Osteoporose


Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien

Ernährungstipps

Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.

Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.

Patienteninfos

Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.

Beratungsmaterialien

Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.


Patienteninfos/Ernährungsinfos

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Patienteninfo Osteoporose

Krankheitsbild

Definition

Osteoporose ist eine Erkrankung des gesamten Skelettsystems, die durch eine Abnahme der Knochenmasse, -struktur und -funktion sowie eine erhöhte Frakturneigung gekennzeichnet ist. Man unterscheidet grundsätzlich die primäre Osteoporose (95 % der Erkrankungen), die ohne organische Ursache auftritt, von der sekundären Osteoporose, die sich als Folge anderer Erkrankungen oder durch den Einsatz bestimmter Medikamente (z.B. Cortison) entwickelt.

Symptome

  • erhöhte Anfälligkeit für Knochenbrüche (bevorzugt Wirbelkörper, Oberschenkelhals, Handgelenk)
  • Größenabnahme (Rundrücken durch Einkrümmung der Wirbelsäule)
  • (chronische) Schmerzen
  • Entstehung von Hautfalten (Tannenbaumphänomen)
  • Immobilität

Ursachen

Neben dem normalen altersbedingten Abbau von Knochenmasse kann die Osteoporose mehrere Ursachen haben: z. B. Calciummangel, Vitamin D-Mangel, Östrogenmangel (nach den Wechseljahren), Magersucht, Prolaktinom, sekundäre Amenorrhoe), Bewegungsmangel, Medikamente (z.B. Cortisol), Schilddrüsenüberfunktion und einen Hyperparathyreoidismus.

Diagnose

Ein Hinweisgeber auf das Vorliegen einer Osteoporose ist die Knochendichtemessung. Meist erfolgt sie mittels Dual-Röntgenabsorptiometrie (DXA), die den Knochenmineralgehalt bestimmt. Der Befund wird als T-Score angegeben: T-Score ≤ 2,5 spricht für Osteoporose. Über eine Behandlung entscheidet jedoch nicht nur diese Zahl, sondern Ihr gesamtes Bruchrisiko (z.B. schon erlittene Brüche, Sturzrisiko, Familienanamnese, Begleiterkrankungen/Medikamente). Zusätzlich können körperliche Untersuchung, Wirbelsäulenbild und Laborwerte sinnvoll sein.

Therapie

Die Basistherapie der Osteoporose stützt sich auf drei Säulen: Ernährung (siehe Ernährungstherapie), Bewegung und Medikamente.
Regelmäßige körperliche Aktivität und Vermeidung von Immobilität führen zu einem Zuwachs an Knochen- und Muskelmasse. Bei gleichzeitiger ausreichender Calciumaufnahme kann eine Zunahme der Knochendichte erreicht werden.
Das Rauchen von Zigaretten hat eine osteoporosefördernde Wirkung und sollte vermieden werden. Nikotin verengt die Blugefäße, was die Versorgung der Knochen mit Nährstoffen verschlechtert. Ob eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ist, richtet sich nach dem individuellen Frakturrisiko. Es stehen eine Vielzahl an Substanzen zur Verfügung. Die Auswahl der Therapie erfolgt ärztlich; parallel sollten Calciumzufuhr und Vitamin-D-Bildung (Bewegung im Freien, Sonnenexposition) gesichert sein.
Eine bedarfsgerechte Schmerztherapie und spezielle Physiotherapie (v.a. nach Frakturen) ergänzen die Basistherapie.

Ernährungstherapie


Basis: ausgewogen und vollwertig

Bei Osteoporose sollten im Rahmen einer vollwertigen, pflanzenbetonten Ernährung eine bedarfsgerechte Energie- und Proteinzufuhr sowie adäquate Calciumzufuhr gewährleistet sein.
Bei der knochengesunden Ernährung werden täglich 1000 mg Calcium für Erwachsene, auf mehrere Portionen verteilt, empfohlen. Besonders bei Untergewicht (BMI < 20 kg/m2) sollte eine Gewichtszunahme angestrebt werden, da ein normales Körpergewicht zur Senkung des Sturz- und Frakturrisikos beiträgt und eine Eisen-Mangelernährung das Frakturrisiko erhöht.


Wie gelingt die Sicherstellung einer bedarfsdeckenden Calciumzufuhr?

Über den Verzehr calciumreicher Lebensmittel kann eine bedarfsdeckende Calciumzufuhr erzielt werden. Milchprodukte sind die wichtigsten Calciumlieferanten in unserer Ernährung und sind zudem reich an hochwertigem Protein. Um die tägliche Zufuhrempfehlung von 1000 mg über Milchprodukte zu decken, könnte folgende Kombination gewählt werden:

  • 1 Glas (250 ml) Milch (ca. 300 mg Ca) + 1 Becher (150 g) Naturjoghurt (ca. 180 mg Ca)
    + 2 Scheiben (à 30 g) Käse (ca. 480 mg)

Außerdem eignet sich calciumreiches Mineralwasser (mindestens 150 mg Calcium pro Liter) als gute Calciumquelle. Grüne Gemüsesorten mit einem Calciumgehalt von mindestens 80 mg / 100 g wie Brokkoli oder Grünkohl, frische Küchenkräuter, Samen und Nüsse (täglich 25 g) sowie calciumangereicherte Pflanzendrinks tragen ebenfalls zur bedarfsdeckenden Calciumversorgung bei.

