Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien
Ernährungstipps
Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.
Patienteninfos
Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.Beratungsmaterialien
Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.Patienteninfos/Ernährungsinfos
Ernährungsinfo Diäten
Wissenswertes über Diäten und gesundes Abnehmen
Der Begriff „Diät“ wird heute in zwei Hauptkontexten verwendet:
- Er bezeichnet zum einen eine spezielle Ernährungsform zur Gewichtsveränderung (Abnahme oder seltener Zunahme).
- Zum anderen bezeichnet er eine krankheitsspezifische Ernährung, die aus medizinischen Gründen bei Krankheiten sinnvoll oder notwendig ist und in der Regel ärztlich verordnet oder ernährungsfachlich begleitet wird.
Im medizinischen Kontext ist eine Diät Teil der wissenschaftlichen Lehre der Diätetik. Früher waren vieleorganspezifische Diäten üblich, heute liegt der Fokus stärker auf einer evidenzbasierten, individuell angepassten Ernährungstherapie und ihrem Einfluss auf den Stoffwechsel.
Warum ist ein gesundes Körpergewicht wichtig?
Wenn von Übergewicht die Rede ist, ist nicht allein das Gewicht auf der Waage entscheidend, sondern ein übermäßiger Körperfettanteil. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Adipositas als Krankheit ein, da sie die Gesundheit erheblich beeinträchtigen kann. Zur ersten Einschätzung wird oft der Body-Mass-Index (BMI) genutzt, der das Gewicht und die Körpergröße ins Verhältnis setzt. Ein BMI ab 25 gilt als Übergewicht, ab 30 als Adipositas. Da er den Körperfettanteil nicht direkt misst, kann er bei sehr muskulösen Menschen ein falsches Bild ergeben. Ein genauerer Indikator für gesundheitliche Risiken ist der Taillenumfang, da besonders das Bauchfett als bedenklich gilt. Ein Umfang von über 94 cm bei Männern und 80 cm bei Frauen deutet auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin.
Was Sie über Risiken wissen sollten
Übergewicht (BMI > 27) bzw. Adipositas erhöhen das Risiko für zahlreiche Erkrankungen wie z. B.Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten. Auch Gicht,Fettleber und Gelenkbeschwerden können häufiger auftreten. Schon eine Gewichtsreduktion von nur 5 % kann die Stoffwechselwerte, Blutdruck und Blutzucker deutlich verbessern und so das Risiko für Folgeerkrankungen senken.
Wann Abnehmen nicht ratsam ist
Es gibt Ausnahmen, bei denen eine Gewichtsabnahme nicht empfohlen wird. Dazu gehören z.B. Erkrankungen, die mit einem starken ungewollten Gewichtsverlust verbunden sein können (z.B. Krebserkrankungen), Infektionskrankheiten und Schwangerschaft.
Wie Sie gesund und nachhaltig abnehmen
Die größte Herausforderung ist nicht die initiale Gewichtsabnahme selbst, sondern das langfristige Halten des reduzierten Gewichts. Ein dauerhafter Erfolg gelingt am besten in zwei Phasen:
- Gewichtsabnahme: Besser als kurzfristig viel Gewicht zu verlieren, ist es, in kleinen Schritten ans Ziel zu kommen. Dies lässt sich z. B. über kleinere Portionen und einen geringeren Verzehr energiedichter Lebensmittel erreichen. Gleichzeitig sollte der Bewegungsanteil im Alltag erhöht werden.
- Gewichtsstabilisierung: Nach einer Gewichtsabnahme oder bereits währenddessen besteht das wichtigste Ziel darin, das jeweils aktuell erreichte Gewicht zu halten. Dabei ist es entscheidend, die Ernährungsgewohnheiten dauerhaft umzustellen und auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche Kost zu achten.
Überblick über verschiedene Diät- und Ernährungsformen
| Diätform | Prinzip | Bewertung |
|---|---|---|
| Crash-Diäten (z.B. Kohlsuppendiät,Ananasdiät) |
starke Einschränkung der Lebensmittelauswahl auf meist ein einziges Lebensmittel; schnelle Gewichtsabnahme v.a. durch Verlust von Wasser oder Muskelprotein, aber kaum Körperfett | wenn, dann nur kurzfristig sinnvoll, da kein langfristiger Effekt und Risiko für Nährstoffmangel |
| DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) |
Der Konsum von Obst, Gemüse, fettarmen Milchprodukten und Vollkornprodukten wird erhöht, während der Verzehr von Salz, gesättigten Fetten und Zucker reduziert wird. | gut geeignet, wirkt sich positiv auf den Blutdruck aus |
| Formula-Diäten | Ersatzmahlzeiten aus industriell gefertigten Nährstoffgemischen mit definiertem Energie- und Nährstoffgehalt | kurzzeitig möglich, aber ärztliche Begleitung empfehlenswert |
| Halb-Pfund-Regel | Die Regel empfiehlt den Verzehr von täglich einem halben Pfund von manchen Lebensmittelgruppen (z.B. Gemüse, Milchprodukte), während von anderen Gruppen (z.B. Fleisch, Eier) ein halbes Pfund wöchentlich verzehrt werden soll. Dies ermöglicht eine ausgewogene, kalorienreduzierte Vollkost. | gut geeignet, fördert eine ausgewogene Ernährung |
| Intervallfasten (z.B. 16:8-Fasten, 5:2-Fasten, Dinner-Cancelling) |
