Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien
Ernährungstipps
Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.
Patienteninfos
Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.Beratungsmaterialien
Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.Patienteninfos/Ernährungsinfos
Patienteninfo Reizdarmsyndrom
Krankheitsbild
Definition
Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine funktionelle, die Lebensqualität stark beeinflussende Darmerkrankung, die mit Bauchschmerzen und Blähungen aufgrund von Problemen mit der Stuhlgangentleerung und Darmtätigkeit einhergeht. Die Diagnose RDS kann gestellt werden, wenn die Beschwerden länger als 3 Monate andauern und in diesem Zeitraum durch umfassende ärztliche Untersuchungen andere Krankheitsursachen ausgeschlossen werden konnten.
Symptome
Da die Anzeichen eines RDS nicht nur sehr unterschiedlich, sondern teils auch wechselnd sind, werden verschiedene Ausprägungsformen unterschieden:
- Obstipationstyp (RDS-O): klumpiger, fester Stuhl; die Ausscheidung erfordert hohe Anstrengung
- Diarrhötyp (RDS-D): meist formlose, wässrige Stühle
- Mischtyp (RDS-M): wechselndes Stuhlverhalten
- Schmerz-/Blähtyp: Es überwiegen Schmerzen und/oder Blähungen
Ursachen
Die genauen Ursachen für das RDS sind noch nicht eindeutig geklärt. Faktoren wie z. B. gestörte Darmbeweglichkeit, gestörter Gallensäureabbau, veränderte Schleimhautfunktion, gesteigerte Überempfindlichkeit des Darms, erbliche Veranlagung und hormonelle Veränderungen können eine Rolle spielen. Es wird eine Störung in der sogenannten Darm-Hirn-Achse diskutiert. Vermutet wird auch, dass z. B. Darminfektionen und Antibiotikatherapien, starke seelische Belastungen, Stressereignisse und traumatische Erfahrungen die Erkrankung auslösen können.
Diagnose
Die Diagnose RDS erfolgt durch eine Kombination aus der Anamnese (u. a. Beschwerden, Medikamente, Lebenssituation, Ernährungs-, Stress- und Symptomtagebuch) und der körperlichen Untersuchung (z. B. Bluttest, Stuhlproben, Magen- und Darmspiegelung). Damit sollen vor allem andere Erkrankungen, die ebenfalls mit den Anzeichen eines RDS auftreten können, ausgeschlossen werden. Hierzu zählen z. B. Darmkrebs, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Eierstockkrebs und Zöliakie. Auch sollen mit der Anamnese Krankheiten, die häufig gemeinsam mit dem RDS auftreten können (z. B. Fruktose- Malabsorption, bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms, Gallensäure-Malabsorption), erkannt und ursächlich behandelt werden.
Therapie
Aufgrund des sehr unterschiedlichen Beschwerdebildes gibt es keine Standardtherapie. Um die geeignete Therapie anwenden zu können, müssen in der Regel zunächst unterschiedliche Therapieverfahren getestet werden:
- Psychotherapie
- Ernährungstherapie
- Bewegungstherapie
- medikamentöse Therapie
Ernährungstherapie
Ballaststoffreiche Ernährung
Eine ballaststoffreiche Ernährung, insbesondere lösliche Ballaststoffe (z. B. enthalten in Obst und Gemüse), verbessert die Darmfunktion bei Verstopfung. Die schrittweise Steigerung der Ballaststoffzufuhr verbessert die Verträglichkeit. Geeignet sind Lebensmittel, die reich an Inulin oder Oligosacchariden sind (z. B. Chicorée, Kohlgemüse, Lauch, Kürbis, Rote Bete). Des Weiteren sind auch Beta-Glucanreiche Lebensmittel wie Hafer und Gerste geeignet. Auch kann der Einsatz von Flohsamenschalen hilfreich sein. Hierbei ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unbedingt zu achten, da Flohsamenschalen zum Quellen genügend Flüssigkeit benötigen.
FODMAP-arme Ernährung
Bei Blähungen, Bauchschmerzen und weichem, voluminösem Stuhlgang kann mithilfe der dreiphasigen FODMAP-armen Diät herausgefunden werden, ob die Symptome durch kurzkettige Kohlenhydrate ausgelöst werden. In der Initialphase der Diät werden hierbei über einen Zeitraum von 6-8 Wochen FODMAP-reiche Lebensmittel weggelassen. In der zweiten Phase werden schrittweise wieder FODMAP-reiche Lebensmittel in den Ernährungsplan aufgenommen und ausgetestet, bis zu welcher Menge diese Lebensmittel verträglich sind. Daraufhin folgt Phase 3, die Dauerernährung.