Nährstoffe und deren Einfluss auf den Calciumstoffwechsel

  • Vitamin D: Eine adäquate Versorgung mit Vitamin D ist wichtig zur Senkung des Frakturrisikos. Empfohlen werden täglich 800 IE (20 ug) Vitamin D. Da die Zufuhr über die Ernährung nur gering ist, spielt die Eigensynthese durch Sonnenlichtbestrahlung der Haut (UVB-Lichtexposition) die wichtigste Rolle. Bei unzureichender endogener Synthese (z.B. Alter > 65 Jahre, dunkle Hautfarbe) und Mangel kann eine gezielte Supplementation in Absprache mit dem Arzt sinnvoll sein.
  • Proteine: Eine unzureichende Proteinaufnahme kann die Knochenmatrix schwächen, Muskelabbau fördern und Kraftverlust begünstigen. Empfohlen werden täglich mind. 0,8 - 1 g Protein pro kg Körpergewicht (z.B. Mind. 56 g/Tag 70 kg-Person). Pflanzliches Protein z. B. aus Hülsenfrüchten und Nüssen ist besonders empfehlenswert, da es im Unterschied zu tierischem Protein eine geringere Säurelast aufweist und die Knochendichte positiv beeinflusst.
  • Phosphat: Eine hohe Phosphatzufuhr hemmt die Calciumaufnahme. Daher sollte der Konsum phosphatreicher Lebensmittel wie Schmelzkäse, Fleisch, Wurstwaren, Schinken und Fertiggerichte mit Konservierungsstoffen eingeschränkt werden.
  • Oxalsäure und Phytate: Organische Säuren wie Oxalsäure (v.a. in Rhabarber, Spinat und Mangold) und Phytate (in ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Kleie) können die Calciumresorption hemmen. Ein moderater Verzehr oxalsäurereicher Lebensmittel hat keinen Einfluss au die Mineralstoffversorgung. Ballaststoffkonzentrate (z. B. Flohsamenschalen, Kleie) sollten in zeitlichem Abstand zu calciumreichen Mahlzeiten verzehrt werden.
  • Koffein: Bei einem maßvollen Genuss von Kaffee oder schwarzem Tee (etwa 4 Tassen täglich) besteht kein erhöhtes Frakturrisiko, solange die Calciumzufuhr ausreichend ist.

Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?

Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote

In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche calciumreiche Rezepte und den Calciumgehalt von LM.
Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und Ernährungstherapie erhalten Sie im Premium- Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.

Literatur

  • DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungstipps I Osteoporose
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) (2020): DGE Beratungsstandards. 1. Auflage 2020
  • Dachverband Osteologie e.V. (2023): S3-Leitlinie Prophylaxe,Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und Männern ab dem 50. Lebensjahr. Nr. 183/001


Ernährungstipps


  • Krankheitsbild: Aufgaben des Skeletts, Definition, Klassifikation der primären Osteoporose, Symptome, Diagnose, Häufigkeit, Behandlungsziele
  • Ursachen: Allgemeines, Calciummangel, Vitamin D-Mangel, Östrogenmangel, Bewegungsmangel, Untergewicht, Medikamente, Schilddrüsenüberfunktion
  • Ernährung: Einflüsse auf den Calciumstoffwechsel, Prävention der Osteoporose, Calcium, Genussmittel
  • Medikamente Allgemeines, Basistherapie, Knochenabbau-hemmende Medikamente, Knochenaufbau-stimulierende Medikamente
 

Krankheitsbild

Aufgaben des Skeletts

  • Hauptbestandteil des Bewegungsapparates und Ansatzpunkt für Sehnen und Muskulatur

  • Mechanischer Schutz wichtiger Organe (Gehirn, Herz, Lunge) sowie des Knochenmarks

  • Speicherorgan für Mineralstoffe und Spurenelemente

99% des gesamten Calciumgehaltes des Körpers sind in den Knochen gespeichert. Der Gehalt des Skeletts an Calcium beträgt etwa 1-1,5 kg (entspricht 2% des Körpergewichts)

Definition

Unter Osteoporose versteht man eine Erkrankung des gesamten Skelettsystems, die durch eine Abnahme der Knochenmasse, -struktur und -funktion sowie eine erhöhte Frakturneigung gekennzeichnet ist.

Wenn es als Folge des Knochenabbaus zu einem Knochenbruch kommt, spricht man von einer klinisch manifesten Osteoporose. Wird eine Abnahme der Knochendichte diagnostiziert, ohne dass es zu einer Fraktur kommt, spricht man von einer präklinischen Osteoporose (Osteopenie).

