Fettstoffwechsel


Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien

Ernährungstipps

Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.

Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.

Patienteninfos

Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.

Beratungsmaterialien

Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.


Patienteninfos/Ernährungsinfos

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Patienteninfo Fettstoffwechselstörungen

Krankheitsbild

Definition

Fettstoffwechselstörungen, die mit einer Erhöhung der Blutfette einhergehen, werden unter dem Sammelbegriff Hyperlipoproteinämie (HLP) zusammengefasst. Bei allen Formen sind die Cholesterinwerte und/oder die Triglyceridwerte im Blut erhöht. Die häufigsten Fettstoffwechselstörungen sind:

  • Hypercholesterinämie = zu hoher Cholesterinanteil im Blut
  • Hypertriglyceridämie = zu viele Triglyceride im Blut
  • kombinierte Hyperlipidämie = Hypertriglyceridämie + Hypercholesterinämie

Ursachen

Eine Fettstoffwechselstörung kann genetisch bedingt sein (primäre Hyperlipoproteinämie) oder als Folge einer anderen Erkrankung z.B. Diabetes mellitus, Fehlernährung (Übergewicht, Adipositas), hohem Alkoholkonsum, bestimmten Nierenerkankungen oder einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten (sekundäre Hyperlipoproteinämie).

Diagnose

Eine HLP wird durch die Bestimmung der morgendlichen Nüchtern-Blutfett- und Cholesterinwerte diagnostiziert. Dabei sollten nicht nur das Gesamtcholesterin, sondern auch das LDL- und HDL-Cholesterin differenziert bestimmt und bewertet werden. Die unten genannten Werte sind Richtwerte. Bei schon bestehenden Erkrankungen, wie z.B. Herzinfarkt oder Diabetes mellitus sind sie an das Risikoprofil anzupassen.

Blutparameter Normwerte (mg/dl) Individuelle Zielwerte Aktuelle Blutfettwerte
Gesamtcholesterin < 200
HDL – Cholesterin Frauen > 45; Männer > 40
LDL – Cholesterin
in Abhängigkeit vom Risikoprofil für KHK*
< 116
< 100; < 70 oder < 50
Triglyceride < 150

*ESC/EAS-Leitlinie 2019, Diagnostik und Therapie der Dyslipidämie

Therapie

Die Therapie besteht aus verschiedenen Behandlungsstrategien, darunter lebensstiländernde, ernährungstherapeutische und ggf. medikamentöse Maßnahmen zur Verbesserung der Blutfettwerte und Reduktion von Risikofaktoren.

  • gesundheitsfördernde, ausgewogene Ernährung: ballaststoffreich, fettmodifiziert,kalorienbewusst
  • Steigerung der körperlichen Aktivität: Regelmäßige und ausdauernde Bewegung, mindestens 30 - 60 Minuten mehrmals wöchentlich, erhöht das HDL-Cholesterin und hilft, das Gewicht zu regulieren.
  • Gewichtsreduktion: Normalgewicht (BMI < 25 kg/m2) anstreben, Körpergewicht mind. um 10% reduzieren und stabilisieren
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol!
  • VGute Blutdruckeinstellung:V < 140 / 90 mmHg
  • ggf. medikamentöse Behandlung in Absprache mit Ihrem Arzt

Ernährungstherapie


Basis: ausgewogen und vollwertig

Eine fettmodifizierte und ballaststoffreiche, pflanzenbetonte Ernährung ist eine wesentliche Voraussetzung in der Therapie der Fettstoffwechselstörungen. Wesentliche Maßnahmen sind:

  • Angepasste Energiezufuhr gemäß Alter und Aktivität, um ein Normalgewicht zu erreichen (Wenn Sie ihren täglichen Energieumsatz erfahren möchten, dann nutzen Sie unseren DEBInet Energiebedarfs-Rechner)
  • Fettzufuhr an den Energiebedarf anpassen: ca. 60 - 80 g Fett / Tag, ca. 35-40 Energie %
  • Fettsäurenzusammensetzung beachten: Das Zusammenspiel von gesättigten (GFS), einfach ungesättigten (EUFS) und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (MUFS) sowie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren optimieren, um das Gesamt- und LDL-Cholesterin zu senken: Dies gelingt durch eine
    • moderate und fettbewusste Auswahl und Zubereitung von Milch und Milchprodukten (Fettgehalt 1,5%, <40% Fett.i.Tr.), als auch
    • Fleisch, Fleischwaren und Wurst (max. 300 g pro Woche und < 20g Fett/100g),
    • 1-2 Fischmahlzeiten pro Woche z.B. Lachs Hering, Makrele, die
    • Verwendung von 1 - 2 EL hochwertige pflanzliche Öle / Tag z.B. Rapsöl, Ölivenöl, Walsnussöl, Leinöl,... zur Speisenzubereitung und
    • tägliche 1 Portion (ca. 25 g) Nüsse, Samen oder Saaten in Brot, Müsli oder Salat.
  • Reichlich Ballaststoffe machen satt und wirken als natürliche Cholesterinsenker: Vollkorngetreideprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, reichlich Gemüse (> 400 g/Tag), max. 1-2 Port. Obst (ca. 100 - 200 g/Tag) und einer gezielten Aufnahme von 3 g ß-Glucanen. Sie sind enthalten in 80 g Haferflocken, 40 g Haferkleie oder 60 g Gerste
  • Schnell resorbierbare Kohlenhydrate aus Zucker und zuckerreichen Speisen, Säften Limonaden auf max. 10% der täglichen Energieaufnahme reduzieren. Ein übermäßiger Verzehr von Einfach- und Zweifachzuckern begünstigt Übergewicht und wirkt sich negativ auf den Triglyceridspiegel aus.
  • Alkohol meiden: Alkohol belastet den Leberstoffwechsel, fördert die Neubildung von Triglyceriden und enthält viel Energie, was Übergewicht begünstigt.
  • Cholesterinreiche Lebensmittel wie Eier, Innereien und Meeresfrüchte sollen nicht im Übermaß verzehrt werden.
  • Ebenfalls wichtig: eine gute Mahlzeitenstruktur mit 3 Hauptmahlzeiten (kein “Snacking”)
  • ausreichend Trinkflüssigkeit > 1,5 Liter aus energiefreien Getränken, idealerweise Wasser oder ungesüßter Tee

Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?

Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote

In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche fettreduzierte und ballaststoffreiche Rezepte. Den Fettgehalt der Lebensmittel können Sie in der DEBInet - Lebensmitteldatenbank recherchieren.
Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und Ernährungstherapie erhalten Sie im Premium- Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.

Literatur

  • DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungstipps I Fettstoffwechselstörungen
  • Deutsche Gesellschaft für Lipidologie e.V. (DGFL) – Lipid-Liga (Hrsg.): Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen: https://www.lipid-liga.de/empfehlungen/
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): Evidenzbasierte Leitlinie: Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsbedingter Krankheiten. Bonn (2015), 2. Auflage


Ernährungstipps


  • Hintergründe: Allgemeines zum Thema Fett, Blutfette und Cholesterin
  • Krankheitsbild: Definition "Fettstoffwechselstörungen", Blutfettwerte im Überblick, Ursachen von Fettstoffwechselstörungen, Komplikationen, Diagnose
  • Therapie: Abbau von Übergewicht, Ernährungsempfehlungen, Lebensmittelauswahl, Fette in der Ernährung, Fette in Lebensmitteln, Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie, Bewegung, Stressabbau, Sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe
 

Hintergründe

Allgemeines zum Thema Fett

Fett als Hauptnährstoff

Mit unserer Nahrung nehmen wir täglich die drei Hauptnährstoffe Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett auf. Diese Nährstoffe liefern die nötige Energie und sind an dem Aufbau und der Erneuerung körpereigener Substanzen beteiligt.

Wofür braucht man Fett?

Fette sind für unseren Körper lebensnotwendig. Als Depotfett stellen sie eine Energiereserve dar, auf die der Körper in Hungerzeiten zurückgreifen kann. Als Organfett schützen und stabilisieren sie wichtige Organe wie z.B. die Niere. Außerdem bilden die Fette einen wichtigen Bestandteil des Nervengewebes und die Vorstufe für verschiedene Hormone und Gallensäuren. Ferner sind Fette Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E, K.

[premium]

Wie werden die Fette transportiert?

