Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien
Ernährungstipps
Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.
Patienteninfos
Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.Beratungsmaterialien
Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.Patienteninfos/Ernährungsinfos
Patienteninfo Nahrungsmittelallergien
Krankheitsbild
Definition
Nahrungsmittelallergien sind Immunreaktionen auf bestimmte Eiweiße in Lebensmitteln, die vom Immunsystem irrtümlich als gefährlich eingestuft werden. Beim IgE-vermittelten Typ kommt es nach einer Sensibilisierung beim erneuten Kontakt zur Freisetzung körpereigener Botenstoffe wie Histamin, und die Beschwerden setzen meist rasch ein. Nicht-IgE-vermittelte Reaktionen verlaufen eher verzögert. Nach einem Erstkontakt kann eine Sensibilisierung entstehen, und erst der erneute Kontakt mit dem entsprechenden Allergen löst die klinische Reaktion aus.
Symptome
Die Symptome treten meist innerhalb von Minuten bis zu zwei Stunden nach dem Verzehr des allergieauslösenden Lebensmittels auf. Sie betreffen v.a. Haut, Atemwege und den Magen-Darm-Trakt.
- Haut: Nesselfieber (Quaddeln), Juckreiz, Rötung
- Mund/Rachen: Schwellung von Lippen, Zunge oder Gaumen, Kribbeln im Mund
- Magen-Darm-Trakt: Übelkeit/Erbrechen, Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Durchfall
- Atemwege: Schnupfen, Husten, pfeifende Atmung, Atemnot
In seltenen Fällen kann ein anaphylaktischer Schock auftreten, der lebensbedrohlich ist. Hinweis: Nicht-IgE-vermittelte Reaktionen können verzögert auftreten und zeigen sich häufig überwiegend im Magen-Darm-Bereich.
Risikofaktoren
Auslöser der Reaktion sind jeweils bestimmte Eiweiße im Lebensmittel (Allergene). Ob und wie stark Beschwerden auftreten, hängt u.a. ab von der genetischen Veranlagung in der Familie, der Barrierefunktion von Haut und Schleimhaut, Augmentationsfaktoren (Verstärker) wie körperlicher Anstrengung, entzündungshemmender Schmerzmittel (NSAID), Alkohol, Infekten oder der Pollensaison sowie Menge, Häufigkeit und Zubereitung/Matrix des Lebensmittels.
Diagnose
Zu Beginn erfolgt eine ausführliche ärztliche und ernährungstherapeutische Anamnese mit Ernährungs- und Symptomprotokoll, um mögliche Auslöser zu identifizieren. Hauttests, insbesondere der Pricktest, gelten als Standardverfahren. Blutuntersuchungen mit Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper ermöglichen eine genauere Diagnostik und helfen, das Risiko für anaphylaktische Reaktionen abzuschätzen. Eine diagnostische Eliminationsdiät mit anschließender oraler Provokation unter ärztlicher Aufsicht dient dem Nachweis der klinischen Relevanz. Da sich NMA zurückbilden können, sollte die klinische Bedeutung regelmäßig überprüft werden.
Therapie
Die Behandlung basiert auf einer gezielten Eliminationsdiät, die nur bei gesicherter Diagnose durchgeführt wird. Sie sollte individuell angepasst sein und unnötige Einschränkungen vermeiden. Eine ernährungstherapeutische Begleitung unterstützt bei der Auswahl geeigneter Ersatzlebensmittel und berücksichtigt Kreuzreaktionen. Dabei können Faktoren wie Schweregrad der Symptome oder Hitzestabilität der Allergene eine Rolle spielen. Bei erhöhtem Risiko für schwere Reaktionen ist das Mitführen eines Notfallsets und ggf. Teilnahme an einer Anaphylaxieschulung notwendig. In manchen Fällen kann eine orale Immuntherapie infrage kommen.
Ernährungstherapie
Zentrale Empfehlungen
- Allergenvermeidung nur bei gesicherter Diagnose
- keine starren Verbotslisten, sondern individuelle Anpassung
- Auswahl geeigneter Ersatzlebensmittel, um Nährstoffdefizite zu vermeiden
- Beachtung von Kreuzreaktionen (z.B. zwischen Pollen und bestimmten Obst- oder Gemüsesorten)
- Achten Sie auf versteckte Allergene in Fertigprodukten, Wurstwaren, Backwaren usw.!
- Geeignete Zubereitungsarten gezielt nutzen: Erhitzen, Schälen oder Pürieren kann die Verträglichkeit verbessern.
- Lebensmittel regelmäßig variieren, um das Risiko neuer Sensibilisierungen zu senken (abwechslungsreiche Auswahl statt monotoner Kost).
Allergenkennzeichnung
In der EU müssen die 14 häufigsten Auslöser (z.B. Milch, Ei, Fisch, Nüsse, glutenhaltiges Getreide, Sellerie, Soja, Sesam) in verpackten Lebensmitteln immer deklariert werden. Achtung: Bei unverpackten Lebensmitteln (z.B. Bäcker, Gastronomie) gezielt nach Inhaltsstoffen fragen.
Praxis-Tipps für den Alltag
- Einkaufen: Zutatenlisten bei jedem Kauf prüfen, da sich die Rezepturen verändern können!
- Kochen: Lieber die Gewürze einzeln statt Gewürzmischungen oder Fertigsoßen verwenden!
- Essen außer Haus: In vielen Restaurants ist die Allergenkennzeichnung in der Speisekarte vermerkt; am besten vorab nachfragen und ggf. eine schriftliche Info mitführen!
- Kreuzkontamination vermeiden: Separate Schneidebretter und Küchenutensilien verwenden!
Beispiel für geeignete Alternativen
- Kuhmilch-Allergie: Pflanzendrinks (calciumangereichert) oder calciumreiches Mineralwasser (> 150 mg Calcium/L) verwenden. Butter und Sahne sind oft verträglich, da sie wenig Eiweiß enthalten.
- Birkenpollen-Allergie: Obst/Gemüse sind oft besser verträglich, wenn sie erhitzt oder geschält sind.
- Fisch-Allergie: Jodbedarf über jodiertes Speisesalz sicherstellen.
- Hühnerei-Allergie: Apfelmus, Leinsamen oder Kichererbsen können als Bindemittel dienen.
Lebensqualität erhalten
- Den Fokus auf „Erlaubt-Listen“ statt auf Verbote legen!
- Neue Rezepte und neue Lebensmittel ausprobieren!
- Austausch in Selbsthilfegruppen oder Teilnahme an Allergie- und Anaphylaxieschulungen!
Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?
Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote
Unsere DEBInet-Rezeptdatenbank bietet zahlreiche geeignete Rezepte bei Allergien. Sie können
einzelne Lebensmittel ausschließen oder in Rezeptkategorien wie „hühnereiweißfrei“ suchen.
Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und Ernährungstherapie erhalten Sie im Premium-
Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.
Literatur
- DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungtipps I Nahrungsmittelallergien
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) (2020): DGE Beratungsstandards. 1. Auflage 2020
- Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) u.a. (2021): S2k-Leitlinie zum Management IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien. Allergologie Select 5:195-243.
Ernährungstipps
Krankheitsbild
Definition
Nahrungsmittelallergien sind Abwehrreaktionen des menschlichen Immunsystems gegen bestimmte Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelbestandteile.
Mechanismus
Die Aktivierung des Immunsystems erfolgt bereits beim ersten Kontakt mit einem als - fälschlich - fremd oder gefährlich erkannten Stoff (Allergen). Bei jedem weiteren Kontakt reagiert das Immunsystem überschießend mit einem massiven Abwehrprozess auf die Allergene.
Allergene sind verschiedene, kleine, natürlich vorkommende Eiweiße, die den Organismus an und für sich nichts anhaben. Trotzdem reagiert der Körper mit einer extremen Reaktion auf sie und entwickelt ungewöhnlich große Mengen von Abwehrstoffen, die sogenannten Antikörper vom Typ IgE.
Diese Antikörper binden an bestimmte Zellen, die Mastzellen, und veranlassen diese, verschiedene Gewebshormone freizusetzen wie z.B. Histamin oder auch Heparin. Diese Gewebshormone werden aber nur freigesetzt, wenn die Mastzelle registriert, dass sie in Kontakt mit einem bestimmten Stoff gekommen ist. D.h. sie muss zuerst einmal sensibilisiert werden.
[premium]Das geschieht, indem das Allergen aufgenommen wird und der Organismus daraufhin spezifische, gegen das Allergen gerichtete Antikörper (meist vom Typ IgE), bildet, die dann auf der Oberfläche der Mastzelle sitzen. Diese Antikörper verbinden sich nun mit dem eingedrungenen Antigen (Allergen), zum Beispiel mit Milcheiweiß, die Mastzelle bemerkt den Fremdstoff und setzt dadurch Histamin frei. Dieses verursacht an den Schleimhäuten von Augen, Nasen, Bronchien und Darm sowie an der Haut heftige Reaktionen wie tränende Augen, laufende Nase, Durchfall, Asthmaanfall mit Atemnot, Rötung und Jucken der Haut.
Kreuzallergie
Manchmal ist eine allergische Reaktion auch darauf zurückzuführen, dass bereits eine Allergie gegen einen bestimmten Stoff, z.B. Birkenpollen besteht und diese gleichzeitig auch eine Allergie gegen Haselnüsse oder Steinobst auslöst. Dieses Phänomen, bei dem zwei Allergien ineinander übergehen, nennt man Kreuzallergie.
Die vier Allergie-Typen
Allergologen haben eine Einteilung in verschiedene Typen getroffen, um die vielen Allergien einzuordnen:
Typ-I
Die Typ-I-Allergien sind Soforttyp-Allergien, also Nahrungsmittelallergien, Heuschnupfen, allergisches Asthma und Insektengift-Allergien. Sie haben zahlenmäßig auch die größte Bedeutung.