Man unterscheidet grundsätzlich die primäre Osteoporose (95% der Erkrankungen), die ohne organische Ursache auftritt, von der sekundären Osteoporose, die sich als Folge anderer Erkrankungen oder durch den Einsatz bestimmter Medikamente (z.B. Cortison) entwickelt.

[premium]

Klassifikation der primären Osteoporose

Typ 1

Typ2

Wer?

Fast ausschließlich Frauen

2/3 Frauen 1/3 Männer

Wo?

Hauptsächlich betroffen sind die Wirbel des Rückrates mit Bruch der Wirbelkörper

Betroffen sind die Wirbelkörper, Röhrenknochen (Oberarm, Speiche), Oberschenkelhals

Wann

Erster Knochenbruch etwa 8-10 Jahre nach Eintritt der Wechseljahre

Erster Knochenbruch meist etwa erst nach dem 70. Lebensjahr

Symptome

  • Knochenschmerzen (besonders im Rücken)

  • gesteigerte Neigung zu Knochenbrüchen ohne erkennbare Ursache (Spontanfraktur)

  • Zusammensinken der Wirbelkörper (Rundrücken bzw. "Witwenbuckel", Abnahme der Körpergröße)

Diagnose

Für die Diagnose der Osteoporose steht die Messung des Mineral- bzw. Calciumgehaltes der Knochen (=Knochendichte) im Mittelpunkt. Dafür stehen zur Zeit folgende Methoden zur Verfügung:

  • Einzelphotonenabsorptiometrie (SPA)

  • Dual-Energy

  • Röntgenabsorptionsmessung (DXA)

  • Quantitative Computertomographie

Die Bewertung der Ergebnisse erfolgt durch den Vergleich der Knochendichtewerte von gleichaltrigen Gesunden. Ab welchem Wert Handlungsbedarf besteht, ist bislang noch nicht eindeutig geregelt.

Weitere Hinweise zur Diagnose finden Sie auf den Seiten von Dr. Kluthe.de.

Häufigkeit

Derzeit sind in Deutschland etwa 7,8 Millionen Menschen von der Osteoporose betroffen. Die Zahl der dadurch bedingten Oberschenkelhalsbrüche wird auf rund 80.000 geschätzt. Die Osteoporose hat zumindest in den Industrieländern den Status einer Volkskrankheit erlangt. 40% der Frauen über 50 Jahren erleiden statistisch gesehen im Laufe ihres Lebens einen Oberschenkelhalsbruch bedingt durch Osteoporose. Durch die medizinische Behandlung dieser Frakturen (z.B. künstliches Hüftgelenk) entstehen jährlich Kosten von etwa 5,4 Milliarden €.

Behandlungsziele

  • Senkung des Konchenabbaurisikos

  • Senkung des Sturzriskios

  • Aktivierung des Knochenaufbaus

  • Senkung der Kochenabbaurate

  • Schmerzbehandlung

  • Verbesserung der Mobilität

Osteoporose - Ursachen

Eine Abnahme der Knochendichte erfolgt immer dann, wenn mehr Knochensubstanz abgebaut wird als neues Material gebildet werden kann. Für den Knochenstoffwechsel sind zwei verschiedene Zellsysteme verantwortlich, nämlich die knochenbildenden Osteoblasten und die knochenabbauenden Osteoklasten. Während beim Gesunden ein Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbau herrscht, ist die Aktivität der Osteoklasten beim Osteoporotiker erhöht bzw. die der Osteoblasten verringert. Dies kann mehrere Ursachen haben.

Calciummangel

Calcium als Baustoff

Calcium spielt bei der Ausbildung der Knochenmatrix eine wichtige Rolle. Der Körper speichert davon etwa 1-1,5 kg in den Knochen. Auch im Stoffwechsel besitzt Calcium eine Vielzahl an Funktionen (Muskelkontraktion, Aktivierung des Blutgerinnungssystems, Zellmembranstabilisierung, Cofaktor für die Sekretion von einigen Enzymen, Neurotransmittern und Hormonen).

Wird mit der Nahrung zu wenig Calcium zugeführt, greift der Körper auf die Calciumspeicher der Knochen zurück. Diese Entmineralisierung der Knochenmatrix kann auf Dauer zur Osteoporose führen.

Vitamin D-Mangel

Copilot des Calciums

Das fettlösliche Vitamin D verbessert die Calciumaufnahme aus dem Darm, indem es die Bildung des calciumbindenden Proteins (Calbindin-D) fördert. Es ist somit indirekt am Knochenstoffwechsel beteiligt.

Der Körper ist in der Lage, aus UV-Strahlen und einem Cholesterinabkömmling (7-Dehydrocholesterol) Vitamin D (Cholecalciferol) selbst herzustellen. In Leber und Niere erfolgt dann die Umwandlung in die eigentlich wirksame Form, dem sogenannten Calcitriol (Vitamin D-Hormon).