Essensphasen wechseln sich mit Fastenphasen ab, z.B. 16 Stunden Fasten, 8 Stunden essen. Meistens vage Empfehlungen zur geeigneten Lebensmittelauswahl. | prinzipiell anwendbar, Studienlage zur langfristigen Wirksamkeit uneinheitlich |
| Low-Carb-Diäten (z.B. Atkins-Diät) |
Verzehr von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln (wie Brot, Nudeln, Kartoffeln oder zuckerhaltige Produkte) wird deutlich reduziert, dafür stehen vermehrt eiweiß- und fettreiche Lebensmittel auf dem Speiseplan | möglich zur Gewichtsreduktion, auf Ausgewogenheit und Fettqualität achten |
| „Stoffwechsel-Diäten“ (z.B. Blutgruppen-Diät, Metabolic Balance) |
Individuelle Ernährungsempfehlungen auf Basis von Blutwerten und ggf. Vorlieben sowie Anamnesedaten | wissenschaftlich nicht belegt, daher nicht empfohlen |
| Weight Watchers | Alle Lebensmittel sind erlaubt – aber im richtigen Maß. Lebensmitteln werden basierend auf ihrem Nährwert und Energiegehalt Punkte zugeordnet. Abhängig von Gewicht, Alter usw. steht den Teilnehmern ein Punktebudget zur Verfügung. | gut geeignet, da flexibel und alltagstauglich |
Fazit: Dauerhafte Ernährungsumstellung statt schneller Diät
Viele Diäten versprechen rasche Erfolge, führen aber selten zu einem dauerhaften Ergebnis. Nachhaltig abnehmen gelingt, wenn die Ernährung langfristig ausgewogen und genussvoll gestaltet wird. Entscheidend ist eine kalorienbewusste, nährstoffreiche Ernährung, die sich gut in den Alltag integrieren lässt. Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und realistische Ziele unterstützen den Erfolg. Radikale oder einseitige Diäten bergen das Risiko von Nährstoffmangel und Jo-Jo-Effekt. Erfolg stellt sich erst ein, wenn die Ernährungsumstellung dauerhaft umsetzbar ist und die positive Haltung zum eigenen Körper im Vordergrund steht – nicht Verbote, sondern ein gesunder Umgang mit Essen.
Wichtiger Hinweis: Bei bestehenden Erkrankungen oder Unsicherheiten sollte die Gewichtsabnahme durch eine qualifizierte Ernährungsfachkraft und einen Arzt begleitet werden.
Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?
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Literatur
- DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungstipps I Diäten
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) (2020): DGE Beratungsstandards. 1. Auflage 2020
Ernährungstipps
Definition "Diät"
Der Begriff "Diät" wird in zwei Kontexten verwendet: Zum einen bezeichnet er eine spezielle Ernährung bei bestimmten Erkrankungen. Zum anderen benennt er das Vorhaben einer Gewichtsabnahme, seltener auch einer -zunahme.
Diät als Ernährung bei Krankheiten
Diäten sind Bestandteil der Diätetik, einer Lehre, die sich mit der Krankenernährung beschäftigt. Lange Zeit waren Diäten auf ein bestimmtes Organ bezogen. Zum Beispiel gab es eine Magen-, eine Galle-, eine Leber- und eine Darmschonkost. Erst später rückte mit der Wirkung der Diät auf den Stoffwechsel eine wissenschaftliche Herangehensweise in den Vordergrund. Der Umfang der Diäten blieb jedoch weiterhin beachtlich.
So gab es eine gesonderte Diät bei Hypertonie, eine bei Ödemen, eine bei Fettstoffwechselstörungen, eine bei Hyperurikämie usw. Diese Liste ließe sich noch lange fortführen. Spätestens bei der praktischen Umsetzung kommen jedoch Zweifel an der Praktikabilität und dem Sinn einer solchen Einteilung auf. Unterscheiden sich die einzelnen Bedarfe wirklich so stark voneinander, sprich sind die vielen Diät-Formen therapeutisch sinnvoll?
[premium]Das Rationalisierungsschema
Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja und Nein. Die grundsätzlichen Bedarfe unterscheiden sich zwar kaum, die verschiedenen Erkrankungen erfordern aber gewisse Anpassungen. Mit dem Rationalisierungsschema, das 1976 erstmalig von Kluthe und Schaeffer herausgebracht wurde, erarbeiteten die Autoren einen Kompromiss: Sie erklärten die "Vollkost" und die "Leichte Vollkost", beide im Sinne einer vollwertigen Ernährung gestaltet, zur Basisdiät, und leiteten davon energiedefinierte Diäten sowie Protein-Elektrolyt-definierte Diäten und Sonderdiäten ab.
Diäten als Weg zum Abnehmen
Problem der leicht verfügbaren Nahrung
In Ländern mit hohem Bruttoinlandsprodukt ist Nahrung en masse verfügbar. Energiedichte, fertig zubereitete Lebensmittel sind preisgünstig und überall leicht zugänglich; einem überbordendem Konsum steht wenig im Weg. Stress und unbewältigter Frust können als Motivatoren ein Übriges tun, um den Verzehr von Nahrung hochzutreiben.
Schönsein heißt Schlanksein
So einfach es sein kann, über hochkalorische Lebensmittel an Gewicht zuzulegen, gilt dennoch ein schlanker Körper als Schönheitsideal. Vorbilder entstammen zum Beispiel den Medien - ein Extrem findet sich in der Welt der Mode. Lange Zeit galt dort äußerste Schlankheit à la Lesley Hornby alias "Twiggy" als Nonplusultra. Daher überrascht es kaum, dass Essstörungen unter Models weit verbreitet sind, denn nicht jede/r ist per se (hyper-)schlank.
Wie weit lässt sich das Gewicht manipulieren?
