Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien
Ernährungstipps
Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.
Patienteninfos
Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.Beratungsmaterialien
Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.Patienteninfos/Ernährungsinfos
Patienteninfo Harnsteine (Urolithiasis)
Krankheitsbild
Definition
Harnsteine bilden sich in den Harnwegen durch die Auskristallisation von Substanzen, die über den Urin ausgeschieden werden. Sie können sich in jedem Abschnitt der ableitenden Harnwege festsetzen und Symptome verursachen. Am häufigsten sind calciumhaltige Steine (vor allem Calciumoxalat), gefolgt von Harnsäuresteinen.
Symptome
Beschwerden treten meist erst auf, wenn sich ein Stein aus der Niere löst und im Harnleiter festsetzt.
Typische Anzeichen sind:
- kolikartige (wellenförmige) Schmerzen, die je nach Lage des Steins in den Rücken, den seitlichen Unterbauch, in die Leistengegend oder in die Schamlippen bzw. Hoden ausstrahlen können
- Übelkeit und Erbrechen
- Blut im Urin (rötliche oder bräunliche Verfärbung; Hämaturie)
- häufiger oder schmerzhafter Harndrang, besonders wenn der Stein tiefer im Harnleiter liegt
Ursachen
Harnsteine entstehen durch das Zusammenwirken mehrerer Ursachen:
- erhöhte Konzentration bestimmter Substanzen im Urin (z.B. Calcium, Oxalat oder Harnsäure)
- zu geringe Flüssigkeitsaufnahme/starke Flüssigkeitsverluste (z.B. beim Sport, Fieber, Durchfall)
- Verengungen (Stenosen) oder Abflussstörungen im Harntrakt
- Harnwegsinfekte, die das Milieu im Urin verändern können
- Ungünstige Ernährungs- und Lebensgewohnheiten (z.B. salzreiche Kost oder Bewegungsmangel)
Diagnose
Bei Verdacht auf Harnsteine werden Urin und Blut untersucht. Ein Urintest weist Blutspuren nach und zeigt eine bestehende Infektion. Im Blut werden vor allem die Nierenfunktion (Kreatinin), Harnsäure und Calcium geprüft. Die Bildgebung beginnt in der Regel mit einer Ultraschalluntersuchung. Gegebenenfalls folgt ein strahlensparendes CT ohne Kontrastmittel. Abgegangene oder entfernte Steine können auf ihre Zusammensetzung, analysiert werden, um neuen Steinen durch effektive Maßnahmen vorzubeugen. Bei wiederholten Steinereignissen kann zusätzlich eine Untersuchung des 24-Stunden-Urins sinnvoll sein.
Therapie
Viele Harnsteine gehen von selbst ab. Zunächst stehen Schmerzbehandlung und ausreichendes Trinken im Vordergrund. Bei Bedarf können Medikamente den Abgang unterstützen. Ernährungsgewohnheiten spielen eine wichtige Rolle und können die Ausscheidung steinbildender Substanzen beeinflussen (siehe Ernährungstherapie). Bei Übergewicht oder Adipositas ist eine Gewichtsnormalisierung anzustreben. Geht ein Stein nicht ab, verursacht starke Beschwerden oder drohen Komplikationen, wird er entfernt:
- Stoßwellentherapie: Der Stein wird von außen zertrümmert, die Bruchstücke werden ausgeschieden.
- Harnleiterspiegelung mit Laser: Der Stein wird über die Harnröhre endoskopisch zertrümmert oder entfernt.
- Perkutane Nephrolithotomie: Entfernung über einen kleinen Hautzugang bei großen Nierensteinen
Harnsäuresteine lassen sich häufig durch Anheben des Urin-pH-Werts medikamentös auflösen. Bei Fieber/Schüttelfrost und Harnstau ist eine rasche Entlastung der Niere erforderlich.