In der Darmschleimhaut werden die wasserunlöslichen Fette zu Triglyceriden synthetisiert. Im Golgi-Apparat werden diese mit dem Cholesterin an Transporteiweiße, die sog. Lipoproteine, gebunden, die die Fette zu ihren jeweiligen Zielzellen befördern. Dabei sind verschiedene Transporteiweiße für die unterschiedlichen Fette zuständig. So wird z.B. das Cholesterin von den LDL- (low density lipoprotein-) und HDL-(high density lipoprotein-) Partikeln befördert, während die VLDL-(very low density lipoprotein-) Partikel hauptsächlich Triglyceride transportieren. Die Lipoproteine gelangen nun über die Darmlymphe in das Blutplasma. Kurzkettige Fettsäuren sind relativ gut wasserlöslich und gelangen deshalb in freier Form über die Pfortader in die Leber.

Die Lipoproteine lassen sich im Blut einzeln nachweisen und sind bei Fettstoffwechselstörungen erhöht.

Fette sind für unseren Körper lebensnotwendig. Ein zu hoher Fettanteil im Blut kann aber zu ernsthaften Komplikationen führen.

Blutfette und Cholesterin

Die gute Nachricht: Fette und Cholesterin sind lebensnotwendig.

Beide übernehmen im Körper zahlreiche Aufgaben:

  • Bildung von Gallensäuren, die für die Fettverdauung erforderlich sind

  • Baustein der Zellmembranen

  • Beteiligung am Aufbau der Nerven

  • Beteiligung an der Bildung einiger Hormone

  • Beteiligung an der Bildung von Vitamin D

  • Bestandteil des Talgdrüsensekrets

  • Energiegewinnung und -speicherung

Die weniger gute Nachricht: Der Bundesbürger isst zuviel Fett und bevorzugt meist Lebensmittel mit ungünstigen Fetten. Und das schadet der Gesundheit!

Was ist Cholesterin?

Cholesterin - im eigentlichen Sinne kein Fett, sondern ein "Fettbegleitstoff" - wird einerseits vom Körper selbst gebildet, andererseits durch die Nahrung aufgenommen.

Wichtig:

Nahrungscholesterin kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor!

Hier kann also gespart werden!

Damit Cholesterin im Blut transportiert werden kann, braucht es "Träger", die sogenannten Lipoproteine

Die 2 Lipoproteine LDL und HDL sind die wichtigsten Transportmittel des Cholesterin.

Zwei Gesichter des Cholesterins

LDL transportiert das Cholesterin aus der Leber in die Körperzellen. Ist es erhöht, kann es zu gefährlichen Ablagerungen in den Blutgefäßen führen. Deswegen gilt es als das sog. "böse" Cholesterin.

HDL, das "gute" Cholesterin (sog. "Schutzlipoprotein"), bewirkt den Transport von Cholesterin aus Zellen und Gewebe in die Leber, in der das Cholesterin anschließend verstoffwechselt wird. Es verhindert also Cholesterinablagerungen in den Gefäßen.

Verhältnis zwischen HDL und LDL

Der Gesamtcholesteringehalt im Blut ist isoliert betrachtet nicht immer aussagekräftig bei der Einstufung einer Fettstoffwechselstörung.

Bei der Bewertung der Blutfettwerte spielt das Verhältnis von LDL zu HDL eine entscheidende Rolle, denn nur die Erhöhung von LDL ist für unseren Körper gefährlich!

Hierbei sollte der Quotient LDL : HDL kleiner als vier sein.

Beispiel:

LDL = 180mg/dl Blut

HDL = 60 mg/dl Blut

→ 180mg : 60mg = 3

Obwohl der Gesamtcholesteringehalt über 200 mg beträgt, liegt er aufgrund des hohen HDL-Gehaltes und des daraus resultierenden Quotienten von 3 im normalen, wünschenswerten Bereich.

Was sind Triglyceride?

Triglyceride (auch Neutralfette) sind das "eigentliche Fett im Blut". Sie werden mit der Nahrung zugeführt bzw. vom Körper (vor allem in der Leber) selbst gebildet.

Wie das Cholesterin, so werden auch die Triglyceride im Körper durch sog. "Träger" transportiert, v.a. Lipoproteine (VLDL = Lipoproteine mit sehr geringer Dichte) und Chylomikronen.

Fettstoffwechselstörungen - Krankheitsbild

Definition "Fettstoffwechselstörungen"

Zahlreiche angeborene und erworbene Erkrankungen können zu einer Hyperlipidämie (zu hohe Blutfettwerte) führen. Unter diesem Sammelbegriff werden die verschiedenen Fettstoffwechselstörungen, die mit einer Erhöhung der Blutfettwerte einhergehen, zusammengefasst. Die häufigsten Fettstoffwechselstörungen sind:

  • Hypercholesterinämie = zu hoher Cholesterinanteil im Blut

  • Hypertriglyceridämie = zu viele Triglyceride im Blut

  • kombinierte Hyperlipidämie = Hypertriglyceridämie + Hypercholesterinämie

Blutfettwerte im Überblick*

 

Normal

Grenzwertig

Bedenklich

Gesamtcholesterin

< 200

200-250

> 250

LDL-Cholesterin

< 150

150-190

> 190

HDL-Cholesterin

> 40

35-50

< 35

Triglyceride

< 150

150-200

> 200

 

*Angaben in mg/100ml Blut

Ursachen von Fettstoffwechselstörungen

Es gibt zahlreiche Ursachen für eine Fettstoffwechselstörung (Hyperlipoproteinämie). Sind sie genetisch bedingt, spricht man von einer primären Hyperlipoproteinämie.

Sie können aber auch Folge einer anderen Erkrankung wie z.B. Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion oder Niereninsuffizienz sein. Man spricht dann von einer sekundären Hyperlipoproteinämie.

Häufigste Ursache für eine Hyperlipoproteinämie ist jedoch eine falsche Lebensweise!

Überernährung, falsche Ernährung, Übergewicht, mangelnde körperliche Betätigung, Stress und vieles mehr sind entscheidende Faktoren, die das Entstehen einer Fettstoffwechselstörung begünstigen. Ferner gibt es Medikamente (z.B. Bluthochdruckmedikamente, Cortison), die Einfluss auf den Fettstoffwechsel haben.

Die häufigsten Ursachen für sekundäre Hyperlipoproteinämien sind:

Komplikationen

Risikofaktor "erhöhte Blutfette"

Eine hohe Serumcholesterinkonzentration durch eine Erhöhung des LDL-Cholesterins ist ein wichtiger Risikofaktor bei der Entstehung der koronaren Herzkrankheit und des Herzinfarktes.

Bei den Patienten sind oft nicht nur das Cholesterin, sondern auch die Triglyceride erhöht. Diese kombinierte Fettstoffwechselstörung findet sich gehäuft bei übergewichtigen Patienten, die zusätzlich noch an einem Bluthochdruck und einem Diabetes Typ 2 erkrankt sind, und ist ein zusätzlicher Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen.

Weitere Risikofaktoren

Neben einem erhöhten Cholesterinspiegel und/oder erhöhten Blutfettwerten spielen auch andere Risikofaktoren eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen:

Die wichtigsten sind:

Das Fatale ist, dass sich mit jedem zusätzlichen Risikofaktor das Gesamtrisiko um ein Vielfaches erhöht!

Die Blutgefäße werden enger...

Zunächst verursachen erhöhte Blutfette keine spürbaren Beschwerden.Im Verlauf der Zeit führen sie jedoch zu Schäden an den Blutgefäßen. Durch Ablagerungen von Cholesterin und anderen Substanzen an den Gefäßwänden wird der Innendurchmesser der Blutgefäße langsam enger und die Gefäßwände starrer und poröser. Man spricht dann von arteriosklerotisch veränderten Gefäßen.

Das Blut kann dann durch ein arteriosklerotisch verändertes Gefäß nicht mehr ungehindert hindurchfließen. Dies kann überall im Körper zu Durchblutungsstörungen und den damit verbundenen Komplikationen führen.

Komplikationen drohen

Zu den wichtigsten Erkrankungen, die bei Menschen mit Hyperlipoproteinämien auftreten, gehören:

Angina pectoris

Durch die Verkalkung der Herzkranzgefäße gerät der Herzmuskel in Durchblutungsnot. Es entsteht die sog. Angina pectoris (Enge der Brust). Ein solcher Herzanfall kündigt sich z.B. durch einen bohrenden Schmerz in der linken Brustseite mit Ausstrahlung in den linken Arm an.

Herzinfarkt

Führt die Verengung und Verkalkung einer oder mehrerer Äste der Herzkranzgefäße zu einem völligen Verschluss derselben, so stirbt der abhängige Bezirk des Herzmuskels aufgrund der fehlenden Blutversorgung ab. Es entwickelt sich ein lebensbedrohlicher Herzinfarkt.