Egal ob Model oder nicht - nicht jedes Gewicht ist für jeden erreichbar und das ist nicht ausschließlich eine Frage der Mäßigung beim Essen. Die Figur wird auch von der genetischen Veranlagung bestimmt. Der Einfluss der Genetik liegt bei etwa 40 bis 70 Prozent (Quelle: BMBF, 2012). Sicher ist: Jemand der normalgewichtig ist, muss nicht unbedingt schlank sein. Wenn jedoch nur schlank schön sein soll, baut sich ein unnötiger Druck auf all jene auf, die dieser Form nicht entsprechen.
Weg vom Schlankheitsideal
Ein erfreulicher aktueller Trend ist das Bestreben einiger Modezeitschriften (Brigitte, Vogue), anstelle superdünner Models verstärkt normalgewichtige zu beschäftigen. Durch mehr Offenheit beim Körpergewicht wird vielleicht der Zwang zum Schlanksein unter Models und in der Gesellschaft sinken und Platz machen für mehr Körpervielfalt.
Selbst der Body-Mass-Index, ein Maß über den sich das Gewicht näherungsweise einordnen lässt, spricht dem "normalen" Gewicht eine Spanne zu. "Die eine Figur" oder "das einzig ideale Körpergewicht", das für alle passen muss, gibt es nicht. Das Wichtigste ist und bleibt es, gesund zu sein. Eine positive Einstellung zum eigenen Körper spielt dabei eine wichtige Rolle.
Diäten - Übergewicht
Was ist "Über"-Gewicht?
Nicht das Gewicht allein, sondern der Körperfettanteil bestimmt, ob jemand zu viele Kilos auf die Waage bringt. Denn Übergewicht setzt laut WHO eine exzessive Zunahme des Körperfetts voraus. Dieses Zuviel an Körperfett wiederum könne nachteilig auf die Gesundheit wirken, weshalb die WHO sehr starkes Übergewicht auch als Krankheit einstuft.
Der Body-Mass-Index, der Gewicht und Höhe ins Verhältnis setzt und diesen Quotienten einer Gewichtskategorie - Untergewicht (BMI < 18 Kilogramm pro Quadratmeter), Normalgewicht (BMI = 18-24 Kilogramm pro Quadratmeter) oder Übergewicht (BMI > 25 Kilogramm pro Quadratmeter) zuordnet, sei das wohl nützlichste Maß zur Schätzung des Körperfetts, meint die WHO.
Da es den Körperfettanteil aber nicht direkt erfasst, sind Irrtümer nicht auszuschließen, weshalb der BMI keine abschließende Bewertung erlaubt. Weil vor allem Fett, dass sich in großen Mengen im Bauchbereich gebildet hat, als gesundheitlich bedenklich gilt, ist der Taillenumfang ein sinnvolles zusätzliches Maß.
Ein Taillenumfang über 94 Zentimetern bei Männern und über 80 Zentimetern bei Frauen weist dabei auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin. Bei über 102 Zentimetern bei Männern und über 88 Zentimetern bei Frauen gehen Experten von einem deutlich erhöhten Risiko aus. Wenn der Bauchfettanteil vermehrt ist, unterstützt Abnehmen die Gesundheit.
Warum sollten (stark) Übergewichtige abnehmen?
Menschen mit Übergewicht (BMI>25 Kilogramm pro Quadratmeter) oder Adipositas (BMI>30 Kilogramm pro Quadratmeter) haben ein höheres Risiko, Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, Gicht, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bekommen, insbesondere bei entsprechender familiärer Disposition. Bestimmte Karzinome (zum Beispiel Brustkrebs bei Frauen), hormonelle Störungen, Arthritis, Gallensteine, eine Fettleber und Depressionen finden sich bei schwergewichtigen Menschen häufiger, denn gleichzeitig mit dem Gewicht steigt oder sinkt auch das Erkrankungsrisiko.
Zwar scheint sich ein Mehr an Gewicht nach Ergebnissen neuerer Studien nur im Fall einer ausgeprägten Adipositas nachteilig auf die Lebenserwartung auszuwirken. Jedoch haben Menschen mit erhöhtem Körperfettanteil ein größeres Erkrankungsrisiko, was wiederum die Lebensqualität schmälert.
Doch kleine Abnehmerfolge wirken bereits: Schon bei einer Gewichtsreduktion um fünf Prozent verbessern sich in der Regel die Stoffwechselwerte deutlich und damit verbunden sinkt das Erkrankungsrisiko.
Wann Übergewicht kein Grund zum Abnehmen ist ...
Für diese allgemeinen Empfehlungen zur Gewichtsabnahme gibt es Ausnahmen. Nicht abnehmen müssen zum Beispiel Menschen, die verstärkt Sport zum Muskelaufbau machen und deren Gewicht durch die erhöhte Muskelmasse oberhalb eines "normalen Körpergewichts" liegt.
Auch nicht abnehmen sollten Menschen jenseits der 65, denn bei diesen scheint eine Gewichtsreduktion der Gesundheit nicht nur wenig förderlich, sondern ganz im Gegenteil dieser sogar abträglich zu sein. Auch bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen oder bei Krebserkrankungen ist es nicht angebracht, das Körpergewicht gewollt zu senken.
Gewicht abnehmen, aber wie?
Die eigentliche Herausforderung besteht weniger darin, Gewicht abzunehmen, als das reduzierte Gewicht langfristig zu halten.
Zwei Etappen
Gewichtsabnahme
Besser als kurzfristig viel Gewicht zu verlieren, ist es, in kleinen Schritten ans Ziel zu kommen. Dies lässt sich am besten über kleinere Portionen und einen geringeren Verzehr energiedichter Lebensmittel erreichen. Gleichzeitig sollte der Bewegungsanteil im Alltag erhöht werden.
