Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien
Ernährungstipps
Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.
Patienteninfos
Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.Beratungsmaterialien
Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.Patienteninfos/Ernährungsinfos
Patienteninfo Fettstoffwechselstörungen
Krankheitsbild
Definition
Fettstoffwechselstörungen, die mit einer Erhöhung der Blutfette einhergehen, werden unter dem Sammelbegriff Hyperlipoproteinämie (HLP) zusammengefasst. Bei allen Formen sind die Cholesterinwerte und/oder die Triglyceridwerte im Blut erhöht. Die häufigsten Fettstoffwechselstörungen sind:
- Hypercholesterinämie = zu hoher Cholesterinanteil im Blut
- Hypertriglyceridämie = zu viele Triglyceride im Blut
- kombinierte Hyperlipidämie = Hypertriglyceridämie + Hypercholesterinämie
Ursachen
Eine Fettstoffwechselstörung kann genetisch bedingt sein (primäre Hyperlipoproteinämie) oder als Folge einer anderen Erkrankung z.B. Diabetes mellitus, Fehlernährung (Übergewicht, Adipositas), hohem Alkoholkonsum, bestimmten Nierenerkankungen oder einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten (sekundäre Hyperlipoproteinämie).
Diagnose
Eine HLP wird durch die Bestimmung der morgendlichen Nüchtern-Blutfett- und Cholesterinwerte diagnostiziert. Dabei sollten nicht nur das Gesamtcholesterin, sondern auch das LDL- und HDL-Cholesterin differenziert bestimmt und bewertet werden. Die unten genannten Werte sind Richtwerte. Bei schon bestehenden Erkrankungen, wie z.B. Herzinfarkt oder Diabetes mellitus sind sie an das Risikoprofil anzupassen.
| Blutparameter | Normwerte (mg/dl) | Individuelle Zielwerte | Aktuelle Blutfettwerte |
|---|---|---|---|
| Gesamtcholesterin | < 200 | ||
| HDL – Cholesterin | Frauen > 45; Männer > 40 | ||
| LDL – Cholesterin in Abhängigkeit vom Risikoprofil für KHK* |
< 116 < 100; < 70 oder < 50 |
||
| Triglyceride | < 150 |
*ESC/EAS-Leitlinie 2019, Diagnostik und Therapie der Dyslipidämie
Therapie
Die Therapie besteht aus verschiedenen Behandlungsstrategien, darunter lebensstiländernde, ernährungstherapeutische und ggf. medikamentöse Maßnahmen zur Verbesserung der Blutfettwerte und Reduktion von Risikofaktoren.
- gesundheitsfördernde, ausgewogene Ernährung: ballaststoffreich, fettmodifiziert,kalorienbewusst
- Steigerung der körperlichen Aktivität: Regelmäßige und ausdauernde Bewegung, mindestens 30 - 60 Minuten mehrmals wöchentlich, erhöht das HDL-Cholesterin und hilft, das Gewicht zu regulieren.
- Gewichtsreduktion: Normalgewicht (BMI < 25 kg/m2) anstreben, Körpergewicht mind. um 10% reduzieren und stabilisieren
- Verzicht auf Nikotin und Alkohol!
- VGute Blutdruckeinstellung:V < 140 / 90 mmHg
- ggf. medikamentöse Behandlung in Absprache mit Ihrem Arzt
Ernährungstherapie
Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?
Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote
In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche fettreduzierte und ballaststoffreiche Rezepte. Den
Fettgehalt der Lebensmittel können Sie in der DEBInet - Lebensmitteldatenbank recherchieren.
Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und Ernährungstherapie erhalten Sie im Premium-
Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.
Literatur
- DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungstipps I Fettstoffwechselstörungen
- Deutsche Gesellschaft für Lipidologie e.V. (DGFL) – Lipid-Liga (Hrsg.): Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen: https://www.lipid-liga.de/empfehlungen/
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): Evidenzbasierte Leitlinie: Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsbedingter Krankheiten. Bonn (2015), 2. Auflage
Ernährungstipps
Hintergründe
Allgemeines zum Thema Fett
Fett als Hauptnährstoff
Mit unserer Nahrung nehmen wir täglich die drei Hauptnährstoffe Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett auf. Diese Nährstoffe liefern die nötige Energie und sind an dem Aufbau und der Erneuerung körpereigener Substanzen beteiligt.
Wofür braucht man Fett?
Fette sind für unseren Körper lebensnotwendig. Als Depotfett stellen sie eine Energiereserve dar, auf die der Körper in Hungerzeiten zurückgreifen kann. Als Organfett schützen und stabilisieren sie wichtige Organe wie z.B. die Niere. Außerdem bilden die Fette einen wichtigen Bestandteil des Nervengewebes und die Vorstufe für verschiedene Hormone und Gallensäuren. Ferner sind Fette Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E, K.
[premium]Wie werden die Fette transportiert?
In der Darmschleimhaut werden die wasserunlöslichen Fette zu Triglyceriden synthetisiert. Im Golgi-Apparat werden diese mit dem Cholesterin an Transporteiweiße, die sog. Lipoproteine, gebunden, die die Fette zu ihren jeweiligen Zielzellen befördern. Dabei sind verschiedene Transporteiweiße für die unterschiedlichen Fette zuständig. So wird z.B. das Cholesterin von den LDL- (low density lipoprotein-) und HDL-(high density lipoprotein-) Partikeln befördert, während die VLDL-(very low density lipoprotein-) Partikel hauptsächlich Triglyceride transportieren. Die Lipoproteine gelangen nun über die Darmlymphe in das Blutplasma. Kurzkettige Fettsäuren sind relativ gut wasserlöslich und gelangen deshalb in freier Form über die Pfortader in die Leber.
Die Lipoproteine lassen sich im Blut einzeln nachweisen und sind bei Fettstoffwechselstörungen erhöht.
Fette sind für unseren Körper lebensnotwendig. Ein zu hoher Fettanteil im Blut kann aber zu ernsthaften Komplikationen führen.
Blutfette und Cholesterin
Die gute Nachricht: Fette und Cholesterin sind lebensnotwendig.
Beide übernehmen im Körper zahlreiche Aufgaben:
-
Bildung von Gallensäuren, die für die Fettverdauung erforderlich sind
-
Baustein der Zellmembranen
-
Beteiligung am Aufbau der Nerven
-
Beteiligung an der Bildung einiger Hormone
-
Beteiligung an der Bildung von Vitamin D
-
Bestandteil des Talgdrüsensekrets
-
Energiegewinnung und -speicherung
Die weniger gute Nachricht: Der Bundesbürger isst zuviel Fett und bevorzugt meist Lebensmittel mit ungünstigen Fetten. Und das schadet der Gesundheit!
Was ist Cholesterin?
Cholesterin - im eigentlichen Sinne kein Fett, sondern ein "Fettbegleitstoff" - wird einerseits vom Körper selbst gebildet, andererseits durch die Nahrung aufgenommen.
Wichtig:
Nahrungscholesterin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor!
Hier kann also gespart werden!
Damit Cholesterin im Blut transportiert werden kann, braucht es "Träger", die sogenannten Lipoproteine
Die 2 Lipoproteine LDL und HDL sind die wichtigsten Transportmittel des Cholesterin.
Zwei Gesichter des Cholesterins
LDL transportiert das Cholesterin aus der Leber in die Körperzellen. Ist es erhöht, kann es zu gefährlichen Ablagerungen in den Blutgefäßen führen. Deswegen gilt es als das sog. "böse" Cholesterin.
HDL, das "gute" Cholesterin (sog. "Schutzlipoprotein"), bewirkt den Transport von Cholesterin aus Zellen und Gewebe in die Leber, in der das Cholesterin anschließend verstoffwechselt wird. Es verhindert also Cholesterinablagerungen in den Gefäßen.
Verhältnis zwischen HDL und LDL
Der Gesamtcholesteringehalt im Blut ist isoliert betrachtet nicht immer aussagekräftig bei der Einstufung einer Fettstoffwechselstörung.
Bei der Bewertung der Blutfettwerte spielt das Verhältnis von LDL zu HDL eine entscheidende Rolle, denn nur die Erhöhung von LDL ist für unseren Körper gefährlich!
Hierbei sollte der Quotient LDL : HDL kleiner als vier sein.
Beispiel:
LDL = 180mg/dl Blut
HDL = 60 mg/dl Blut
→ 180mg : 60mg = 3
Obwohl der Gesamtcholesteringehalt über 200 mg beträgt, liegt er aufgrund des hohen HDL-Gehaltes und des daraus resultierenden Quotienten von 3 im normalen, wünschenswerten Bereich.
Was sind Triglyceride?
Triglyceride (auch Neutralfette) sind das "eigentliche Fett im Blut". Sie werden mit der Nahrung zugeführt bzw. vom Körper (vor allem in der Leber) selbst gebildet.
