nur kleinste Mengen bedeutsam sind
Wasser
Wasser macht mit über 60 % den größten Anteil am menschlichen Körper aus. Wasser hat als Lösungsmittel eine zentrale Bedeutung für den Transport und die Ausscheidung von Stoffen. Auch bei vielen wichtigen Stoffwechelprozessen ist es beteiligt. Neben Getränken - Experten empfehlen ca. 1,5 l am Tag - und Lebensmitteln, welche mehr oder weniger große Mengen an Wasser enthalten, setzen auch Enzyme beim Abbau der Hauptnährstoffe im Körper Wasser frei. Diese Quellen nutzt der Körper, um seine Wasserverluste zu ersetzen, denn über Atmung, Schweiß und Urin gehen täglich ca. 2,5 l Wasser verloren. Durch eine protein- und salzreiche Ernährung, bei Durchfallerkrankungen, bei Fieber und bei warmen Temperaturen steigt der (Trink-)Bedarf zusätzlich.Ernährungsinformationen - Nährstoffe / Nährstoffdichte
Einteilung der Nährstoffe
Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Zusammensetzung von Lebensmitteln.| Nährstoffe energieliefernde | Wirkstoffe ohne Energie | Ballaststoffe teilweise energieliefernd | Farb-, Duft-, Geschmacksstoffe |
|---|---|---|---|
| Eiweiß | Mineralstoffe | Cellulose | Blattgrün |
| Fett | Spurenelemente | Hemicellulose | Röststoffe |
| Kohlenhydrate | Vitamine | Lignin | sekundäre Pflanzenstoffe |
| lebensnotwendig | funktionell wichtig | ||
Aufgaben der Nährstoffe
Jeder Nährstoff hat im Organismus spezifische Aufgaben zu erfüllen, damit alle Stoffwechselvorgänge reibungslos ablaufen können. Mangelzustände führen zu Funktionseinschränkungen und begünstigen das Entstehen von Krankheiten. Auch ein Zuviel an einem Nährstoff kann negative Auswirkungen auf das Stoffwechselgeschehen und somit auf die Gesundheit haben.| Nährstoff/ Wirkstoff | Aufgaben im Körper | Mangel | Übermaß |
|---|---|---|---|
| Eiweiß | liefert unentbehrliche Aminosäuren und Stickstoff erfüllt wichtige zentrale Aufgaben als: Enzyme, z.B. Verdauungsenzyme Hormone, z.B. Insulin Transportproteine, z.B. Hämoglobin, HDL und LDL (sind mitverantwortlich für die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm und den Transport von Stoffwechselprodukten zwischen den Zellen) Speicherproteine, z.B. Ferritin (speichert Eisen) Bewegungs- und Strukturproteine, z.B. Actin, Myosin, Kreatin und Kollagen in Organen und Gewebe Rezeptorproteine und Kanäle (ermöglichen den Austausch von Informationen über die Zellmembran) Antikörper in der Immunabwehr, z.B. Immunglobuline | Krankheitsbilder: Protein-Energie-Mangelernährung (PEM): Kwashiorkor (Proteinmangel) Marasmus (Protein- und Energiemangel) Symptome: Sinkende Leistungs- und Widerstandsfähigkeit: Abbau von körpereigenem Muskelprotein (Sarkopenie: Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft), Gewichtsverlust, reduzierte Fettreserven, erhöhte Infektanfälligkeit und Wundheilungsstörungen Störungen im Stoffwechsel und von Organfunktionen: Ödeme, Hypoalbuminämie, Leberverfettung, Haut- und Haarveränderungen, gestörte Regulation von Körpertemperatur, Herzfrequenz und Verdauung, Wachstumsstörungen bei Kindern | bei hoher Eiweißzufuhr (> 200 g/Tag) Anstieg der Harnstoffkonzentration im Blutplasma Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann zuviel Eiweiß Auslöser für ein Fortschreiten der Nierenerkrankung sein. br>evtl. vermehrte Fäulnisprozesse im Dickdarm br>evtl. Gicht (durch Fleisch und Innereien) |
| Fett | Energielieferant; liefert essentielle Fettsäuren; Ausgangsstoff für Hormone und Gallensäuren; Träger der fettlöslichen Vitamine; Baustoff und Isolator; Kälte- und Organschutz | Untergewicht; sinkende Leistungsfähigkeit; Mangel an fettlöslichen Vitaminen; ekzematöse Hautkrankheiten | erhöhte Blutfett- und Cholesterinwerte; erhöhtes Risiko für Arterienverkalkung und Dickdarmkrebs; Fettsucht |