Schlaganfall

Wenn das Gehirn von der lebensnotwendigen Blutzufuhr abgeschnitten wird oder wenn diese durch die Gefäßverengung stark eingeschränkt ist, kann als schlimmste Folge der Schlaganfall auftreten. Als zweiter Mechanismus kann das Einreißen von porös gewordenen Blutgefäßen zu einer Einblutung in das Gehirn führen. Je nachdem, wie viele und welche Bereiche des Gehirns betroffen sind, können bleibende Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder der Tod resultieren.

Durchblutungsstörungen in den Beinen

Auch die Arterien in den Beinen können durch Ablagerungen so verengt sein, dass die Versorgung mit Blut gestört ist. Der damit verbundene Sauerstoffmangel führt zunächst zu Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf kann es zur Verschlusskrankheit kommen.

Diagnose

Bei Ihrem Hausarzt können Sie eine Bestimmung der morgendlichen Nüchtern-Blutfett- und Cholesterinwerte durchführen lassen. Dabei sollte nicht nur das Gesamtcholesterin bestimmt werden, sondern auch das LDL- und HDL-Cholesterin differenziert bewertet werden. Findet sich eine Erhöhung des Gesamtcholesterins und/oder des LDL-Cholesterins, sollten mögliche andere Ursachen für eine solche Cholesterinerhöhung ausgeschlossen werden.

Durch weitere Untersuchungen wie z.B. Blutdruckmessung, EKG und Blutzuckermessungen können andere Erkrankungen, die das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen, weitgehend ausgeschlossen werden. Je nach dem Gesamtrisiko wird jetzt der Zielwert für das Gesamt- bzw. das LDL-Cholesterin festgelegt.

Die Bewertung des Blutfettspiegels und die Beurteilung des gesundheitlichen Risikos sollte differenziert, in Abhängigkeit vom Gesamtrisiko erfolgen. Hierbei sollten auch weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, zusätzliche Stoffwechselerkrankungen, Rauchen, Alkoholmissbrauch etc. miteinbezogen werden.

Fettstoffwechselstörungen - Therapie

Therapie muss sein

Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass zu hohe Blutfettwerte ein entscheidender Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind und deshalb behandelt werden sollten.

Die Behandlung einer Fettstoffwechselstörung hängt von verschiedenen Faktoren ab:

 

Typ der Hyperlipidämie

Cholesterin erhöht? Triglyceride erhöht? Cholesterin + Triglyceride erhöht?

Höhe der Blutfettwerte

Gesamthöhe? Verhältnis LDL/HDL?

Weitere Risikofaktoren

Rauchen? Übergewicht? Bluthochdruck? Bewegungsmangel? Diabetes mellitus?

 

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und/oder Ernährungsberater und legen Sie mit ihm zusammen die Therapieziele fest.

Bei jeder Form der Fettstoffwechselstörung sollte zunächst mit nicht-medikamentösen Maßnahmen wie Gewichtsnormalisierung, fettmodifizierter Ernährung sowie einer Steigerung der körperlichen Aktivität therapiert werden.

Lassen sich die Blutfette hierdurch nicht ausreichend senken, kann es nötig sein, zusätzlich mit einer medikamentösen Behandlung zu beginnen. Die Ernährungs- und Bewegungstherapie sollte jedoch in jedem Fall weitergeführt werden.

Fettstoffwechselstörungen - Ernährung

Abbau von Übergewicht

Risikofaktor Nr. 1

Oberstes Ziel ist das Anstreben des Normalgewichts, denn jedes Kilo weniger wirkt sich günstig auf den Blutfettspiegel aus. Überernährung und daraus resultierendes Übergewicht (Adipositas) begünstigen in hohem Maße die Entstehung einer Hyperlipoproteinämie.

Übergewicht = Risikofaktor Nr. 1

Eine Reduktion des Gewichts ist nach heutigen Erkenntnissen am einfachsten über die Reduzierung der Fettzufuhr mit der Nahrung, eine Einschränkung des Alkoholkonsums und durch mehr körperliche Betätigung zu erreichen. Diese Maßnahmen haben zudem einen günstigen (senkenden Einfluss) auf erhöhte Fettwerte, erhöhte Blutzuckerwerte und den Blutdruck.

Bei Normalgewichtigen sollte das Gewicht im Normbereich gehalten werden, um das Risiko der Entstehung von Stoffwechselerkrankungen möglichst gering zu halten.

Ernährungsempfehlungen

Die Ernährung hat bei Fettstoffwechselstörungen einen hohen Stellenwert und stellt die Grundlage der Behandlung dar. Häufig ist falsche Ernährung ausschlaggebend für das Auftreten von Fettstoffwechselstörungen. Dann ist die Ernährungsumstellung die vorrangige und häufig alleinige therapeutische Maßnahme.

Aber keine Sorge - nicht Verzicht, sondern Umstellung der Ernährung ist angesagt, denn ein Verzicht (z.B. auf Butter) hat noch keinen Cholesterinspiegel in Ordnung gebracht!

Angepasste Energiezufuhr

Bekommt der Körper mehr Energie als er verbraucht, steigt das Körpergewicht. Umgekehrt sinkt es, wenn der Gesamtenergieverbrauch höher ist als die Zufuhr.

Der Energiebedarf ist abhängig von vielen Faktoren, z.B. Größe, Alter, körperliche Tätigkeit, Muskelmasse etc.

Mehr Informationen und Anleitung zum Thema Gewichtsreduktion finden Sie auf unseren Seiten zum Thema Übergewicht.

Nährstoffrelation

Richtige Ernährung bedeutet vor allem, dass das Verhältnis von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten (Nährstoffrelation) stimmen sollte.

Die Nährstoffrelation sollte laut DGE wie folgt aussehen:

Diese Aufteilung entspricht bei einer Energiezufuhr von 2000 kcal am Tag ca. 70 g Fett, 75 g Eiweiß und 275 g Kohlenhydrate

Und so sieht die Nährstoffverteilung bei einem Großteil der Bundesbürger aus:

Das bedeutet, dass die meisten Menschen viel zu viel Fett zu sich nehmen und das geht zu Kosten von Kohlenhydraten, v.a. Vollkornprodukten, Gemüse und Obst.

Reichlich Ballaststoffe

Reichlich heißt: Mindestens 30-40g Ballaststoffe pro Tag.

"Take five a day (nimm 5 am Tag)" heißt die Devise! Das bedeutet, fünf Portionen Obst, Salat bzw. Gemüse pro Tag und gilt für die Hauptmahlzeiten sowie für die Snacks zwischendurch.

  • Obst und Gemüse enthalten u.a. sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe, die sich cholesterinsenkend auswirken und insgesamt positiv für die Gesundheit sind.

  • Auch Kartoffeln und Hülsenfrüchte gehören dazu.

  • Haferkleie ist ein Nahrungsergänzungsmittel mit einem sehr hohen Ballaststoffanteil und cholesterinsenkenden Eigenschaften.

Vollkornprodukten den Vorzug geben

  • Auch Vollkornbrot, Vollkornreis, Vollkornnudeln, Vollkorngebäck und Hülsenfrüchte sind reich an Ballaststoffen und haben gegenüber Weißmehlprodukten viele Vorzüge, die den Fettstoffwechsel, das Gewicht, die Verdauung und somit die Gesundheit und das Wohlbefinden positiv beeinflussen.

  • Für Abwechslung und viel Geschmack sorgen die lange Zeit in Vergessenheit geratenen Lebensmittel Hirse und Grünkern. Aus ihnen lassen sich leckere Gerichte zaubern, die zudem noch sehr gesund sind.

Vegetarische Ernährung - günstig für die Blutfette

Untersuchungen haben ergeben, dass Vegetarier i.d.R. niedrigere Blutfettwerte haben als Nichtvegetarier. Das hat verschiedene Gründe:

Vegetarier verzichten auf Wurst und Fleisch - Lebensmittel, die meist reich an Cholesterin und Fett sind und deren Fette überwiegend aus gesättigten Fettsäuren bestehen. Außerdem essen sie mehr Vollkornprodukte, Gemüse und Obst und praktizieren häufig eine gesündere Lebensweise.

Öfter mal Fisch

Essen Sie regelmäßig Fisch, denn Fisch ist ein sehr wertvolles Nahrungsmittel. Er ist reich an Jod (Seefisch) und tierischem Eiweiß, meist bei geringem Fettgehalt.