Vitamin D-Mangel führt bei Kindern zur sogenannten Rachitis ("Englische Krankheit"), die mit Verformungen der Knochen einhergeht. Der Tagesbedarf liegt bei 20µg/Tag (Ausnahme: Säuglinge: 10µg/Tag). Besonders reich an diesem Vitamin sind Fettfische (Lachs, Hering, Makrele), Lebertran, Margarine, Pilze und Eier.

Östrogenmangel

Während eine gesteigerte Bildung von Sexualhormonen zu einem vermehrten Knochenaufbau führt, kommt es bei fehlender Produktion (z.B. bei operativer Entfernung der hormonproduzierenden Drüsen wie Eierstöcke und Hoden) zu einem gesteigerten Knochenabbau.

Der Mangel an Östrogen (weibliches Sexualhormon) wird bei der Frau durch die Wechseljahre herbeigeführt, die zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr eintreten. Aus diesem Grund sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Bewegungsmangel

Bewegungsmangel führt nicht nur zu einer verringerten Muskelmasse, sondern auch zu einer verminderten Knochendichte. Für ein stabiles Knochengerüst ist also eine regelmäßige körperliche Beanspruchung durch Sport unentbehrlich. Es konnte gezeigt werden, dass der Aufbau von Knochenmasse proportional zum Muskelaufbau zunimmt. Hier empfiehlt sich ein progressives Krafttraining aller Muskelgruppen, mit höheren Widerständen mindestens 2-3 mal die Woche für je 45min. Desweiteren kann man auch ein kombiniertes Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining mindestens 2-3 mal die Woche für je 1Std, machen. Hier wird nicht nur der Knochenaufbau gefördert, sondern auch das Sturzriskio, durch das Koordinationstraining, verringert.

Ein weiterer Vorteil der körperlichen Aktivität ist, dass die Reaktionsfähigkeit sowie das Gleichgewicht trainiert wird. Die hohe Anzahl an Oberschenkelhalsbrüchen ließe sich durch einen besseren körperlichen Zustand der Senioren reduzieren. Die Kräfte, die bei einem hilflos Stürzenden auftreten, sind um ein Vielfaches höher als bei Menschen, die in der Lage sind, den Sturz abzufangen.

Übertriebenes Training kann aber auch negative Konsequenzen haben. Bei jungen Hochleistungssportlerinnen kann dies zu einem relativen Östrogenmangel führen, was sich im Ausbleiben der Monatsblutung äußert. Dieser Mangel hat die gleichen knochenschädigenden Auswirkungen wie der Mangel an Sexualhormonen nach der Menopause. In diesem Fall übersteigt die negative Wirkung die positiven Aspekte des körperlichen Trainings.

Auch im Alter ist Vorsicht geboten. Wer als Untrainierter älteren Jahrgangs mit sportlichen Aktivitäten beginnt, sollte sich vorher vom Arzt gründlich untersuchen lassen. Eine unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankung könnte bei plötzlich auftretenden Belastungen fatale Folgen haben. Bei bestehenden Gelenkserkrankungen bzw. anderen Störungen des Bewegungsapparates sollte die jeweilige Sportart mit dem Orthopäden und/oder Krankengymnasten besprochen werden, um Verschleißerscheinungen zu vermeiden. Jeder über den normalen Muskelkater hinausgehende Schmerz sollte ebenfalls dem Arzt mitgeteilt werden.

Untergewicht

Psychisch bedingte Essstörungen wie Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) und Anorexia nervosa (Magersucht) können bei Frauen ebenfalls zum Ausbleiben der Periode (Amenorrhö) führen. Der dadurch entstehende Östrogenmangel schädigt die Knochenmasse in gleicher Weise wie nach den Wechseljahren. Die geringere Knochendichte fördert so die Entstehung einer Osteoporose.

Medikamente

Glucocorticoide

Unter Glucocorticoiden versteht man eine in der Nebennierenrinde gebildete Hormongruppe. Die beiden bekanntesten Vertreter sind Cortison und Cortisol. Als Medikament werden diese Substanzen vorwiegend bei entzündlichen Erkrankungen wie z.B. Rheuma verschrieben. Jedoch besitzen Glucocorticoide eine Reihe von knochenschädigenden Eigenschaften:

  • Hemmung der knochenaufbauenden Osteoblasten

  • verringerte Calciumaufnahme aus dem Darm

  • gesteigerte Calciumausscheidung über die Nieren

  • verminderte Calcitoninausschüttung (siehe Medikamente)

Diuretika

Bei diesen Medikamenten handelt es sich um Medikamente, die z.B. bei der Behandlung des Bluthochdruckes eingesetzt werden. Einige von ihnen fördern die Ausscheidung von Wasser und Mineralstoffen über die Nieren, d.h. es kommt u.a. zu einer verstärkten Ausschwemmung von Calcium. Es gibt jedoch auch Diuretika (z.B. Hydrochlorothiazid), die genau das Gegenteil bewirken und somit zu einer Zunahme der Knochendichte führen.