Wie das Cholesterin, so werden auch die Triglyceride im Körper durch sog. "Träger" transportiert, v.a. Lipoproteine (VLDL = Lipoproteine mit sehr geringer Dichte) und Chylomikronen.
Fettstoffwechselstörungen - Krankheitsbild
Definition "Fettstoffwechselstörungen"
Zahlreiche angeborene und erworbene Erkrankungen können zu einer Hyperlipidämie (zu hohe Blutfettwerte) führen. Unter diesem Sammelbegriff werden die verschiedenen Fettstoffwechselstörungen, die mit einer Erhöhung der Blutfettwerte einhergehen, zusammengefasst. Die häufigsten Fettstoffwechselstörungen sind:
-
Hypercholesterinämie = zu hoher Cholesterinanteil im Blut
-
Hypertriglyceridämie = zu viele Triglyceride im Blut
-
kombinierte Hyperlipidämie = Hypertriglyceridämie + Hypercholesterinämie
Blutfettwerte im Überblick*
|
Normal |
Grenzwertig |
Bedenklich |
|
|---|---|---|---|
|
Gesamtcholesterin |
< 200 |
200-250 |
> 250 |
|
LDL-Cholesterin |
< 150 |
150-190 |
> 190 |
|
HDL-Cholesterin |
> 40 |
35-50 |
< 35 |
|
Triglyceride |
< 150 |
150-200 |
> 200 |
*Angaben in mg/100ml Blut
Ursachen von Fettstoffwechselstörungen
Es gibt zahlreiche Ursachen für eine Fettstoffwechselstörung (Hyperlipoproteinämie). Sind sie genetisch bedingt, spricht man von einer primären Hyperlipoproteinämie.
Sie können aber auch Folge einer anderen Erkrankung wie z.B. Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion oder Niereninsuffizienz sein. Man spricht dann von einer sekundären Hyperlipoproteinämie.
Häufigste Ursache für eine Hyperlipoproteinämie ist jedoch eine falsche Lebensweise!
Überernährung, falsche Ernährung, Übergewicht, mangelnde körperliche Betätigung, Stress und vieles mehr sind entscheidende Faktoren, die das Entstehen einer Fettstoffwechselstörung begünstigen. Ferner gibt es Medikamente (z.B. Bluthochdruckmedikamente, Cortison), die Einfluss auf den Fettstoffwechsel haben.
Die häufigsten Ursachen für sekundäre Hyperlipoproteinämien sind:
-
Mangelnde Zufuhr von Ballaststoffen
-
Medikamente (z.B. Diuretika, beta-Blocker, Cortison)
Komplikationen
Risikofaktor "erhöhte Blutfette"
Eine hohe Serumcholesterinkonzentration durch eine Erhöhung des LDL-Cholesterins ist ein wichtiger Risikofaktor bei der Entstehung der koronaren Herzkrankheit und des Herzinfarktes.
Bei den Patienten sind oft nicht nur das Cholesterin, sondern auch die Triglyceride erhöht. Diese kombinierte Fettstoffwechselstörung findet sich gehäuft bei übergewichtigen Patienten, die zusätzlich noch an einem Bluthochdruck und einem Diabetes Typ 2 erkrankt sind, und ist ein zusätzlicher Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen.
Weitere Risikofaktoren
Neben einem erhöhten Cholesterinspiegel und/oder erhöhten Blutfettwerten spielen auch andere Risikofaktoren eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen:
Die wichtigsten sind:
-
Rauchen
-
Bewegungsmangel
Das Fatale ist, dass sich mit jedem zusätzlichen Risikofaktor das Gesamtrisiko um ein Vielfaches erhöht!
Die Blutgefäße werden enger...
Zunächst verursachen erhöhte Blutfette keine spürbaren Beschwerden.Im Verlauf der Zeit führen sie jedoch zu Schäden an den Blutgefäßen. Durch Ablagerungen von Cholesterin und anderen Substanzen an den Gefäßwänden wird der Innendurchmesser der Blutgefäße langsam enger und die Gefäßwände starrer und poröser. Man spricht dann von arteriosklerotisch veränderten Gefäßen.
Das Blut kann dann durch ein arteriosklerotisch verändertes Gefäß nicht mehr ungehindert hindurchfließen. Dies kann überall im Körper zu Durchblutungsstörungen und den damit verbundenen Komplikationen führen.
Komplikationen drohen
Zu den wichtigsten Erkrankungen, die bei Menschen mit Hyperlipoproteinämien auftreten, gehören:
Angina pectoris
Durch die Verkalkung der Herzkranzgefäße gerät der Herzmuskel in Durchblutungsnot. Es entsteht die sog. Angina pectoris (Enge der Brust). Ein solcher Herzanfall kündigt sich z.B. durch einen bohrenden Schmerz in der linken Brustseite mit Ausstrahlung in den linken Arm an.
Herzinfarkt
Führt die Verengung und Verkalkung einer oder mehrerer Äste der Herzkranzgefäße zu einem völligen Verschluss derselben, so stirbt der abhängige Bezirk des Herzmuskels aufgrund der fehlenden Blutversorgung ab. Es entwickelt sich ein lebensbedrohlicher Herzinfarkt.
Schlaganfall
Wenn das Gehirn von der lebensnotwendigen Blutzufuhr abgeschnitten wird oder wenn diese durch die Gefäßverengung stark eingeschränkt ist, kann als schlimmste Folge der Schlaganfall auftreten. Als zweiter Mechanismus kann das Einreißen von porös gewordenen Blutgefäßen zu einer Einblutung in das Gehirn führen. Je nachdem, wie viele und welche Bereiche des Gehirns betroffen sind, können bleibende Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder der Tod resultieren.
Durchblutungsstörungen in den Beinen
Auch die Arterien in den Beinen können durch Ablagerungen so verengt sein, dass die Versorgung mit Blut gestört ist. Der damit verbundene Sauerstoffmangel führt zunächst zu Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf kann es zur Verschlusskrankheit kommen.
Diagnose
Bei Ihrem Hausarzt können Sie eine Bestimmung der morgendlichen Nüchtern-Blutfett- und Cholesterinwerte durchführen lassen. Dabei sollte nicht nur das Gesamtcholesterin bestimmt werden, sondern auch das LDL- und HDL-Cholesterin differenziert bewertet werden. Findet sich eine Erhöhung des Gesamtcholesterins und/oder des LDL-Cholesterins, sollten mögliche andere Ursachen für eine solche Cholesterinerhöhung ausgeschlossen werden.
Durch weitere Untersuchungen wie z.B. Blutdruckmessung, EKG und Blutzuckermessungen können andere Erkrankungen, die das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen, weitgehend ausgeschlossen werden. Je nach dem Gesamtrisiko wird jetzt der Zielwert für das Gesamt- bzw. das LDL-Cholesterin festgelegt.
Die Bewertung des Blutfettspiegels und die Beurteilung des gesundheitlichen Risikos sollte differenziert, in Abhängigkeit vom Gesamtrisiko erfolgen. Hierbei sollten auch weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, zusätzliche Stoffwechselerkrankungen, Rauchen, Alkoholmissbrauch etc. miteinbezogen werden.
Fettstoffwechselstörungen - Therapie
Therapie muss sein
Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass zu hohe Blutfettwerte ein entscheidender Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind und deshalb behandelt werden sollten.
Die Behandlung einer Fettstoffwechselstörung hängt von verschiedenen Faktoren ab:
|
Typ der Hyperlipidämie |
Cholesterin erhöht? Triglyceride erhöht? Cholesterin + Triglyceride erhöht? |
|
Höhe der Blutfettwerte |
Gesamthöhe? Verhältnis LDL/HDL? |
|
Weitere Risikofaktoren |
Rauchen? Übergewicht? Bluthochdruck? Bewegungsmangel? Diabetes mellitus? |
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und/oder Ernährungsberater und legen Sie mit ihm zusammen die Therapieziele fest.
Bei jeder Form der Fettstoffwechselstörung sollte zunächst mit nicht-medikamentösen Maßnahmen wie Gewichtsnormalisierung, fettmodifizierter Ernährung sowie einer Steigerung der körperlichen Aktivität therapiert werden.
Lassen sich die Blutfette hierdurch nicht ausreichend senken, kann es nötig sein, zusätzlich mit einer medikamentösen Behandlung zu beginnen. Die Ernährungs- und Bewegungstherapie sollte jedoch in jedem Fall weitergeführt werden.
Fettstoffwechselstörungen - Ernährung
Abbau von Übergewicht
Risikofaktor Nr. 1
Oberstes Ziel ist das Anstreben des Normalgewichts, denn jedes Kilo weniger wirkt sich günstig auf den Blutfettspiegel aus. Überernährung und daraus resultierendes Übergewicht (Adipositas) begünstigen in hohem Maße die Entstehung einer Hyperlipoproteinämie.