Aber auch fette Fische wie Makrele,Lachs und Hering sind der Gesundheit, speziell bei erhöhten Blutfettwerten, sehr zuträglich und sollten häufiger in den Speiseplan eingebaut werden. Sie enthalten nämlich reichlich Omega-3-Fettsäuren, die sich positiv auf den Blutfettspiegel und die Fließfähigkeit des Blutes auswirken. Wer keinen Fisch mag, findet in Fischölkapseln eine adäquate Alternative.

Zuckerverzehr reduzieren

Der übermäßige Genuss von Zucker, zuckerreichen Speisen und Getränken kann zu Übergewicht führen, was sich wiederum ungünstig auf den Blutfettspiegel auswirkt. Ferner wird ein Überangebot an Zucker vom Körper in Fett umgewandelt. Hierdurch steigt der Triglyceridspiegel im Blut und der HDL-Cholesterinwert sinkt.

Wenn die Triglyceride erhöht sind, sollte auf Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel verzichtet werden (siehe Therapie bei Hypertriglyceridämie).

Alkoholkonsum einschränken

Auch Alkohol hat einen Einfluss auf die Blutfette und trägt zu deren Erhöhung bei, da Alkohol die Neubildung von Triglyceriden in der Leber fördert. Bei erhöhten Triglyceriden sollte daher auf Alkohol verzichtet werden. Außerdem enthält er viele Kalorien und trägt somit zur Entstehung von Übergewicht bei.

Wichtig: Alkohol schädigt ab einer bestimmten Menge viele Organe!

Tipp*: Maximal 30g (Männer) und 20g (Frauen) Alkohol pro Tag, das entspricht einer Menge von ca. 500ml Bier bzw. 250ml (1/4l) Wein.

* Gilt nur für Patienten ohne Erhöhung der Triglyceride!

Lebensmittelauswahl

Die folgende Liste soll Ihnen helfen, die geeigneten Lebensmittel für eine gesunde Ernährung bei Hyperlipidämie zu finden.

Die rot gekennzeichneten Lebensmittel sind nicht für Patienten mit Hypertriglyceridämie geeignet!

Lebensmittel

Empfehlenswert

in Maßen geeignet

weniger geeignet

Speiseöle

Olivenöl, Rapsöl, Erdnussöl

Distelöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Weizenkeimöl, Nussöl

Butter, Schmalz, Kokosfett

Fleisch

Kalbfleisch, Kaninchen, Wild, Tatar

Mageres Rind-, Schweine- oder Lammfleisch ohne sichtbares Fett, mageres Rinderhack

Durchwachsenes, fettes Fleisch, Fleischkonserven, Speck, Schweinemett, Innereien (Herz, Leber, Niere, Hirn, Bries, Zunge)

Geflügel

Hähnchen, Pute (ohne Haut), Wildgeflügel

Gans, Ente

Wurstwaren

Deutsches Corned beef, Rind- oder Kalbfleischsülze, Geflügelwurst

magerer Schinken (roh oder gekocht), fettreduzierte Wurstsorten (<15%Fett)

fettreiche Wurstsorten (z.B. Dauerwurst, Leberwurst, Blutwurst, Mettwurst, Mortadella, Bratwurst)

Fisch

Magerfische (z.B. Kabeljau, Scholle, Heilbutt, Schellfisch, Seelachs, Zander, Barsch, Hecht, Seezunge) Fettfische (Makrele, Lachs, Hering, Thunfisch)

Panierter Fisch, Fischkonserven in Sauce

Krusten- und Schalentiere (z.B. Languste, Garnele, Auster, Miesmuschel, Hummer), Aal, Kaviar, Bückling, Schillerlocken, Fischfrikadellen

Eier

Eiweiß

bis zu 2 Eier/Woche

Über 3 Eigelb/Woche (1 Eigelb ersetzen durch 1EL Sojamehl oder Sojagetränk)

Milch/-Produkte

Fettarme Milch, Kefir und Dickmilch mit 1,5 % Fett, Buttermilch, Naturjoghurt mit 1,5 % Fett, Magerquark, Molke

Kondensmilch mit 4 % Fett, Speisequark mit 10 % Fett

Vollmilch,3,5 % Fett, Kaffeesahne, Kondensmilch 7%, Naturjoghurt mit 3.5 % Fett, Speisequark 40 % Fett, Sahnequark, Schlagsahne, Creme fraiche, Schmand

Käse

Sauermilchkäse (z.B. Harzerkäse, Mainzerkäse), Magerkäse (<10% Fett i.Tr.)

fettarme Käsesorten bis 30 % Fett i.Tr.

fettreiche Käsesorten mit 40/45/50/60 % Fett i.Tr. z.B. Doppelrahm-Frischkäse

Obst

Frischobst, tiefgefrorenes Obst, ungezuckertes Obstkompott

Avocado, gezuckerte Obstkonserven, Trockenobst

Gemüse

alle Arten, gedünstet oder als Rohkost, frisch oder Tiefkühlkost (TK) (je nach Jahreszeit), fettarm zubereitet

Gemüsekonserven

Kartoffeln

Pellkartoffeln, Folienkartoffeln, Kartoffelpüree Kartoffelklöße

Mit geeigneten Fetten gebratene oder frittierte Kartoffelprodukte, z.B. Pommes frites, Bratkartoffeln

mit ungeeigneten Fetten zubereitete Kartoffelprodukte, z.B. Chips

Getreide/-Produkte

Vollkornteigwaren, Haferflocken, -mehl, Haferprodukte, Mais, Grünkern, Buchweizen, Hirse, Vollkornreis

Helle Auszugsmehle, helle Brotsorten, handelsübliches gezuckertes Müsli, weißer Reis, helle eifreie Teigwaren

Fetthaltige Feinbrote (z.B. Croissants), eihaltige Teigwaren

Backwaren

Vollkornzwieback

Zwieback, Backwaren aus Hefeteig oder Quark-Ölteig

Backwaren aus Mürbe-, Biskuit-, Rühr-, Blätter-, Brandteig, Salz- und Käsegebäck

Nüsse

Nüsse aller Art außer Kokosnüsse

Kokosnuss

Süßwaren

Süßstoffe, Zucker, Zuckeraustauschstoffe (z.B. Fruktose), Marmelade, Gelee, Honig, Bonbons, Lakritz, Fruchtgummis, Fruchteis, Milcheis

Nuss-Nougat-Creme, Schokolade, Schokoladenerzeugnisse, Pralinen, Nougat, Marzipan, Sahneeis, Softeis

Getränke

alle alkoholfreien Getränke z.B. Kräuter- und Früchte-Tee, Mineralwasser, alle Getränke ohne Zusatz von Zucker (kalorienreduziert) z.B. naturtrübe/ -reine Obst- und Gemüsesäfte

Fettarmer Kakao, zuckerhaltige Erfrischungsgetränke, Malzbier, alkoholische Getränke

Ungefilterter Kaffee, Trinkschokolade

Sonstige Produkte

Kräuter, Gewürze, Senf, Essig

Ketchup, Flüssigwürze, Salz

Mayonnaise, Remoulade

Quelle: mod. nach Biesalski et al: Ernährungungsmedizin, Thieme Verlag, 2004

Fettstoffwechselstörungen - Fettsäuren

Fette in der Ernährung

Nicht nur die Menge macht's!

Für eine Senkung der Blutfette spielen eine Rolle:

  • Die verzehrte Fettmenge

  • Die Fettart

Zuviel Fett macht nicht nur dick, sondern erhöht auch die Blutfettwerte. Deshalb lautet ein wichtiger Grundsatz:

Fettaufnahme reduzieren!

Beim Fettverbrauch weicht der tatsächliche Verzehr von den Empfehlungen stark ab. Wie zuvor bereits dargestellt, sollte die Gesamtfettmenge pro Tag maximal 30% der Energiezufuhr betragen = ca. 60-80g Fett pro Tag. Damit sind Streichfett, Kochfett und das versteckte Fett in Nahrungsmitteln gemeint. Das scheint auf den ersten Blick viel - ist es aber nicht, denn eine Bratwurst enthält bereits ca. 30g Fett!

Fette unter der Lupe

Nahrungsfette, ob tierischen oder pflanzlichen Ursprungs, sind aus Glycerin und Fettsäuren zusammengesetzt und zwar aus einer Mischung gesättigter, einfach ungesättigter und mehrfach ungesättigter Fettsäuren.

 

Die Anteile und die Art der jeweiligen Fettsäuren bestimmen die Eigenschaften und den Gesundheitswert eines Fettes.

Gesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren sind in allen Nahrungsfetten enthalten. Tierische Fette (z.B. in Wurst, Speck, Käse, Milchprodukten) enthalten mehr als pflanzliche Fette (Ausnahme: Kokosfett!).