Gewichtskontrolle
Nach einer Gewichtsabnahme oder eigentlich auch schon während dieser Zeit besteht das wichtigste Ziel darin, das jeweils aktuell erreichte Gewicht zu halten. Dazu muss die Ernährung umgestellt werden, denn das alte Ernährungsmuster hat in aller Regel zu einer Zunahme beigetragen.
Wichtig ist, dass eine langfristig ausgelegte Ernährungsweise ausgewogen gestaltet ist. Neben einer gesunden Mischkost kann auch eine vegetarische Ernährung oder eine Vollwert-Ernährung eine ausgewogene Ernährung ermöglichen.
Übrigens: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung sind unabhängig vom Körpergewicht für jeden eine sinnvolle Empfehlung.
Mehr zum Thema "gesundes Abnehmen" erfahren Sie im Kapitel Übergewicht.
Diäten - Crashdiäten
Konzept und Bewertung
Wer nach einer Methode zum Abnehmen sucht, wird überall schnell fündig - in Zeitungsanzeigen, Frauenzeitschriften, in Apotheken oder im Internet. Das Angebot ist unüberschaubar, dem Erfindungsreichtum scheinen dabei keine Grenzen gesetzt zu sein.
Lesen Sie im Folgenden wie wirksam und empfehlenswert einzelne Diäten tatsächlich sind ...
Wichtig:
Sie finden hier keine Anleitungen zu den einzelnen Diäten, sondern lediglich einen Abriss einiger Konzepte.
Für den Laien ist es eine große Herausforderung, die Theorie in die Praxis zu übertragen und dabei weiterführende gesundheitliche Aspekte im Auge zu behalten. Nur ein Beispiel: Auch jemand, der eine Diät macht, sollte ausreichend Nährstoffe über die Nahrung zu sich nehmen.
Crashdiäten
Möglichst schnell, möglichst viel ...?
Viele Diäten sind kurzfristig ausgerichtet. Klassisches Beispiel sind die Blitz-Diäten, auch als Crash-Diäten bezeichnet, wie die Ananas-, die Kartoffel- oder die Reisdiät, die Magic-Soup-Diät ("Kohlsuppendiät") oder die Hollywood-Diät.
Wie es die Namen bereits andeuten, steht dabei meist ein einziges Lebensmittel im Vordergrund. Schnelle Erfolge lassen sich meist auf einen Verlust von Wasser oder Muskelprotein zurückführen. Was so gut wie unberührt bleibt, ist das Körperfett.
Wohl kaum jemand würde auf die Idee kommen, diese Diäten über längere Zeit anzuwenden. Da sie die Nahrungsauswahl stark einschränken, sind sie auf lange Sicht nicht nur eintönig und nehmen die Lust am Essen. Sie können auch zu erheblichen Mangelerscheinungen führen.
Bewertung: komplett ungeeignet
Diäten - Low-Fat-Diäten
Low-Fat-Diäten
Ornish-Diät
Schlanker, gesünder und länger leben: Die Ornish-Diät scheint sich für alles zu eignen: Zum Abnehmen, um Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen abzuwenden, Blutdruck und Cholesterin zu senken oder Prostata- und Brustkrebs zu behandeln.
Ihr Begründer Dean Ornish ist Medizin-Professor und leitet ein Forschungsinstitut für Präventivmedizin bei Sausalito. Ornish empfiehlt eine sehr fettarme, überwiegend pflanzliche, ballaststoffreiche Diät, die um Stressmanagement, Bewegung und soziale Unterstützung zu ergänzen ist.
Ornishs Heilsversprechen sind mit Skepsis zu betrachten. Auch ein Gewichtsverlust mit dieser Diät gilt als nicht sicher, besonders da der sehr niedrige Fettanteil das Durchhalten erschwert. Ornish rät zu Nahrungsergänzungsmitteln (Fischöl, Multivitamine), da Mangelerscheinungen wohl nicht völlig auszuschließen sind.
Bewertung: fraglich
Dr. Haas Erfolgsdiät
"Eat to win"- iss, um zu siegen, ist der Leitsatz der Dr. Haas Erfolgsdiät. Vor allem Sportler sollen durch weniger Kalorien (etwa 1000 Kilokalorien pro Tag) zu "Gewinnern" werden. Der Schwerpunkt liegt auf pflanzlichen Lebensmitteln, aber auch tierische Lebensmittel sind in kleinen Mengen vorgesehen.
Auf lange Sicht bringt die Diät eher Verluste als Gewinne ein: Vitamin B12, Jod, Eisen und Calcium kommen dabei tendenziell zu kurz.
Bewertung: höchstens kurzzeitig
Diäten - GI-/Low-Carb-Diäten
Glykämischer-Index-/Low-Carb-Diäten
Glykämischer-Index-(GI)-Diäten:
Low-Carb-Diäten
Glykämischer-Index-(GI)-Diäten:
Logi-Methode, Glyx-Diät, Montignac-Diät
Logi-Methode, Glyx-Diät und Montignac-Diät verwenden alle den "glykämischen Index" (GI) als Hilfsmittel zur Gewichtsreduktion. Auf Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index antworte der Körper angeblich mit weniger Insulin. Das könnte das Abnehmen unterstützen, weil in Abwesenheit von Insulin der Fettabbau steigt.
Die Empfehlung, überwiegend komplexe Kohlenhydrate zu verzehren, ist zwar sinnvoll, findet sich jedoch auch bei den Mischkost-Diäten wieder. Durch eine Einschränkung der Gesamt-Kohlenhydrat-Aufnahme werden mehr Fett und Eiweiß verzehrt. Ein langfristig erhöhter Anteil an Fett und Eiweiß in der Ernährung ist jedoch aus gesundheitlicher Sicht nicht zu empfehlen.
