Magengeschwür


Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien

Ernährungstipps

Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.

Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.

Patienteninfos

Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.

Beratungsmaterialien

Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.


Patienteninfos/Ernährungsinfos

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Patienteninfo Magengeschwür

Krankheitsbild

Definition

Ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) ist ein gutartiger, tiefer Defekt der Magenschleimhaut, der bis in tiefere Wandschichten reichen kann. Es entsteht, wenn die schützende Schleimhautbarriere geschwächt ist und Magensäure sowie Verdauungsenzyme das Gewebe angreifen.

Symptome

Beim Magengeschwür treten manchmal keine oder nur unspezifische Beschwerden auf. Häufig sind:

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Blutungszeichen: schwarzer Stuhlgang (Teerstuhl) oder Erbrechen von Blut
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Appetitlosigkeit

Der Einfluss der Nahrungsaufnahme ist unterschiedlich. Bei manchen Menschen nehmen die Beschwerden nach dem Essen zu, bei anderen bessern sie sich.

Ursachen

  • Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori
  • regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel (NSAR/ASS)

Begünstigende Faktoren:

  • Nikotin und hoher Alkoholkonsum
  • Kombination mehrerer Medikamente (z.B. NSAR mit Kortikosteroiden oder Blutverdünnern)
  • schwere körperliche Belastungen bei schweren Erkrankungen (z.B. Stressulzera im Krankenhaus)
  • Bestimmte Ernährungsgewohnheiten können Beschwerden verstärken, sind aber selten direkte Ursache.

Diagnose

Besteht aufgrund der Beschwerden der Verdacht auf ein Magengeschwür, wird zur Sicherung der Diagnose eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durchgeführt. Dabei wird die Schleimhaut beurteilt und es werden in der Regel Gewebeproben entnommen, um Helicobacter pylori nachzuweisen und bösartige Veränderungen auszuschließen.

Therapie

Die Behandlung eines Magengeschwürs erfolgt in der Regel medikamentös. Medikamente aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer (PPI) senken die Magensäureproduktion. Wird eine Infektion mit Helicobacter pylori festgestellt, erfolgt zusätzlich eine Kombinationstherapie mit Antibiotika, um die Bakterien zu beseitigen. Falls bestimmte Schmerzmittel die Ursache sind, sollten diese abgesetzt oder ersetzt werden. Ist das nicht möglich, wird der Magen zusätzlich mit einem Säureschutz behandelt. Eine Operation ist nur selten notwendig, z.B. bei starken Blutungen oder einem Durchbruch der Magenwand. Zur Unterstützung der Heilung und zur Vorbeugung neuer Geschwüre sollten ungünstige Lebensgewohnheiten angepasst werden:

  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol
  • Stress reduzieren (z.B. Entspannungs- oder Atemübungen)
  • Achtsamer Umgang mit Medikamenten wie Schmerzmitteln
  • Anpassung der Ernährungsgewohnheiten (siehe Ernährungstherapie)

Ernährungstherapie


Basis: angepasste Vollkost. Gegessen werden kann, was vertragen wird!

Die Basis der Ernährungsempfehlungen für die angepasste Vollkost (AV) bilden die allgemeinen Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): Gut Essen und Trinken, die DGE-Empfehlungen. Bei der AV werden nur persönlich unverträgliche Lebensmittel gemieden. Das Führen eines Ernährungs- und Symptomtagebuches kann bei der Ermittlung möglicher unverträglicher Lebensmittel sehr hilfreich sein. Wichtig: Schließen Sie auslösende Lebensmittel nicht dauerhaft aus. Nach Abklingen der Beschwerden testen Sie in der beschwerdefreien Phase kleine Portionen zur Mahlzeit.


Allgemeine Empfehlungen

  • in Ruhe und langsam essen, gut kauen; Bewegung nach dem Essen nach Möglichkeit einplanen
  • nährstoffschonende, fettsparende und röstarme Zubereitungsmethoden bevorzugen (z. B. Kochen, Dünsten, Dämpfen, Grillen) bzw. geeignetes Kochgeschirr (z. B. beschichtete Pfanne, Mikrowelle, Tontopf, Garfolie) nutzen. Mild würzen und ggf. verdauungsfördernde Kräuter und Gewürze wählen (z. B. Anis, Bohnenkraut, Fenchel, Kümmel, Rosmarin, Thymian)
  • Speisen und Getränke weder zu heiß noch zu kalt servieren
  • mehrere kleine Mahlzeiten statt weniger großer ausprobieren; bei Beschwerden nach üppigen Mahlzeiten Zeitpunkt und Größe anpassen (z.B. nicht kurz vor der Bettruhe)
  • Gerichte mit unklarer Verträglichkeit zunächst in kleinen Mengen testen
  • auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von ca. 1,5 Litern pro Tag achten