Übergewicht = Risikofaktor Nr. 1
Eine Reduktion des Gewichts ist nach heutigen Erkenntnissen am einfachsten über die Reduzierung der Fettzufuhr mit der Nahrung, eine Einschränkung des Alkoholkonsums und durch mehr körperliche Betätigung zu erreichen. Diese Maßnahmen haben zudem einen günstigen (senkenden Einfluss) auf erhöhte Fettwerte, erhöhte Blutzuckerwerte und den Blutdruck.
Bei Normalgewichtigen sollte das Gewicht im Normbereich gehalten werden, um das Risiko der Entstehung von Stoffwechselerkrankungen möglichst gering zu halten.
Ernährungsempfehlungen
Die Ernährung hat bei Fettstoffwechselstörungen einen hohen Stellenwert und stellt die Grundlage der Behandlung dar. Häufig ist falsche Ernährung ausschlaggebend für das Auftreten von Fettstoffwechselstörungen. Dann ist die Ernährungsumstellung die vorrangige und häufig alleinige therapeutische Maßnahme.
Aber keine Sorge - nicht Verzicht, sondern Umstellung der Ernährung ist angesagt, denn ein Verzicht (z.B. auf Butter) hat noch keinen Cholesterinspiegel in Ordnung gebracht!
Angepasste Energiezufuhr
Bekommt der Körper mehr Energie als er verbraucht, steigt das Körpergewicht. Umgekehrt sinkt es, wenn der Gesamtenergieverbrauch höher ist als die Zufuhr.
Der Energiebedarf ist abhängig von vielen Faktoren, z.B. Größe, Alter, körperliche Tätigkeit, Muskelmasse etc.
Mehr Informationen und Anleitung zum Thema Gewichtsreduktion finden Sie auf unseren Seiten zum Thema Übergewicht.
Nährstoffrelation
Richtige Ernährung bedeutet vor allem, dass das Verhältnis von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten (Nährstoffrelation) stimmen sollte.
Die Nährstoffrelation sollte laut DGE wie folgt aussehen:

Diese Aufteilung entspricht bei einer Energiezufuhr von 2000 kcal am Tag ca. 70 g Fett, 75 g Eiweiß und 275 g Kohlenhydrate
Und so sieht die Nährstoffverteilung bei einem Großteil der Bundesbürger aus:

Das bedeutet, dass die meisten Menschen viel zu viel Fett zu sich nehmen und das geht zu Kosten von Kohlenhydraten, v.a. Vollkornprodukten, Gemüse und Obst.
Reichlich Ballaststoffe
Reichlich heißt: Mindestens 30-40g Ballaststoffe pro Tag.
"Take five a day (nimm 5 am Tag)" heißt die Devise! Das bedeutet, fünf Portionen Obst, Salat bzw. Gemüse pro Tag und gilt für die Hauptmahlzeiten sowie für die Snacks zwischendurch.
-
Obst und Gemüse enthalten u.a. sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe, die sich cholesterinsenkend auswirken und insgesamt positiv für die Gesundheit sind.
-
Auch Kartoffeln und Hülsenfrüchte gehören dazu.
-
Haferkleie ist ein Nahrungsergänzungsmittel mit einem sehr hohen Ballaststoffanteil und cholesterinsenkenden Eigenschaften.
Vollkornprodukten den Vorzug geben
-
Auch Vollkornbrot, Vollkornreis, Vollkornnudeln, Vollkorngebäck und Hülsenfrüchte sind reich an Ballaststoffen und haben gegenüber Weißmehlprodukten viele Vorzüge, die den Fettstoffwechsel, das Gewicht, die Verdauung und somit die Gesundheit und das Wohlbefinden positiv beeinflussen.
-
Für Abwechslung und viel Geschmack sorgen die lange Zeit in Vergessenheit geratenen Lebensmittel Hirse und Grünkern. Aus ihnen lassen sich leckere Gerichte zaubern, die zudem noch sehr gesund sind.
Vegetarische Ernährung - günstig für die Blutfette
Untersuchungen haben ergeben, dass Vegetarier i.d.R. niedrigere Blutfettwerte haben als Nichtvegetarier. Das hat verschiedene Gründe:
Vegetarier verzichten auf Wurst und Fleisch - Lebensmittel, die meist reich an Cholesterin und Fett sind und deren Fette überwiegend aus gesättigten Fettsäuren bestehen. Außerdem essen sie mehr Vollkornprodukte, Gemüse und Obst und praktizieren häufig eine gesündere Lebensweise.
Öfter mal Fisch
Essen Sie regelmäßig Fisch, denn Fisch ist ein sehr wertvolles Nahrungsmittel. Er ist reich an Jod (Seefisch) und tierischem Eiweiß, meist bei geringem Fettgehalt.
Aber auch fette Fische wie Makrele,Lachs und Hering sind der Gesundheit, speziell bei erhöhten Blutfettwerten, sehr zuträglich und sollten häufiger in den Speiseplan eingebaut werden. Sie enthalten nämlich reichlich Omega-3-Fettsäuren, die sich positiv auf den Blutfettspiegel und die Fließfähigkeit des Blutes auswirken. Wer keinen Fisch mag, findet in Fischölkapseln eine adäquate Alternative.
Zuckerverzehr reduzieren
Der übermäßige Genuss von Zucker, zuckerreichen Speisen und Getränken kann zu Übergewicht führen, was sich wiederum ungünstig auf den Blutfettspiegel auswirkt. Ferner wird ein Überangebot an Zucker vom Körper in Fett umgewandelt. Hierdurch steigt der Triglyceridspiegel im Blut und der HDL-Cholesterinwert sinkt.
Wenn die Triglyceride erhöht sind, sollte auf Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel verzichtet werden (siehe Therapie bei Hypertriglyceridämie).
Alkoholkonsum einschränken
Auch Alkohol hat einen Einfluss auf die Blutfette und trägt zu deren Erhöhung bei, da Alkohol die Neubildung von Triglyceriden in der Leber fördert. Bei erhöhten Triglyceriden sollte daher auf Alkohol verzichtet werden. Außerdem enthält er viele Kalorien und trägt somit zur Entstehung von Übergewicht bei.
Wichtig: Alkohol schädigt ab einer bestimmten Menge viele Organe!
Tipp*: Maximal 30g (Männer) und 20g (Frauen) Alkohol pro Tag, das entspricht einer Menge von ca. 500ml Bier bzw. 250ml (1/4l) Wein.
* Gilt nur für Patienten ohne Erhöhung der Triglyceride!
Lebensmittelauswahl
Die folgende Liste soll Ihnen helfen, die geeigneten Lebensmittel für eine gesunde Ernährung bei Hyperlipidämie zu finden.
Die rot gekennzeichneten Lebensmittel sind nicht für Patienten mit Hypertriglyceridämie geeignet!