Angepasste Vollkost
Die Grundlage dieser Kostform sind die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) “Gut essen und trinken, die DGE Ernährungsempfehlungen”, jedoch werden Lebensmittel gemieden, die persönliche Unverträglichkeiten hervorrufen. Diese Ernährungsweise eignet sich gut als Orientierung in der Phase der Dauerernährung.
Veränderung des Ernährungs- und Lebensstils
Regelmäßige, nicht zu große, weder zu heiße noch zu kalte, gut gekaute Mahlzeiten, die ohne Zeitdruckund in angenehmer Atmosphäre genossen werden, können womöglich auch zur Symptomlinderung beitragen. Ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung und Entspannungsverfahren können ebenso einen Beitrag zur Verbesserung des Beschwerdebildes leisten.
Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen
Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote
In unserer DEBInet-Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche ballaststoffreiche Rezepte.
Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und Ernährungstherapie erhalten Sie im Premium-
Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.
Literatur
- DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungstipps I Reizdarm.
- Layer Pet al. (2021): Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM).
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) (2021): DGE-Beratungsstandards, 1. aktualisierte Ausgabe, Kapitel 4.3, 4.3.2 Reizdarmsyndrom.
Ernährungstipps
Definition
Unter einem Reizdarm versteht man im Allgemeinen eine Funktionsstörung des Verdauungstraktes. Wenn insbesondere der Dickdarm (lateinisch: Colon) betroffen ist, spricht man häufig von Colon irritabile, Colitis mucosa, Colonneurose, Irritables Colon oder chronisch-spastischem Colon.
Beim Reizdarm sind diese Störungen jedoch meist nicht auf das Colon beschränkt, sondern häufig auch in anderen Verdauungsorganen (z.B. im Dünndarm) nachweisbar.
Aus Gründen der Einfachheit wird im Folgenden stets der Begriff des Reizdarms verwendet.
Symptome
Die Symptome, die einen Reizdarm anzeigen, können sehr unterschiedlich und wechselhaft sein, was die Diagnosestellung erschwert.
Die häufigsten Symptome sind:
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Stuhlunregelmäßigkeiten (Wechsel von Verstopfung und Durchfall)
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Gärungsstühle
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Blähungen
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Völlegefühl
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Unverträglichkeiten von Speisen und Nahrungsmitteln
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Schmerzen (häufig krampfartig) im Bereich des Colonverlaufs, v.a. einige Stunden nach den Mahlzeiten bzw. in Stresssituationen
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Schleimabgang beim Absetzen des Stuhls, z.T. reine Schleimstühle
Da ein Reizdarm ähnliche Beschwerden aufweist wie viele ernsthafte Darmerkrankungen, z.B. Entzündungen des Darms, müssen vor der Diagnosestellung organische Erkrankungen des Magen-/Darmtraktes ausgeschlossen werden.
Ursachen
Die Ursachen für die Entstehung eines Reizdarms sind nicht eindeutig geklärt, was die Diagnosestellung und Therapie erschwert.
Diskutiert werden folgende Faktoren als Ursachen oder Krankheitsauslöser:
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eine ballaststoffarme Ernährung
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Nahrungsmittelintoleranz: Häufig lösen bestimmte Nahrungsmittel Beschwerden aus bzw. verstärken diese.
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Stress: Eine weitere Ursache wird in der Höhe der Stresstoleranz bzw. dem Ausmaß an Stress-Situationen im Alltag gesehen.
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Seelische Konfliktsituationen
Reizdarm - Therapiemöglichkeiten
Allgemeines
Da zum einen die Ursachen für die Entstehung eines Reizdarms nicht eindeutig sind und zum anderen unterschiedliche auslösende Faktoren verantwortlich gemacht werden können, kann es keine einheitlichen Therapievorschläge geben.
Da der Reizdarm vorwiegend eine psychosomatische Erkrankung ist, gilt es sowohl vorbeugende Maßnahmen zu treffen als auch die Symptome zu behandeln.
Wichtig: Bei der Therapie sollte immer individuell vorgegangen werden.
Ernährungstherapie
Bei einem Teil der Patienten wird die Symptomatik des Reizdarms durch die Ernährung und hier durch bestimmte Lebensmittel bzw. Nährstoffe (v.a. Fett) in den Lebensmitteln ausgelöst.
Schwierig ist, die auslösenden Faktoren zu finden, was sich wiederum erschwerend auf die Therapie auswirkt. Detaillierte Informationen finden Sie im Abschnitt Ernährungstherapie.