Ernährungstherapie
Ernährungsempfehlungen für alle Harnsteinarten
- Salz: max. 5-6 g Salz pro Tag ➞ sparsam salzen, mit reichlich frischen Kräutern würzen, möglichst wenig Fertigprodukte
- Calcium: übliche Zufuhr von 1000-1200 mg Calcium täglich (vgl. 1 Liter Milch = 1200 mg Ca)
- Eiweiß: Zufuhr an tierischem Eiweiß reduzieren, da es die Steinbildung begünstigt (max. 150 g Fleisch/Tag)
- Alkohol: Verzicht auf Alkohol, da er die Entstehung mancher Steinarten fördern kann
- Zucker: zuckerhaltige Getränke (z.B. Cola) und Süßigkeiten fördern die Steinbildung
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Die Erhöhung der täglichen Flüssigkeitsaufnahme und damit auch der erhöhten Harnausscheidung ist die wichtigste Maßnahme, um der (erneuten) Bildung von Harnsteinen vorzubeugen. Empfohlen werden mindestens 2,5 Liter täglich. Empfehlenswert sind harnneutrale, energiearme Getränke wie
- Leitungswasser, ungesüßter Tee (z.B. Kräuter-, Früchte-, Nieren- und Blasentee)
- Kaffee und schwarzer Tee werden lediglich in Maßen empfohlen (2-3 Tassen täglich)
Die Zugabe von Zitronensaft ins Mineralwasser und Beachtung eines hohen Hydrogencarbonat-Anteils des Mineralwassers (HCO3 - > 1500 mg/L bzw. je mehr, desto besser) kann zur Alkalisierung des Urins und damit zu einer besseren Löslichkeit von Harnsäure beitragen.
Bei Calciumoxalatsteinen
- Oxalsäure-reiche Lebensmittel/Getränke reduzieren bzw. meiden: z.B. Rhabarber, Spinat, Mangold, Rote Bete, Nüsse, Schokolade, Kakao, schwarzer und grüner Tee
- Oxalsäure-reiche Lebensmittel mit calciumreichen Lebensmitteln kombinieren (z.B. Spinat mit Käse); Oxalat wird im Darm gebunden und mit dem Stuhl ausgeschieden
- kein hochdosiertes Vitamin C als Supplement (erhöht Oxalatausscheidung)
Bei Harnsäuresteinen
- purinarm essen: max. 500 mg Harnsäure-Äquivalente/Tag, u.a. durch Verzicht auf Innereien, max. 300 g Fleisch und 1-2x Fisch/Woche
- Hydrogencarbonat-reiches Mineralwasser kann die Löslichkeit von Harnsäure verbessern
Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?
Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote
In unserer DEBInet-Rezeptdatenbank gibt es viele geeignete Rezepte (z.B. purinarm,kochsalzarm).
Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und Ernährungstherapie erhalten Sie im Premium-
Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.
Literatur
- DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungstipps I Harnsteine (Urolithiasis)
- Hauner et al. (2019): Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP). Aktuelle Ernährungsmedizin, 44, 384-419. https://doi.org/10.1055/a-1030-5207
- European Association of Urology (2025): EAU Guidelines on Urolithiasis.
Ernährungstipps
Krankheitsbild
Definition
Harnsteine bilden sich in den Harnwegen durch die Auskristallisation von Substanzen, die mit dem Urin ausgeschieden werden. Sie können sich in jedem Abschnitt der ableitenden Harnwege festsetzen und Symptome verursachen.
Die häufigste Steinsubstanz ist das Calciumoxalat, die man bei 75% der diagnostizierten Steine findet. An zweiter Stelle folgt die Harnsäure, die den Hauptbestandteil von 10-15% der Steine ausmacht. Deutlich seltener findet man Steine aus Struvit (Magnesium-Ammonium-Phosphat), Cystin, Carbonatapatit (Dahllit) oder Calciumphosphat.
Häufigkeit
Etwa 4% der Bundesbürger erkranken einmal oder mehrmals in ihrem Leben an Harnsteinen. Die Inzidenz der Erkrankung, das ist der Prozentsatz der Neuerkrankungen pro Jahr, beträgt bei uns etwa 0,5%. Das bedeutet, dass jährlich in Deutschland ca. 400.000 Patienten an Nierensteinen erkranken. Besonders häufig sind Männer betroffen.
[premium]Ursachen / Risikofaktoren
Nierensteine sind multifaktoriell bedingt, d.h. es gibt verschiedene Ursachen, die die Entstehung von Nierensteinen begünstigen können.
-
Eine erhöhte Ausscheidung steinbildender Substanzen wie z.B. Calcium, Phosphat, Oxalsäure, Harnsäure oder Cystin kann bei entsprechender Veranlagung und/oder erhöhter Zufuhr mit der Nahrung eine Steinbildung hervorrufen.
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Hohe Flüssigkeitsverluste (z.B. durch starkes Schwitzen beim Sport, in der Sauna o.ä. und eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr) können das Risiko einer Kristallisation stark ansteigen lassen.