Typ-II
Seltener ist die Typ-II-Allergie, wo z.B. Medikamente Zellen des Blutes schädigen.
Typ-III
Die Typ-III-Allergie ist eine häufige Form der Medikamentenallergie. Antikörper binden sich dabei an im Blut gelöste Antigene (z.B. Medikamente). Durch den Zusammenschluss entstehen größere Komplexe, die sich in kleinen Gefäßen, wie z.B. an der Haut oder an den Nieren ablagern können und dort Entzündungsreaktionen hervorrufen.
Typ-IV
Bei der Typ-IV-Allergie handelt es sich um eine allergische Spätreaktion. Sie ist die einzige Allergieform, bei der sensibilisierte Abwehrzellen, die sogenannten T-Lymphozyten, direkt gegen Allergene vorgehen. Während es sich bei den Typ-I-Allergenen fast immer um Eiweiße handelt, sind die Typ-IV-Allergene meist kleinmolekulare Substanzen wie Metalle (z.B. Nickel) oder Chemikalien. Klinisch äußert sich die Typ-IV-Allergie als Kontakt-Ekzem, z.B. als Modeschmuckallergie.
Nahrungsmittelintoleranz
Nahrungsmittelintoleranzen (oder auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten genannt) sind durch Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelinhaltsstoffe ausgelöste Unverträglichkeitsreaktionen, an denen das Immunsystem nicht beteiligt ist. Man unterteilt sie in primäre und sekundäre Formen.
primäre Form
Primäre Nahrungsmittelintoleranzen beruhen auf angeborenen oder erworbenen Fehlleistungen in Verdauung, Absorption oder Stoffwechsel von Nahrungsbestandteilen. Der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel ruft bei vorher beschwerdefreien Personen Krankheitssymptome hervor, ohne dass eine Allergie gegen die betreffenden Nahrungsmittel besteht. Dazu zählen Intoleranzen gegen Nahrungskohlenhydrate (Fructoseintoleranz, Galactoseintoleranz, Glucoseintoleranz, Laktoseintoleranz, Trehaloseintoleranz, Saccharoseintoleranz, Stärkeintoleranz), Intoleranzen gegen Nahrungsproteine und Intoleranzen gegen Nahrungsfette.
sekundäre Form
Sekundäre Nahrungsmittelintoleranzen treten als Folgeerscheinungen oder Begleitsymptome verschiedener Krankheiten auf.
Pseudo-Allergie
Von einer Pseudo-Allergie spricht man, wenn die Reaktion den klassischen Symptomen von allergischen Erkrankungen gleicht, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist.
Nahrungsmittelallergien - Ursachen
Obwohl nur 1-2 % der Bevölkerung unter Nahrungsmittelallergien leidet, werden sie doch zu einem zunehmenden Problem. Vor allem die Vielfalt an Nahrungsmitteln und hier wiederum die Fertignahrungsmittel gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Ebenso werden vermehrt Früchte aus fremden Ländern angeboten, die uns vor ein paar Jahren noch unbekannt waren. Gleichzeitig werden aber viele Lebensmittel, hier insbesondere Obst und Gemüse, zur Verlängerung der Haltbarkeit, zum Schutz vor mikrobiellen Verderb und zur optischen Aufwertung chemisch behandelt.
Fertiggerichte werden von immer mehr Nahrungsmittelproduzenten angeboten und oft enthalten sie eine unüberschaubare Menge an Zutaten und Zusatzstoffen. Mit der Vielzahl der aufgenommenen Substanzen steigt aber auch das Risiko, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine Allergie zu entwickeln.
Entstehung
Die Mechanismen für die Entstehung einer Nahrungsmittelallergie (Sensibilisierungsphase) sind weitgehend ungeklärt.
Auslösungsphase
In der Auslösungsphase kann es von Bedeutung sein, wenn sich mehrere Faktoren summieren, z.B. körperliche Anstrengung, Infektionen oder psychischer Stress im zeitlichen Zusammenhang mit der Aufnahme eines bestimmten Nahrungsmittels.
Resorption von Allergenen
Es ist ungeklärt, ob zur Auslösung einer Nahrungsmittelallergie die Resorption von Allergenen erforderlich ist. Bei allergenen Nahrungsbestandteilen handelt es sich fast ausschließlich um Proteine, die der normalen Proteinverdauung unterliegen, d.h. sie werden enzymatisch aufgespalten - zu den jeweiligen Aminosäuren. Der vollständige Abbau des Nahrungsproteins zu Aminosäuren würde den Körper vor dem Eindringen artfremden Proteins schützen. Bei einer intakten Verdauung werden maximal 91 % des Proteins in Form von Aminosäuren absorbiert. Beim Gesunden ist der verbleibende Anteil nicht weiter von Bedeutung, während jedoch beim Sensibilisierten (Allergiker) diese Menge ausreicht, um eine Reaktion hervorzurufen.
Säuglinge
Vom Säugling können Proteine nicht optimal verdaut werden, da die Aktivität der Verdauungsenzyme noch nicht voll entwickelt ist. Es gelangt mehr ungespaltenes Protein in den Dünndarm, wodurch ein höherer Proteinanteil absorbiert wird. Hinzu kommt noch, dass die Durchlässigkeit der Dünndarmschleimhaut für Makromoleküle (z.B. Proteine) größer ist als die des Erwachsenen. Die höhere Durchlässigkeit der Darmschleimhaut des Säuglings kann sich bei Säuglingsernährung auf Kuhmilchbasis nachteilig auswirken, denn auch unverdautes Protein der Kuhmilch wird absorbiert und kann zu einer Sensibilisierung führen. Die häufigste Allergie im Säuglingsalter ist deshalb die Kuhmilchallergie.
Erwachsene
Beim Erwachsenen kann es ebenfalls durch zahlreiche Umstände zu einer erhöhten Absorption von Fremdprotein kommen. So verringert eine verminderte Produktion von Salzsäure im Magen, wie es bei Allergikern beobachtet wird, die Aktivität von Pepsin (proteinspaltendes Enzym). Bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen kann die Synthese und Aktivität der Enzyme Trypsin, Chymotrypsin und der Carboxypeptidasen verringert sein. Als Folge ist die Konzentration von Nahrungsprotein an den Absorptionsorten (Dünndarm) erhöht; die Wahrscheinlichkeit, dass diese absorbiert werden, ist dadurch größer.
Verletzungen / Entzündungen
Bei Verletzungen und Entzündungen kann die Durchlässigkeit der Dünndarmschleimhaut gesteigert sein. Auch Alkohol, Koffein und einige Gewürze steigern die Permeabilität für Proteine. Die Zubereitungsart des Nahrungsmittels beeinflusst ebenfalls die Verfügbarkeit der Inhaltsstoffe, so liefern Eier in Mayonnaise mehr absorbierbares Protein als hartgekochte Eier.
Hastiges Essen
Überstürzt eingenommene Mahlzeiten können die Verdauung kurzfristig überfordern, so dass mehr ungespaltenes Protein in den Dünndarm gelangt als unter normalen Umständen. Auslösender Faktor kann auch ein einseitiger, übertriebener Verzehr von proteinreichen, allergenpotenten Nahrungsmitteln sein; Protein wird vermehrt absorbiert und könnte eine Antikörperproduktion einleiten.
Symptome
Symptome treten besonders im Bereich der Haut, Atemwege und des Magen-Darm-Traktes auf.
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Nesselfieber, Ausschlag, Juckreiz oder Rötung
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Augenrötung, Lidschwellung, Jucken, Lippenschwellung, Verdickung der Zunge, Gaumenschwellung bis zur Atemnot, Schnupfen
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Magenbeschwerden, Erbrechen, Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Durchfälle
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Husten, Atemnot, Asthma
An den Lippen kann es beim Kontakt mit Allergenen zu akuten Entzündungen (Cheilitis), Mundwinkelrhagaden und Wassereinlagerungen (Ödeme) kommen. Zunge und Mundschleimhaut können urtikarielle Exantheme (Nesselsucht) aufweisen. Lebensbedrohlich sind Ödeme im hinteren Rachenraum und am Kehlkopf (Glottisödem).
Im Magen-Darm-Trakt kann sich eine Nahrungsmittelallergie mit Übelkeit, Erbrechen, Druck im Oberbauch, Durchfall, aber auch mit einer verzögerten Darmpassage durch Ödeme an der Dünndarmschleimhaut äußern. Diese Symptome können entweder akut oder chronisch auftreten; Entzündungen im Magen-Darm-Bereich (Gastritis und Colitis) zählen zu den chronischen Symptomen.
Nach der Absorption der Allergene reagiert die Immunabwehr mit typischen, allergischen Symptomen, welche häufig Haut und Schleimhaut betreffen. Akute Symptome der Haut sind Juckreiz, Nesselsucht (Urtikaria) und Quincke-Ödeme, die keinen Juckreiz auslösen. Diese können am ganzen Körper oder nur begrenzt auftreten. Schon vorhandene Hauterkrankungen verschlechtern sich und bei regelmäßigem Verzehr von allergenen Nahrungsmitteln treten auch chronische Hautleiden auf.
Asthma bronchiale und allergische Entzündungen der Nasenschleimhaut (Rhinitis) sind die häufigsten Erkrankungen der Atemwege, die beide auch chronisch auftreten. Allgemeines Unwohlsein, Migräne und Müdigkeit können auch auf eine Allergie hindeuten.
Anaphylaktischer Schock
Die gefährlichste Reaktion auf Allergene ist der anaphylaktische Schock. Unmittelbar nach Kontakt mit großen Mengen des Allergens kommt es zu einem rapiden Blutdruckabfall, da die Durchlässigkeit der peripheren Gewebe verändert ist. Die Herzfrequenz ist stark erhöht, der Patient ist blass und kann unter Umständen sein Bewusstsein verlieren. Ohne sofortige Behandlung führt der anaphylaktische Schock zum Tode; Nahrungsmittelallergien verlaufen jedoch sehr selten tödlich.