Antacida, Phosphatbinder

Sowohl die magensäurehemmenden Antacida als auch die Phosphatbinder, die bei Dialysepatienten eingesetzt werden, besitzen eine knochenschädigende Wirkung.

Schilddrüsenüberfunktion / Hyperthyreose

Eine schwere Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann ebenfalls eine Osteoporose verursachen. Durch einen gesteigerten Knochenumsatz kommt es zu einer verstärkten Calciumausscheidung mit dem Harn sowie zu leicht erhöhten Blutcalciumwerten. Dies führt zu einer Unterversorgung des Knochens mit Calcium, woraus eine geringere Knochendichte und ein erhöhtes Frakturrisiko resultiert.

Osteoporose - Ernährung

Einflüsse auf den Calciumstoffwechsel

Ein Calciummangel kann mehrere Ursachen haben. In den meisten Fällen ist dieser auf eine falsche Ernährung bzw. eine ungenügende orale Zufuhr von Calcium mit der Nahrung zurückzuführen. Aber auch eine gestörte Calciumresorption aus dem Darm sowie eine gesteigerte Calciumausscheidung über die Nieren können zu einer negativen Calciumbilanz beitragen.

Verminderte Calciumresorption

Ein Vitamin D-Mangel führt zu einer geringeren Aufnahme von Calcium aus dem Darm. Bei 80% der europäischen Altenheimbewohner wurde eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung beobachtet. Ursache hierfür ist die geringe Zufuhr durch die Nahrung, die altersbedingte gestörte Umwandlung in die aktive Hormonform, aber auch die mangelnde Bewegung im Freien.

Auch eine hohe Phosphatzufuhr verschlechtert die Calciumresorption. Deshalb wird empfohlen, den Verzehr von phosphatreichen Lebensmittel wie Schmelzkäse, Wurst- und Fleischwaren einzuschränken. Die Zufuhr von Phosphat sollte die des Calciums nicht übersteigen.

Organische Säuren wie Oxalsäure (v.a. in Rhabarber, Spinat und Mangold) und Phytinsäure (in ballaststoffreichen Lebensmitteln wie z.B. Kleie) sind in der Lage, Calcium sowie andere Mineralstoffe und Spurenelemente im Darm zu binden und somit deren Resorption zu verringern. Die organischen Säuren werden durch Erhitzen inaktiviert. Rohköstler sollten bei ihrer Ernährung deshalb darauf achten, dass nicht mehr als 50% der täglichen Nahrung im rohen Zustand verspeist werden.

Menschen, die an einer Milchzuckerunverträglichkeit erkrankt sind, leiden häufiger an Osteoporose, da Milch und milchhaltige Produkte nicht vertragen werden. Für ihre Ernährung eignen sich vergorene, milchzuckerfreie Produkte, calciumreiche Mineralwässer oder Calciumpräparate.

Eine Verbesserung der Calciumresorption wird durch den gleichzeitigen Verzehr von Milchzucker, Zitronen- und Apfelsäure verbessert. Die beiden Säuren sind in verschiedenen Obstsorten enthalten.

Erhöhte Calciumausscheidung

Eine hohe Zufuhr von tierischem Protein, v.a. von den schwefelhaltigen Aminosäuren (Eiweißbausteinen) Cystein und Methionin, führt zu einer Absenkung des pH-Wertes des Harns und zu einer gesteigerten Calciumausscheidung. Den gleichen Effekt besitzen Koffein und Alkohol, die durch die Hemmung des Hormons Adiuretin die Flüssigkeits- und damit auch Calciumexkretion fördern. Auch ein erhöhter Kochsalzverzehr (höchstens 5-6g) fördert die Ausscheidung dieses Mineralstoffes über die Niere. Bevorzugt sollte man Jodsalz mit Fluorid verwenden und salzige Speißen, wie z.B. Salzgebäck, gesalzene Nüssen und gepökelte, geräucherte Fleischerzeugnisse, vermeiden.

Prävention der Osteoporose

Bei der Prävention der Osteoporose spielt im Rahmen einer gesunden Ernährung eine ausreichende Calciumzufuhr im Kindes- und Jugendalter eine entscheidende Rolle. In diesem Lebensabschnitt ist die Einlagerung von Calcium in die Knochenmatrix am effektivsten. Der Zeitpunkt, an dem der Mensch seine höchste Knochenmasse erreicht, nennt man "peak-bone-mass" ( Spitzenknochenmasse). Anschließend (etwa ab dem 30. Lebensjahr) verringert sich die Knochendichte mit zunehmendem Alter.

Eine Osteoporose kann also entstehen, wenn nicht ausreichend Knochenmasse aufgebaut wurde oder wenn die Verluste im Alter unverhältnismäßig hoch sind. Die Prävention der Osteoporose besteht darin, eine möglichst hohe peak-bone-mass aufzubauen. Dies lässt sich durch regelmäßige körperliche Betätigung und eine calciumreiche Ernährung erreichen.