Gesättigte Fettsäuren erhöhen den Cholesterinspiegel des Blutes.

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Einfach ungesättigte Fettsäuren (EuFS) sind v.a. in pflanzlichen Fetten enthalten (z.B. in Olivenöl, Rapsöl und Erdnussöl). Wichtigste EuFS ist die Ölsäure.

Untersuchungen der letzten Jahre haben ergeben, dass auch EuFS eine deutliche Senkung des Cholesterinspiegels bewirken, und zwar des Gesamtcholesterins und des LDL. Das "gute" HDL bleibt konstant.

Deshalb sind EuFS die Fettsäuren, die sich am günstigsten auf den Cholesterinspiegel auswirken.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (MUFS) werden häufig als "essentielle Fettsäuren" (= lebensnotwendig) bezeichnet und können nicht vom Körper selbst hergestellt werden, sondern müssen mit der Nahrung zugeführt werden.

Auch sie sind überwiegend in pflanzlichen Fetten enthalten. Sie haben einen positiven Einfluss auf den Fettspiegel im Blut.

Einen hohen Anteil MuFS enthalten Distelöl und Sonnenblumenöl. Sie senken das Gesamtcholesterin, also das LDL, aber z.T. auch das "gute" HDL.

Transfettsäuren

Transfettsäuren entstehen u.a. bei der chemischen Härtung von Fetten und finden sich überwiegend in gehärteten Fetten (z.B. Margarine) und Nahrungsmitteln, die solche enthalten (z.B. Speiseeis, Schokoladenüberzug).

Lebensmittel

Transfettsäuren [%]

Milch- und Rinderfett

3-6 (anteilig an den Gesamt-Fettsäuren)

Lamm- und Hammelfett

3-6 oder mehr (anteilig an den Gesamt-Fettsäuren)

Speisefette

1-2

Pflanzenöle und Flüssigmargarinen

<1

Backwaren (Zwieback, Cracker, Kekse usw.), Frühstücksflocken mit Fettzusatz, Pommes frites, Trockensuppen, einige Süßwaren, Snacks

1-30 (anteilig an den Gesamt-Fettsäuren)

Quelle: BfR 2006

Bei vermehrter Zufuhr führen Transfettsäuren zu einer Erhöhung des Gesamtcholesterins und des LDL sowie zu einer Senkung des HDL.

Fettzufuhr in der Praxis

Die Fettzufuhr sollte aus je 1/3 mehrfach ungesättigten, einfach ungesättigten und gesättigten Fettsäuren bestehen.

Das bedeutet für die Praxis:

Weniger

Mehr

Fettes Fleisch und fette Wurst

Seefisch

Schmalz, Speck, Butter

Pflanzenöl

Frittiertes

Gedünstetes

Eier

Gemüse

Milchprodukte und Käse mit vollem Fettgehalt

Fettarme Milchprodukte und fettarmer Käse

Merke:

Der Anteil tierischen Fettes sollte zugunsten pflanzlicher Fette stark reduziert werden!

Tipps zum Fettsparen

Streichfett reduzieren

  • Margarine (ungehärtet) bzw. Butter nur dünn streichen

  • Statt Streichfett Senf, Tomatenmark, Sauerrahm 10% verwenden, bei fetteren Wurst- bzw. Käsesorten Streichfett ganz weglassen

  • Statt Wurst oder Käse öfter fettarme vegetarische Brotaufstriche - mit Gemüsestückchen ergänzt - verzehren

  • Die "Fitness-Stulle" sieht so aus: eine dicke Scheibe Vollkornbrot dünn belegt mit fettarmen Köstlichkeiten und reichlich Gemüsegarnitur.

Versteckte Fette reduzieren

  • Fettarmen Wurst- und Käsesorten den Vorzug geben. Statt Nussnougatcreme besser Marmelade* oder Honig* aufs Brot geben

  • Vollfette Milchprodukte gegen fettarme austauschen (1,5% bzw. 30%Fett i.Tr. beim Käse)

  • Statt Chips und Erdnüsse lieber Gemüsestückchen, Obst* oder Salzstangen den Vorzug geben

  • Statt Schokolade lieber Gummibärchen* ,Obst* oder Trockenfrüchte* naschen

  • Müsli ohne Nüsse, Sonnenblumenkerne und Schokostückchen kaufen

  • Statt zu Brat- oder Bockwurst besser zu Putensteak oder Hähnchenbrust greifen

  • Pommes, Bratkartoffeln, Kroketten oder Rösti gegen Vollkornreis, Vollkornnudeln oder Kartoffeln austauschen

  • Obstkuchen statt Sahnetorte, Hefegebäck statt Blätterteig bzw. Biskuitschnitten

  • Eintöpfe, Suppen, Saucen, Fonds über Nacht in den Kühlschrank stellen - dann das erstarrte Fett abnehmen

  • Fettfrei Saucen binden: statt Sahne oder Creme fraiche geht's fettfrei und genauso lecker mit pflanzlichen Bindemitteln, püriertem Gemüse oder Kartoffelpüreeflocken.

Koch- und Bratfett reduzieren

  • Fettarme Garmethoden sind: dünsten, dämpfen, kochen, grillen, garen in Folie und im Römertopf

  • Öl für Salate und zum Kochen immer abmessen (Teelöffel)!

  • Beschichtete Pfannen und Töpfe verwenden - den Boden dünn mit Öl bepinseln

  • Pudding, Cremes, Milchreis, Kartoffelpüree u.a. lassen sich bestens mit fettarmer Milch zubereiten

  • Fleisch bzw. Fisch grillen statt panieren

  • Eintöpfe statt mit Speck mit magerem Rindfleisch zubereiten

  • Reichlich frische Kräuter, Zwiebeln und Knoblauch runden das Essen geschmacklich ab

Die mit * gekennzeichneten Tipps gelten nicht, wenn die Triglyceride erhöht sind!

Fettstoffwechselstörungen - Fette in Lebensmitteln

Fetthaltige Lebensmittel enthalten meist ein Gemisch der unterschiedlichen Fettsäuren. In der folgenden Tabelle finden Sie die durchschnittliche Fettsäuren-Zusammensetzung einiger pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel.

Fettsorten

gesättigte FS in %

einfach ungesättigte FS in %

mehrfach ungesättigte FS in %

sonstige Fettbestandteile

Tierische Fette

Milchfett

67

25

2

6

Schweineschmalz

39

45

12

4

Butter

65

28

2

5

Gänseschmalz

28

58

11

3

Pflanzliche Fette

Kokosfett

87

7

2

4

Olivenöl

14

71

9

6

Palmöl

49

37

10

4

Erdnussöl

20

56

22

2

Sojaöl

15

19

61

5

Maiskeimöl

14

26

56

4

Sonnenblumenöl

11

25

50

14

Distelöl

9

11

76

4

Sesamöl

13

41

43

3

Rapsöl

9

49

24

18

Walnussöl

11

19

65

5

Quelle: berechnet mit PRODI expert®

Fette bewusst auswählen

Eine bewusste Fettauswahl in der Ernährungspraxis bedeutet somit:

  • Nahrungsmittel bevorzugen, die besonders viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten (z.B. Olivenöl, Distel- und Sonnenblumenöl, ungehärtete Pflanzenmargarine, Nüsse etc.).

  • Den Verzehr von Nahrungsmitteln mit gesättigten Fettsäuren (z.B. Wurst, Käse, Speck, Fleisch etc.) einschränken und fettarmen Produkten den Vorzug geben.

Faustregel: Essen Sie mehr pflanzliche Produkte und weniger tierische!

Fettgehalt einiger Lebensmittel

So bekommen Sie Ihr Fett weg

Lebensmittel enthalten unterschiedliche Mengen an Fett. Sie sollten wissen, welche Lebensmittel fettreich und welche mager sind, denn es lässt sich dadurch eine Menge Fett einsparen!

Die Lebensmittel der Gruppen I und II sind sehr fettreich. Sie sollten sehr sparsam damit umgehen bzw. diese meiden. Hingegen ergibt sich ein geringerer Fettgehalt Ihrer Ernährung, wenn Sie bevorzugt die Lebensmittel der Gruppen IV und V genießen.

Gruppe I und II

Gruppe I 100-26g Fett in 100g

Gruppe II 25-15g Fett in 100g

Lebensmittel

Fett [g]

Lebensmittel

Fett [g]

Milchprodukte, Käse

Weichkäse mind. 70% F.i.T.

40

Feta

24

Sahne

32

Schmelzkäse mind. 45% F.i.T

24

Edelpilzkäse mind. 50% F.i.T.