Stärke der allergischen Reaktion
Die Stärke der allergischen Reaktion ist abhängig von
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dem Sensibilisierungsgrad des Allergikers
-
der allgemeinen und individuellen Potenz der Allergene
-
dem Aggregatzustand (fest, flüssig, roh, gekocht) des Allergens
-
der unspezifischen Hyperreaktivität einzelner Organe
-
möglichen Additionseffekten infolge von "Kreuzreaktivitäten" und Gruppensensibilisierungen
-
der individuellen Verfassung (physisch, psychisch, hormonell)
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aktuellen Erkrankungen (Infekte, Magen-Darm-Erkrankungen etc.)
-
saisonalen Einflüssen (v.a. bei Pollenallergikern)
Quelle: Dosis-Wirkungsbeziehung bei Nahrungsmittelallergien (Kluthe R.,1996)
Diese und andere Faktoren bewirken immer ein Erscheinungsbild, das stark variieren kann, wobei auch noch unspezifische Faktoren wie Gewürze, Alkohol oder Kaffee durch ihre resorptionsbeschleunigende Wirkung, einen nicht unbedeutenden Einfluss haben können.
Nahrungsmittelallergien - Allergene
Im Prinzip können alle Lebensmittel eine allergische Reaktion hervorrufen: Milcheiweiß, Fleisch, Fisch, Hefe, Soja, Obst, Gewürze, Schimmelpilze und Nüsse.
Lebensmittelallergien treten oft auch kreuzweise zu anderen Allergien auf. Wer unter Birkenpollenallergie leidet, kann auch allergisch auf Kern- und Steinobst, Nüsse, Kiwi, Avocado, Litschi und Artischocke reagieren. Kreuzweise zur Gräser- und Roggen-Allergie können Erdnüsse, Kamille und Soja, zur Beifuß-Allergie, Tomaten, Sellerie, Melone oder Gurke allergische Symptome hervorrufen.
Die allergene Potenz der einzelnen Nahrungsmittel ist recht unterschiedlich. Besonders potente Allergene sind enthalten in Fisch, insbesondere Seefisch, Schalentieren, Nüssen, Hülsenfrüchten und Sellerie. Die Häufigkeit von Allergien auf solche Lebensmittel hängt von den Essgewohnheiten eines Kulturkreises ab und variiert auch demzufolge zwischen den geographischen Regionen.
Häufigste Nahrungsmittelallergie Japans ist die Fischallergie, während bei uns die Milch- und Eierallergie an der Spitze liegen.
Nahrungsmittelgruppen lassen sich biologisch nach gemeinsamen Antigenkernen klassifizieren. Allergien gegen Antigenkomplexe, z.B. wie in der Kuhmilch, in der ein Komplex aus 5 Einzelantigenen vorliegt, sind häufiger als solche gegen einzelne Fraktionen.
Diagnose
Wenn der Verdacht auf eine Allergie besteht, muss die auslösende Substanz identifiziert werden. Aufgrund der Komplexizität des Erscheinungsbildes und der Wahl zwischen 20.000 allergieauslösenden Substanzen, hat es sich bewährt, die Diagnose in 4 Schritte einzuteilen:
Anamnese
Um den möglichen Allergieauslöser einzukreisen, werden die häusliche und die berufliche Umwelt, die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie das psychosoziale Umfeld durchsucht. Dabei sind für den Arzt auch die Beobachtungen des Patienten über den Zusammenhang zwischen den allergischen Symptomen und ihren möglichen Auslösern wichtig. Auch Angaben über den Krankheitsbeginn, die möglichen Vorboten und Hinweise auf den primären Allergenkontakt sind von Bedeutung.
Hauttestung
Hauttests sind die Basis der Allergendiagnostik. Dabei werden Proben verschiedener Substanzen, mögliche Allergene, auf die Haut aufgebracht und beobachtet, ob an dieser Stelle eine allergische Reaktion in Form einer Pustel oder Quaddel auftritt. Nachfolgend sind die gebräuchlichsten Tests beschrieben:
Prick-Test:
Auf dem Arm wird ein Tropfen mit der Testlösung aufgetragen, dann wird die Haut an dieser Stelle mit der Prick-Lanzette rund einen Millimeter tief durchstochen. Im Falle einer bestehenden Allergie gegen die Testsubstanz bildet sich nach etwa 20 Minuten eine Quaddel.
Intrakutantest:
Der Intrakutantest ist etwa 10.000 mal empfindlicher als der Prick-Test, er gibt aber häufiger falsch positive Ergebnisse, vor allem bei Nahrungsmittelallergenen. Hierbei wird das Allergen mit einer Nadel in die Haut gespritzt.
Scratch-Test:
Durch die aufgetragene Testlösung wird die Haut oberflächlich angeritzt. Wegen der relativ großen Hautreizung ist dieser Test nicht immer eindeutig. Daher hat der Scratch-Test heute an Bedeutung verloren.
Reibtest:
Das Allergen oder das Testmaterial wird mehrfach auf der Innenseite des Unterarms hin und her gerieben. Dieser Test wird dann eingesetzt, wenn eine hochgradige Sensibilisierung des Patienten besteht. Da dieser Test mit dem natürlichen Allergen durchgeführt wird, ist er auch geeignet, wenn die allergieauslösende Substanz nicht in industriell vorgefertigter Ausführung erhältlich ist.
Epikutantest (Pflastertest):
Pflaster mit allergenhaltiger Substanz werden bevorzugt am Rücken auf die Haut geklebt und nach 24, 48 oder 72 Stunden ausgewertet. Dieser Test dient zur Identifizierung von Typ-IV-Allergenen.
Labortests
Mit Hilfe von Blutproben werden die Reaktionsbereitschaft und die spezifische Sensibilisierung gegen die untersuchten Allergene im Labor untersucht. Ein Kriterium ist das Vorhandensein spezifischer IgE-Antikörper.
Nachanamnese und Provokationstest
Die Deutung des Testergebnisses erfordert immer eine Überprüfung durch Erhebung einer Nachanamnese. Dabei wird kontrolliert, ob der Patient dem Allergen überhaupt ausgesetzt ist oder ob Symptome und Testergebnis zusammenpassen. Ob der ermittelte IgE-Antikörper einer aktuellen klinischen Wirksamkeit des jeweiligen Allergens entspricht, wird durch einen Provokationstest geklärt.
Im oralen Provokationstest wird das klinische Symptom (z.B. Bindehautentzündung mit Rötung und Augentränen, Hautausschlag, Ekzem) durch eine Nachahmung der "natürlichen Bedingungen" nachgestellt. Die Gabe der verdächtigen Substanz lässt die Auslösung der Sofortreaktion innerhalb von 30-60 Minuten erwarten. Dabei kann mit allen Reaktionsformen (Juckreiz, Urtikaria, Durchfall, Erbrechen, Asthma bis hin zum anaphylaktischen Schock) gerechnet werden. Spätreaktionen nach 6-24 Stunden äußern sich oft als Neurodermitisschub.
Diagnostische Diäten
Bei diagnostischen Diäten wird über einen begrenzten Zeitraum eine genau definierte und in bestimmten Schritten ablaufende Auswahl von Nahrungsmitteln verabreicht.
Stufen - Elimination
Bei der Eliminationsdiät werden verdächtige Stoffe nacheinander weggelassen, bis eine deutliche Besserung des Beschwerdebildes eintritt. Wichtig ist hierbei die Definition der zeitlichen Abfolge der einzelnen Eliminationsschritte.
Stufen - Provokation
Ausgehend von einer Basisdiät werden schrittweise verschiedene Nahrungsmittelgruppen zugeführt. Das zeitliche Intervall der Änderungen richtet sich dabei nach dem Erscheinungsbild.

Quelle: Diagnostisches Vorgehen bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie (mod. nach Jäger, 1998)
Allergenkennzeichnung
Von großem Vorteil für Allergiker ist die am 26. November 2007 in Kraft getretene EU - Richtlinie 2007/68/EG (Überarbeitung von 2003/89/EG) über die Etikettierung verpackter Lebensmittel.
Die 14 häufigsten Verursacher von Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten müssen im Zutatenverzeichnis jedes Lebensmittels aufgelistet werden.
Liste der 14 Zutaten, die zu deklarieren sind:
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glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder deren Hybridstämme) und daraus gewonnene Erzeugnisse
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Krebstiere und Krebserzeugnisse
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Eier und -erzeugnisse
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Fisch und -erzeugnisse
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Erdnüsse und Erdnusserzeunisse
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Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse
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Milch und -erzeugnisse (einschließlich Laktose)
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Schalenfrüchte, d.h. Mandeln, Pistazien, Hasel-, Wal-, Kaschu-, Pekan-, Para-, Makadamia- und Queenslandnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse
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Sellerie und -erzeugnisse
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Senf und -erzeugnisse
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Sesamsamen und -erzeugnisse
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Schwefeldioxid und Sulfite (Konzentration mehr als 10mg/kg oder 10mg/l), ausgedrückt als SO2
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Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse
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Weichtiere und daraus gewonnene Erzeugnisse
Es besteht Deklarationspflicht für alle Erzeugnisse, die unter Verwendung der in der Liste aufgeführten Lebensmittel hergestellt wurden oder im Endprodukt - unabhängig von der Form - enthalten sind. Das gilt auch, wenn sie nur als Trägerstoff oder als Lösungsmittel eingesetzt werden.
Beispiel für eine Kennzeichnung
Haselnussaroma, Gewürze (Senf, Sellerie)
Von der Kennzeichnung ausgenommen sind zusammengesetzte Zutaten, für die kein Zutatenverzeichnis vorgeschrieben ist (Kaffee, Joghurt).