Calcium

Tagesbedarf

In der Schwangerschaft und während des Stillens ist der Calciumbedarf erhöht, da der Embryo bzw. der Säugling auf die Zufuhr von Calcium durch die Mutter angewiesen ist. Bei einer mangelnden Versorgung werden die Calciumspeicher der Knochen der Mutter angegriffen, so dass es langfristig zu einer Unterversorgung mit diesem Mineralstoff kommen kann. Durch das Knochenwachstum ist der Calciumbedarf bei Heranwachsenden erhöht. Eltern sollten deshalb auf eine angemessene Versorgung ihres Kindes mit Calcium achten.

Empfohlene Calciumzufuhr nach DGE/ÖGE

Altersgruppe

mg Calcium pro Tag

Kinder und Jugendliche:

1 bis unter 4 Jahre

600

4 bis unter 7 Jahre

750

7 bis unter 10 Jahre

900

10 bis unter 13 Jahre

1100

13 bis unter 19 Jahre

1200

Erwachsene:

Männer

1000

Frauen

1000

Schwangere und Stillende:

unter 19 Jahren

1200

19 Jahre und älter

1000

Quelle: DGE/ÖGE Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2. Auflage, 8.aktualisierte Ausgabe 2024

Eine Einschränkung der Calciumzufuhr ist nur beim Vorliegen eines primären Hyperparathyreoidismus angezeigt.

Calciumversorgung

Die besten Calciumquellen sind Milch und Milchprodukte. Ohne diese Lebensmittel ist eine ausreichende Deckung des täglichen Bedarfs kaum möglich. Sie sollten deshalb regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Ein weiterer guter Calciumlieferant ist Mineralwasser. Bei der großen Auswahl der Produkte sollte ein Wasser bevorzugt werden, das mindestens 400mg Calcium pro Liter enthält und möglichst weniger als 200mg Natrium.

In einem gewissen Umfang kann Gemüse (z.B. Brokkoli) zur Calciumversorgung beitragen. Einen hohen Calciumgehalt weisen auch verschiedene Küchenkräuter wie Petersilie und Dill auf. Ein regelmäßiger Einsatz dieser Kräuter kann somit helfen, den Kochsalzkonsum zu reduzieren, neue Geschmacksrichtungen zu entdecken und die Calciumaufnahme zu erhöhen.

Eine optimale Calciumversorgung erreicht man, wenn die zugeführte Calciummenge über den Tag verteilt wird, also z.B. in Form von mehreren kleinen Milchmahlzeiten.

Calciumgehalt einiger Lebensmittel

Nahrungsmittel (100g)

Calcium (mg/Portion)

Portionsgröße (g)

Calcium (mg/100g)

Gegrillter Halloumi

3585

250

1434

Käsespätzle

1809

670

270

Geräucherte Sprotte

1275

75

1700

Wildgemüse

1070

150

713

Kartoffelgratin

883

460

192

Käsesalat

753

150

502

Gekochte Weinblätter

578

150

385

Mozzarella

567

150

378

Hartkäse mind. 45% Fett i. Tr.

412

30

1372

Nudeln mit Pesto

350

250

140

Kresse

321

150

214

Kürbiscremesuppe

312

350

89

Käsekuchen

296

510

58

Haferflockenbrei

276

310

89

Toast Hawaii

270

110

245

Grünkohl

269

150

179

Bananenmilch

243

286

85

Blattgemüse

234

200

117

Chester

228

30

760

Edamer

203

30

678

Ölsardine

198

60

330

Joghurt mit Früchten

191

150

127

Spinat

189

150

126

Tofu

185

100

185

Kuhmilch

180

150

120

Camembert

171

30

570

Edelpilzkäse

165

30

550

Buttermilch

164

150

109

Sesam

157

20

783

Mangold

155

150

103

Joghurt mit Müsli

152

150

101

Vegetarischer Döner

151

350

43

Quelle: berechnet mit PRODI expert®

Mineralstoffgehalt einiger Mineralwässer (mg / l)