|
Lebensmittel |
Empfehlenswert |
in Maßen geeignet |
weniger geeignet |
|---|---|---|---|
|
Speiseöle |
Olivenöl, Rapsöl, Erdnussöl |
Distelöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Weizenkeimöl, Nussöl |
Butter, Schmalz, Kokosfett |
|
Fleisch |
Kalbfleisch, Kaninchen, Wild, Tatar |
Mageres Rind-, Schweine- oder Lammfleisch ohne sichtbares Fett, mageres Rinderhack |
Durchwachsenes, fettes Fleisch, Fleischkonserven, Speck, Schweinemett, Innereien (Herz, Leber, Niere, Hirn, Bries, Zunge) |
|
Geflügel |
Hähnchen, Pute (ohne Haut), Wildgeflügel |
Gans, Ente |
|
|
Wurstwaren |
Deutsches Corned beef, Rind- oder Kalbfleischsülze, Geflügelwurst |
magerer Schinken (roh oder gekocht), fettreduzierte Wurstsorten (<15%Fett) |
fettreiche Wurstsorten (z.B. Dauerwurst, Leberwurst, Blutwurst, Mettwurst, Mortadella, Bratwurst) |
|
Fisch |
Magerfische (z.B. Kabeljau, Scholle, Heilbutt, Schellfisch, Seelachs, Zander, Barsch, Hecht, Seezunge) Fettfische (Makrele, Lachs, Hering, Thunfisch) |
Panierter Fisch, Fischkonserven in Sauce |
Krusten- und Schalentiere (z.B. Languste, Garnele, Auster, Miesmuschel, Hummer), Aal, Kaviar, Bückling, Schillerlocken, Fischfrikadellen |
|
Eier |
Eiweiß |
bis zu 2 Eier/Woche |
Über 3 Eigelb/Woche (1 Eigelb ersetzen durch 1EL Sojamehl oder Sojagetränk) |
|
Milch/-Produkte |
Fettarme Milch, Kefir und Dickmilch mit 1,5 % Fett, Buttermilch, Naturjoghurt mit 1,5 % Fett, Magerquark, Molke |
Kondensmilch mit 4 % Fett, Speisequark mit 10 % Fett |
Vollmilch,3,5 % Fett, Kaffeesahne, Kondensmilch 7%, Naturjoghurt mit 3.5 % Fett, Speisequark 40 % Fett, Sahnequark, Schlagsahne, Creme fraiche, Schmand |
|
Käse |
Sauermilchkäse (z.B. Harzerkäse, Mainzerkäse), Magerkäse (<10% Fett i.Tr.) |
fettarme Käsesorten bis 30 % Fett i.Tr. |
fettreiche Käsesorten mit 40/45/50/60 % Fett i.Tr. z.B. Doppelrahm-Frischkäse |
|
Obst |
Frischobst, tiefgefrorenes Obst, ungezuckertes Obstkompott |
Avocado, gezuckerte Obstkonserven, Trockenobst |
|
|
Gemüse |
alle Arten, gedünstet oder als Rohkost, frisch oder Tiefkühlkost (TK) (je nach Jahreszeit), fettarm zubereitet |
Gemüsekonserven |
|
|
Kartoffeln |
Pellkartoffeln, Folienkartoffeln, Kartoffelpüree Kartoffelklöße |
Mit geeigneten Fetten gebratene oder frittierte Kartoffelprodukte, z.B. Pommes frites, Bratkartoffeln |
mit ungeeigneten Fetten zubereitete Kartoffelprodukte, z.B. Chips |
|
Getreide/-Produkte |
Vollkornteigwaren, Haferflocken, -mehl, Haferprodukte, Mais, Grünkern, Buchweizen, Hirse, Vollkornreis |
Helle Auszugsmehle, helle Brotsorten, handelsübliches gezuckertes Müsli, weißer Reis, helle eifreie Teigwaren |
Fetthaltige Feinbrote (z.B. Croissants), eihaltige Teigwaren |
|
Backwaren |
Vollkornzwieback |
Zwieback, Backwaren aus Hefeteig oder Quark-Ölteig |
Backwaren aus Mürbe-, Biskuit-, Rühr-, Blätter-, Brandteig, Salz- und Käsegebäck |
|
Nüsse |
Nüsse aller Art außer Kokosnüsse |
Kokosnuss |
|
|
Süßwaren |
Süßstoffe, Zucker, Zuckeraustauschstoffe (z.B. Fruktose), Marmelade, Gelee, Honig, Bonbons, Lakritz, Fruchtgummis, Fruchteis, Milcheis |
Nuss-Nougat-Creme, Schokolade, Schokoladenerzeugnisse, Pralinen, Nougat, Marzipan, Sahneeis, Softeis |
|
|
Getränke |
alle alkoholfreien Getränke z.B. Kräuter- und Früchte-Tee, Mineralwasser, alle Getränke ohne Zusatz von Zucker (kalorienreduziert) z.B. naturtrübe/ -reine Obst- und Gemüsesäfte |
Fettarmer Kakao, zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, Malzbier, alkoholische Getränke |
Ungefilterter Kaffee, Trinkschokolade |
|
Sonstige Produkte |
Kräuter, Gewürze, Senf, Essig |
Ketchup, Flüssigwürze, Salz |
Mayonnaise, Remoulade |
Quelle: mod. nach Biesalski et al: Ernährungungsmedizin, Thieme Verlag, 2004
Fettstoffwechselstörungen - Fettsäuren
Fette in der Ernährung
Nicht nur die Menge macht's!
Für eine Senkung der Blutfette spielen eine Rolle:
-
Die verzehrte Fettmenge
-
Die Fettart
Zuviel Fett macht nicht nur dick, sondern erhöht auch die Blutfettwerte. Deshalb lautet ein wichtiger Grundsatz:
Fettaufnahme reduzieren!
Beim Fettverbrauch weicht der tatsächliche Verzehr von den Empfehlungen stark ab. Wie zuvor bereits dargestellt, sollte die Gesamtfettmenge pro Tag maximal 30% der Energiezufuhr betragen = ca. 60-80g Fett pro Tag. Damit sind Streichfett, Kochfett und das versteckte Fett in Nahrungsmitteln gemeint. Das scheint auf den ersten Blick viel - ist es aber nicht, denn eine Bratwurst enthält bereits ca. 30g Fett!
Fette unter der Lupe
Nahrungsfette, ob tierischen oder pflanzlichen Ursprungs, sind aus Glycerin und Fettsäuren zusammengesetzt und zwar aus einer Mischung gesättigter, einfach ungesättigter und mehrfach ungesättigter Fettsäuren.

Die Anteile und die Art der jeweiligen Fettsäuren bestimmen die Eigenschaften und den Gesundheitswert eines Fettes.
Gesättigte Fettsäuren
Gesättigte Fettsäuren sind in allen Nahrungsfetten enthalten. Tierische Fette (z.B. in Wurst, Speck, Käse, Milchprodukten) enthalten mehr als pflanzliche Fette (Ausnahme: Kokosfett!).
Gesättigte Fettsäuren erhöhen den Cholesterinspiegel des Blutes.
Einfach ungesättigte Fettsäuren
Einfach ungesättigte Fettsäuren (EuFS) sind v.a. in pflanzlichen Fetten enthalten (z.B. in Olivenöl, Rapsöl und Erdnussöl). Wichtigste EuFS ist die Ölsäure.
Untersuchungen der letzten Jahre haben ergeben, dass auch EuFS eine deutliche Senkung des Cholesterinspiegels bewirken, und zwar des Gesamtcholesterins und des LDL. Das "gute" HDL bleibt konstant.
Deshalb sind EuFS die Fettsäuren, die sich am günstigsten auf den Cholesterinspiegel auswirken.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (MUFS) werden häufig als "essentielle Fettsäuren" (= lebensnotwendig) bezeichnet und können nicht vom Körper selbst hergestellt werden, sondern müssen mit der Nahrung zugeführt werden.
Auch sie sind überwiegend in pflanzlichen Fetten enthalten. Sie haben einen positiven Einfluss auf den Fettspiegel im Blut.
Einen hohen Anteil MuFS enthalten Distelöl und Sonnenblumenöl. Sie senken das Gesamtcholesterin, also das LDL, aber z.T. auch das "gute" HDL.
Transfettsäuren
Transfettsäuren entstehen u.a. bei der chemischen Härtung von Fetten und finden sich überwiegend in gehärteten Fetten (z.B. Margarine) und Nahrungsmitteln, die solche enthalten (z.B. Speiseeis, Schokoladenüberzug).
|
Lebensmittel |
Transfettsäuren [%] |
|---|---|
|
Milch- und Rinderfett |
3-6 (anteilig an den Gesamt-Fettsäuren) |
|
Lamm- und Hammelfett |
3-6 oder mehr (anteilig an den Gesamt-Fettsäuren) |
|
Speisefette |
1-2 |
|
Pflanzenöle und Flüssigmargarinen |
<1 |
|
Backwaren (Zwieback, Cracker, Kekse usw.), Frühstücksflocken mit Fettzusatz, Pommes frites, Trockensuppen, einige Süßwaren, Snacks |
1-30 (anteilig an den Gesamt-Fettsäuren) |
Quelle: BfR 2006
Bei vermehrter Zufuhr führen Transfettsäuren zu einer Erhöhung des Gesamtcholesterins und des LDL sowie zu einer Senkung des HDL.
Fettzufuhr in der Praxis
Die Fettzufuhr sollte aus je 1/3 mehrfach ungesättigten, einfach ungesättigten und gesättigten Fettsäuren bestehen.
Das bedeutet für die Praxis:
|
Weniger |
Mehr |
|---|---|
|
Fettes Fleisch und fette Wurst |
Seefisch |
|
Schmalz, Speck, Butter |
Pflanzenöl |
|
Frittiertes |
Gedünstetes |
|
Eier |
Gemüse |
|
Milchprodukte und Käse mit vollem Fettgehalt |
Fettarme Milchprodukte und fettarmer Käse |
Merke:
Der Anteil tierischen Fettes sollte zugunsten pflanzlicher Fette stark reduziert werden!
Tipps zum Fettsparen
Streichfett reduzieren
-
Margarine (ungehärtet) bzw. Butter nur dünn streichen
-
Statt Streichfett Senf, Tomatenmark, Sauerrahm 10% verwenden, bei fetteren Wurst- bzw. Käsesorten Streichfett ganz weglassen
-
Statt Wurst oder Käse öfter fettarme vegetarische Brotaufstriche - mit Gemüsestückchen ergänzt - verzehren
-
Die "Fitness-Stulle" sieht so aus: eine dicke Scheibe Vollkornbrot dünn belegt mit fettarmen Köstlichkeiten und reichlich Gemüsegarnitur.