Entspannungstherapie
Stress, Hetze und Hektik lassen bei vielen Menschen den Darm gereizt reagieren. Die Stressschwelle ist bei jedem Menschen anders. Es gibt Menschen, die lassen sich durch Kleinigkeiten aus der Ruhe bringen, während andere ein dickes Fell haben und selbst in kritischen Situationen gelassen bleiben. Durch das Anwenden von Entspannungsübungen lässt sich hier Abhilfe schaffen.
Näheres hierzu finden Sie im Abschnitt Entspannungstherapie.
Reizdarm - Ernährungstherapie
Ein Tagebuch bringt Klarheit
Führen Sie über einen längeren Zeitpunkt, täglich, ein Tagebuch nach untenstehendem Muster.
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Nahrungsmittel/ Getränk |
Aktivität |
Bemerkung über das Wohlbefinden |
Symptome |
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Beispiel: |
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2 Tassen Kaffee |
nachmittags im Büro |
fühle mich müde, muss heute noch viel erledigen |
Blähungen, starkes Rumoren im Darm |
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..... |
Auch wenn Sie keine Symptome haben, sollten Sie Ihre Eintragungen machen. Sie gewinnen dann am ehesten Aufschluss über die Auslöser der Symptome. Am besten, Sie nehmen Ihr Tagebuch mit zu Ihrem Arzt und sprechen mit ihm darüber.
Auswertung des Tagebuchs
Bei der Auswertung der Eintragungen wird klar, ob Sie bei bestimmten Nahrungsmitteln reagieren. In diesem Fall wird der Arzt untersuchen, ob eine Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit vorliegt. Die Therapie besteht in jedem Fall im Weglassen des symptomauslösenden Getränks bzw. Nahrungsmittels.
Treten die Symptome vorwiegend in Stresssituationen auf, so ist Stressmanagement angesagt. Sind Konfliktsituationen, z.B. am Arbeitsplatz Auslöser, bemühen Sie sich vorrangig, die Ursache des Konflikts zu lösen.
Ernährungsempfehlungen
Meiden bestimmter Lebensmittel
Folgende Lebensmittel lösen häufig Unverträglichkeitsreaktionen bei Patienten mit einem Reizdarm aus:
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Kaffee
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alkoholische Getränke
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Milchprodukte, v.a. Frischmilch
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rohes Obst
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Zitrusfrüchte
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gebratene Speisen
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Apfel- und Birnensaft
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diätetische Lebensmittel, die Sorbit oder andere Zuckeralkohole als Süßungsmittel enthalten
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fettreiche Speisen
Ballaststoffe sind kein Ballast
Häufig ist ein Mangel an Ballaststoffen in der Ernährung an der Symptomatik beteiligt, v.a. bei Patienten mit gleichzeitiger Obstipation (Stuhlverstopfung).
Die Therapie besteht hier in einer ballaststoffreichen Ernährung bzw. ggf. in der Anreicherung der Speisen mit täglich 30g Weizenkleie (3 Esslöffel) und reichlicher Flüssigkeitszufuhr (2 Liter pro Tag).
Nähere Infos finden Sie im Kapitel Verstopfung.
Vollwertige Ernährung
Im Großen und Ganzen ist eine vollwertige Ernährung unter Ausschluss der Unverträglichkeiten auslösenden Speisen und Getränke zu empfehlen. Man spricht dann von einer leichten Vollkost
Sonstiges
Neben oben genannten Faktoren sind folgende Dinge zu meiden:
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kalorienreiche Mahlzeiten
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prozentual hoher Fettanteil der Ernährung
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Essen unter Zeitdruck
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unzureichendes Kauen der Speisen
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Genussgifte wie Nikotin und Alkohol
Reizdarm - Entspannungstherapie
Das Phänomen Stress
Stress - darunter kann sich heute jeder etwas vorstellen. Stress bei der Arbeit, beim Einkaufen, im Verkehr - es gibt wohl keinen Bereich des täglichen Lebens, der von Stress verschont bleibt.
Bis zu einem gewissen Grad ist Stress anregend und Quelle für Vitalität und Erfolgserleben. Wenn dieser Grad jedoch zeitweilig oder gar ständig überschritten wird, wenn die Anforderungen "über den Kopf wachsen", dann ist das für unseren Körper und unsere Psyche ein krankmachender Zustand. Häufig gibt uns der Körper Signale, wenn uns etwas zu viel ist. Diese Warnung äußert sich meist in Funktionsstörungen, z.B. Durchfall oder auch ein Überreagieren des Darms.