Quelle

Calcium

Natrium

Magnesium

Finkenbach Quelle

11,5

0,9

3

Volvic

11,5

116

8,0

Vogelsberger Mineralwasser

22

5,2

9,1

Rhön Sprudel

46,2

4,9

25

Spessart Quelle

58

11,8

31,2

Fürst Bismarck Premium

60

10

3,9

Adelholzener Mineralwasser

67,1

12,7

31,3

Lichtenauer Mineralquelle

68,7

13,4

12,3

Ileburger Sachsen Quelle medium

73,1

12,4

10,9

Haaner Felsenquelle

74

23

16,9

Brohler Mineralwasser

80

370

80

Krumbach

87

9,1

23,3

Adelholzener Heilquelle

88

3,7

29

Apollinaris Classic

90

470

120

Staatlich Fachingen

92,5

560

56,6

Elisabethquelle

95,3

14,2

27,6

Teinacher

96,2

73,8

26,7

Selters Naturell

110

10

20

Selters Mineralwasser

110

280

40

Kaiser Friedrich Quelle

131

1020

91

Gerolsteiner Naturell

140

12

49

Heppinger

150

481

199

Rosbacher naturell

156

47,4

69

Bad Vilbeler UrQuelle

190

98

25,7

Hassia Sprudel & Hassia Leicht

190

197

34

Rosbacher

206

72,7

100

Hirschquelle

206

252

35

Franken Brunnen medium

274

38,1

67,9

Mühringer

330

86,5

60,3

St. Gero Heilwasser

331

121

109,4

Gerolsteiner Sprudel

348

118

108

Bad Niedernauer Römerquelle

397

12,4

57,1

Förstina Sprudel

505

33

52

Rietenauer Dillenius-Quelle

533

15,6

78,2

Residenz Quelle Mineralwasser

556

77,7

75,6

Rietenauer Heilwasser

557

10,4

63,7

Imnauer Apollo

581

23

43,8

St. Anna Heilwasser

598

142

75

St. Margareten

607

21,5

48,6

Steinsieker Mineralwasser

620

20

50

Genussmittel

Alkohol

Die Wirkung des Alkohols auf den Knochenstoffwechsel ist noch nicht eindeutig geklärt. Während bei mäßigem Alkoholkonsum eine leichte Zunahme der Knochendichte festgestellt wurde, führt ein hoher Alkoholgenuss zu einer starken Abnahme der Knochenmasse. Chronischer Alkoholmissbrauch hemmt die Osteoblasten und besitzt einen negativen Einfluss auf den Vitamin D-Stoffwechsel. Weiterhin führt Alkohol durch die Hemmung des Hormons Adiuretin zu einer verstärkten Calciumausscheidung mit dem Urin.

Koffein

Wie bereits erwähnt, besitzt auch Koffein calciumausschwemmende Eigenschaften. Daher sollten täglich nicht mehr als vier Tassen Kaffee getrunken werden.

Nikotin

Neben den zahlreichen gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens besitzt Nikotin eine osteoporosefördernde Wirkung. Durch den Zigarettenkonsum verengen sich die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren), was die Versorgung der Knochen mit Nährstoffen (z.B. Calcium) verschlechtert. Nikotin fördert unter anderem auch noch den Östrogenabbau.

Osteoporose - Medikamente

Bemerkung

Die hier angegebenen Dosierungen der Medikamente dienen lediglich der Orientierung. Sie sollten in jedem Fall mit dem Hausarzt oder Apotheker besprochen werden!

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Behandlung ist neben der Ernährung und der Bewegung die dritte Säule der Osteoporosetherapie. Man unterscheidet neben der Basistherapie grundsätzlich zwei Arten von Wirkstoffgruppen. Die erste Gruppe stimuliert den Knochenaufbau und die zweite hemmt den Knochenabbau.

Die Wahl des Medikamentes hängt maßgeblich vom Patienten bzw. der jeweiligen Diagnose ab. Die Entscheidung kann nur der behandelnde Arzt nach gründlicher Untersuchung des Patienten treffen. Im Folgenden wird auf die Wirkstoffgruppen der Osteoporose-Medikamente näher eingegangen.

Basistherapie

Calcium und Vitamin D

Obwohl der Calciumversorgung in den ersten drei Lebensjahrzehnten eine entscheidende Bedeutung zukommt, hat Calcium auch in höherem Lebensalter einen positiven Effekt auf die Knochendichte.

Calcium hat generell bei der Behandlung mit Medikamenten eine unterstützende Wirkung. Da Vitamin D die Calciumresorption verbessert, lässt sich durch die gezielte Gabe dieses Vitamins der Knochenabbau verringern. Es empfiehlt sich eine zusätzliche Gabe von 800-2000 IE Vitamin D bei Personen, die sich weniger als 30min am Tag im Freien aufhalten. Wird die empfohlene Menge Calcium (1000mg/d) durch konventionelle Ernährung nicht erreicht (z.B. bei Milcheiweißallergie), ist eine Substitution empfehlenswert.

Calcitriol

Der Körper ist in der Lage, aus UV-Strahlen und einem Cholesterinabkömmling (7-Dehydrocholesterol) Vitamin D (Cholecalciferol) selbst herzustellen. In Leber und Niere erfolgt dann die Umwandlung in die eigentlich wirksame Hormonform, dem sogenannten Calcitriol. Bei vielen älteren Menschen ist diese Umwandlung in der Niere gestört, so dass sie auf eine direkte Zufuhr dieses Hormons angewiesen sind. In diesem Fall sollte eine weitere Vitamin D-Supplementierung unterbleiben und die Calciumaufnahme durch die Nahrung zumindest reduziert werden.

Knochenabbau-hemmende Medikamente (Antiresorptiva)

Bisphosphonate

Es handelt sich hier um Phosphorverbindungen, die ähnliche chemische Strukturen aufweisen wie die Knochenmatrix. Sie bilden eine Art Schutzschicht und verringern somit die Angriffsfläche der Osteoklasten (knochenabbauende Zellen). Neuere Formen reichern sich unter den knochenabbauenden Zellen an der Knochenoberfläche an und werden daher nur in geringen Mengen verabreicht. Durch die selektive Hemmung der Osteoklasten bleibt die Aktivität der knochenaufbauenden Osteoblasten erhalten, wodurch eine gewisse Erhöhung der Knochendichte erreicht werden kann.