30

Weichkäse mind. 45% F.i.T.

22

Schmelzkäse mind. 70% F.i.T.

30

Mozzarella

21

Schnittkäse mind. 50% F.i.T.

27

Schmand, 20% Fett

20

Hartkäse 30% F.i.T

26

Fleisch, Wurst, Geflügel

Frühstücksspeck

65

Bratwurst

25

Teewurst

45

Suppenhuhn

19

Salami

33

Dönerfleisch

17

Leberwurst

31

Ente

15

Leberkäse

27

Fisch

Anchovis

32

Thunfisch in Öl, abgetropft

21

geräucherter Aal

29

Matjesfilet

18

geräucherte Makrele

29

Meeresfrüchte in Öl

26

Fette/Öle

Beilagen/Fast Food

Pflanzenöle

100

Pommes frites

20

Butter, Mayonnaise

83

Spiegelei

15

Margarine

80

Halbfettmargarine

40

Soßen/Suppen

Sauce Hollandaise

59

Rahmsoße

18

Remoulade

53

Käse-Sahne-Soße

15

Süßigkeiten/Gebäck

Vollmilchschokolade

33

Kekse/Plätzchen

25

Croissant

33

Vollkornkekse

22

Blätterteig

32

Stollen

18

Nusskuchen

31

Rührkuchen

17

weiße Schokolade

30

Bitterschokolade

16

Nüsse, Saaten

Sonstige

Walnuss

71

Vegetarischer Brotaufstrich

22

Pistazie

52

Sojamehl

21

Leinsamen

37

Gruppe III und IV

Gruppe III (14-4g Fett in 100g)

Gruppe IV (3-0g Fett in 100g)

Lebensmittel

Fett [g]

Lebensmittel

Fett [g]

Milchprodukte, Käse

Weichkäse mind. 30% F.i.T.

13

Schichtkäse 10% F.i.T.

2

Hartkäse 20% F.i.T

12

Milch 1,5% Fett

1-2

Schmelzkäse mind. 20% F.i.T.

12

Sauermilch 1,5% Fett

1-2

Sahne 10% Fett

11

Hartkäse <10% F.i.T.

1

Schichtkäse 20% F.i.T

5

Trinkmolke, Buttermilch

<1

Körniger Frischkäse

4

Magerquark

<1

Vollmilch 3,5% Fett

3-4

Fleisch, Wurst, Geflügel

Rinderfrikadelle

14

Sülze und Aspik

3

Brathähnchen

11

Gegartes Schweinefilet

2-3

Hot Dog

10

Mageres Kalbfleisch

1

gemischtes Hackfleisch

9

Gekochte Hühnerbrust

1

Rindsroulade

8

Mittelfettes Kalbfleisch

6

Magerer Lachsschinken

4

Fisch

Abgetropfter Rollmops

13

Gegarte Forelle

3

Lachs

13

Krabben

2

Panierter gebratener Rotbarsch

10

Hummer

2

Gebackene TK-Fischstäbchen

9

Seezunge, Scholle

2

Sardinen (Konserve ohne Öl)

4

Miesmuscheln

2

Hecht, Zander, Seelachs

1-3

Kabeljau, Schellfisch

<1

Beilagen/Fast Food

Gebratene Polenta

11

Vegetarischer Döner

3

Mehlspeisen

10

Nudeln

1

Pizza Margharita

10

Reis

<1

Kartoffelpuffer

10

Viele Gemüse

<1

Käsespätzle

9

Kartoffeln

<1

Gebratener Tofu

8

Kartoffelsalat

5

Gekochte Polenta

4

Soßen/Suppen

Béchamelsoße

9

Erbseneintopf

3

Senfsoße

8

Gemüsesuppe

3

Tomatensoße

6

Tomatensuppe

3

Hühnersuppe

4-5

Béchamelsoße (mit fettarmer Milch zubereitet)

3

Süßigkeiten/Gebäck

Krapfen

14

Mehle/Brote

1-2

Butterkekse

11

Obstkuchen

9

Cremeeis

9

Pralinen

6

Zwieback

4

Getreide

Weizenkeimflocken

9

Haferflocken

7

Quelle: berechnet mit PRODI expert®

Fettstoffwechselstörungen - Hypercholesterinämie

Cholesterinzufuhr

Neben der Reduzierung der Fettzufuhr und der Beachtung der Fettart (Fettsäurenzusammensetzung) spielt die Höhe der Cholesterinzufuhr bei der Therapie von Hypercholesterinämien eine bedeutende Rolle.

Maximal 300mg Cholesterin sollten es pro Tag sein!

300mg Cholesterin sind jeweils enthalten in:

  • 1 Eigelb

  • 120 g Butter

  • 300 g Käse

  • 120 g Leber

  • 200 g Krabben

Cholesteringehalt

In der folgenden Tabelle finden Sie den Cholesteringehalt ausgewählter Lebensmittel.

Lebensmittel

Cholesterin [mg] pro Portion

Portionsgröße [g]

Cholesterin [mg] pro 100g

Hirn

3423

125

2738

Käseomelett

752

210

358

Gebratene Nudeln mit Ei

734

340

216

Innereien

538

125

430

Maultaschen mit Ei

536

275

195

Gegrillte Scampis

456

300

152

Selbstgemachte Sauce Hollandaise

454

110

413

Hühnereigelb

239

19

1260

Hühnerei

238

60

396

Tiramisu

224

125

179

Garnelen

169

100

169

Flusskrebse

166

100

266

Miesmuscheln

157

100

157

Gerächerter Aal

129

75

172

Schweinekotelett

122

150

81

Waffeln

116

50

231

Scholle

114

150

76

Rinderbrust

109

125

87

Spätzle

96

200

48

Blätterteig

85

100

85

Ölsardinen

84

60

140

Schellfisch

65

150

43

Butter

44

20

221

Nudeln

43

125

34

Emmentaler (45% F.i.T.)

25

30

83

Brie (50% F.i.T.)

22

30

74

Schlagsahne

21

25

84

Kochschinken

16

30

53

echter Kaviar

15

5

300

Crème fraîche

13

15

86

Quelle: berechnet mit PRODI expert®

Cholesterinarme Rezepte

In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche cholesterinarme Rezepte.

Merke:

Bei den meisten Menschen führt eine Reduktion der Cholesterinzufuhr zu einer Senkung des Cholesterinspiegels im Blut und stellt somit eine wichtige therapeutische Maßnahme dar.

Jedoch führt diese Maßnahme nicht bei allen Patienten zum gewünschten Erfolg, da auch die körpereigene Cholesterinproduktion eine Rolle spielt.

Die Cholesterinmenge im Körper ist von der Cholesterinaufnahme durch Nahrungsmittel (bis zu 0,8 g/Tag) und von der körpereigenen Cholesterinproduktion (ca. 1-1,5 g/Tag) abhängig. Der Großteil des Cholesterins entsteht also im Körper selbst und ist durch die Auswahl entsprechender Fettsäuren zu beeinflussen.

Bewegung

Durch regelmäßige körperliche Bewegung steigt das HDL-Cholesterin, was wünschenswert ist, da ein hohes HDL-Cholesterin vor Arteriosklerose schützt.

Stress

Sowohl seelische als auch körperliche Überforderung wirken sich ungünstig auf den Cholesterinspiegel aus.

Fettstoffwechselstörungen - Hypertrigylceridämie

Übergewicht abbauen und Fett reduzieren

Für die Therapie der Hypertriglyceridämie gelten die in den vorigen Kapiteln vorgestellten Grundsätze, v.a. die Gewichtsnormalisierung und die Beschränkung der Fettzufuhr.

Triglyceride werden mit der Nahrung zugeführt bzw. vom Körper selbst gebildet (z.B. aus einfachen Kohlenhydraten und Alkohol).

Bei der Therapie sollten zusätzlich folgende Grundsätze berücksichtigt werden:

  • Schnell resorbierbare Kohlenhydrate wie Zucker, Honig, Fruchtzucker, Zuckeraustauschstoffe (Sorbit, Xylit), Traubenzucker u.ä. sowie Lebensmittel die diese enthalten (u.a. Süßigkeiten, Süßspeisen, gezuckerte Getränke, Backwaren etc.) meiden.

  • Künstliche Süßstoffe (Cyclamat, Saccharin u.a.) sind erlaubt, denn sie haben keinen Einfluss auf die Triglyceride.

  • Bei den komplexen Kohlenhydraten (= stärkehaltigen: z.B. Brot, Reis, Nudeln) Vollkornprodukte bevorzugen.