| Kohlenhydrate | Energielieferant; Aufrechterhaltung der Körpertemperatur | Untergewicht; verminderte Leistungsfähigkeit; Unterzuckerung | vermehrte Gärung im Darm; Kohlenhydratmast; Fettsucht |
| Ballaststoffe | fördern Verdauung; verhüten Darmerkrankungen; bewirken langanhaltende Sättigung | Verdauungsstörungen; Darm- und Stoffwechselerkrankungen | nur bei isoliert eingenommenen Ballaststoffen kann es zu einer Unterversorgung an bestimmten Mineralstoffen kommen |
| Vitamine | Regelung von Stoffwechselabläufen | Beeinträchtigung der Stoffwechselfunktionen; Vitaminmangelkrankheiten | "Hypervitaminose", eher bei fett- als bei wasserlöslichen Vitaminen möglich |
| Mineralstoffe/ Spurenelemente | Aufbau und Erhalt des Körpers; Regelung von Stoffwechselabläufen | Abbau von Körpersubstanz; spezifische Mangelerkrankungen | unterschiedlich, je nach Mineralstoff |
| Wasser | Transport- und Lösungsmittel für Nährstoffe etc.; Aufbau und Erhalt von Körperzellen; Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen | Zurückhalten harnpflichtiger Substanzen; Bluteindickung bis hin zum Kreislaufversagen; Mangel an Nährstoffen | nach sehr mineralstoffarmem, z. B. destilliertem, Wasser oder größeren Salzverlusten evtl. Wasservergiftung: Kopfschmerz, Krämpfe Übelkeit, verminderte Leistungsfähigkeit |
Nährstoffdichte
Die Nährstoffdichte eines Lebensmittels ist das Verhältnis vom Nährstoffgehalt zu der Energie, die in dem Lebensmittel enthalten ist. Anhand der Nährstoffdichte lassen sich die Qualität eines Lebensmittels und somit der gesundheitliche Wert beurteilen. Sie kann nach folgender Formel berechnet werden: Nährstoffdichte = Nährstoffgehalt (g/mg/µg in 100 g) : Energiegehalt (kcal) Je höher die Nährstoffdichte ist, um so günstiger ist das Verhältnis zwischen dem Nährstoff- und dem Energiegehalt. Die Nährstoffdichte ist ein wichtiges Kriterium, wenn es um eine energiebegrenzte Ernährung (z. B. Reduktionskost) geht, die aber dennoch alle Nährstoffe in ausreichender Menge enthalten soll. Um in diesem Fall ausreichend versorgt zu sein, muss der Speiseplan überwiegend Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte enthalten.Beispiel
Eiweißgehalt von unterschiedlichen Fleischstücken Schweinefilet (100 g): 21,5 g Eiweiß : 104 kcal = 0,21 g pro kcal Eisbein (100 g): 19,0 g Eiweiß : 186 kcal = 0,10 g pro kcal Die Nährstoffdichte in Bezug auf Eiweiß liegt bei Schweinefilet mit 0,21 g pro kcal mehr als doppelt so hoch wie bei Eisbein mit 0,10 g pro kcal.Energiegehalt der Nährstoffe
Der Energiegehalt der Lebensmittel wird in Kilojoule bzw. Kilokalorien angegeben. Werden Nährstoffe im Körper oxidiert bzw. "verbrannt", wird Energie freigesetzt. Unterschieden wird zwischen energieliefernden Nährstoffen und solchen, die keine Energie liefern.| Nährstoffe mit Energie | Nährstoffe ohne Energie |
|---|---|
| Eiweiß | Vitamine |
| Fett | Mineralstoffe/Spurenelemente |
| Kohlenhydrate | Wasser |
| Alkohol | Ballaststoffe (z. T. verwertbar!) |
Energiegehalt der Hauptnährstoffe:
| 1 g Eiweiß | 4,1 kcal |
| 1 g Fett | 9,3 kcal |
| 1 g Kohlenhydrate | 4,1 kcal |
| 1 g Alkohol | 7,0 kcal |
| 1 g wasserlösliche Ballaststoffe | 0-2 kcal |
Ernährungsinformationen - Nährstoffverteilung/ -relation
Nährstoffverteilung / Nährwertrelation
Eine ausgewogene Ernährung sollte die Grundnährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate in einem angemessenen Verhältnis enthalten. Ist das nicht der Fall, kann dies zu ernährungsabhängigen Erkrankungen führen. Liegt z. B. der Fettanteil der Ernährung weit über 30 % (in der Bundesrepublik Deutschland laut der zweiten Nationalen Verzehrsstudie (NVS II) im Durchschnitt bei 35-36 %), kann dies zu Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen führen. Wenn die Kohlenhydratzufuhr weit unter 55 % liegt und die verzehrten kohlenhydrathaltigen Lebensmittel zusätzlich arm an Ballaststoffen sind, so kann auch dies Probleme mit der Sättigung, Verdauungsstörungen und Übergewicht verursachen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende Nährstoffverteilung für Erwachsene:
Nährstoffbedarf
"Der Nährstoffbedarf wird als diejenige Menge eines Nährstoffs definiert, die aus objektivierbaren, naturwissenschaftlichen Gründen für die Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen des Organismus und somit für optimale Gesundheit und Leistungsfähigkeit benötigt wird." (Ketz, 1984) Bei der Berechnung der Höhe der Nährstoffzufuhr für Erwachsene geht man von der oben aufgeführten Empfehlung der Nährstoffverteilung aus. Gesamtenergie = 100 % davon:- 55-60 % Kohlenhydrate
- 10-15 % Eiweiß
- 30 % Fett
Beispiel
Täglicher Energiebedarf 2000 kcal - Nährstoffverteilung wie oben 55 Energie-% Kohlenhydrate ergeben 1100 kcal bei einer Gesamtenergiezufuhr von 2000 kcal. Da 1 kcal in ca. 0,24 g Kohlenhydraten enthalten ist, entsprechen 1100 kcal 264 g Kohlenhydraten. 30 Energie-% Fett ergeben demnach 66 g Fett (Faktor 0,11) und 15 Energie-% Eiweiß 72 g Eiweiß (Faktor 0,24). Bei einem Energiebedarf von 2000 kcal pro Tag sollten also Lebensmittel mit insgesamt 264 g Kohlenhydrate, 66 g Fett und 72 g Eiweiß verzehrt werden. Die Zahlen sind Durchschnittswerte, da der Energie- und Nährstoffbedarf von Mensch zu Mensch und von Tag zu Tag verschieden sind.Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe in der Ernährung
Der Bedarf an den Hauptnährstoffen Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate sollte täglich erfüllt werden. Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Wasser sind neben den Hauptnährstoffen weitere wichtige Stoffe, die täglich mit der Nahrung zugeführt werden sollten. Auch für diese wurden im Rahmen ernährungswissenschaftlicher Forschungen der Bedarf ermittelt und darauf basierend Zufuhrempfehlungen ausgesprochen. Die Empfehlungen für die Flüssigkeitszufuhr sowie die Zufuhr an Ballaststoffen sollten möglichst jeden Tag eingehalten werden, während die Bilanz für die Zufuhr von Mineralstoffen und Vitaminen im Rahmen einer Woche ausgeglichen sein sollte.Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr
Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die empfohlene Zufuhr ausgewählter Nährstoffe pro Tag für Erwachsene in jüngeren und mittleren Jahren (> 19 Jahre bis 65 Jahre).| Nährstoff (-gruppe) | Zufuhr/Tag | |
|---|---|---|
| männlich | weiblich | |
| Eiweiß |
0,8 g/kg KG ¹ |
|
| Fett |
30 % der Energie |
|
| Linolsäure |
2,5 % der Energie |
|
| Linolensäure ² |
0,5 % der Energie |
|
| Kohlenhydrate |
> 50 % der Energie |
|
| Ballaststoffe ³ |
≥ 30 g |
|
| Gesamtwasserzufuhr ³ Getränke Feste Nahrung |
30 - 35 ml/kg KG¹ 1230 - 1470 ml 740- 890 ml |
|
| Natrium 2 |
1500 mg |
1500 mg |
| Chlorid ² |
2300 mg |
2300 mg |
| Kalium ² |
4000 mg |
4000 mg |
| Calcium |
1000 mg |
1000 mg |
| Phosphor 2 |
550 mg |
550 mg |
| Magnesium 2 |
350 mg |
300 mg |
| Eisen |
11 mg |
14 - 16 mg 6 15 mg |
| Jod |
180 - 200 µg |
180 - 200 µg |
| Zink |
11 - 16 mg |
7 - 10 mg |
| Selen ² |
70 µg |
60 µg |
| Vitamin A (Retinol) |
0,85 mg 7 |
0,7 mg 7 |
| Vitamin D (Calciferol) 2, 5 |
20 µg |
20 µg |
| Vitamin E (Tocopherol) ² |
13 - 15 mg |
12 mg |
| Vitamin K ² |
70 - 80 µg |
60 - 65 µg |
| Vitamin B1 (Thiamin) |
1,2 - 1,3 mg |
1,0 mg |
| Vitamin B2 (Riboflavin) |
1,3 - 1,4 mg |
1,0 - 1,1 mg |
| Niacin |
15 - 16 mg |
11 - 13 mg |
| Vitamin B6 (Pyridoxin) |
1,6 mg |
1,4 mg |
| Folsäure |
300 µg |
300 µg |
| Pantothensäure ² |
5,0 mg |
5,0 mg |
| Biotin ² |
40 µg |
40 µg |
| Vitamin B12 (Cobalamin) |
4,0 µg |
4,0 µg |
| Vitamin C |
110 mg |
95 mg |