Tipps für die Verbesserung der Verträglichkeit einzelner Lebensmittelgruppen

  • Getränke: ohne Kohlensäure, angenehm temperiert (Zimmertemperatur)
  • Obst und Gemüse: gegart verwenden, ggf. klein schneiden oder pürieren; häufig gut verträgliche Gemüse sind z.B. Karotten, Kürbis, Brokkoli und Zucchini. Rohkost individuell testen. Reifes, weiches Obst ist meist gut verträglich (z.B. Bananen, Erdbeeren, Pfirsich, Melone).
  • Nüsse: in kleinen Mengen und in gemahlener Form testen
  • Getreideprodukte: Backwaren vom Vortag und aus fein gemahlenem Getreide (z. B. Grahambrot), Haferflocken, Reis und warme Getreidebreie sind oft bekömmlicher.
  • Kartoffel (-produkte): fettarme Zubereitungsarten wählen (z.B. Dampfkartoffeln statt Bratkartoffeln)
  • Öle und Fette: sparsame Verwendung, gut geeignet sind z. B. Raps-, Oliven- und Walnussöl
  • Milchprodukte: Milde, naturbelassene und fermentierte Varianten (z.B. Naturjoghurt, Buttermilch, Kefir, Quark) sind empfehlenswert. Fettärmere Sorten (z.B. Joghurt 1,5 % Fett, milder Käse 30 % Fett i.Tr.) sind meist gut verträglich, fettreichere Varianten in kleinen Mengen ausprobieren.
  • Fleisch, Wurst und Fisch: Fettarme Produkte bevorzugen (z.B. Filet, Steaks) und sichtbares Fett entfernen. Geräucherte, gepökelte, stark gewürzte oder fettreiche Wurstwaren (z.B. Salami, Leberwurst) werden ggf. schlechter vertragen.
  • Süßigkeiten & Snacks: in kleinen Mengen, passend zur Energie- und Nährstoffbilanz

Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?

Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote

In unserer DEBInet-Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche ballaststoffreiche Rezepte. Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und Ernährungstherapie erhalten Sie im Premium- Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.

Literatur

  • DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungstipps I Magengeschwür (Ulcus ventriculi)
  • Hauner et al. (2019): Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP). Aktuelle Ernährungsmedizin, 44, 384-419. https://doi.org/10.1055/a-1030-5207
  • Fischbach et al. (2022): Aktualisierte S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), Zeitschrift für Gastroenterologie, 61 (05), 544-606, https://doi.org/10.1055/a-1975-0414


Ernährungstipps


  • Allgemeine Informationen: Definition, Ursachen, Symptome, Risiken / Komplikationen, Ernährungstherapie
 

Definition

Unter einem Magengeschwür versteht man gutartige Defekte der Magenwand, bei denen neben der Magenschleimhaut auch tiefere Wandschichten betroffen sind. Voraussetzung für die Entwicklung ist - im Gegensatz zum Magenkarzinom - die Anwesenheit von Magensäure und dem eiweißspaltenden Enzym Pepsin.

Ist das Geschwür im Magen lokalisiert, spricht man von Ulcus ventriculi. Als Ulcus duodeni bezeichnet man hingegen Geschwüre des Zwölffingerdarms, die etwa 5mal häufiger vorkommen als Magengeschwüre, und an denen Männer wiederum 4mal häufiger leiden als Frauen.

Ursachen

Wie bei der Gastritis liegt die grundlegende Ursache des Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwürs in einem Missverhältnis zwischen schleimhaut-schützenden und -zerstörenden Faktoren. Der negative Einfluss einer Besiedelung mit dem Bakterium Helicobacter pylori gilt bei Geschwüren des Zwölffingerdarms als gesichert, bei Magengeschwüren als sehr wahrscheinlich. Da jedoch nur ein geringer Anteil der Personen, die diesen Keim in sich tragen, ein Geschwür entwickeln, müssen weitere Ursachen in Betracht gezogen werden.

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Alkohol

Obwohl alkoholische Getränke die Säure- und Pepsinsekretion im Magen fördern, wirken sie sich nicht negativ auf das Krankheitsbild aus. In bislang keiner epidemiologischen Studie konnte ein Einfluss von Alkohol auf Entstehung, Verlauf, Abheilung und Rückfallrate von Geschwüren im Magen-Darm-Trakt nachgewiesen werden.

Kaffee

Beim Kaffee ist es nicht allein das Koffein, sondern vor allem andere beim Röstprozess entstehende Substanzen, die die Säureproduktion fördern. Dies wird gestützt durch die Tatsache, dass nur bei hohem Kaffeekonsum - nicht bei anderen koffeinhaltigen Getränken - eine höhere Magengeschwürhäufigkeit festgestellt werden konnte.

In welchem Ausmaß Kaffee die Krankheitsentstehung fördert bzw. die Abheilung verzögert, ist noch unklar. Bei Betroffenen verstärkt Kaffee häufig die Symptomatik, weshalb viele Patienten mit Magenproblemen ihren Kaffeegenuss einschränken.