Bisphononate sollten nicht während der Schwangerschaft bzw. der Stillzeit, bei Nierenfunktionsstörungen und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes eingesetzt werden. Als Nebenwirkungen wurden Magen-Darmbeschwerden beobachtet. Bisphosphonate werden hauptsächlich bei Frauen nach den Wechseljahren (postmenopausal) eingesetzt.

Calcitonin - Das Schilddrüsenhormon

Calcitonin ist ein in der Schilddrüse gebildetes Hormon, welches den Knochenstoffwechsel reguliert. Es wird in der Osteoporosetherapie eingesetzt, wenn eine Therapie mit Östrogenen abgelehnt wird, Kontraindikationen vorliegen, sowie bei der Therapie osteoporotischer Männer.

In der Wirkung als Gegenspieler des Parathormons hemmt es die Freisetzung von Calcium und Phosphat aus den Knochen und fördert die Einlagerung dieser beiden Mineralstoffe in die Knochenmatrix. Weiterhin begünstigt es die Umwandlung von knochenabbauenden Osteoklasten in knochenaufbauende Osteoblasten. Es besitzt eine schmerzstillende Wirkung, weshalb es häufig zur Schmerzlinderung bei Frakturen eingesetzt wird.

Verabreicht wird es in Form von Nasensprays, da es nach oraler Gabe im Magen verdaut wird und somit nicht mehr wirksam ist. Typische Nebenwirkungen dieser Medikamente sind Übelkeit, Hautrötungen sowie Magen-Darm-Beschwerden. Bei der Anwendung von Lachs-Calcitonin kann es zusätzlich zu allergischen Reaktionen kommen.

Östrogene - Die weiblichen Sexualhormone

Die fehlende Östrogenproduktion nach den Wechseljahren ist eine der häufigsten Ursachen der Osteoporose. Um diesen Mangel zu beheben, wird vielen Frauen eine Ersatzbehandlung empfohlen. Die Art der Verabreichung (Tabletten, Spritzen, Pflaster, etc.) spielt dabei keine Rolle.

Östrogene hemmen direkt den Knochenabbau, sie verringern die Calciumausscheidung und erhöhen die Calciumabsorption. Dies führt zu einer Zunahme der Knochendichte und damit zu einem verringerten Frakturrisiko. Sie sind ebenfalls in der Lage, die typischen Beschwerden der Wechseljahre zu mildern. Entscheidend ist jedoch, dass die Therapie rechtzeitig begonnen wird, um mögliche Schäden zu vermeiden. Ein Kausalzusammenhang zwischen Hormoneinnahme und Brustkrebsrisiko ist noch nicht geklärt.

SERM's - Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren

Die SERM's wirken an den Östrogenrezeptoren. Sie hemmen die Osteoklasten, da sie dort ähnlich wie Östrogen wirken. Jedoch besitzen die SERM's den Vorteil, dass sie an anderen Organen nicht wie Östrogen wirken und somit dort unerwünschte Wirkungen verhindern. Sie werden meistens auch postmenopausal, anstatt Östrogen, verabreicht.

Knochenaufbau-stimulierende Medikamente

Fluoride

Fluoride fördern den Knochenaufbau, da sie die Osteoblastenbildung fördern. Eine Zunahme der Knochendichte ist auf eine teilweise Einlagerung von Fluorid in die Knochenmatrix zurückzuführen. Diese Effekte sind an der Wirbelsäule stärker ausgeprägt als an den Extremitäten. Fluoride konkurrieren mit Calcium um die Einlagerung, daher wird bei einer erhöhten Fluoridzufuhr weniger Calcium eingebaut.

Eine Überdosierung kann jedoch auch durch das Konkurrenzverhalten negative Auswirkungen haben. Durch übermäßige Einlagerung von Fluorid kann es zu einer Störung der Knochenstruktur (Fluorose) kommen, was die Frakturanfälligkeit trotz erhöhter Knochendichte verstärkt.

Als Nebenwirkungen können Übelkeit, Gastritis sowie Schwellungen im Knöchel- und Fersenbereich auftreten. Die Dauer der Therapie sollte drei Jahre nicht übersteigen.

Androgene

Androgene sind männliche Sexualhormone, die nur bei sehr schwerwiegenden Fällen eingesetzt werden. Bei einer stark ausgeprägten Osteoporose findet sich häufig ein Teufelskreis aus einer Abnahme der Knochendichte und dem damit verbundenen vermehrten Auftreten von Knochenbrüchen. Dies führt häufig zur Bettlägerigkeit, woraus eine weitere Abnahme der Knochendichte resultiert usw. Androgene können durch ihren knochenaufbauenden Effekt helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

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