  • Regelmäßig Lachs, Makrele, Hering in den Speiseplan einbauen. Die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren senken den Triglyceridspiegel.

  • Auf Alkohol möglichst verzichten.

Tipps für den Einkauf

Geeignete Lebensmittel

Ungeeignete Lebensmittel

Künstlicher Süßstoff

Zucker, Traubenzucker, Honig, Diabetikerzucker (Sorbit, Fruchtzucker, Xylit)

Stark verdünnte Saftschorle (Verhältnis 1:5), Mineralwasser, Tee, Diätgetränke mit künstlichem Süßstoff, ohne Zucker

Alkohol jeder Art

Gemüsesäfte

Fruchtsäfte, unverdünnt

Kräutertee

Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke (Cola, Limo etc.), Malzbier

Frischobst in Maßen (1 Stück am Tag)

Süße Obstsorten wie Bananen, Trauben, Ananas, Obstkonserven und Gemüsekonserven, die Zucker enthalten

Salat, Gemüse

Trockenfrüchte

Fettarme vegetarische Brotaufstriche

Marmelade

Selbsthergestellte Saucen aus Gemüse

Ketchup, Cocktailsaucen

Süßspeisen wie Eis, Dessert mit Zucker, Süßigkeiten

Zusätzlich gelten die Ernährungsempfehlungen und die Lebensmittelauswahl, wie sie im Kapitel Ernährung bei Hyperlipoproteinämien beschrieben sind!

Fettstoffwechselstörungen - Bewegung

Sport senkt Blutfette

Zur Unterstützung von Gesundheit und Wohlbefinden trägt eine regelmäßige sportliche Tätigkeit bzw. ausreichend körperliche Bewegung in hohem Maße bei.

Auch auf die Blutfettwerte wirkt sich eine regelmäßige körperliche Tätigkeit (z.B. Radfahren, Walking, Schwimmen, Wandern) günstig aus.

Allein schon durch regelmäßiges Bewegungstraininglässt sich ein erhöhter Blutfettspiegel senken.

Hervorzuheben ist, dass dadurch das HDL-Cholesterin steigt, was wünschenswert ist, da ein hohes HDL-Cholesterin vor Arteriosklerose schützt.

Ferner wird durch regelmäßige Bewegung der Energieverbrauch gesteigert. Dies erleichtert das Abnehmen, der Kreislauf wird angeregt und die Organe werden besser durchblutet.

Auch die psychische Verfassung bleibt durch die körperliche Aktivität nicht unberührt. Hier zeigt sich die positive Wirkung u.a. auf die Stressbewältigung und die Ausgeglichenheit, was wiederum gut für die Blutfette ist.

Denken Sie daran, dass sie keine sportlichen Höchstleistungen erbringen sollen! Viel wichtiger ist, dass der Ausgleichsport regelmäßig durchgeführt wird.

Regelmäßig bedeutet mehrmals wöchentlich mindestens 30 Minuten.

Auch Treppensteigen, Gartenarbeit, Fußwege, Gymnastik und eher "weniger intensive" Bewegungen zählen dazu! Welche Sportarten zu empfehlen sind, hängt vom jeweiligen körperlichen Zustand und auch vom Alter ab.

Die Devise sollte jedoch lauten: Spaß statt Stress!

Stressabbau

Vermeiden Sie Stress

Stress ist die Folge seelischer und/oder körperlicher Anspannung bzw. Überforderung. Er macht sich u.a. durch eine Steigerung der Herzfrequenz, eine Erhöhung des Blutdrucks und vermehrte Schweißproduktion bemerkbar.

Stress (körperlicher und seelischer) kann die Entstehung vieler Krankheiten, v.a. Herz-Kreislauferkrankungen, begünstigen. Untersuchungen haben ergeben, dass anhaltender Ärger, ständige Angst- oder andere psychische Belastungszustände im beruflichen oder privaten Bereich den Cholesterinspiegel im Blut ansteigen lassen.

Es gibt heutzutage viele Methoden, Stress zu mildern bzw. abzubauen. Von einfachen Methoden wie einen Spaziergang machen und bewusst die Natur wahrnehmen, Wandern, Walken, Malen, Musik hören, Tanzen, ein Bad nehmen bis hin zu speziellen Anti-Stress-Programmen wie Autogenes Training, Tai chi, Yoga, progressive Muskelentspannung u.v.a.

Finden Sie Ihr eigenes individuelles Anti-Stress-Programm!

Fettstoffwechselstörungen - Sekundäre Pflanzenstoffe

Hinweis

Dieses Kapitel ist für Ernährungsfachkräfte und Ärzte geschrieben. Es enthält daher möglicherweise Begriffe, die für den Laien nicht verständlich sind. Wenn Sie nicht alles verstehen, drucken Sie diese Seite doch einfach aus und besprechen Sie sie mit Ihrem Arzt oder Ernährungsberater.

Definition

Unter sekundären Pflanzenstoffen versteht man eine Gruppe unterschiedlichster Pflanzeninhaltsstoffe, die sowohl gesundheitsschädliche als auch gesundheitsfördernde Wirkungen auf den menschlichen Körper besitzen können. In einer normalen Mischkost überwiegen jedoch eindeutig die positiven Eigenschaften. Deshalb wurde der frühere – eher negative – Begriff der "antinutritiven" Inhaltsstoffe durch den neutraleren Begriff der sekundären Pflanzenstoffe ersetzt.

Wie bereits der Name verrät, kommen diese Verbindungen hauptsächlich in Pflanzen vor. Hier dienen sie als Farb- und Duftstoffe sowie zur Abwehr von Schädlingen. Es wird vermutet, dass es zwischen 60.000 und 100.000 sekundäre Pflanzenstoffe gibt. Einige von Ihnen sind in der Lage, durch verschiedene Prozesse den Cholesterinspiegel des Menschen zu senken. Die wichtigsten sekundären Pflanzenstoffe in Bezug auf den Fettstoffwechsel sind im Folgenden beschrieben.

Saponine

Hier handelt es sich um zuckerähnliche Substanzen (Glykoside), die hauptsächlich in Hülsenfrüchten (Bohnen, Luzerne) vorkommen und über zwei Wege den Cholesterinspiegel beeinflussen:

1. direkt

Saponine sind in der Lage, Cholesterin im Darm zu binden (Saponin-Cholesterin-Komplex) und dadurch die Aufnahme von Cholesterin mit der Nahrung zu reduzieren.

2. indirekt

Cholesterin ist Bestandteil der primären Gallensäuren, die zur Unterstützung der Fettverdauung in den oberen Dünndarm abgegeben werden. In unteren Darmabschnitten werden diese jedoch rückresorbiert und stehen somit dem Körper erneut zur Verfügung ("enterohepatischer Kreislauf").

Saponine binden diese primären Gallensäuren, so dass sie vermehrt mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Für die Neubildung von Gallensäure wird körpereigenes Cholesterin verwendet, was dazu führt, dass der Cholesterinspiegel im Blut sinkt.

Durch die Bindung der Gallensäuren wird zusätzlich das Dickdarmkrebsrisiko herabgesetzt, da bestimmte Darmbakterien Gallensäuren zu sogenannten sekundären Gallensäuren abbauen, die wahrscheinlich eine kanzerogene (krebsauslösende) Wirkung besitzen.

Eine cholesterinsenkende Wirkung isolierter Saponine konnte bei Nagetieren nachgewiesen werden. Nicht völlig geklärt ist die Wirkung auf den Menschen, da in bisherigen Untersuchungen nur Lebensmittel eingesetzt wurden, die weitere cholesterinsenkende Substanzen enthielten. Dennoch sind saponinhaltige Lebensmittel (Bohnen, Luzernensamen) für die Behandlung eines überhöhten Cholesterinspiegels zu empfehlen, da Überdosierungen durch die Aufnahme dieser Lebensmittel nicht zu erwarten sind.

Phytosterine

Phytosterine sind cholesterinähnliche Substanzen, die hauptsächlich in Pflanzenölen enthalten sind. Die drei Hauptvertreter sind beta-Sitosterin, Campesterin und Stigmasterin.

Der cholesterinsenkende Effekt der Phytosterine gilt als gesichert, das Wirkungsprinzip ist noch weitestgehend unklar. Es gibt bislang zwei Hypothesen:

  • Hemmung der Cholesterinabsorption durch Auskristallisation im Darm

  • Hemmung der Cholesterinabsorption durch Verdrängung des Cholesterins aus den Mizellen

Diese beiden Theorien setzen voraus, dass Phytosterine zusammen mit Cholesterin verzehrt werden, was bei der üblichen Mischkost der Fall ist.