Die Wirksamkeit der GI-Diäten zur Gewichtsabnahme ist nicht nachgewiesen. Nach aktueller Auffassung ist eher die Gesamtenergiezufuhr als der glykämische Index der Lebensmittel für eine Gewichtszunahme bzw. -abnahme verantwortlich. Davon abgesehen ist der glykämische Index für die Blutzuckerwirksamkeit eines Lebensmittels ein eher unzureichendes Maß, wodurch das Konzept in sich nicht schlüssig ist.
Bewertung: Wirksamkeit nicht belegt, höchstens kurzzeitig
Low-Carb-Diäten
Atkins-Diät
Die Atkins-Diät geht noch einen Schritt weiter als die GI-Diäten und reduziert den Verzehr sämtlicher Kohlenhydrate drastisch. Ihr Urheber, der amerikanische Arzt Dr. Robert C. Atkins empfiehlt eine extrem kohlenhydratarme, eiweiß- und fettreiche Diät.
Eine Gewichtsabnahme soll dabei ohne Einschränkung der Energiezufuhr erzielbar sein. Im Mittelpunkt dieser Diät stehen Fleisch, Fleischprodukte, Fisch, Eier, Käse, Fette und Öle. Weitgehend verzichtet werden soll hingegen auf Kartoffeln, Nudeln, Reis, Vollkornprodukte, Obst und Hülsenfrüchte.
Die Atkins-Diät ist vergleichsweise gut untersucht. Sie wird von Experten sehr kontrovers beurteilt. Einerseits scheint sie zur Gewichtsabnahme genauso wirksam zu sein wie eine Mischkost-Diät mit niedrigerem Fettanteil. Andererseits wird von einer langfristigen Anwendung der Atkins-Diät unter anderem wegen des erhöhten Proteinanteils, der erhöhten Aufnahme gesättigter Fettsäuren und (ohne Nahrungsergänzungsmittel) einer zu geringen Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen abgeraten.
Bewertung: höchstens kurzzeitig, unter ärztlicher Aufsicht
Zone-Diät nach Sears
Die Zone-Diät nach Sears sieht eine Ernährung vor, die sich aus jeweils 30 Energieprozenten Fett und Eiweiß und aus 40 Energieprozenten Kohlenhydraten zusammensetzt. Diese Mischung soll zu einem Hormon-Gleichgewicht, genannt "the zone", führen. Wer die Diät befolgt, verliert angeblich nicht nur an Gewicht, sondern kann auch seine Leistungsfähigkeit steigern. Vorgesehen ist eine regelmäßige Nahrungsaufnahme mit drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten.
Die theoretischen Hintergründe der Zone-Diät sind wissenschaftlich nicht gesichert. Dabei soll wesentlich mehr Eiweiß verzehrt werden als von der DGE empfohlen. Ein langfristig erhöhter Eiweiß-Anteil in der Ernährung kann die Nieren belasten und Gicht begünstigen. Es gibt Hinweise darauf, dass eine Beschränkung auf drei Hauptmahlzeiten sinnvoller ist.
Bewertung: höchstens kurzzeitig
South-Beach-Diät
Die South-Beach-Diät setzt sechs sättigende Mahlzeiten pro Tag an. Diätwillige durchlaufen bei dieser Diät drei Phasen:
-
Zunächst werden die kompletten Kohlenhydrate eingeschränkt,
-
dann sind Kohlenhydrate mit niedrigem glykämischen Index erlaubt, bis die Gewichtsabnahme erfolgreich ist.
-
Schließlich dürfen wieder alle Kohlenhydrate verzehrt werden.
Die South-Beach-Diät ist nicht nur aufwendig durchzuführen, sondern auch wissenschaftlich nicht haltbar. Kohlenhydrate sollten 10 Prozent des Energiebedarfs nicht unterschreiten, damit das Gehirn, das zwingend auf diesen Energieträger angewiesen ist, ausreichend versorgt wird.
Bewertung: ungeeignet
Diäten - Trennkost-Diäten
Trennkost-Diäten
Haysche Trennkost
Dr. Howard Hay ist der Erfinder der Trennkost. Er war Zeit seines Lebens davon überzeugt, dass Eiweiß und Kohlenhydrate im menschlichen Verdauungstrakt nicht gleichzeitig verdaut werden können und empfahl deshalb, beide getrennt voneinander zu verzehren. Allgemein teilte er Lebensmittel in drei Gruppen ein:
-
säurebildende Lebensmittel (eiweißreich)
-
basenbildende Lebensmittel (kohlenhydratreich)
-
neutrale Lebensmittel
Verzehrt werden sollen vor allem die basenbildenden Lebensmittel, wozu Obst und Gemüse zählen. Getreide kommt bei dieser Diät evtl. etwas zu kurz, da es als "saures", also eher zu meidendes Lebensmittel eingestuft wird. Von Hülsenfrüchten, die eine ideale pflanzliche Eiweißquelle darstellen, wird komplett abgeraten. Auch Milchprodukte sollen nur stark eingeschränkt verzehrt werden.
Durch einen hohen Anteil an Gemüse und Obst kann durch die Trennkost durchaus eine Gewichtsabnahme erreicht werden. Diese Lebensmittel sind reich an Ballaststoffen und zumindest Gemüse ist vergleichsweise energiearm, was eine bessere Sättigung bei geringerer Energieaufnahme bewirkt.
Ein wesentlicher "Knackpunkt" der Trennkost ist die geforderte Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten. Diese ist kaum umsetzbar, weil Lebensmittel in der Regel beide Nährstoffe enthalten. Auch werden kohlenhydrat- und eiweißspaltende Enzyme gleichzeitig in den Darm ausgeschüttet, so dass beim gesunden Menschen Kohlenhydrate und Eiweiß gemeinsam verdaut werden. Darüber hinaus besitzt der menschliche Körper ein effektives Puffersystem, um den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren, es besteht also keine Gefahr zu "versauern".