Wichtig - wie bereits zuvor bemerkt:
Organische Ursachen für die Symptome müssen ausgeschlossen sein!
Die folgenden Tipps sind kein Ersatz für psychotherapeutische oder ärztliche Hilfe. Die Informationen und Verhaltenstipps sollen Ihnen viel mehr helfen, mit Stressbelastungen im Alltag besser umzugehen.
Probieren Sie einige Tipps aus und entscheiden Sie dann für sich selbst!
Auf die Dosis kommt es an
Das richtige Maß an Anspannung und Stress ist bei jedem Menschen anders. Was für den einen gerade die adäquate Anforderung ist, bedeutet für den anderen bereits Überforderung. Auch die Tagesform spielt eine entscheidende Rolle. Es gibt Tage, da reagieren wir auf Stress eher gelassen, während wir an anderen Tagen bei der gleichen Stressmenge aus dem Gleichgewicht geraten. Der Reizdarm ist in den meisten Fällen eine psychosomatische Erkrankung, die viel mit Überforderung und Stress zu tun hat.
Wodurch kann Stress entstehen?
Auch die Stressauslöser (Stressoren) sind von Mensch zu Mensch und auch von Zeit zu Zeit unterschiedlich. Es gibt jedoch Stressoren, die wohl für jeden Menschen eine große Belastung darstellen, wie z.B. Krankheit, Trennungen, Tod, Arbeitslosigkeit, Umzug etc.
Oft sind es jedoch die täglichen, nervenden "Kleinigkeiten", die uns stressen, wie z.B. ständiges Telefonklingeln, Autostaus, Gedränge und Hektik beim Einkauf, Kinder etc. Es gibt viele solcher Stressoren. Wichtig ist, dass Sie wissen, was für Sie stressauslösend ist, um diesen Stress dann in Zukunft besser in den Griff zu bekommen..
Tipp:
Fertigen Sie eine Liste mit den Situationen oder Dingen, die Sie in Stress versetzen.
Einen guten Überblick bekommen Sie, wenn Sie die Liste unterteilen nach:
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sozialen Stressoren (z.B. Konflikte mit dem Partner, Kindern, Kollegen etc.)
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Leistungsstressoren (Überforderung am Arbeitsplatz, Mangel an Abwechslung, Zeitdruck)
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physikalische Stressoren (z.B. Verkehrsstau, Lärmbelästigung am Arbeitsplatz, schlechtes Licht, PC-Arbeit etc.)
Stressbewältigung
Ansatzpunkte zur Stressbewältigung liegen zum einen in der Reduzierung von Belastungen und zum anderen im Aufbau an Fertigkeiten, besser mit stressigen Situationen umgehen zu können.
Ein Reihe von Strategien praktizieren die meisten Menschen, um dem Stress zu Leibe zu rücken, z.B. ein Kinobesuch oder ein Spaziergang am Abend.
Hier nun einige Anregungen, Ihren Stress besser in den Griff zu bekommen:
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Machen Sie eine Bestandsaufnahme dessen, was Sie bereits gegen Stress tun.
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Finden Sie Möglichkeiten, wie Sie schnell und kurzfristig stressige Situationen mildern, z.B. Aufstehen vom Schreibtisch, Fenster öffnen, tief durchatmen.
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Erlernen und praktizieren Sie eine Entspannungstechnik, z.B. Autogenes Training.
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Machen Sie sich mit Zeitmanagement vertraut.
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Treiben Sie Sport und bewegen Sie sich regelmäßig und ausdauernd in der frischen Luft.
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Nutzen Sie das Wochenende zum Entspannen, Wandern und Abschalten.
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Delegieren Sie Tätigkeiten.
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Setzen Sie Prioritäten, was wirklich wichtig ist.
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Überprüfen Sie Ihre Ansprüche
Entspannung kann man lernen
Die Wege zu Entspannung und Erholung sind vielfältig. Besonders hilfreich sind jedoch ganz spezielle Entspannungsübungen. Auch hier gibt es verschiedene Angebote, die Auswahl ist groß.
Nicht jede Entspannungsmethode ist für jeden geeignet. Für den einen ist Autogenes Training die beste Möglichkeit, ins Gleichgewicht zu kommen, während für den anderen Yoga am zweckmäßigsten ist. Probieren Sie doch einfach verschiedene Entspannungsübungen oder -techniken aus!
Krankenkassen, Volkshochschulen und viele andere Institutionen bieten heute die Gelegenheit, die unterschiedlichsten Entspannungstechniken zu erlernen.