Kräuter- und Gewürzmischungen (z.B. Curry), die einzeln verkauft werden und Zutaten, die im EU-Gemeinschaftsrecht geregelt sind (Schokolade, Konfitüre), brauchen nicht aufgeführt werden, wenn sie zu weniger als 2% im Endprodukt erhalten sind.
Für die generell in Lebensmitteln zu kennzeichnenden Inhaltsstoffe wie zum Beispiel "Curry" als Gewürz in einem Fertigprodukt gilt dies nicht, dort muss es heißen: Curry (Sellerie).
Inhaltsstoffe, bei denen durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen wurde, dass von ihnen kein allergenes Potential ausgeht, müssen nicht deklariert werden. Dazu gehören:
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Lebensmittelgruppe |
daraus ausgeschlossene Erzeugnisse |
|---|---|
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glutenhaltiges Getreide |
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Fisch und -erzeugnisse |
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Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse |
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Milch und -erzeugnisse |
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Schalenfrüchte und daraus gewonnene Erzeugnisse |
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Achtung
Den Herstellern wird gewährt, dass alle Lebensmittel, die vor dem 31. März 2009 in den Handel gebracht oder etikettiert wurden und die Bedingung der Richtlinie 2005/26/EG (Verzeichnis der Zutaten, die bis zum 25.11.2007 nicht deklariert werden mussten) erfüllen, bis zur Erschöpfung der Bestände verkauft werden dürfen. Deshalb muss bei Lebensmitteln mit langem Mindesthaltbarkeitsdatum wie z.B. Konserven auch nach Ablauf dieses Datums mit nicht gekennzeichneten Allergenen gerechnet werden.
Die EU-Richtlinie gilt ausschließlich für verpackte Lebensmittel. Bei allen unverpackten Lebensmitteln, die lose z.B. auf Märkten oder beim Bäcker gekauft werden, ist weiterhin Vorsicht geboten.
Nahrungsmittelallergien - Milcheiweißallergie
Milcheiweiß
Milcheiweiß besteht aus verschiedenen Fraktionen. Die Allergene liegen als ein Komplex aus 5 Einzelantigenen vor (die Milchproteine α-Lactalbumin, β-Lactoglobulin, Casein, Lipoproteine und Albumosen-Peptongemische), und besitzen unterschiedliche physikalische Eigenschaften (Hitzestabilität, Denaturierbarkeit). Vereinfacht ausgedrückt kann man das Milcheiweiß in das schwerlösliche und hitzestabile Casein und das leichtlösliche, hitzeempfindliche Molkeneiweiß (Albumine und Globuline) einteilen.
Das gesamte Milcheiweiß ist in der Trinkmilch, Buttermilch, Sauermilch, Joghurt und Kefir enthalten, wohingegen Quark oder Käse fast nur Casein enthalten. Während der Käseherstellung wird das Casein zum Gerinnen gebracht, das Molkeneiweiß verbleibt in der Molke und wird abgetrennt.
Molkeneiweiß
Das Molkeneiweiß ist kuhmilchspezifisch, d.h. eine allergische Reaktion auf Molkeneiweiß ist auf Kuhmilch begrenzt. Der Allergiker hat daher die Möglichkeit, auf Ziegen-, Schaf- oder Stutenmilch auszuweichen.
Casein
Casein ist nicht tierartspezifisch. Wenn also eine Allergie gegen Casein vorliegt, müssen alle Milcharten vermieden werden.
Das α-Lactalbumin ist bei den meisten Milchallergien als Antigen beteiligt. Da es hitzelabil ist, muss der Genuss von abgekochter Milch aus diesem Grund bei einer isolierten α-Lactalbumin - Sensibilisierung keine Symptome hervorrufen, während bei einer Casein-Allergie rohe und gekochte Milch Beschwerden verursacht.
Gelegentlich wird Rohmilch vertragen, während erhitzte Milch allergische Symptome verursacht. Als Allergene wirken hier Melanoidine, die durch Erhitzen aus Zuckern und Aminosäuren entstehen. Sterilmillch und ultrahocherhitze Milch enthalten mehr Melanoidine als pasteurisierte Milch. Bei Milchallergie sollten nicht nur Milch und Milchprodukte gemieden werden, sondern alle Nahrungsmittel, in denen sie enthalten sind.
Verträglichkeiten / Alternative Lebensmittel
Butter und Sahne
Viele Milcheiweißallergiker können Butter oder Sahne vertragen, da der Eiweißanteil in diesen Produkten sehr gering ist. Der Einsatz in der Küche erweist sich als überaus leicht: Sahne kann mit Wasser verdünnt werden, und ist so genauso gut einsetzbar wie Milch, auch geschmacklich kommt es kaum zu Einbußen.
Reismilch
Wenn jedoch auch Butter oder Sahne nicht vertragen wird (von sehr sensiblen Milchallergikern) kann als Ersatz Reismilch empfohlen werden. Allerdings muss man anmerken, dass Reismilch von der Nährstoffzusammensetzung nicht mit der Kuhmilch vergleichbar ist, sie ist mineralstoffärmer und eiweißärmer.
Sojagetränke
Sojagetränke können nicht unbedingt empfohlen werden, da nachgewiesen wurde, dass bei einem Drittel bis zur Hälfte der Milcheiweißallergiker eine Sensibilisierung auf Soja beobachtet wurde, nach dem Kuhmilchprodukte durch Sojagetränke und Tofu ersetzt wurden.
Nährstoffbetrachtung
Eiweiß
Als Eiweißquellen in unserer täglichen Ernährung werden vor allem Fleisch, Milch, Eier und Fisch herangezogen. Muss nun Milch vom Speiseplan gestrichen werden, kann die Eiweißversorgung durch Fleisch, Fisch und Ei trotzdem als gesichert angesehen werden.
Calcium
Als eine der besten Calciumquellen gilt immer noch Kuhmilch, Schaf- und Ziegenmilch, da hier das Calcium in einer gut resorbierbaren Form vorliegt. Um den Calciumbedarf aber trotzdem zu decken, kann der Allergiker auf calciumhaltiges Mineralwasser oder Leitungswasser ausweichen. Ein Mineralwasser darf die Bezeichnung "calciumhaltig" tragen, wenn es mind. 150mg Calcium pro Liter enthält. Auch Gemüsesorten, die viel Calcium enthalten wie z.B. Broccoli und Grünkohl stellen eine Alternative dar.
Lebensmittelauswahl bei einer streng milcheiweißfreien Kost
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Lebensmittelgruppe |
erlaubt |
verboten |
|---|---|---|
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Getreide |
alle Getreidesorten, milchfreies Brot (beim Bäcker nachfragen); Nudeln |
Milchbrot, Kuchen und Gebäck mit Milch, Brot und Gebäck kann mit Milch bepinselt sein |
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Gemüse |
alle Gemüsesorten natur |
Kartoffelpüree, Kroketten |
|
Obst |
Obst frisch, getrocknet, Kompotte, Marmelade |
|
|
Milch |
Reismilch |
Milch, Joghurt, Sauermilch, Kefir, Buttermilch, Quark, Käse, Molke, Kakao, Speiseeis |
|
Fleisch |
Fleisch natur |
Hackbraten und Frikadellen (falls zum Einweichen Milch verwendet wird), Vorsicht bei paniertem Fleisch |
|
Wurst |
Schinken, Rohwurst (Salami, Cervelat) |
je nach Herstellung: Kochwurst (z.B. Bratwurst), Brühwürste (z.B. Lyoner), Streichwurst, Pasteten |
|
Ei |
alle Eigerichte ohne Milch |
|
|
Fisch |
Fisch natur |
Vorsicht bei paniertem Fisch und Fischfertiggerichten |
|
Fette/Brotaufstriche |
milchfreie Margarine, pflanzliche Öle, Marmeladen, Honig |
Butter, Margarine mit Milchbestandteilen, Fettersatzstoff Simpless, Nuss-Nougat-Creme |
|
Gewürze |
alle Gewürze |
Salatsaucen auf Joghurt-Basis, Mayonnaise (je nach Herstellung) |
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Getränke |
Mineralwasser mit > 500mg Ca/Liter, Kaffee, Tee, Säfte (Zutatenliste beachten) |
Liköre |
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sonstiges |
Bitterschokolade, Marzipan, Geleewaren |
Milchschokolade, Nougat, Speiseeis, bei Fertiggerichten auf Zutatenliste achten! |
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Deklaration |
Milchzucker, Lactose, Milchsäure |
Milch, Milchpulver, Magermilchpulver, Milcheiweiß, Casein, Molkeneiweiß, Lactalbumin, Lactoglobulin |
Tipp: Milcheiweißfreie Rezepte
In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche Milcheiweißfreie Rezepte.
Kennzeichnung von Milcheiweiß
Mit der neuen EU - Richtlinie 2007/68/EG wird die Allergenkennzeichnung verbessert. Danach müssen alle verpackten Lebensmittel, die Milch und -erzeugnisse enthalten, gekennzeichnet werden. Jedoch ist bei unverpackten Lebensmitteln weiterhin Vorsicht geboten - z. B sollte man die Zutaten von Backwaren, die beim Bäcker gekauft werden, erfragen.
Nahrungsmittelallergien - Hühnereiallergie
Eier enthalten im Eiklar und im Eigelb Allergene, wobei die meisten durch das Kochen zerstört weren. Wegen des vielfältigen Einsatzes von Eiern in der Lebensmittelindustrie wird beim Auftreten von Symptomen oft erst spät an eine Allergie gegen Eier gedacht. Die wichtigsten Allergene sind Ovomukoid, Ovalbumin, Ovotransferrin, Lysozym und Livetine.