Bewertung: evtl. kurzzeitig, auf ausreichend Getreide- und Milchprodukte achten
Fit-for-Life-Diät
"Fit for Life" beruht auf den Prinzipien der Hayschen Trennkost. Bei dieser Diät werden zudem eine Reihe pseudowissenschaftlicher Aussagen in den Raum gestellt, die falsch sind - wie "Milch verklebt die Darmwände und die Schleimhäute" oder "das Trinken von destilliertem Wasser verhindert Ablagerungen in den Arterien". Eine vernünftige Ernährung ist mit dieser Ernährungsform unmöglich.
Bewertung: ungeeignet
Schlank im Schlaf
"Schlank im Schlaf" basiert auf dem Einhalten von nur drei Mahlzeiten mit vorgegebener Nährstoffzusammensetzung:
-
Frühstück: Kohlenhydrate und Fett
-
Mittagessen Kohlenhydrate, Protein und Fett
-
Abendessen: Protein und Fett
Abends auf Kohlenhydrate zu verzichten soll dazu führen, dass der Blutzuckerspiegel nicht so stark ansteigt. In der Folge wird weniger Insulin ausgeschüttet und nachts kann die Fettverbrennung in Gang kommen, so die Hypothese, die nicht belegt ist.
Durch die Vorgabe, abends keine Kohlenhydrate zu essen, werden allerdings tendenziell mehr Fett und Protein verzehrt. Ein langfristig erhöhter Anteil an Fett und Eiweiß in der Nahrung kann sich gesundheitlich nachteilig auswirken.
Bewertung: nicht belegt, aufwendig, höchstens kurzzeitig
Diäten - Proteinreiche Diäten
Proteinreiche Diäten
Dukan-Diät
Die Dukan-Diät geht auf den französischen Ernährungsmediziner Pierre Dukan zurück. Sie sieht eine proteinreiche Ernährung vor, die in vier Phasen untergliedert ist.
-
Phase 1: Die Angriffsphase beginnt mit ausgewählten, mageren eiweißreichen Lebensmitteln.
-
Phase 2: In der Aufbauphase kommen bestimmte Gemüsesorten dazu.
-
Phase 3: In der Stabilisierungsphase sind weitere Lebensmittel genehmigt.
-
Phase 4: In der Erhaltungsphase sind alle Lebensmittel erlaubt.
Zu Beginn gibt es sehr wenig Kohlenhydrate zu essen. Von weniger als zehn Energieprozent Kohlenhydraten raten Experten allerdings ab, da das Gehirn in diesem Fall nicht ausreichend versorgt wird. Der weitgehende Verzicht auf Kohlenhydrate bringt eine höhere Fett- und Eiweißaufnahme mit sich. Ein hoher Proteinanteil kann die Nieren belasten, wodurch diese Diät, die sich als langfristige Ernährung versteht, gesundheitlich fragwürdig ist.
Bewertung: ungeeignet
Mayo-Diät
Die Mayo-Diät ist eine eiweißreiche, fettarme Diät. Trotz der gleichen Schreibweise ist die berühmte Mayo-Klinik in den USA nicht Namensgeber dieser Diät und steht auch in keinem näheren Zusammenhang mit dieser (näheres zur echten Mayo-Clinic-Diät).
Die Mayo-Diät erlaubt 1000 bis 1500 Kilokalorien täglich, die zum größten Teil durch eiweißreiche Produkte gedeckt werden sollen. Darunter fallen zum Beispiel drei Eier pro Tag oder mageres Fleisch. Auch Obst und Gemüse sind erlaubt.
Diese Diät ist sehr einseitig ausgerichtet, ein hoher Cholesterinspiegel sowie Nährstoffmängel drohen. Daher ist sie selbst als Kurzdiät abzulehnen.
Bewertung: ungeeignet
Max-Planck-Diät
Auch hier erinnert der Name an eine berühmte Einrichtung (vgl. Mayo-Diät) und auch hier besteht kein Zusammenhang mit dieser. Das Max-Planck-Institut hat sich ausdrücklich von der gleichnamigen Diät distanziert.
DieMax-Planck-Diät ist extrem eiweißreich. Auf dem Speiseplan stehen viel Fleisch und Eier und wenig Milch. Obst und bestimmte Gemüsesorten können zum Teil in unbegrenzter Menge gegessen werden.
Angeblich kann mit dieser Diät das Körpergewicht um neun Kilogramm in zwei Wochen gesenkt werden - ein kaum zu realisierendes Versprechen. Da die Max-Planck-Diät sehr einseitig ist, kann es zu einer Unterversorgung kommen. Zu viel Eiweiß belastet auf Dauer die Nieren und kann zu Gicht führen.
Bewertung: ungeeignet
Scarsdale-Diät
Der Erfinder der Scardale-Diät, Dr. Herman Tarnower aus Scarsdale, verspricht eine Gewichtsabnahme von einem halben Kilogramm pro Tag. Dazu solle die tägliche Energiemenge auf etwa 1000 Kilokalorien reduziert werden. Auf dem Speiseplan der Scarsdale-Diät stehen viel Fisch, Fleisch und Sojaprodukte.
Während der Kohlenhydratanteil dieser Diät zu niedrig ist, fällt der Eiweißanteil zu hoch aus. Reichlich Eiweiß in der Nahrung belastet die Nieren und kann über eine hohe Purinaufnahme zu einer Hyperurikämie beitragen.
Die von Dr. Tarnower versprochene Gewichtsreduktion ist unseriös. Rein rechnerisch müssen 7000 Kilokalorien eingespart werden, um ein Kilogramm Körperfett abzubauen. Der starke Gewichtsverlust in den ersten Tagen kommt vor allem durch Wasserverluste infolge einer gesteigerten Nierenfunktion zustande.