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Engstellen (Stenosen) im harnableitenden System verlangsamen den Durchfluss des Urins und können somit die Bildung von Harnsteinen begünstigen.
-
Harnwegsinfekte können die Harnzusammensetzung und den pH-Wert des Urins verändern. Bei pH-Werten unter 5,5 oder über 7,0 steigt das Risiko für Nierensteinbildung. Umgekehrt wird aber auch die Ausbildung von Harnwegsinfekten durch Nierensteine gefördert, so dass oft ein Teufelskreis entsteht.
-
Auch mangelnde Bewegung, Stress oder starke psychische Belastung können Auslöser für eine Steinbildung sein.
Allgemeines Schema zur Harnsteinbildung

Quelle: modifiziert nach Hesse und Bach, 1982
Symptome / Komplikationen
Beschwerden machen Harnsteine erst dann, wenn sie sich aus dem Nierenbecken lösen und in dem Harnleiter stecken bleiben. Dies führt zu den klassischen, oft von dem Patienten als dramatisch empfundenen Symptomen der Harnleiterkolik:
-
Kolikartige Schmerzen, die je nach Sitz der Steine in den Rücken, den seitlichen Unterbauch, die Schamlippen bzw. Hoden ausstrahlen können
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Brechreiz/Erbrechen
-
reflektorischer Stuhl-/Windverhalt
-
Blutausscheidung mit dem Urin (sog. Hämaturie)
-
Bestehen Harnsteine über einen längeren Zeitraum, kann es zu bakteriellen Entzündungen zunächst im Bereich der Harnwege kommen. Diese können sich unter Umständen dann im gesamten Körper ausbreiten und zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Urosepsis) führen.
Diagnose
Zunächst wird Ihr Arzt bei Verdacht auf Nierensteine mit einem Teststreifen einen Urinschnelltest durchführen. Hierdurch können innerhalb von Minuten Infektionen des Harntraktes sowie Blutspuren im Urin nachgewiesen werden.
Mittels 24 Stunden-Urin werden dann weitere Harnanalysen durchgeführt. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Parameter, die untersucht werden und ihre Grenzwerte für einen Therapiebeginn.
|
Parameter |
Grenzwert |
|---|---|
|
pH-Wert (Tagesprofil) |
< 5,8 oder > 6,8 |
|
Spezifisches Gewicht (Morgenurin) |
> 1,010g/cm3 |
|
Volumen |
< 2,0 l |
|
Calcium |
> 5,0 mmol |
|
Harnsäure |
> 4,0 mmol |
|
Citrat |
< 2,5 mmol |
|
Oxalsäure |
> 0,5 mmol |
|
Kreatinin |
7-13 mmol (Frauen) 13-18 mmol (Männer) |
Anhand der Untersuchungsergebnisse kann man nicht nur feststellen, ob einzelne steinbildende Substanzen in zu hoher Konzentration ausgeschieden werden, sondern sich gleichzeitig noch ein Bild über die Nierenfunktion machen.
Außerdem wird auch noch Ihr Blut auf Calcium, Harnsäure, Phosphat und Kreatinin untersucht. Eine Erhöhung jedes einzelnen dieser Stoffe kann Hinweis auf die Ursache von Nierensteinen sein.
Im Rahmen der bildgebenden Diagnostik kommen die Ultraschalluntersuchung und die Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Urographie) zum Einsatz. Mit diesen Methoden kann man einen Stein lokalisieren und erhält auch noch Informationen über die Gestalt der Nieren und ableitenden Harnwege.
Mittels Infrarotspektroskopie oder Röntgendiffraktometrie kann man abgegangene oder entfernte Steine auf Ihre Zusammensetzung hin prüfen. Sind die Hauptbestandteile der Steine bekannt, kann man eine spezifische Ernährungstherapie einleiten.
Harnsteine - Informationen zur Therapie
Allgemeine Hinweise
Auch wenn die Entstehung von Harnsteinen viele Ursachen hat, spielt doch die Ernährung als Auslöser der Steinbildung eine wichtige Rolle. Häufig ist die erhöhte Ausscheidung steinbildender Substanzen auf Fehler in der Ernährung zurückzuführen und kann durch entsprechende diätetische Maßnahmen normalisiert werden.