Gewürze

Ein schädigender Effekt von Gewürzen konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Entscheidend für deren Verwendung ist die individuelle Verträglichkeit. Gewürze, die des öfteren Probleme bereiten, sind Pfeffer, Paprika, Knoblauch, Meerrettich und scharfer Senf.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Eine hohe Zufuhr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z.B. Linolsäure), die vor allem in bestimmten Pflanzenölen enthalten sind, scheint sich günstig auf das Krankheitsbild auszuwirken. Aus ihnen werden im Körper bestimmte Prostaglandine (PGE1, PGE2) gebildet, die die Durchblutung der Schleimhaut und damit deren Widerstandskraft fördern. Ulkuskranke weisen im Durchschnitt niedrigere Linolsäure-Konzentrationen im Unterhautfettgewebe auf als Gesunde.

Weitere Ursachen

  • genetische Veranlagung

  • Medikamente (Nicht-steroidale Antirheumatika)

  • psychische Faktoren (depressive Grundhaltung, Stress)

  • hoher Kochsalzkonsum

  • überschießende Säuresekretion (bei Ulcus duodeni)

  • Störung der Magen-Darm-Peristaltik, dadurch Rückfluss von Gallenflüssigkeit

  • verminderte Ausschüttung von neutralisierendem Bicarbonat

  • Nikotin (durch Steigerung der nächtlichen Säuresekretion)

Symptome

Beim Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür liegen zum Teil keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden vor. In der folgenden Aufzählung finden sich Symptome, die häufig beobachtet werden.

  • Oberbauchschmerzen

  • Blutungen (unsichtbar oder als schwarzer Stuhl)

  • Appetitlosigkeit

  • Nahrungsmittelunverträglichkeit

  • Erbrechen (als Zeichen einer Abflussstörung oder einer ausgeprägten Narbenbildung)

  • in den Rücken ausstrahlender Schmerz als Zeichen eines Geschwürdurchbruchs (siehe unten)

Der Einfluss der Nahrungsaufnahme ist sehr unterschiedlich. Während beim einen Teil der Patienten die Symptomatik verstärkt wird, wirkt sich die Aufnahme von Lebensmitteln bei anderen schmerzlindernd aus.

Risiken / Komplikationen

  • Blutungen aus dem Geschwür, dadurch eventuell Blutarmut

  • Durchbruch eines Geschwürs durch die Magenwand (Perforation) in die freie Bauchhöhle

  • Durchbruch eines Geschwürs in ein benachbartes Organ (Penetration), z.B. in die Bauchspeicheldrüse

  • Narbenbildung, dadurch eventuell Verengungen, Passagestörungen und Störungen der Peristaltik

Ernährungstherapie

Leichte Vollkost

Die Ernährungstherapie entspricht im wesentlichen einer leichten Vollkost. Das bedeutet, dass der Patient alles essen kann, was er individuell verträgt.

Entgegen früherer Meinung wird bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren heute keine ballaststoffarme Ernährung verordnet, da gezeigt werden konnte, dass diese Schonkosten bzw. Ulkusdiäten wirkungslos sind.

Eine hohe Ballaststoffzufuhr (Vollkornprodukte, Kartoffeln, Gemüse) ist sogar erwünscht! Zwar kann dadurch die Heilung eines Geschwürs nicht verbessert werden, Rückfälle (Rezidive) treten jedoch unter ballaststoffreicher Kost seltener auf. Dies beruht wahrscheinlich auf der Bindung von Gallensäuren.

Scharfe Speisen und Gewürze sollten bei neu entdeckten Geschwüren gemieden werden, ebenso ein übermäßiger Kaffeekonsum. Als Richtlinie gelten maximal zwei Tassen Kaffee (auch entkoffeinierter) pro Tag. Individuelle (Un-) Verträglichkeiten sind zu berücksichtigen.

Obwohl ein positiver Effekt von mehrfach ungesättigten Fettsäuren angenommen wird, gibt es keine besonderen Empfehlungen für die Fettsäurezufuhr, sie entsprechen denen einer gesunden vollwertigen Ernährung.

Bei der Gabe von sogenannten H2-Rezeptor-Antagonisten sollte auf eine Spätmahlzeit verzichtet werden. Dies würde die Säureproduktion in der Nacht erhöhen, den pH-Wert des Magens senken und damit die Heilung des Geschwürs verzögern.

Weitere Maßnahmen

Durch die Gabe von H2-Rezeptor-Antagonisten in Kombination mit Antibiotika kann der Besiedelung mit dem Bakterium Helicobacter pylori entgegengewirkt und das erneute Auftreten der Erkrankung verhindert werden.

  • Aufgabe des Rauchens

  • Abbau von Stress

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