Phytosterine sind zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte zu empfehlen. Sie werden bereits zur Therapie der Hypercholesterinämie eingesetzt. Als "Functional Food" werden sie z.T. der Margarine zugesetzt.

Tocotrienole

Tocotrienole sind Verwandte des Vitamin E (alpha-Tocopherol). Einen besonders hohen Gehalt weisen die Samen (v.a. die Randschichten) und das Öl der Gerste, des Hafers und des Roggens auf.

Im Gegensatz zu den Saponinen und Phytosterinen hemmen sie die körpereigene Cholesterinbildung in der Leber. Dies ist auf die Hemmung eines Enzyms (HMG-CoA-Reduktase) zurückzuführen, das maßgeblich an der Cholesterinsynthese beteiligt ist.

Die Wirksamkeit der Tocotrienole im Hinblick auf die Senkung des Cholesterinspiegels wurde in mehreren Studien nachgewiesen.

Sulfide

Sulfide sind Schwefelverbindungen, die hauptsächlich in Zwiebelgewächsen und Knoblauch enthalten sind. Das Alliin, der Hauptwirkstoff des Knoblauchs, hemmt ebenfalls die Cholesterinsynthese der Leber.

Die cholesterinsenkende Wirkung gilt bei frischem Knoblauch als gesichert, bei Knoblauchpräparaten liegen keine eindeutigen Ergebnisse vor.

Fazit

Eine gesunde Mischkost, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln wie Vollkorngetreideprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse ist, stellt die Grundlage für eine Reduktion des Cholesterinwertes dar und kann dazu beitragen, den Medikamenteneinsatz zu minimieren!

Quelle: Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln, B. Watzl, C. Leitzmann

Ballaststoffe

Allgemeines

Als Ballaststoffe werden unverdauliche Nahrungsbestandteile bezeichnet. Sie sind fast ausschließlich pflanzlichen Ursprungs und weisen die unterschiedlichsten chemischen Strukturen auf. Besonders reich an Ballaststoffen sind Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.

Cholesterinsenkende Wirkung

In verschiedenen Studien wurde die Wirksamkeit der Ballaststoffe in Bezug auf den Cholesterinspiegel belegt. Dies gilt jedoch nur für Versuchsdiäten mit Haferkleie, Bohnen, Pektin und Guarkernmehl.

Es hat sich gezeigt, dass wasserlösliche Ballaststoffe einen günstigeren Einfluss besitzen als wasserunlösliche. Die cholesterinsenkende Wirkung lässt sich durch drei unterschiedliche Mechanismen erklären:

1. Verminderung der Rückresorption von Gallensäuren

Cholesterin ist Bestandteil der primären Gallensäuren, die zur Unterstützung der Fettverdauung in den oberen Dünndarm abgegeben werden. In unteren Darmabschnitten werden diese jedoch rückresorbiert und stehen somit dem Körper erneut zur Verfügung ("enterohepatischer Kreislauf").

Ballaststoffe binden diese primären Gallensäuren, so dass sie vermehrt mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Für die Neubildung von Gallensäure wird körpereigenes Cholesterin verwendet, was dazu führt, dass der Cholesterinspiegel im Blut sinkt.

Durch die Bindung der Gallensäuren wird zusätzlich das Dickdarmkrebsrisiko herabgesetzt, da bestimmte Darmbakterien Gallensäuren zu sogenannten sekundären Gallensäuren abbauen, die möglicherweise eine kanzerogene (krebsauslösende) Wirkung besitzen.

2. Verkürzung der Transitzeit

Vor allem die wasserunlöslichen Ballaststoffe erhöhen durch ihre hohe Quellfähigkeit das Stuhlvolumen und verkürzen dadurch die Verweildauer des Speisebreis im Darm. Dies führt zu einer verminderten Aufnahme von Cholesterin durch die Darmwand.

3. Hemmung der Cholesterinsynthese

Im Dickdarm werden durch den teilweisen bakteriellen Abbau von Ballaststoffen kurzkettige Fettsäuren gebildet, die u.a. zu Propionat umgewandelt werden. Dieses kann die Dickdarmwand passieren, gelangt zur Leber und hemmt dort das für die Cholesterinsynthese erforderliche Enzym HMG-CoA-Reduktase. Die verminderte Cholesterinneubildung führt zu einer Senkung des Cholesterinspiegels.

Quelle: Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln, B. Watzl, C. Leitzmann

Ballaststoffgehalt in ausgewählten Lebensmitteln

Menge

Zutaten

Bst (g)

Bst wasserunlöslich (g)

Bst wasserlöslich (g)

25

Gramm

Sojaspeisekleie

15,0

7,5

7,5

25

Gramm

Steinpilz getrocknet

13,8

11,2

2,6

25

Gramm

Weizen Kleie

11,3

9,9

1,4

25

Gramm

Leinsamen entölt entfettet

8,8

-

-

25

Gramm

Kolanuss roh

7,6

4,6

3,1

25

Gramm

Haferkleieflocken

2,4

1,3

1,2

50

Gramm

Roggen Flocken

6,7

5

1,6

50

Gramm

Gerste Flocken

5,2

4,1

1

50

Gramm

Weizen Flocken

6,6

5,2

1,4

50

Gramm

Hafer Flocken

4,8

2,5

2,5

50

Gramm

Hirse Flocken

2

1,3

0,7

25

Gramm

Amaranth roh

2,3

1,5

0,9

25

Gramm

Grünkern Schrot

2,5

1,5

1

25

Gramm

Mais Vollkorn roh

1,9

2,1

0,3

25

Gramm

Popcorn

2,5

1,8

0,6

50

Gramm

Roggen Vollkornmehl

6,7

4,3

2,4

50

Gramm

Weizen Vollkornmehl

5

3,8

1,1

50

Gramm

Dinkel Vollkornmehl

4,1

3,6

0,5

50

Gramm

Weizen Mehl Type 1600

3,2

2,2

1

50

Gramm

Weizen Mehl Type 630

2

1,3

0,7

50

Gramm

Weizen Mehl Type 405

1,4

1,1

0,9

50

Gramm

Vollkornbrot

4,1

2,7

1,4

50

Gramm

Weißbrot-Weizenbrot

1,6

0,9

0,7

50

Gramm

Wildreis roh

3,1

1,2

1,9

50

Gramm

Reis ungeschält roh

1,1

0,5

0,6

50

Gramm

Reis geschält roh

1

0,4

0,4

50

Gramm

Vollkornteigwaren roh

5,8

4,3

1,4

50

Gramm

Teigwaren eifrei roh

2,5

1,6

0,9

25

Gramm

Karotte (Mohrrübe, Möhre) getrocknet

9,5

4,9

4,6

25

Gramm

Sojabohnen getrocknet

5,5

2,5

3

25

Gramm

Sojamehl

4,6

2,3

2,3

25

Gramm

Linsen reif roh

2,7

1,6

1,1

25

Gramm

Aprikose getrocknet

4,4

2,4

2

25

Gramm

Nüsse

2,9

2,6

0,3

25

Gramm

Mandel süß roh

2,8

1,6

0,8

150

Gramm

Schwarzwurzel roh

27,4

20,6

6,9

150

Gramm

Topinambur roh

18,1

9,1

9,1

150

Gramm

Artischocken roh

16,2

11,3

4,9

150

Gramm

Straucherbsen reif roh

12,9

6,5

6,5

150

Gramm

Kidney-Bohnen Konserve, nicht abgetropft

7,9

4

4

150

Gramm

Rosenkohl roh

6,6

4,4

2,2

150

Gramm

Linsen reif gegart

6,5

3,9

2,6

150

Gramm

Karotte (Mohrrübe, Möhre) roh

4,6

2,8

2,6

150

Gramm

Wurzel- und Knollengemüse

4,6

2,8

2,6

150

Gramm

Weißkohl roh

4,5

2,4

2

150

Gramm

Kohlgemüse

4,5

2,4

2

150

Gramm

Broccoli roh

4,5

2,6

1,9

150

Gramm

Blumenkohl roh

4,4

3,6

0,7

150

Gramm

Rotkohl roh

3,8

2,6

1,2

150

Gramm

Spinat roh

2,7

1,8

2

150

Gramm

Aubergine roh

2,1

2,1

2,1

150

Gramm

Quitte

8,9

6,8

2,1

150

Gramm

Birne roh

4,2

4

0,9

150

Gramm

Apfel roh

3

2,3

0,7

150

Gramm

Beerenobst

3

1,6

0,9

150

Gramm

Blattgemüse

2,7

1,8

2

Berechnet mit Prodi® expert

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