Die Erfahrung zeigt, dass Harnsteine sich immer wieder bilden (rezidivieren). Eine Ernährungsumstellung ist essentiell für eine erfolgreiche Rezidivprophylaxe. Hierdurch kann das Risiko einer erneuten Steinbildung von 50-70% auf unter 5% gesenkt werden.
Steinbildende Nahrungsmittel
Im folgenden Kapitel finden Sie eine Übersicht von ernährungsbedingten Faktoren, die die Entstehung von Harnsteinen begünstigen können.
Flüssigkeitszufuhr
Harnkristalle können sich nur dann bilden, wenn entweder steinbildende Substanzen in hoher Menge ausgeschieden werden, oder wenn der Harn nicht ausreichend verdünnt ist. Die Erhöhung der täglichen Flüssigkeitsaufnahme und damit auch der erhöhten Harnausscheidung ist daher die wichtigste Maßnahme, um der (erneuten) Bildung der Harnsteine vorzubeugen.
Hier ist es wichtig zu wissen, zu welcher Steinart man neigt, denn je nach Zusammensetzung der Harnsteine werden unterschiedliche Trinkmengen empfohlen. Um die Entstehung von Cystinsteinen zu vermeiden sollten täglich 3,5 - 4 Liter Flüssigkeit zu sich genommen werden. Bei den anderen Steinarten reichen 2,5-3 Liter täglich.
Diese Empfehlungen gelten natürlich nur bei funktionstüchtigen Nieren, da es bei reduzierter Nierenfunktion zu Überwässerung kommen kann.
Da durch Alkohol die Entstehung aller Steinarten gefördert wird, sollte Alkohol jeder Art (auch Bier) möglichst gemieden werden.
Nährstoffe
Eiweiß
Ein erhöhter Verzehr von Nahrungsmitteln, die reich an tierischem Eiweiß sind, begünstigt über zwei Mechanismen die Steinbildung: Zum einen sinkt der pH des Harns, zum anderen steigt die Ausscheidung von Calcium. Entsprechende Nahrungsmittel sollten also möglichst selten auf Ihrer Speisekarte stehen.
Kohlenhydrate
Besonders kurzkettige Kohlenhydrate, wie sie in Zucker oder Süßigkeiten enthalten sind, fördern die Entstehung von Harnsteinen durch eine vermehrte Ausscheidung von Calcium im Urin.
Mineralstoffe
Calcium
Eine gesteigerte Calciumaufnahme führt auch zu einer gesteigerten Calciumausscheidung. Daher sollte bei Neigung zu calciumhaltigen Steinen die Zufuhr nicht mehr als die nach DGE/ÖGE empfohlenen 1000mg/Tag betragen.
Natrium
Auch eine erhöhte Kochsalzzufuhr steigert die Calciumausscheidung im Urin. Also sparsam salzen!
Magnesium
Dieser Mineralstoff hemmt die Bildung von Calciumoxalatsteinen. Magnesiumreiche Nahrungsmittel sind daher sehr empfehlenswert.
Weitere Inhaltsstoffe
Ballaststoffe
Eine ballaststoffreiche Ernährung kann eine gesteigerte Calciumresorption im Darm verhindern. Aber Vorsicht: Nicht alle Ballaststoffe sind geeignet. Kleie steigert nämlich die Oxalsäure-Ausscheidung.
Oxalsäure
Werden mit der Nahrung vermehrt oxalsäurehaltige Lebensmittel wie Spinat, Rhabarber o.ä. zugeführt, steigt auch die Ausscheidung von Oxalsäure mit dem Urin. Die Resorption der Oxalsäure über den Darm kann bei bestimmten Magen-Darm Erkrankungen, wie Morbus Crohn, Entzündung der Bauchspeicheldrüse und Durchfall noch zusätzlich erhöht sein.
Purine
Purine, die mit der Nahrung aufgenommen werden, werden im Körper zu Harnsäure verstoffwechselt und als solche über die Niere ausgeschieden. Wer zuviel purinreiche Lebensmittel isst, hat aber nicht nur ein erhöhtes Risiko für harnsäurehaltige- sondern auch für calciumoxalathaltige Nierensteine. Weitere Informationen rund um Purine, purinarme Ernährung etc. finden Sie auf unseren Seiten zum Thema Gicht.
Ernährungsempfehlungen
Die folgenden Empfehlungen ersetzen natürlich nicht das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ernährungsberater, sondern sind als zusätzliche Tipps zu verstehen.