Bewertung: ungeeignet
Diäten - Mischkost-Diäten
Mischkost-Diäten
Vorteil aller Mischkost-Diäten ist, dass mit ihnen eine Umstellung auf eine dauerhaft geeignete Ernährung bereits in der Etappe der Gewichtsreduktion erfolgt.
DASH-Diät
"DASH" steht für: Dietary Approaches to Stop Hypertension. Die Diät wurde ursprünglich nicht zum Abnehmen entwickelt, sondern um einen hohen Blutdruck zu senken. Mit einem Kaloriendefizit ist sie aber auch zum Abnehmen einsetzbar.
Die DASH-Diät wurde unter anderem vom amerikanischen National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI) ausgearbeitet und wird vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) empfohlen. Sie sieht viel Obst und Gemüse, Vollkorn-Produkte, mäßig mageres Fleisch und fettarme Milchprodukte, wenig gesättigte Fette, Zucker und Salz vor. Alkohol sollte in Maßen genossen werden. Zu dem Konzept gehört auch regelmäßige Bewegung dazu.
Hier finden Sie weitere Informationen.
Bewertung: gut geeignet, auch langfristig
TLC-Diät
Ähnlich wie die DASH-Diät wurde auch die TLC-Diät (Therapeutic Lifestyle Changes) vom National Heart, Lung and Blood Institute erstellt. Und ähnlich wie die DASH-Diät dient auch die TLC-Diät nicht in erster Linie dem Abnehmen, kann aber auch für diesen Zweck verwendet werden. TLC soll vor allem dabei helfen, Cholesterinwerte in den Griff zu bekommen.
Eine Einschränkung von gesättigtem Fett steht bei der TLC-Diät im Vordergrund. Weniger als sieben Energieprozent sind das Ziel. Auch für Cholesterin gibt es Vorgaben: Die Aufnahme soll 200 Milligramm am Tag nicht überschreiten. Ansonsten ähneln die Vorgaben denen der DASH-Diät.
Bewertung: gut geeignet, auch langfristig
Mayo-Clinic-Diät
Ziel ist es, die Essgewohnheiten neu einzustellen, um die Pfunde purzeln zu lassen. Die Mayo-Clinic-Diät sieht dazu zwei Phasen vor: die "Verlier' es"-Phase und die "Leb' es"-Phase.
In der ersten Phase, der "Verlier' es"-Phase, geht es ungünstigen Gewohnheiten an den Kragen. Ein gesundes Frühstück gilt fortan als Pflicht. Auf dem Speiseplan stehen reichlich Obst, Gemüse und Vollkorn. Täglich 30 Minuten Bewegung sind ein Minimum. Zucker, ungesunde Snacks und Fernsehen beim Essen hingegen gehören zu den Tabus. Zwei bis vier Kilo in zwei Wochen können dadurch nach Angaben der Klinik abgenommen werden.
In der "Leb es"-Phase bleiben diese Grundsätze bestehen, müssen aber nicht mehr ganz so streng eingehalten werden. Nachvollziehbare Portionsgrößen erleichtern eine angepasste Kalorienzufuhr ebenso wie eine spezielle Pyramide, die auf der Energiedichte der Lebensmittel basiert. Regelmäßige Bewegung wird weiterhin empfohlen.
Bewertung: gut geeignet
Brigitte-Diät
Die Brigitte-Diät stützt sich auf eine Mischkost, die hauptsächlich aus pflanzlichen Lebensmitteln besteht, welche durch Milchprodukte und Eier ergänzt werden. Etwa 1000 bis 1500 Kilokalorien am Tag sind vorgesehen, auf regelmäßige sportliche Betätigung wird ausdrücklich hingewiesen.
Die Brigitte-Diät-Rezepte sind schnell zubereitet, beliebig kombinierbar, abwechslungsreich und saisonal ausgerichtet. Eine ausreichende Nährstoffzufuhr ist damit gesichert. Der Lerneffekt dieser Diät ist hoch, da man sich gleichzeitig an eine vollwertige Ernährungsweise gewöhnt. Aus diesem Grund ist die Brigitte-Diät auch langfristig erfolgversprechend.
Bewertung: gut geeignet, Speisepläne sind kostenpflichtig
FIT-FOR-FUN-Diät
Die FIT-FOR-FUN-Diät ist eine fettarme, kalorienreduzierte Diät mit Sportprogramm, die auf einen Zeitraum von acht Wochen ausgelegt ist.
Auf Abwechslung wird Wert gelegt, wobei mehr pflanzliche als tierische Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen. Diätpläne, die 1400 bis 2000 Kilokalorien pro Tag vorsehen, unterstützen das Vorhaben eines langsamen Gewichtsverlusts.
Bewertung: gut geeignet
Halb-Pfund-Regel (nach Kluthe)
Ziel der Halb-Pfund-Regel nach Kluthe ist es, mit der leicht vermittelbaren Größe des halben Pfundes eine Vollkost zu erreichen.
Die Diät folgt dem Leitsatz: Das Richtige in der geeigneten Menge, wobei das "Richtige" zum Abnehmen auf 1000 Kilokalorien reduziert wird.
Eine Diät nach dieser Regel entspricht in etwa den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
Bewertung: gut geeignet
Weight Watchers
Hier sind alle Lebensmittel erlaubt - aber im richtigen Maß. Das Konzept der Weight Watchers sieht Punkte für die einzelnen Lebensmittel vor. Diese werden über den Tag aufsummiert und sollen eine vorgegebene Grenze nicht überschreiten. Der Höchstwert orientiert sich an Körpergröße, Gewicht, Alter und Geschlecht.