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Hitzestabilität von Hühnereiweiß (Vieths, 1994) |
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|---|---|---|
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Eiweißfraktion |
Hitzelabilität |
Bemerkungen |
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Ovomukoid |
> 100°C |
bleibt beim Kochen und Backen erhalten |
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Ovalbumin |
ca. 80°C |
im gesamten Ei, stark pH-abhängig |
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Ovotransferrin |
hitzelabil |
wird beim Kochen zerstört |
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Lysozym |
hitzelabil |
wird beim Kochen zerstört |
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Livetine |
ca. 69°C |
nur im Eigelb |
Ovomukoid ist somit das hitzestabilste Allergen. Wenn keine Sensibilisierung auf Ovomukoid vorliegt, vertragen die meisten Allergiker auch hartgekochte und doppelseitig gebratene Eier.
Eine Gerinnung des Eiklars erfolgt stufenweise, da die einzelnen Bestandteile eine unterschiedliche Stabilität gegenüber Hitze aufweisen. Beim Eigelb muss die Hitzeeinwirkung sogar um 8 ° C höher sein, damit das Eigelb gerinnt. Diese kleinen Unterschiede werden beim Kochen von Eiern bemerkbar. Kocht man ein Ei, gerinnen zuerst die Proteine des Eiklars und die Kerntemperatur bleibt für eine Weile bei 60 ° C stabil. Unterbricht man den Kochvorgang hier, erhält man ein weiches Ei. Setzt man den Kochvorgang fort, gerinnt auch das Eigelb und wird hart.
Quelle: Verträglichkeit von Hühnerei, Buchart K., 2001.
Hier liegt nun der Unterschied bei den Allergikern: Liegt eine Sensibilisierung auf hitzelabile Eierallergene vor, so werden Eier verträglich, wenn man sie hart kocht oder doppelseitig brät. Auch Kuchen und Gebäck ist für die meisten Allergiker dieser Art gut verträglich, da das Ei während des Backvorganges hoch erhitzt wird.
Verträglichkeiten / Alternative Lebensmittel
Sojamehl
Im Handel wird Eiersatz auf Hülsenfrucht- oder Stärkebasis angeboten, mit einem mehr oder weniger hohen Sojaanteil. Aber auch Sojamehl kann als Eiersatz verwendet werden. Sojamehl (1EL) mit ein wenig Wasser verrührt, kann als Bindemittel für Teige eingesetzt werden.
Nährstoffbetrachtung
Eiweiß
Bei Verzicht auf Eiern ist die Eiweißversorgung bei Normalköstlern nicht gefährdet. Die Eiweißzufuhr ist durch Milchprodukte, Fleisch und Fisch ausreichend. Vegetarier mit einer Eierallergie, die auf Fleisch und Fisch verzichten, sollten besonderen Wert auf die Eiweißkombinationen legen. Wenn Milch mit Getreide oder Getreide mit Hülsenfürchten kombiniert wird, ergänzen sich die Eiweißgehalte, und die Versorgung ist nicht weiter problematisch.
Folsäure
Eier sind für Folsäure eine gute Quelle, jedoch kann der Bedarf durch die Aufnahme von allen grünen Gemüsesorten und Weizenvollkornbrot sowie Dinkelvollkornbrot gedeckt werden.
Hühnerei als verstecktes Allergen
Eier werden in der Küche vor allem wegen der küchentechnischen Funktionen vielseitig eingesetzt:
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Emulgatorwirkung: Margarine, Mayonnaise, Saucen, Suppen, Cremes, Gebäck, Süßspeisen
-
Bindemittel: Speiseeis, Saucen, Gebäck
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Schaumbildung, Lockerung: Soufflés, Meringen, Angel Cakes, Biskuits
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Geschmack: Kuchen, Suppen, Süßspeisen
-
Gelbfärbung: durch die Carotinoide des Hühnereis
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Thermische Koagulation: zum Klären von Flüssigkeiten
Quelle: Küchentechnische Funktionen des Hühnereis (Behr-Völtzer, 1999)
Binde- und Schönungsmittel
Hühnerei wird in vielen Lebensmitteln als Binde- oder Schönungsmittel zugesetzt. Eiklar verwendet man oft zum Klären von Flüssigkeiten. Anschließend entfernt man es wieder, jedoch kann eine 100 %ige Entfernung nie garantiert werden.
Emulgator
Vielen Fertigprodukten wird Eigelb oder Eipulver als Emulgator zugesetzt.
Nudeln
Nudeln dürfen als "eifrei" gekennzeichnet werden, wenn sie weniger Hühnereiweiß enthalten als bei Eierteigwaren vorgeschrieben.
Impfstoffe und Medikamente
Allergische Reaktionen können durch Impfstoffe hervorgerufen werden, die aus Geflügelembryonen gewonnen werden. Hierzu gehören Impfstoffe gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Gelbfieber, Grippe, Masern, Mumps, Röteln und Tollwut. Auch in Medikamenten kann Hühnerei enthalten sein, deshalb immer die Inhaltsstoffe beim Arzt oder Apotheker erfragen.
Kennzeichnung von Hühnerei
Mit der neuen EU - Richtlinie 2007/68/EG wird die Allergenkennzeichnung verbessert. Danach müssen alle verpackten Lebensmittel, die Eier und - erzeugnisse enthalten, gekennzeichnet sein. Jedoch ist bei unverpackten Lebensmitteln weiterhin Vorsicht geboten - z.B sollte man die Zutaten von Backwaren, die beim Bäcker gekauft werden, erfragen.
Tipp: Hühnereiweißfreie Rezepte
In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche Hühnereiweißfreie Rezepte.
Nahrungsmittelallergien - Fisch- und Schalentiere
Fisch enthält ein potentes Allergen, das bereits in kleinsten Mengen schwere anaphylaktische Reaktionen auslösen kann, ähnliches passiert auch bei Krusten- und Schalentieren. Da Fisch in der Lebensmittelindustrie wenig verarbeitet wird, kann der Bezug zwischen Allergen und Symptom relativ rasch hergestellt werden.
Fischallergiker müssen meist alle Fische, Krusten-, Schalen- und Weichtiere meiden, meist besteht eine Fischallergie auch ein Leben lang.
Nährstoffbetrachtung
Wenn auf Fisch verzichtet werden muss, entsteht dadurch keine Nährstoffunterversorgung. Verträgt ein Fischallergiker sonst alle Lebensmittel gut, ist eine ausreichende Nährstoffversorgung gegeben.
Jod
Fisch ist eine wichtige Jodquelle. Einen Teil des Jodbedarfs kann man durch die Verwendung von jodiertem Kochsalz decken. Wenn auf Fisch komplett verzichtet werden muss, ist in der Regel die Einnahme spezieller Jodpräparate notwendig.
Fisch als verstecktes Allergen
Surimi
Ein neues technologisches Produkt ist im Begriff, auch bei uns auf den Markt zu kommen, es heißt "Surimi". Aus Magerfischen wird so eine neue Proteinquelle hergestellt. Es entsteht durch waschen, zerkleinern, auspressen und vermahlen von Magerfischen. In einigen Ländern wird Surimi zur Herstellung von Hot Dogs und Pizzabelag eingesetzt.
Fischmehl
Zu beachten sind für Fischallergiker tierische Nahrungsmittel wie Geflügelfleisch und Eier von Tieren, die mit Fischmehl gefüttert werden, da hochgradige sensibilisierte Allergiker bei ihrem Verzehr Symptome zeigen können.
Kennzeichnung von Fisch und Schalentieren
Mit der neuen EU - Richtlinie 2007/68/EG wird die Allergenkennzeichnung verbessert. Danach müssen alle verpackten Lebensmittel, die Fisch, Schalentiere oder deren Erzeugnisse enthalten, gekennzeichnet werden. Jedoch ist bei unverpackten Lebensmitteln weiterhin Vorsicht geboten.
Nahrungsmittelallergien - Getreide
Die bekanntesten und auch gebräuchlichsten einheimischen Getreidesorten sind Weizen, Roggen, Hafer und Gerste und gehören botanisch betrachtet zu den Gräsern. Allergien gegen Getreide treten aber relativ selten auf.
Man findet die Allergene der Getreidesorten dicht unterhalb der Schale des Korns. Somit wird beim Schälvorgang ein Großteil dieser Eiweißbestandteile entfernt. Die Typenzahl des Mehles gibt an, wie stark es geschält wurde. Je niedriger die Typenzahl, desto mehr wurde vom Korn entfernt. Das bedeutet gleichzeitig, dass eine niedrige Typenzahl des Mehles für Allergiker günstiger ist. Aus ernährungsphysiologischer Sicht empfiehlt man jedoch die Verwendung von Mehlen mit einer hohen Typenzahl. Daher kann diese Empfehlung für Allergiker nur ausgesprochen werden, wenn wirklich erwiesen ist, dass eine Sensibilisierung auf die betroffene Getreidesorte vorliegt. Je niedriger die Typenzahl des Mehles ist, desto geringer ist nämlich auch der Nährstoffgehalt.
Verträglichkeiten / Alternative Lebensmittel
Dinkel
Dinkel ist eine alte Weizenform und wird sehr häufig besser vertragen als Weizen. Dinkel bietet neben der besseren Verträglichkeit auch erweitertes Geschmackserlebnis (würzig und leicht nussig). Ebenso hat Grünkern (nicht ganz ausgereifter, geernteter Dinkel, der bei 60 °C gedarrt wird) einen besonders pikanten Geschmack und bietet auch eine Alternative für Allergiker. Oft wird Hartweizengrieß besser vertragen als Weizenmehl.
Kamut
Kamut ist ähnlich einzustufen wie Dinkel. Er hat einen feinen Geschmack, und das Vollkornkamutmehl ist optisch kaum von weißem Weizenmehl zu unterscheiden (ein optischer Pluspunkt für die Anwendung - nicht von herkömmlichen Mehl zu unterscheiden).