Eines haben alle Entspannungsverfahren gemeinsam: Um wirkungsvoll zu sein, sollten sie regelmäßig praktiziert werden!
Die gängigsten Entspannungstechniken werden Ihnen im folgenden vorgestellt.
Entspannungstechniken
Autogenes Training
Autogenes Training (AT) ist wohl die bekannteste Art, um zur Ruhe zu kommen. Beim AT handelt es sich um eine konzentrative Selbstentspannung durch Autosuggestion. Die Entspannung erfolgt über eine intensive Vorstellung von Ruhe und Entspannung. AT besteht aus vielen verschiedenen Übungen. Ziel ist im wesentlichen die Regulation des vegetativen Nervensystems, die mit einer schnellen Erholung sowohl im körperlichen als auch im seelischen Bereich verbunden ist.
Progressive Muskelentspannung (PM)
Die Entspannung entsteht durch die systematische, aufeinanderfolgende Anspannung und Entspannung verschiedener Muskelgruppen. Hierdurch gelingt auf Dauer eine bewusstere Körperwahrnehmung. Stresssituationen können früher wahrgenommen werden. Durch ein zeitiges Entgegenwirken bleibt ein Gleichgewicht von Anspannung und Entspannung erhalten.
Yoga
Fernöstliche Entspannungsmethoden wie z.B. Yoga werden mit großem Erfolg seit Jahren auch in westlichen Ländern praktiziert. Yoga besteht aus einer Folge von Körperstellungen bzw. -haltungen, die die gesamte Muskulatur miteinbeziehen. Diese werden bewusst und v.a. langsam ausgeführt. Der Übende konzentriert sich auf seine Bewegungen und versucht gedanklich bei der Sache zu sein. Durch Yoga bleibt der Körper beweglich, und es werden Verspannungen gelöst.
Atemübungen
Die meisten Menschen atmen in Stresssituationen unzureichend und ungleichmäßig. Bei allen Entspannungstechniken spielt daher die Atmung eine große Rolle, denn ruhige, bewusste Atmung wirkt beruhigend auf das zentrale Nervensystem und trägt somit zu Ausgeglichenheit und innerer Ruhe bei.
Eine einfache Atemübung ist, wenn Sie sich auf den Rücken legen, ihre Konzentration auf den Atem lenken und ganz bewusst tief ein- und wieder ausatmen und dem Atem folgen.
Auch im Berufsalltag, z.B. am Schreibtisch, wirkt entspannend, wenn Sie sich kurz Ihrem Atem zuwenden und bewusst tief ein- und ausatmen. Es gibt Atemtherapeuten, bei denen man spezielle Atemtechniken erlernen kann.
Tipp zum Schluss
Als Hobby sind v.a. Tätigkeiten geeignet, die Ihnen Entspannung bieten und die Sie gerne machen. Achten Sie darauf, keinen "Freizeitstress" aufkommen zu lassen!
Reizdarm - Selbsthilfemaßnahmen
Erste-Hilfe
In manchen Situationen ist schnelle Schmerzlinderung gefragt. Hier nun einige Tipps, die gut tun und entkrampfen:
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Wärme wirkt entspannend. Wickeln Sie eine heiße Wärmeflasche in ein Tuch und legen sie diese auf den Bauch.
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Auch ein Leibwickel wirkt entkrampfend und wohltuend. Legen Sie hierfür ein mit lauwarmem Wasser getränktes und ausgewrungenes Leinentuch auf den Bauch und umwickeln Sie diesen dann mit einem Baumwolllaken. Als letzte Schicht folgt eine Wolldecke. Ruhen Sie mindestens 30 Minuten.
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Eine Tasse warmer Tee (Anis-Kümmel-Fenchel oder Baldrian), langsam und schluckweise getrunken, entspannt.
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Machen Sie Atemübungen vor dem geöffneten Fenster.
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Legen Sie sich entspannt auf den Rücken und massieren Sie langsam und bewusst den Bauch in kreisenden Bewegungen.
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Machen Sie einen Spaziergang.
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Nehmen Sie ein Bad mit Lavendel- oder Melissenöl.
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Atmen Sie gleichmäßig und tief in den Bauch hinein.
Was Sie unbedingt meiden sollten...
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Genussmittel wie Kaffee, schwarzer Tee, Mate-Tee, koffeinhaltige Getränke (z.B. Coca Cola), Zigaretten
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Terminzwänge
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Hektik
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fettes und reichhaltiges Essen
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hastiges "Zwischendurch-Essen"
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ungenügendes Kauen
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unangenehme Debatten während der Mahlzeiten