Versteckte Fette reduzieren
-
Fettarmen Wurst- und Käsesorten den Vorzug geben. Statt Nussnougatcreme besser Marmelade* oder Honig* aufs Brot geben
-
Vollfette Milchprodukte gegen fettarme austauschen (1,5% bzw. 30%Fett i.Tr. beim Käse)
-
Statt Chips und Erdnüsse lieber Gemüsestückchen, Obst* oder Salzstangen den Vorzug geben
-
Statt Schokolade lieber Gummibärchen* ,Obst* oder Trockenfrüchte* naschen
-
Müsli ohne Nüsse, Sonnenblumenkerne und Schokostückchen kaufen
-
Statt zu Brat- oder Bockwurst besser zu Putensteak oder Hähnchenbrust greifen
-
Pommes, Bratkartoffeln, Kroketten oder Rösti gegen Vollkornreis, Vollkornnudeln oder Kartoffeln austauschen
-
Obstkuchen statt Sahnetorte, Hefegebäck statt Blätterteig bzw. Biskuitschnitten
-
Eintöpfe, Suppen, Saucen, Fonds über Nacht in den Kühlschrank stellen - dann das erstarrte Fett abnehmen
-
Fettfrei Saucen binden: statt Sahne oder Creme fraiche geht's fettfrei und genauso lecker mit pflanzlichen Bindemitteln, püriertem Gemüse oder Kartoffelpüreeflocken.
Koch- und Bratfett reduzieren
-
Fettarme Garmethoden sind: dünsten, dämpfen, kochen, grillen, garen in Folie und im Römertopf
-
Öl für Salate und zum Kochen immer abmessen (Teelöffel)!
-
Beschichtete Pfannen und Töpfe verwenden - den Boden dünn mit Öl bepinseln
-
Pudding, Cremes, Milchreis, Kartoffelpüree u.a. lassen sich bestens mit fettarmer Milch zubereiten
-
Fleisch bzw. Fisch grillen statt panieren
-
Eintöpfe statt mit Speck mit magerem Rindfleisch zubereiten
-
Reichlich frische Kräuter, Zwiebeln und Knoblauch runden das Essen geschmacklich ab
Die mit * gekennzeichneten Tipps gelten nicht, wenn die Triglyceride erhöht sind!
Fettstoffwechselstörungen - Fette in Lebensmitteln
Fetthaltige Lebensmittel enthalten meist ein Gemisch der unterschiedlichen Fettsäuren. In der folgenden Tabelle finden Sie die durchschnittliche Fettsäuren-Zusammensetzung einiger pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel.
|
Fettsorten |
gesättigte FS in % |
einfach ungesättigte FS in % |
mehrfach ungesättigte FS in % |
sonstige Fettbestandteile |
|---|---|---|---|---|
|
Tierische Fette |
||||
|
Milchfett |
67 |
25 |
2 |
6 |
|
Schweineschmalz |
39 |
45 |
12 |
4 |
|
Butter |
65 |
28 |
2 |
5 |
|
Gänseschmalz |
28 |
58 |
11 |
3 |
|
Pflanzliche Fette |
||||
|
Kokosfett |
87 |
7 |
2 |
4 |
|
Olivenöl |
14 |
71 |
9 |
6 |
|
Palmöl |
49 |
37 |
10 |
4 |
|
Erdnussöl |
20 |
56 |
22 |
2 |
|
Sojaöl |
15 |
19 |
61 |
5 |
|
Maiskeimöl |
14 |
26 |
56 |
4 |
|
Sonnenblumenöl |
11 |
25 |
50 |
14 |
|
Distelöl |
9 |
11 |
76 |
4 |
|
Sesamöl |
13 |
41 |
43 |
3 |
|
Rapsöl |
9 |
49 |
24 |
18 |
|
Walnussöl |
11 |
19 |
65 |
5 |
Quelle: berechnet mit PRODI expert®
Fette bewusst auswählen
Eine bewusste Fettauswahl in der Ernährungspraxis bedeutet somit:
-
Nahrungsmittel bevorzugen, die besonders viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten (z.B. Olivenöl, Distel- und Sonnenblumenöl, ungehärtete Pflanzenmargarine, Nüsse etc.).
-
Den Verzehr von Nahrungsmitteln mit gesättigten Fettsäuren (z.B. Wurst, Käse, Speck, Fleisch etc.) einschränken und fettarmen Produkten den Vorzug geben.
Faustregel: Essen Sie mehr pflanzliche Produkte und weniger tierische!
Fettgehalt einiger Lebensmittel
So bekommen Sie Ihr Fett weg
Lebensmittel enthalten unterschiedliche Mengen an Fett. Sie sollten wissen, welche Lebensmittel fettreich und welche mager sind, denn es lässt sich dadurch eine Menge Fett einsparen!
Die Lebensmittel der Gruppen I und II sind sehr fettreich. Sie sollten sehr sparsam damit umgehen bzw. diese meiden. Hingegen ergibt sich ein geringerer Fettgehalt Ihrer Ernährung, wenn Sie bevorzugt die Lebensmittel der Gruppen IV und V genießen.
Gruppe I und II
|
Gruppe I 100-26g Fett in 100g |
Gruppe II 25-15g Fett in 100g |
||
|---|---|---|---|
|
Lebensmittel |
Fett [g] |
Lebensmittel |
Fett [g] |
|
Milchprodukte, Käse |
|||
|
Weichkäse mind. 70% F.i.T. |
40 |
Feta |
24 |
|
Sahne |
32 |
Schmelzkäse mind. 45% F.i.T |
24 |
|
Edelpilzkäse mind. 50% F.i.T. |
30 |
Weichkäse mind. 45% F.i.T. |
22 |
|
Schmelzkäse mind. 70% F.i.T. |
30 |
Mozzarella |
21 |
|
Schnittkäse mind. 50% F.i.T. |
27 |
Schmand, 20% Fett |
20 |
|
Hartkäse 30% F.i.T |
26 |
||
|
Fleisch, Wurst, Geflügel |
|||
|
Frühstücksspeck |
65 |
Bratwurst |
25 |
|
Teewurst |
45 |
Suppenhuhn |
19 |
|
Salami |
33 |
Dönerfleisch |
17 |
|
Leberwurst |
31 |
Ente |
15 |
|
Leberkäse |
27 |
||
|
Fisch |
|||
|
Anchovis |
32 |
Thunfisch in Öl, abgetropft |
21 |
|
geräucherter Aal |
29 |
Matjesfilet |
18 |
|
geräucherte Makrele |
29 |
||
|
Meeresfrüchte in Öl |
26 |
||
|
Fette/Öle |
Beilagen/Fast Food |
||
|
Pflanzenöle |
100 |
Pommes frites |
20 |
|
Butter, Mayonnaise |
83 |
Spiegelei |
15 |
|
Margarine |
80 |
||
|
Halbfettmargarine |
40 |
||
|
Soßen/Suppen |
|||
|
Sauce Hollandaise |
59 |
Rahmsoße |
18 |
|
Remoulade |
53 |
Käse-Sahne-Soße |
15 |
|
Süßigkeiten/Gebäck |
|||
|
Vollmilchschokolade |
33 |
Kekse/Plätzchen |
25 |
|
Croissant |
33 |
Vollkornkekse |
22 |
|
Blätterteig |
32 |
Stollen |
18 |
|
Nusskuchen |
31 |
Rührkuchen |
17 |
|
weiße Schokolade |
30 |
Bitterschokolade |
16 |
|
Nüsse, Saaten |
Sonstige |
||
|
Walnuss |
71 |
Vegetarischer Brotaufstrich |
22 |
|
Pistazie |
52 |
Sojamehl |
21 |
|
Leinsamen |
37 |
||
Gruppe III und IV
|
Gruppe III (14-4g Fett in 100g) |
Gruppe IV (3-0g Fett in 100g) |
||
|---|---|---|---|
|
Lebensmittel |
Fett [g] |
Lebensmittel |
Fett [g] |
|
Milchprodukte, Käse |
|||
|
Weichkäse mind. 30% F.i.T. |
13 |
Schichtkäse 10% F.i.T. |
2 |
|
Hartkäse 20% F.i.T |
12 |
Milch 1,5% Fett |
1-2 |
|
Schmelzkäse mind. 20% F.i.T. |
12 |
Sauermilch 1,5% Fett |
1-2 |
|
Sahne 10% Fett |
11 |
Hartkäse <10% F.i.T. |
1 |
|
Schichtkäse 20% F.i.T |
5 |
Trinkmolke, Buttermilch |
<1 |
|
Körniger Frischkäse |
4 |
Magerquark |
<1 |
|
Vollmilch 3,5% Fett |
3-4 |
||
|
Fleisch, Wurst, Geflügel |
|||
|
Rinderfrikadelle |
14 |
Sülze und Aspik |
3 |
|
Brathähnchen |
11 |
Gegartes Schweinefilet |
2-3 |
|
Hot Dog |
10 |
Mageres Kalbfleisch |
1 |
|
gemischtes Hackfleisch |
9 |
Gekochte Hühnerbrust |
1 |
|
Rindsroulade |
8 |