Buchweizen
Buchweizen ist ebenfalls eine Alternative für Getreideallergiker, da er nicht zu den Gräsern gehört, sondern ein Knöterichgewächs ist, also verwandt mit Rhabarber und Sauerampfer. Er kann aber wie Weizen verarbeitet werden.
Reismehl
Reis scheint das verträglichste Getreide in unseren Breiten zu sein, daher kann man versuchen, Vollkornreis gemahlen aber auch als Reismehl einzusetzen.
glutenfreie Bindemittel
Als getreidefreie bzw. glutenfreie Bindemittel bieten sich Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl oder Kartoffel- bzw. Maisstärke an.
Nährstoffbetrachtung
Kohlenhydrate
Getreide ist mit Abstand der wichtigste Kohlenhydratlieferant. Nur die Kartoffel kann als ähnlich gute Kohlenhydratquelle eingestuft werden.
Getreidesorten austauschen
Jeder Allergiker sollte versuchen, die für ihn verträglichen Getreidesorten zu finden, und sie in den Speiseplan zu integrieren. Die einzelnen Sorten sind untereinander gut austauschbar, auch bei der küchentechnischen Verarbeitung gibt es kaum Probleme. Getreideballaststoffe sind für die Darmfunktion äußerst wichtig, außerdem liefert das Getreide auch essentielle Fettsäuren und hochwertige Eiweißbestandteile (im Keimling) sowie Vitamine und Mineralstoffe in den Randschichten.
Für jene Allergiker, die den Getreidekonsum stark einschränken müssen, bieten sich als alternative Quellen für die Zufuhr von Ballaststoffen, Magnesium, Zink und Vitamin B6 Hülsenfrüchte, Kartoffeln sowie Fleisch und Fisch an.
Getreide als verstecktes Allergen
Gluten
Gluten (Klebereiweiß von Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Hafer, Gerste, Triticale, Kamut) wird in der Lebensmittelindustrie oft als Trägerstoff von Zusatzstoffen eingesetzt. Glutenfreiheit garantiert das Zeichen der durchgestrichenen Getreideähre.
Malz
Malz wird vermehrt in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, vor allem dort, wo die Lebensmittel eine kräftige, braune Farbe haben sollen (z.B. Cornflakes, Brote und Bier).
Kennzeichnung von Getreide
Mit der neuen EU - Richtlinie 2007/68/EG wird die Allergenkennzeichnung verbessert. Danach müssen alle verpackten Lebensmittel, die glutenhaltiges Getreide oder Erzeugnisse daraus enthalten, gekennzeichnet werden. Jedoch ist bei unverpackten Lebensmitteln weiterhin Vorsicht geboten - z. B sollte man die Zutaten von Backwaren, die beim Bäcker gekauft werden, erfragen.
Nahrungsmittelallergien - Nüsse und Samen
Haselnuss
Die Haselnuss ist diejenige Nuss, die am häufigsten für allergische Reaktionen verantwortlich gemacht werden kann. Sie ruft bei ca. der Hälfte der Haselpollen-Allergiker und gehäuft auch bei Birkenpollen-Allergikern ein orales Allergiesyndrom hervor.
Walnuss
Auch die Walnuss macht vielen Pollenallergikern zu schaffen. Allergien gegen Paranüsse, Cashewnüsse und Pekanüsse treten in unseren Breiten selten auf, die Kokosnuss wird als die verträglichste Nuss eingeschätzt.
Erdnuss
Die Erdnuss, botanisch zu den Hülsenfrüchten gezählt, enthält besonders gefährliche Allergene, die oftmals anaphylaktische Reaktionen hervorrufen können.
Samen
Nur in Einzelfällen stellen die Samen wie Baumwollsaat, Leinsamen, Sesam, Sonnenblumenkern, Mohn oder Pinien gefährliche Allergene dar.
Verträglichkeiten / Alternative Lebensmittel
Kürbiskerne
Durch die Verarbeitung oder Erhitzung verlieren die Nüsse oder Samen nicht ihr allergenes Potential, d.h. man hat keine Möglichkeit, die Allergene durch Verarbeitung zu reduzieren. Eine Alternative könnten Kürbiskerne sein, die man an Stelle der Nüsse in der Küche verwendet (in gemahlener oder gehackter Form).
Öl und Margarine
Nuss- und Erdnussallergiker wird empfohlen auch auf das Öl der jeweiligen Nuss zu verzichten, obwohl die Speiseöle als eiweißfrei bzw. -arm gelten. Die Öle werden bei der Herstellung raffiniert, d.h. sie werden entschleimt, entsäuert, gebleicht, von üblen Gerüchen befreit und feinfiltriert. Nicht raffinierte Speiseöle, dazu zählen auch hochwertige kaltgepresste Öle, werden schonender hergestellt und können noch Eiweißbestandteile und somit Allergene enthalten. In der Margarineindustrie werden oft bevorzugt Erdnussöl und Sojaöl eingesetzt, hier muss jeder Allergiker auf die Zusammensetzung achten.
Nüsse und Erdnüsse als verstecktes Allergen
Lebensmittel mit versteckten Nüssen
Nussallergiker müssen größte Vorsicht walten lassen bei Lebensmitteln, in denen Nüsse versteckt enthalten sein könnten. Hier kommen leider sehr viele Lebensmittel in Frage, anschließend sind einige davon aufgezählt:
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Brote, Kuchen, Torten, Kleingebäck, Lebkuchen, Kekse
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Cremen, Pudding, Eis, Mixgetränke
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Nougat, Krokant, Schokolade und Schokoladeerzeugnisse, Riegel aller Art, Müsli und Müslierzeugnisse und Studentenfutter
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Schaumwaren, Waffeln, kandierte Früchte, Pralinen, Bonbons, Marzipan und Marzipanerzeugnisse
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Liköre, Weinbrand
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Öle und Fette von Nüssen, Nussmus, Nussmark
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Käsesorten, Salate, Pasteten, manche Wurstwaren etc.
Kennzeichnung von Nüssen und Samen
Mit der neuen EU - Richtlinie 2007/68/EG wird die Allergenkennzeichnung verbessert. Danach müssen alle verpackten Lebensmittel, die Nüsse oder Erzeugnisse daraus enthalten, gekennzeichnet werden. Jedoch ist bei unverpackten Lebensmitteln weiterhin Vorsicht geboten - z. B sollte man die Zutaten von Backwaren, die beim Bäcker gekauft werden, erfragen.
Nahrungsmittelallergien - Pollen
Pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien entstehen durch Kreuzreaktionen zwischen Pollen und Nahrungsmitteln, die Allergene enthalten, deren Struktur identisch oder sehr ähnlich ist.
Inhalation
Durch Inhalation kann es zu einer Sensibilisierung kommen, was in weiterer Folge zu einer Ausbildung eines Allergiesyndroms bei einem kreuzreagierenden Nahrungsmittel führen kann. Der Sensibilisierte hat nach Verzehr des Nahrungsmittels vor allem Symptome wie Brennen im Mund, Schwellungen der Zunge, Taubheit der Lippen bis zu Schwellungen im Kehlkopfbereich, die Atemnot verursachen kann.
Saisonaler Einfluss
Häufig ist auch ein saisonaler Einfluss bei der Ausbildung von pollenassoziierten Nahrungsmittelallergien zu beobachten. Es hat den Anschein, dass das Allergen eines Nahrungsmittels während der Pollenflugzeit eine höhere allergene Potenz hat. Daher rühren auch die Empfehlungen, Obst und Gemüse der Jahreszeit entsprechend zu konsumieren. Gut ausgereiftes Obst und Gemüse ist generell besser verträglich. Für den Allergiker ist es besonders wichtig zu wissen, dass Allergene ihre Potenz je nach Reifestadien variieren können.
Immer wieder wird bemerkt, dass die Betroffenen einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie eigenständig Nahrungsmittel aus ihrem Speiseplan streichen. Häufig werden ganze Lebensmittelgruppen gemieden, um jeder weiteren Reaktion aus dem Wege zu gehen. Dadurch kommt es aber oft zu einer einseitigen Ernährungsweise und zu einer Nährstoffunterversorgung. Allergiker mit einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie neigen generell dazu, weniger Obst und Gemüse aufzunehmen.
Die nachfolgende Abbildung zeigt Beispiele, mit welchen Nahrungsmitteln es zu kreuzreaktiven Reaktionen kommen kann:

Quelle: Kreuzreaktionen zwischen Beifuß, Sellerie und Birkenpollen (modifiziert nach Wütherich, 1995)
Sellerie-Karotten-Beifuß-Gewürz-Syndrom
Wie aus dem Namen schon erkennbar, betrifft diese Syndrom vor allem Gemüse und Kräuter. Meistens wird Gemüse in erhitzter Form gut vertragen. Das totale Vermeiden von Sellerie und Karotten ist praktisch sehr aufwendig und fast nicht durchführbar, da fast jede Brühe Sellerie oder Karotten enthält. Die Allergene in den Gewürzen sind auch überwiegend hitzestabil.
Kräuter für die Teezubereitung
Viele Kräuter, die bei diesem Syndrom beteiligt sind, verwendet man auch zur Teezubereitung. Hier kann manchmal auch schon der Dampf allergische Reaktionen auslösen. Als äußerst gut verträgliche Teesorten gelten Grüner Tee, Himbeerblätter- und Lindenblütentee.