Empfehlenswert
-
Viel trinken! Um den Urin ausreichend zu verdünnen, sollten Sie 2,5-3 Liter (Calciumoxalatsteine) Flüssigkeit zu sich nehmen.
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Besonders gut geeignet sind bicarbonatreiche, aber insgesamt mineralstoffarme Mineralwässer (HCO3 > 500 mg/l), verdünnte Zitrussäfte aber auch Nieren-, Blasen- oder Früchtetees und verdünnte Fruchtsäfte.
-
Bevorzugen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Salate oder Gemüse und Obst. Ballaststoffe in Form von Kleie sind für Nierensteinpatienten weniger empfehlenswert.
-
Günstig sind auch magnesiumhaltige Nahrungsmittel. Besonders reichhaltig sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte (z.B. weiße Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Limabohnen, Linsen, Sojabohnen), Gemüse (z.B. Artischocken, grüne Bohnen, Grünkohl, Kohlrabi, Kartoffeln), Obst (z.B. Bananen, Brombeeren, Himbeeren, Papaya, Passionsfrucht, Sanddorn)
In Maßen erlaubt
-
Kaffee und schwarzer Tee sollten nur in Maßen genossen werden.
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Reduzieren Sie die Zufuhr von tierischem Eiweiß (max. 150g Wurst oder Fleisch/Tag).
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Beschränken Sie die Aufnahme von Calcium auf tgl. 1000mg! Beachten Sie: 1 Liter Milch enthält bereits 1200mg Calcium!!
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Reduzieren Sie purinreiche Lebensmittel! Eine Liste purinarmer Lebensmittel und weitere Tipps zur purinarmen Ernährung finden Sie in unserem Kapitel Gicht.
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Sparsam salzen! Frische oder tiefgekühlte Produkte sollten Konserven vorgezogen werden. Würzen Sie reichlich mit frischen Kräutern. Das schmeckt nicht nur besser, sondern ist auch gesünder für Ihre Nieren und Ihren Blutdruck. Eine Liste salzarmer Lebensmittel finden Sie in unserem Kapitel über Bluthochdruck.
-
Gehen Sie sparsam mit Süßigkeiten um!
Nicht empfehlenswert
-
Alkoholische Getränke sowie stark zuckerhaltige Getränke sind tabu!
-
Meiden Sie Lebensmittel, die reichlich Oxalsäure enthalten, wie Rhabarber, Spinat, Mangold oder Rote Beete.
Weitere Therapiemöglichkeiten
Allgemeine Therapie
Wenn die Nieren- oder Harnleitersteine nicht spontan abgehen, müssen Sie entfernt werden, da sie sonst zu erheblichen Komplikationen führen können. Hierfür gibt es verschiedene Vorgehensweisen, auf die im folgenden nur in Kürze eingegangen werden soll.
Wenn Sie genauere Informationen wünschen, sprechen Sie doch einfach mit Ihrem/r Arzt/Ärztin!
Extrakorporale Stoßwellenlithotrypsie
Der Stein wird mittels Ultraschall oder Röntgenuntersuchung lokalisiert und dann durch Fokussierung einer Stoßwelle auf den Stein zertrümmert. In über 90% der Fälle können die Steinfragmente so über die ableitenden Harnwege ausgeschieden werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist, dass der Stein genau lokalisiert werden kann und keine Abflusshindernisse bestehen.
Spezielle Therapie bei Harnsteinen
Perkutane Nephrolithotomie
Hierbei dringt man unter ständiger Ultraschallkontrolle mit einem kleinen Schlauch (Endoskop) in das Nierenbecken ein und entfernt den Stein entweder mit einem geeigneten Instrument oder zertrümmert ihn mit Laserenergie.
Operative Steinentfernung
Durch die Möglichkeit nicht-operativer Methoden wie der extrakorporalen Stoßwellenlithotrypsie kommt die chirurgische Entfernung eines Nierensteines durch Eröffnung des Nierenbeckens nur noch in Ausnahmefällen zur Anwendung.
Spezielle Therapie bei Harnleitersteinen
Hier gibt es verschiedene urologische Verfahren, Steine zu entfernen. Neben der Zertrümmerung durch Laser oder Ultraschall kann auch über die ableitenden Harnwege mit einer Schlinge oder Fasszange in den Harnleiter eingegangen werden, um den Stein zu entfernen. Ein operativer Eingriff ist auch hier nur in den seltensten Fällen erforderlich.
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