||
|
Mittelfettes Kalbfleisch |
6 |
||
|
Magerer Lachsschinken |
4 |
||
|
Fisch |
|||
|
Abgetropfter Rollmops |
13 |
Gegarte Forelle |
3 |
|
Lachs |
13 |
Krabben |
2 |
|
Panierter gebratener Rotbarsch |
10 |
Hummer |
2 |
|
Gebackene TK-Fischstäbchen |
9 |
Seezunge, Scholle |
2 |
|
Sardinen (Konserve ohne Öl) |
4 |
Miesmuscheln |
2 |
|
Hecht, Zander, Seelachs |
1-3 |
||
|
Kabeljau, Schellfisch |
<1 |
||
|
Beilagen/Fast Food |
|||
|
Gebratene Polenta |
11 |
Vegetarischer Döner |
3 |
|
Mehlspeisen |
10 |
Nudeln |
1 |
|
Pizza Margharita |
10 |
Reis |
<1 |
|
Kartoffelpuffer |
10 |
Viele Gemüse |
<1 |
|
Käsespätzle |
9 |
Kartoffeln |
<1 |
|
Gebratener Tofu |
8 |
||
|
Kartoffelsalat |
5 |
||
|
Gekochte Polenta |
4 |
||
|
Soßen/Suppen |
|||
|
Béchamelsoße |
9 |
Erbseneintopf |
3 |
|
Senfsoße |
8 |
Gemüsesuppe |
3 |
|
Tomatensoße |
6 |
Tomatensuppe |
3 |
|
Hühnersuppe |
4-5 |
Béchamelsoße (mit fettarmer Milch zubereitet) |
3 |
|
Süßigkeiten/Gebäck |
|||
|
Krapfen |
14 |
Mehle/Brote |
1-2 |
|
Butterkekse |
11 |
||
|
Obstkuchen |
9 |
||
|
Cremeeis |
9 |
||
|
Pralinen |
6 |
||
|
Zwieback |
4 |
||
|
Getreide |
|||
|
Weizenkeimflocken |
9 |
||
|
Haferflocken |
7 |
||
Quelle: berechnet mit PRODI expert®
Fettstoffwechselstörungen - Hypercholesterinämie
Cholesterinzufuhr
Neben der Reduzierung der Fettzufuhr und der Beachtung der Fettart (Fettsäurenzusammensetzung) spielt die Höhe der Cholesterinzufuhr bei der Therapie von Hypercholesterinämien eine bedeutende Rolle.
Maximal 300mg Cholesterin sollten es pro Tag sein!
300mg Cholesterin sind jeweils enthalten in:
-
1 Eigelb
-
120 g Butter
-
300 g Käse
-
120 g Leber
-
200 g Krabben
Cholesteringehalt
In der folgenden Tabelle finden Sie den Cholesteringehalt ausgewählter Lebensmittel.
|
Lebensmittel |
Cholesterin [mg] pro Portion |
Portionsgröße [g] |
Cholesterin [mg] pro 100g |
|---|---|---|---|
|
Hirn |
3423 |
125 |
2738 |
|
Käseomelett |
752 |
210 |
358 |
|
Gebratene Nudeln mit Ei |
734 |
340 |
216 |
|
Innereien |
538 |
125 |
430 |
|
Maultaschen mit Ei |
536 |
275 |
195 |
|
Gegrillte Scampis |
456 |
300 |
152 |
|
Selbstgemachte Sauce Hollandaise |
454 |
110 |
413 |
|
Hühnereigelb |
239 |
19 |
1260 |
|
Hühnerei |
238 |
60 |
396 |
|
Tiramisu |
224 |
125 |
179 |
|
Garnelen |
169 |
100 |
169 |
|
Flusskrebse |
166 |
100 |
266 |
|
Miesmuscheln |
157 |
100 |
157 |
|
Gerächerter Aal |
129 |
75 |
172 |
|
Schweinekotelett |
122 |
150 |
81 |
|
Waffeln |
116 |
50 |
231 |
|
Scholle |
114 |
150 |
76 |
|
Rinderbrust |
109 |
125 |
87 |
|
Spätzle |
96 |
200 |
48 |
|
Blätterteig |
85 |
100 |
85 |
|
Ölsardinen |
84 |
60 |
140 |
|
Schellfisch |
65 |
150 |
43 |
|
Butter |
44 |
20 |
221 |
|
Nudeln |
43 |
125 |
34 |
|
Emmentaler (45% F.i.T.) |
25 |
30 |
83 |
|
Brie (50% F.i.T.) |
22 |
30 |
74 |
|
Schlagsahne |
21 |
25 |
84 |
|
Kochschinken |
16 |
30 |
53 |
|
echter Kaviar |
15 |
5 |
300 |
|
Crème fraîche |
13 |
15 |
86 |
Quelle: berechnet mit PRODI expert®
Cholesterinarme Rezepte
In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche cholesterinarme Rezepte.
Merke:
Bei den meisten Menschen führt eine Reduktion der Cholesterinzufuhr zu einer Senkung des Cholesterinspiegels im Blut und stellt somit eine wichtige therapeutische Maßnahme dar.
Jedoch führt diese Maßnahme nicht bei allen Patienten zum gewünschten Erfolg, da auch die körpereigene Cholesterinproduktion eine Rolle spielt.
Die Cholesterinmenge im Körper ist von der Cholesterinaufnahme durch Nahrungsmittel (bis zu 0,8 g/Tag) und von der körpereigenen Cholesterinproduktion (ca. 1-1,5 g/Tag) abhängig. Der Großteil des Cholesterins entsteht also im Körper selbst und ist durch die Auswahl entsprechender Fettsäuren zu beeinflussen.
Bewegung
Durch regelmäßige körperliche Bewegung steigt das HDL-Cholesterin, was wünschenswert ist, da ein hohes HDL-Cholesterin vor Arteriosklerose schützt.
Stress
Sowohl seelische als auch körperliche Überforderung wirken sich ungünstig auf den Cholesterinspiegel aus.
Fettstoffwechselstörungen - Hypertrigylceridämie
Übergewicht abbauen und Fett reduzieren
Für die Therapie der Hypertriglyceridämie gelten die in den vorigen Kapiteln vorgestellten Grundsätze, v.a. die Gewichtsnormalisierung und die Beschränkung der Fettzufuhr.
Triglyceride werden mit der Nahrung zugeführt bzw. vom Körper selbst gebildet (z.B. aus einfachen Kohlenhydraten und Alkohol).
Bei der Therapie sollten zusätzlich folgende Grundsätze berücksichtigt werden:
-
Schnell resorbierbare Kohlenhydrate wie Zucker, Honig, Fruchtzucker, Zuckeraustauschstoffe (Sorbit, Xylit), Traubenzucker u.ä. sowie Lebensmittel die diese enthalten (u.a. Süßigkeiten, Süßspeisen, gezuckerte Getränke, Backwaren etc.) meiden.
-
Künstliche Süßstoffe (Cyclamat, Saccharin u.a.) sind erlaubt, denn sie haben keinen Einfluss auf die Triglyceride.
-
Bei den komplexen Kohlenhydraten (= stärkehaltigen: z.B. Brot, Reis, Nudeln) Vollkornprodukte bevorzugen.
-
Regelmäßig Lachs, Makrele, Hering in den Speiseplan einbauen. Die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren senken den Triglyceridspiegel.
-
Auf Alkohol möglichst verzichten.
Tipps für den Einkauf
|
Geeignete Lebensmittel |
Ungeeignete Lebensmittel |
|---|---|
|
Künstlicher Süßstoff |
Zucker, Traubenzucker, Honig, Diabetikerzucker (Sorbit, Fruchtzucker, Xylit) |
|
Stark verdünnte Saftschorle (Verhältnis 1:5), Mineralwasser, Tee, Diätgetränke mit künstlichem Süßstoff, ohne Zucker |
Alkohol jeder Art |
|
Gemüsesäfte |
Fruchtsäfte, unverdünnt |
|
Kräutertee |
Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke (Cola, Limo etc.), Malzbier |
|
Frischobst in Maßen (1 Stück am Tag) |
Süße Obstsorten wie Bananen, Trauben, Ananas, Obstkonserven und Gemüsekonserven, die Zucker enthalten |
|
Salat, Gemüse |
Trockenfrüchte |
|
Fettarme vegetarische Brotaufstriche |
Marmelade |
|
Selbsthergestellte Saucen aus Gemüse |
Ketchup, Cocktailsaucen |
|
Süßspeisen wie Eis, Dessert mit Zucker, Süßigkeiten |
Zusätzlich gelten die Ernährungsempfehlungen und die Lebensmittelauswahl, wie sie im Kapitel Ernährung bei Hyperlipoproteinämien beschrieben sind!