Kreuzreaktivität
Beifußpollen können kreuzreaktiv reagieren mit
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rohem Gemüse: Knollensellerie, Karotte, Paprika, Fenchel
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erhitztem Gemüse: Stangensellerie
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Gewürzen: Anis, Kümmel, Petersilie, Pfeffer, Paprika, Koriander, Curry
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Tee: Pfefferminz, Kamille
Birkenpollenassoziierte Nahrungsmittelallergie
Frischobstallergie
Die birkenpollenassoziierte Nahrungsmittelallergie wird auch "Frischobstallergie" bezeichnet, da die meisten kreuzreagierenden Allergene von Birkenpollen und Obst hitzelabil sind. Das hat aber wiederum den Vorteil, dass erhitztes Obst (in Form von Kompott oder Kuchen) meist sehr gut vertragen wird.
Honig
Bienenhonig kann eine Allergenquelle darstellen, da in ihm immer Pollenreste enthalten sind.
Nüsse
Viele Allergiker vertragen auch keine Haselnüsse oder Walnüsse. Leider werden sie auch nicht besser verträglich, wenn sie verarbeitet oder erhitzt werden.
Verträglichkeit
Die Allergene liegen im Obst (wie auch beim Getreide) dicht unter der Schale, somit kann durch schälen ein Großteil der Allergene entfernt werden. Durch das Aufreiben von Obst (z.B. von Äpfeln) können die fruchteigenen Enzyme angreifen und die Allergene denaturieren und somit inaktivieren.
Kreuzreaktivität
Birkenpollen können kreuzreaktiv reagieren mit
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rohem Obst: Apfel, Birne, Pfirsich, Kirsche, Zwetschke, Kiwi
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rohem Gemüse: Knollensellerie, Karotte
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Nüssen: Haselnuss, Walnuss
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Gewürzen: Zimt
Traubenkraut-Melone-Syndrom
Dieses Syndrom ist in unseren Breiten wenig verbreitet. Allerdings sind hier Lebensmittel beteiligt, die als harmlos eingestuft werden.
Kreuzreaktivität
Traubenkrautpollen können kreuzreaktiv regieren mit
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Obst: Melone, Banane
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Gemüse: Zucchini, Gurke
Gräserpollen-Getreide-Kreuzreaktionen
Bei Gräser- und Getreidepollenallergiker treten häufig Sensibilisierungen gegenüber Getreide und Hülsenfrüchten auf.
Kreuzreaktivität
Gräserpollen können kreuzreaktiv reagieren mit
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Getreide: Roggen, Weizen
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Hülsenfrüchten: Erbse, Erdnuss, Linse, Sojabohne
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Obst: Banane
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Gemüse: Tomate
Nahrungsmittelallergien - Naturlatex
Seit den frühen 80er Jahren konnte eine deutlich Zunahme der Latex-Allergie beobachtet werden, da seither vermehrt Produkte zum Schutz vor Aids und Infektionskrankheiten verwendet wurden. Medizinisches Personal, Arbeiter in der Gummiindustrie oder Menschen mit einer Neigung zu Handekzemen können besonders betroffen sein.
Verschiedene Pflanzen enthalten Eiweiße, die ähnlich aufgebaut sind wie die Latexproteine. Dadurch kann eine Kreuzallergie ausgelöst werden.
Personen mit einer Latexallergie können auch auf Grünpflanzen wie Gummibaum oder Benjaminus Ficus allergisch reagieren.
Rohe Nahrungsmittel
Beim Erhitzen werden die Strukturen der Allergene zerstört, d.h. dass sich diese Kreuzreaktionen nur auf rohe Nahrungsmittel beschränken.
Obst und Nüsse
Gefahr bergen hier vor allem Obst und Nüsse, die bevorzugt roh gegessen werden.
Kreuzallergene zu Naturlatex
Kohlenhydratlieferanten
Kartoffel, Buchweizen, Marone
Gemüse
Tomate, Sellerie
Obst
Banane, Kiwi, Pfirsich, Feige, Passionsfrucht, Papaya, Ananas, Mango, Honig- und Wassermelone, Avocado, Dattel
Nüsse
Haselnuss, Walnuss, Cashewnuss
Nahrungsmittelallergien - Nickel
Nickel steht an erster Stelle der Kontaktallergene. Nach Untersuchungen an Hautkliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz waren 2001 26% der Frauen und 5% der Männer unter 31 Jahren von einer Nickelallergie betroffen. Am häufigsten handelt es sich um eine reine Kontaktallergie. Nur bei einem Teil führt der Verzehr von nickelreichen Lebensmitteln zu Hautreaktionen. Betroffen sind meist nur diejenigen, die bereits länger und sehr stark mit Nickel sensibilisiert sind.
Nickelquellen sind:
Mode-, Silber- und Weißgoldschmuck, Knöpfe, Brillengestelle, Euro-Münzen, Zigaretten aber auch Kochgeschirr und Lebensmittel.
Feststellung einer Allergie auf Nickel in der Nahrung
Wurde eine Nickelkontaktallergie festgestellt, folgt eine Analyse (Anamnese) des Patienten durch eine allergologisch erfahrene Ernährungsfachkraft.
Anschließend wird mit Hilfe eines Ernährungs- und Symptom-Protokolls eine sechswöchige nickelarme Diät durchgeführt. Diese ist der individuellen Diagnose (z.B. weitere Allergien) und Ernährungsgewohnheiten anzupassen. Tritt eine deutliche Verbesserung der Nickelallergie ein, folgt ein Provokationstest mit 2,5mg Nickelsulfat. So wird geprüft, ob diese Kostform auch therapeutisch weitergeführt werden soll. Nun folgt ein Kostaufbau, um die individuelle Toleranzschwelle zu ermitteln, unter welcher keine Symptome mehr auftreten. Eine Nickelfreie Kost ist nicht möglich. Bei der nickelarmen Ernährung geht es darum nickelreich Lebensmittel zu vermeiden.
Nickelreiche Lebensmittel
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Kakaoprodukte: Kakaopulver, Schokolade
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Hülsenfrüchte: Sojabohne, Linse, Bohne, Erbsen
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Nüsse und Samen: Erdnuss, Pekannuss, Cashew-Kerne, Mandel, Haselnuss, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Mohn
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Getreideprodukte: Haferflocken, Getreidekörner, Vollkornbrot
-
Kohlgemüse: Blumenkohl, Brokkoli
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Schalentiere: Muscheln je nach Sorte und Fanggebiet
Quelle: mod. nach Souci, Fachmann, Kraut 2000; Knezevic 1985, Scherz 1997
Grundsätzlich enthalten pflanzliche Produkte mehr Nickel als tierische.
Spezielle Tipps bei Nickelallergie
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Während der nickelarmen Diät wird empfohlen Obst, Gemüse, Kartoffeln und Getreideprodukte zu schälen, da sich Nickel besonders in der Haut bzw. der Schale anreichert.
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Auch sollte auf das Kochgeschirr geachtet werden. Stahltöpfe enthalten Nickel, welches besonders bei der Zubereitung säurehaltiger Lebensmittel frei gesetzt wird.
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Am besten geeignet ist Kochgeschirr aus Glas, Keramik, Ton, Teflon oder Emaille.
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Kaffee aus der Kaffeemaschine kann bis zu zehnmal mehr Nickel enthalten, als selbst aufgebrühter Kaffee.
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Während der nickelarmen Diät ist außerdem der intensive Hautkontakt mit nickelhaltigen Gegenständen und Zigarettenrauch zu vermeiden.
Quellen
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Körner, U: Nickelarme Diät. DGE-Info 02/2003
Nahrungsmittelallergien - Therapie
Die wirksamste Therapie bei Nahrungsmittelallergien ist die strikte Meidung der allergieauslösenden Nahrungsbestandteile. Deshalb müssen die Patienten angewiesen werden, sich genauestens über die Zusammensetzung der Nahrungsmittel zu informieren. Dabei sollte das Zutatenverzeichnis bei jedem Einkauf erneut überprüft werden, da die Hersteller die Zusammensetzung ihrer Produkte jederzeit ändern können. Im Zweifelsfalle besteht die Möglichkeit direkt beim Hersteller nachzufragen.
Allergiediät
Eine allgemeingültige Allergiediät, wie sie häufig gefordert wird, kann es aus naheliegenden Gründen nicht geben. Jeder Patient ist hinsichtlich seiner speziellen Situation individuell zu beraten. Hilfestellungen können spezielle Kochbücher für Allergiker geben.
Sofortmaßnahmen
Gegen die akut auftretenden Symptome diverser Allergien können Antihistaminika, Antiallergika und Cortison in Form von Tropfen, Tabletten, Spray und Spritzen eingesetzt werden. Sie bewirken eine Beseitigung, Linderung und Unterdrückung der Beschwerden - wenn auch nur für die Dauer der Anwendung.
Hyposensibilisierung
Ziel der Therapie
Ziel der Hyposensibilisierung ist es, durch regelmäßige Verabreichung der allergieauslösenden Stoffe eine körpereigene Toleranz gegenüber den Allergenen aufzubauen und damit die Symptome zu unterbinden.
Diese Behandlung nimmt als einzige Methode Einfluss auf das veränderte Immunsystem und setzt somit an der Ursache der Erkrankung an. Sie bewirkt bei Tier-, Pollen- und Schimmelpilz-Allergien eine Rückbildung bzw. Minderung der Krankheitserscheinungen.
Behandlungsdauer
Die Behandlung wird mit speziell auf die krankmachenden Allergene abgestimmten Präparaten in Form von Spritzen oder Tropfen durchgeführt. Die Behandlungsdauer erstreckt sich fortlaufend über mindestens drei Jahre. Bei Pollenallergien kann sie vor der entsprechenden Pollensaison oder ganzjährig erfolgen. Je früher die Hyposensibilisierung im Krankheitsverlauf eingesetzt wird, desto größer ist die Chance, die Allergie ganz zu verlieren.
Bei Nahrungsmittelallergien ist eine Immuntherapie nicht möglich. In vielen Fällen kann die Reaktionsschwelle aber soweit gesenkt werden, dass es den Patienten möglich wird, Allergenspuren in versteckter Form (z.B. in Fertignahrungsmitteln, Rahm in Soßen, Milchpulver in Wursterzeugnissen, Selleriegewürzsalz etc.) aufzunehmen.
Die orale Hyposensibilisierungsbehandlung sollte aufgrund der fehlenden Standardisierung nur in spezialisierten Zentren und im Rahmen wissenschaftlicher Programme vorgenommen werden.
Sublinguale Immuntherapie
Bei dieser Behandlungsform wird das Hyposensibilisierungsmittel in wässriger Lösung verabreicht. Diese Lösung wird zuerst eine gewisse Zeit lang im Mund behalten und dann geschluckt.
Die Behandlung kann einfach zu Hause durchgeführt werden. Sie eignet sich besonders gut für Kinder und für Menschen mit einer Scheu vor Injektionsbehandlungen. Mit ersten Erfolgen kann nach ca. sechs Monaten gerechnet werden.
Karenz
Gerade bei Nahrungsmittelallergien ist die Therapie problematisch. Oberstes Gebot ist die Karenz, das heißt, das Vermeiden der allergieauslösenden Nahrungsmittel. Das gilt sowohl als Behandlungsmaßnahme wie auch als Prophylaxe.
Nahrungsmittelallergien - Ernährungsempfehlungen
Gestaltung der Ernährung
Da gerade bei Nahrungsmittelallergien eine Nahrungsmittelkarenz schwer durchführbar ist und es auch keine allgemein gültige Allergiediät gibt, hat man versucht, einige grundlegende Ernährungsempfehlungen zu erstellen:
-
Ernährung aus der eigenen Küche, zwei Drittel gekocht - ein Drittel roh (denn gegarte Lebensmittel sind oft besser verträglich als rohe)
-
Obst und Gemüse nach der Saison (eventuell schälen: die Allergene liegen meist dicht unterhalb der Schale, daher sind geschälte Lebensmittel allergenärmer)
-
begrenzte Anzahl von Grundnahrungsmitteln pro Tag: ein Gemüse, ein Obst, eine Fleischsorte, eine Brotsorte, eine Beilage, eine Marmelade usw.
-
Wechsel der Grundnahrungsmittel von Tag zu Tag (Rotation)
-
Verwendung einzelner Gewürze anstelle von Mischgewürzen, Fertigsuppen, Soßen, Bouillon
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keine Fertigspeisen (um keinen Zusatzstoff zu übersehen)
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Die Ernährung sollte "vollwertig" sein, eine standardisierte Kost ist in der Regel nicht durchführbar, insbesondere nicht bei Pollenallergikern. Die landläufig als "gesund" bezeichnete Lebensmittel (z.B. Kamillentee, Frischkornmüsli) können für den Allergiker zum Problem werde
-
Ideologische Ernährungskonzepte sind aufgrund ihrer Wirkungslosigkeit zu vermeiden (Haysche Trennkost, angepriesene Immundiäten etc.)
-
Der Speiseplan des Allergikers muss über die allgemeinen Empfehlungen hinaus nach dem individuellen Sensibilisierungsspektrum konzipiert werden. Eine allgemein gültige "Allergiediät" gibt es nicht! Mögliche Gruppensensibilisierungen sind zu beachten.
-
Es empfiehlt sich, anstelle von "Verboten" individuelle "Positiv- oder Erlaubtlisten" zu erstellen.
-
Der Konsum von Alkohol und Koffein sollte stark eingeschränkt werden, da sie eine allergische Reaktion verstärken können, indem sie die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut erhöhen.
-
Karenzmaßnahmen nach einem "Alles oder Nichts Gesetz" sind selten erforderlich und beziehen sich meist auf einige wenige Lebensmittel.
Süßungsmittel
Haushaltszucker
Normaler Zucker, also Haushaltszucker, ist für den Allergiker nicht bedenklich.
Honig
Bei Honig müssen Pollenallergiker mit Kreuzallergien aufpassen, denn im Honig können immer Pollen enthalten sein (in 1g Honig 2000 - 10000 Pollen). Echter Honigtauhonig wäre eine Alternative (jedoch Vorsicht bei den Deklarationen: Waldhonig wird nicht nur für die Bezeichnung von Honigtauhonig verwendet, sondern auch für Blütenhonig, der aus bestimmten Wäldern kommt).
Süßstoffe
Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe können verwendet werden, ihr Einsatz ist aber normalerweise nicht notwendig. Wenn Haushaltszucker sparsam eingesetzt wird, braucht man nicht auf Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe zurückgreifen.
Fette und Öle
Öle
Der Allergengehalt von Ölen wird als gering eingestuft, ein Allergiker sollte aber trotzdem das entsprechende Öl meiden (Erdnussallergiker - Erdnussöl). Generell gilt, je verarbeiteter (raffinierter) ein Öl ist, desto verträglicher ist es für den Allergiker. Stark raffinierte Öle sind fast eiweißfrei.
Butter
Butter enthält 0,7 % Eiweiß. 20g Butter (eine Portion) liefert somit 0,14g Milcheiweiß, das entspricht 0,11g Casein und 0,03g Molkeineiweiß. Durch diesen geringen Eiweißanteil wird Butter von den meisten Milcheiweißallergikern gut vertragen. Man kann aber nicht ausschließen, dass es in manchen Fällen trotzdem zu Reaktionen kommen kann.
Getränke
Getränke und somit die Flüssigkeitszufuhr sind wie für den Gesunden auch für den Nahrungsmittelallergiker sehr wichtig.
Tees
Die oft empfohlenen Kräutertees sind nicht immer harmlos, allein die Dämpfe können Reaktionen auslösen. Vorsicht müssen vor allem die Beifußpollenallergiker walten lassen.
Fruchtsäfte
Reine Fruchtsäfte enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Wenn man sie je zur Hälfte mit Mineralwasser oder Wasser mischt, schmecken sie hervorragend und die Kalorienzahl wird gesenkt. Fruchtnektar enthält dagegen oft sehr viel Zucker, da sie nur 25 bis 50 % Fruchtanteil haben. Aber auch hier gilt die Empfehlung, mit Mineralwasser oder Wasser zu mischen.
Apfelsaft
Ernährungsphysiologisch betrachtet ist bei den Fruchtsäften der pasteurisierte Apfelsaft hervorzuheben. Er wird auf 75 Grad erhitzt, was ausreicht, um die Hauptallergene zu denaturieren. Wenn der Apfelsaft mit Wasser oder Mineralwasser verdünnt wird, ist er sehr gut zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfes geeignet.
Gewürze
Einige Gewürze sind dafür bekannt, dass sie allergische Reaktionen hervorrufen können (v.a. Samengewürze wie Anis, Kümmel, Fenchel).
Oberstes Gebot ist das Vermeiden von Gewürzmischungen, besser ist es, immer wieder einzelne Gewürze zu verwenden. Am besten auch typische Gewürze für die Speisenzubereitung verwenden.
Manchmal erhöht das Erhitzen von Gewürzen die Verträglichkeit, z.B. kann man frische Kräuter wie Petersilie gleich mit der Zwiebel andünsten.
Für das Marinieren von Salaten eignet sich Balsamicoessig eher als Obstessig und Branntweinessig, den sie können Beschwerden hervorrufen.
Nahrungsmittelallergien - Medikamente
Notfallmedikamente
Die Patienten müssen immer Notfallmedikamente, bestehend aus
-
einem Antihistaminikum z.B. in flüssiger Form
-
einem Glucocorticoid
-
einem Adrenalin-Aerosol oder b2-Mimetikum
mit sich tragen.
Dauer,- Bedarfs- oder Prophylaxe-Medikamente
Antihistaminika
Als Dauer- oder Bedarfsmedikation werden Antihistaminika eingesetzt, aber auch in weniger schweren Fällen zur Prophylaxe. Verabreicht werden H1-Antagonisten der 2. Generation. Einige moderne H1-Rezeptor-Blocker hemmen zusätzlich wichtige Schritte der Entzündungsreaktion.
Antihistaminika können oral verabreicht werden, aber auch in Form von Nasensprays oder Augentropfen.
Bei einer chronisch asthmoiden Bronchitis werden b2-selektive Bronchodilatatoren verschrieben. Sie bewirken eine Erweiterung der verengten Bronchien. Diese Medikamente sind als Dosieraerosole oder Inhalationssprays erhältlich. Früher setzte man auch Sympathomimetika ein wie z.B. Adrenalin, dass jedoch wegen der Herz-Kreislauf-stimulierenden Wirkung nicht mehr zum Einsatz kommt.
Glucocorticoide
Eine systematische Gabe von Glucocorticoiden beschränkt sich meist auf den akuten Fall. Wenn eine längere Glucocorticoidtherapie erforderlich ist, versucht man, aufgrund der möglichen Nebenwirkungen (Cushing-Syndrom), die Dosis so niedrig wie möglich zu halten.
Cromoglicinsäure
Cromoglicinsäure dient der Vorbeugung (Prophylaxe). Sie verhindert die Degranulation (Sekretkörnerabgabe) der Mastzellen und somit die Freisetzung der Mediatoren (z.B. Histamin), die für die allergische Reaktion verantwortlich sind.
Cromoglicinsäure wirkt nicht bei akuten Beschwerden, sondern dient nur der Vorbeugung. Daher muss das Präparat bereits vor dem Kontakt mit dem Allergen und dann mehrmals täglich in ausreichender Menge längerfristig angewendet werden. Es wird nicht resorbiert und wirkt ausschließlich lokal auf die Schleimhäute.
Es ist als Aerosol oder Inhalator verfügbar. Bei Nahrungsmittelallergien wird es in oraler Form als Kapsel oder Granulat in mehreren Einzeldosen über den Tag verteilt vor den Mahlzeiten eingenommen.
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