Fettstoffwechselstörungen - Bewegung
Sport senkt Blutfette
Zur Unterstützung von Gesundheit und Wohlbefinden trägt eine regelmäßige sportliche Tätigkeit bzw. ausreichend körperliche Bewegung in hohem Maße bei.
Auch auf die Blutfettwerte wirkt sich eine regelmäßige körperliche Tätigkeit (z.B. Radfahren, Walking, Schwimmen, Wandern) günstig aus.
Allein schon durch regelmäßiges Bewegungstraininglässt sich ein erhöhter Blutfettspiegel senken.
Hervorzuheben ist, dass dadurch das HDL-Cholesterin steigt, was wünschenswert ist, da ein hohes HDL-Cholesterin vor Arteriosklerose schützt.
Ferner wird durch regelmäßige Bewegung der Energieverbrauch gesteigert. Dies erleichtert das Abnehmen, der Kreislauf wird angeregt und die Organe werden besser durchblutet.
Auch die psychische Verfassung bleibt durch die körperliche Aktivität nicht unberührt. Hier zeigt sich die positive Wirkung u.a. auf die Stressbewältigung und die Ausgeglichenheit, was wiederum gut für die Blutfette ist.
Denken Sie daran, dass sie keine sportlichen Höchstleistungen erbringen sollen! Viel wichtiger ist, dass der Ausgleichsport regelmäßig durchgeführt wird.
Regelmäßig bedeutet mehrmals wöchentlich mindestens 30 Minuten.
Auch Treppensteigen, Gartenarbeit, Fußwege, Gymnastik und eher "weniger intensive" Bewegungen zählen dazu! Welche Sportarten zu empfehlen sind, hängt vom jeweiligen körperlichen Zustand und auch vom Alter ab.
Die Devise sollte jedoch lauten: Spaß statt Stress!
Stressabbau
Vermeiden Sie Stress
Stress ist die Folge seelischer und/oder körperlicher Anspannung bzw. Überforderung. Er macht sich u.a. durch eine Steigerung der Herzfrequenz, eine Erhöhung des Blutdrucks und vermehrte Schweißproduktion bemerkbar.
Stress (körperlicher und seelischer) kann die Entstehung vieler Krankheiten, v.a. Herz-Kreislauferkrankungen, begünstigen. Untersuchungen haben ergeben, dass anhaltender Ärger, ständige Angst- oder andere psychische Belastungszustände im beruflichen oder privaten Bereich den Cholesterinspiegel im Blut ansteigen lassen.
Es gibt heutzutage viele Methoden, Stress zu mildern bzw. abzubauen. Von einfachen Methoden wie einen Spaziergang machen und bewusst die Natur wahrnehmen, Wandern, Walken, Malen, Musik hören, Tanzen, ein Bad nehmen bis hin zu speziellen Anti-Stress-Programmen wie Autogenes Training, Tai chi, Yoga, progressive Muskelentspannung u.v.a.
Finden Sie Ihr eigenes individuelles Anti-Stress-Programm!Fettstoffwechselstörungen - Sekundäre Pflanzenstoffe
Hinweis
Dieses Kapitel ist für Ernährungsfachkräfte und Ärzte geschrieben. Es enthält daher möglicherweise Begriffe, die für den Laien nicht verständlich sind. Wenn Sie nicht alles verstehen, drucken Sie diese Seite doch einfach aus und besprechen Sie sie mit Ihrem Arzt oder Ernährungsberater.
Definition
Unter sekundären Pflanzenstoffen versteht man eine Gruppe unterschiedlichster Pflanzeninhaltsstoffe, die sowohl gesundheitsschädliche als auch gesundheitsfördernde Wirkungen auf den menschlichen Körper besitzen können. In einer normalen Mischkost überwiegen jedoch eindeutig die positiven Eigenschaften. Deshalb wurde der frühere – eher negative – Begriff der "antinutritiven" Inhaltsstoffe durch den neutraleren Begriff der sekundären Pflanzenstoffe ersetzt.
Wie bereits der Name verrät, kommen diese Verbindungen hauptsächlich in Pflanzen vor. Hier dienen sie als Farb- und Duftstoffe sowie zur Abwehr von Schädlingen. Es wird vermutet, dass es zwischen 60.000 und 100.000 sekundäre Pflanzenstoffe gibt. Einige von Ihnen sind in der Lage, durch verschiedene Prozesse den Cholesterinspiegel des Menschen zu senken. Die wichtigsten sekundären Pflanzenstoffe in Bezug auf den Fettstoffwechsel sind im Folgenden beschrieben.
Saponine
Hier handelt es sich um zuckerähnliche Substanzen (Glykoside), die hauptsächlich in Hülsenfrüchten (Bohnen, Luzerne) vorkommen und über zwei Wege den Cholesterinspiegel beeinflussen:
1. direkt
Saponine sind in der Lage, Cholesterin im Darm zu binden (Saponin-Cholesterin-Komplex) und dadurch die Aufnahme von Cholesterin mit der Nahrung zu reduzieren.
2. indirekt
Cholesterin ist Bestandteil der primären Gallensäuren, die zur Unterstützung der Fettverdauung in den oberen Dünndarm abgegeben werden. In unteren Darmabschnitten werden diese jedoch rückresorbiert und stehen somit dem Körper erneut zur Verfügung ("enterohepatischer Kreislauf").
Saponine binden diese primären Gallensäuren, so dass sie vermehrt mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Für die Neubildung von Gallensäure wird körpereigenes Cholesterin verwendet, was dazu führt, dass der Cholesterinspiegel im Blut sinkt.
Durch die Bindung der Gallensäuren wird zusätzlich das Dickdarmkrebsrisiko herabgesetzt, da bestimmte Darmbakterien Gallensäuren zu sogenannten sekundären Gallensäuren abbauen, die wahrscheinlich eine kanzerogene (krebsauslösende) Wirkung besitzen.
Eine cholesterinsenkende Wirkung isolierter Saponine konnte bei Nagetieren nachgewiesen werden. Nicht völlig geklärt ist die Wirkung auf den Menschen, da in bisherigen Untersuchungen nur Lebensmittel eingesetzt wurden, die weitere cholesterinsenkende Substanzen enthielten. Dennoch sind saponinhaltige Lebensmittel (Bohnen, Luzernensamen) für die Behandlung eines überhöhten Cholesterinspiegels zu empfehlen, da Überdosierungen durch die Aufnahme dieser Lebensmittel nicht zu erwarten sind.
Phytosterine
Phytosterine sind cholesterinähnliche Substanzen, die hauptsächlich in Pflanzenölen enthalten sind. Die drei Hauptvertreter sind beta-Sitosterin, Campesterin und Stigmasterin.
Der cholesterinsenkende Effekt der Phytosterine gilt als gesichert, das Wirkungsprinzip ist noch weitestgehend unklar. Es gibt bislang zwei Hypothesen:
-
Hemmung der Cholesterinabsorption durch Auskristallisation im Darm
-
Hemmung der Cholesterinabsorption durch Verdrängung des Cholesterins aus den Mizellen
Diese beiden Theorien setzen voraus, dass Phytosterine zusammen mit Cholesterin verzehrt werden, was bei der üblichen Mischkost der Fall ist.
Phytosterine sind zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte zu empfehlen. Sie werden bereits zur Therapie der Hypercholesterinämie eingesetzt. Als "Functional Food" werden sie z.T. der Margarine zugesetzt.
Tocotrienole
Tocotrienole sind Verwandte des Vitamin E (alpha-Tocopherol). Einen besonders hohen Gehalt weisen die Samen (v.a. die Randschichten) und das Öl der Gerste, des Hafers und des Roggens auf.
Im Gegensatz zu den Saponinen und Phytosterinen hemmen sie die körpereigene Cholesterinbildung in der Leber. Dies ist auf die Hemmung eines Enzyms (HMG-CoA-Reduktase) zurückzuführen, das maßgeblich an der Cholesterinsynthese beteiligt ist.
Die Wirksamkeit der Tocotrienole im Hinblick auf die Senkung des Cholesterinspiegels wurde in mehreren Studien nachgewiesen.
Sulfide
Sulfide sind Schwefelverbindungen, die hauptsächlich in Zwiebelgewächsen und Knoblauch enthalten sind. Das Alliin, der Hauptwirkstoff des Knoblauchs, hemmt ebenfalls die Cholesterinsynthese der Leber.
Die cholesterinsenkende Wirkung gilt bei frischem Knoblauch als gesichert, bei Knoblauchpräparaten liegen keine eindeutigen Ergebnisse vor.
Fazit
Eine gesunde Mischkost, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln wie Vollkorngetreideprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse ist, stellt die Grundlage für eine Reduktion des Cholesterinwertes dar und kann dazu beitragen, den Medikamenteneinsatz zu minimieren!
Quelle: Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln, B. Watzl, C. Leitzmann
Ballaststoffe
Allgemeines
Als Ballaststoffe werden unverdauliche Nahrungsbestandteile bezeichnet. Sie sind fast ausschließlich pflanzlichen Ursprungs und weisen die unterschiedlichsten chemischen Strukturen auf. Besonders reich an Ballaststoffen sind Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.
Cholesterinsenkende Wirkung
In verschiedenen Studien wurde die Wirksamkeit der Ballaststoffe in Bezug auf den Cholesterinspiegel belegt. Dies gilt jedoch nur für Versuchsdiäten mit Haferkleie, Bohnen, Pektin und Guarkernmehl.
Es hat sich gezeigt, dass wasserlösliche Ballaststoffe einen günstigeren Einfluss besitzen als wasserunlösliche. Die cholesterinsenkende Wirkung lässt sich durch drei unterschiedliche Mechanismen erklären:
1. Verminderung der Rückresorption von Gallensäuren
Cholesterin ist Bestandteil der primären Gallensäuren, die zur Unterstützung der Fettverdauung in den oberen Dünndarm abgegeben werden. In unteren Darmabschnitten werden diese jedoch rückresorbiert und stehen somit dem Körper erneut zur Verfügung ("enterohepatischer Kreislauf").
Ballaststoffe binden diese primären Gallensäuren, so dass sie vermehrt mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Für die Neubildung von Gallensäure wird körpereigenes Cholesterin verwendet, was dazu führt, dass der Cholesterinspiegel im Blut sinkt.
Durch die Bindung der Gallensäuren wird zusätzlich das Dickdarmkrebsrisiko herabgesetzt, da bestimmte Darmbakterien Gallensäuren zu sogenannten sekundären Gallensäuren abbauen, die möglicherweise eine kanzerogene (krebsauslösende) Wirkung besitzen.
2. Verkürzung der Transitzeit
Vor allem die wasserunlöslichen Ballaststoffe erhöhen durch ihre hohe Quellfähigkeit das Stuhlvolumen und verkürzen dadurch die Verweildauer des Speisebreis im Darm. Dies führt zu einer verminderten Aufnahme von Cholesterin durch die Darmwand.
3. Hemmung der Cholesterinsynthese
Im Dickdarm werden durch den teilweisen bakteriellen Abbau von Ballaststoffen kurzkettige Fettsäuren gebildet, die u.a. zu Propionat umgewandelt werden. Dieses kann die Dickdarmwand passieren, gelangt zur Leber und hemmt dort das für die Cholesterinsynthese erforderliche Enzym HMG-CoA-Reduktase. Die verminderte Cholesterinneubildung führt zu einer Senkung des Cholesterinspiegels.
Quelle: Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln, B. Watzl, C. Leitzmann
Ballaststoffgehalt in ausgewählten Lebensmitteln
|
Menge |
Zutaten |
Bst (g) |
Bst wasserunlöslich (g) |
Bst wasserlöslich (g) |
|
|---|---|---|---|---|---|
|
25 |
Gramm |
Sojaspeisekleie |
15,0 |
7,5 |
7,5 |
|
25 |
Gramm |
Steinpilz getrocknet |
13,8 |
11,2 |
2,6 |
|
25 |
Gramm |
Weizen Kleie |
11,3 |
9,9 |
1,4 |
|
25 |
Gramm |
Leinsamen entölt entfettet |
8,8 |
- |
- |
|
25 |
Gramm |
Kolanuss roh |
7,6 |
4,6 |
3,1 |
|
25 |
Gramm |
Haferkleieflocken |
2,4 |
1,3 |
1,2 |
|
50 |
Gramm |
Roggen Flocken |
6,7 |
5 |
1,6 |
|
50 |
Gramm |
Gerste Flocken |
5,2 |
4,1 |
1 |
|
50 |
Gramm |
Weizen Flocken |
6,6 |
5,2 |
1,4 |
|
50 |
Gramm |
Hafer Flocken |
4,8 |
2,5 |
2,5 |
|
50 |
Gramm |
Hirse Flocken |
2 |
1,3 |
0,7 |
|
25 |
Gramm |
Amaranth roh |
2,3 |
1,5 |
0,9 |
|
25 |
Gramm |
Grünkern Schrot |
2,5 |
1,5 |
1 |
|
25 |
Gramm |
Mais Vollkorn roh |
1,9 |
2,1 |
0,3 |
|
25 |
Gramm |
Popcorn |
2,5 |
1,8 |
0,6 |
|
50 |
Gramm |
Roggen Vollkornmehl |
6,7 |
4,3 |
2,4 |
|
50 |
Gramm |
Weizen Vollkornmehl |
5 |
3,8 |
1,1 |
|
50 |
Gramm |
Dinkel Vollkornmehl |
4,1 |
3,6 |
0,5 |
|
50 |
Gramm |
Weizen Mehl Type 1600 |
3,2 |
2,2 |
1 |
|
50 |
Gramm |
Weizen Mehl Type 630 |
2 |
1,3 |
0,7 |
|
50 |
Gramm |
Weizen Mehl Type 405 |
1,4 |
1,1 |
0,9 |
|
50 |
Gramm |
Vollkornbrot |
4,1 |
2,7 |
1,4 |
|
50 |
Gramm |
Weißbrot-Weizenbrot |
1,6 |
0,9 |
0,7 |
|
50 |
Gramm |
Wildreis roh |
3,1 |
1,2 |
1,9 |
|
50 |
Gramm |
Reis ungeschält roh |
1,1 |
0,5 |
0,6 |
|
50 |
Gramm |
Reis geschält roh |
1 |
0,4 |
0,4 |
|
50 |
Gramm |
Vollkornteigwaren roh |
5,8 |
4,3 |
1,4 |
|
50 |
Gramm |
Teigwaren eifrei roh |
2,5 |
1,6 |
0,9 |
|
25 |
Gramm |
Karotte (Mohrrübe, Möhre) getrocknet |
9,5 |
4,9 |
4,6 |
|
25 |
Gramm |
Sojabohnen getrocknet |
5,5 |
2,5 |
3 |
|
25 |
Gramm |
Sojamehl |
4,6 |
2,3 |
2,3 |
|
25 |
Gramm |
Linsen reif roh |
2,7 |
1,6 |
1,1 |
|
25 |
Gramm |
Aprikose getrocknet |
4,4 |
2,4 |
2 |
|
25 |
Gramm |
Nüsse |
2,9 |
2,6 |
0,3 |
|
25 |
Gramm |
Mandel süß roh |
2,8 |
1,6 |
0,8 |
|
150 |
Gramm |
Schwarzwurzel roh |
27,4 |
20,6 |
6,9 |
|
150 |
Gramm |
Topinambur roh |
18,1 |
9,1 |
9,1 |
|
150 |
Gramm |
Artischocken roh |
16,2 |
11,3 |
4,9 |
|
150 |
Gramm |
Straucherbsen reif roh |
12,9 |
6,5 |
6,5 |
|
150 |
Gramm |
Kidney-Bohnen Konserve, nicht abgetropft |
7,9 |
4 |
4 |
|
150 |
Gramm |
Rosenkohl roh |
6,6 |
4,4 |
2,2 |
|
150 |
Gramm |
Linsen reif gegart |
6,5 |
3,9 |
2,6 |
|
150 |
Gramm |
Karotte (Mohrrübe, Möhre) roh |
4,6 |
2,8 |
2,6 |
|
150 |
Gramm |
Wurzel- und Knollengemüse |
4,6 |
2,8 |
2,6 |
|
150 |
Gramm |
Weißkohl roh |
4,5 |
2,4 |
2 |
|
150 |
Gramm |
Kohlgemüse |
4,5 |
2,4 |
2 |
|
150 |
Gramm |
Broccoli roh |
4,5 |
2,6 |
1,9 |
|
150 |
Gramm |
Blumenkohl roh |
4,4 |
3,6 |
0,7 |
|
150 |
Gramm |
Rotkohl roh |
3,8 |
2,6 |
1,2 |
|
150 |
Gramm |
Spinat roh |
2,7 |
1,8 |
2 |
|
150 |
Gramm |
Aubergine roh |
2,1 |
2,1 |
2,1 |
|
150 |
Gramm |
Quitte |
8,9 |
6,8 |
2,1 |
|
150 |
Gramm |
Birne roh |
4,2 |
4 |
0,9 |
|
150 |
Gramm |
Apfel roh |
3 |
2,3 |
0,7 |
|
150 |
Gramm |
Beerenobst |
3 |
1,6 |
0,9 |
|
150 |
Gramm |
Blattgemüse |
2,7 |
1,8 |
2 |
Berechnet mit Prodi® expert
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