Die Ernährungsumstellung bei Weight Watchers ist langfristig ausgerichtet. Regelmäßig angebotene Gruppentreffen ermöglichen einen Austausch und erleichtern die Erfolgskontrolle.
Bewertung: gut geeignet, Unterlagen und Gruppentreffen sind kostenpflichtig
Diäten - Stoffwechsel-Diäten
Stoffwechsel-Diäten
Blutgruppen-Diät
Die Blutgruppen-Diät basiert auf dem Ernährungsprogramm des amerikanischen Arztes und Naturheilers Dr. Peter D'Adamo. Laut seiner Theorie sind für jeden Mensch abhängig von seiner Blutgruppe bestimmte Lebensmittel geeignet. Andere Lebensmittel hingegen würden das Blut verklumpen. D'Adamo ordnet alle Nahrungsmittel gemäß ihrer vorgeblichen Eignung in die Kategorien "vorteilhaft", "neutral" und "vermeiden" ein. Wer sich nach seiner Blutgruppe ernährt, kann sich nach Meinung D'Adamos vor zahlreichen Erkrankungen schützen.
Die Theorien, die hinter dieser Diät stehen, sind wissenschaftlich nicht haltbar. Die Vorgaben von D'Adamo enthalten zahlreiche Widersprüche. Wäre die Blutgruppe wirklich so entscheidend für die Nahrungsaufnahme, müsste die Mehrheit der Menschen mit verklumpten Blut herumlaufen ...
Bewertung: fragwürdig, einschränkend, ungeeignet
Genotyp-Diät
Die Genotyp-Diät schließt sich an eine genetische Analyse an, aus der individuelle Ernährungsempfehlungen abgeleitet werden. Dazu wird zum Beispiel aus einer Speichelprobe DNA gewonnen und diese auf bestimmte Gene hin untersucht. Zur Interpretation existieren verschiedene "Zuordnungen", die die Grundlage für weitere Empfehlungen bilden.
Diese "Zuordnungen" werden mehr oder weniger wissenschaftlich begründet. Zum Beispiel soll die Analyse einer definierten Anzahl von Genen eine sogenannte "Meta-Typ"-Bestimmung ermöglichen. Je nach "Meta-Typ" ist angeblich die ideale Nährstoffzusammensetzung eine andere. Für diese Einteilung in Meta-Typen gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Grundlagen.
Ein wissenschaftlich nachvollziehbares Beispiel wäre hingegen eine Prüfung auf die genetische Ursache der Laktoseintoleranz im Erwachsenenalter. Die Laktoseintoleranz beruht auf einer Genvariante des Laktase-Gens. Liegt diese Genvariante vor, wird Milchzucker wahrscheinlich im Erwachsenenalter schlecht vertragen.
Personalisierte Ernährungsempfehlungen, die sich an der individuellen genetischen Veranlagung ausrichten, sind ein bestechender Gedanke. Wissenschaftlich ist diese Idee jedoch keinesfalls so weit ausgereift, dass sich daraus konkrete und fundierte Ernährungsvorschläge ableiten ließen.
Selbst wenn sich die Gen-Analyse an wissenschaftlich nachgewiesenen Zusammenhängen orientiert, ist sie auch aufgrund des Einflusses von Umweltfaktoren nur sehr begrenzt aussagekräftig. Eine Überlegenheit der Genotyp-Diät zum jetzigen Zeitpunkt des Entwicklungsstandes gegenüber anderen Diäten besteht daher nicht.
Bewertung: kostspielig, wenig vielversprechend
Metabolic Balance
"Metabolische Balance" schaffen zwischen Körperchemie und Nahrungsmittelchemie, das verspricht das Konzept der Metabolic-Balance-Diät. Aus Blutwerten, Vorlieben und Anamnesedaten werden individuelle Ernährungsempfehlungen abgeleitet. Eine kalorienreduzierte Mischkost mit erhöhtem Eiweißanteil soll den Stoffwechsel ins Gleichgewicht bringen. Dadurch werde dieser nicht nur gestärkt, gleichzeitig werde auch das Gewicht reguliert.
Die Metbolic-Balance-Diät entbehrt weitgehend wissenschaftlicher Grundlagen, schränkt die Nahrungsauswahl stark ein und ist durch oft fragliche Tests zur Einstufung sehr teuer.
Bewertung: teuer, fraglich, ungeeignet
Metabolic Typing
Das Metabolic Typing ordnet Menschen unterschiedliche Stoffwechseltypen zu und empfiehlt ihnen eine daran ausgerichtete Ernährung. Um den Stoffwechseltyp festzustellen, werden Einfluss des Nervensystems, das Verbrennungstempo und der Drüsentyp "untersucht".
Die Diagnose der Stoffwechseltypen, die im Konzept des Metabolic Typing vorgesehen sind, ist wissenschaftlich nicht überprüfbar, ebenso wenig ist der Ausschluss bestimmter Lebensmittel, wie er bei dieser Diät angeraten wird, nachvollziehbar.
Bewertung: ungeeignet
Diäten - Formula-Diäten, Fasten
Formula-Diäten
Formula-Diäten stützen sich auf industriell gefertigte Nährstoffgemische mit definiertem Energie- und Nährstoffgehalt. Die Gemische werden als Pulver oder Granulat in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten. Sie können mit Wasser oder Milch zu einer Suppe oder einem Drink angerührt werden. Auch fertige Getränke oder Riegel sind auf dem Markt.
Bevor mit einer Formula-Diät begonnen wird, sollte eine ärztliche Zustimmung eingeholt werden. Formula-Diäten sind eine bequeme, wenn auch eintönige Methode, um schnell an Gewicht zu verlieren. Wird die Ernährung nicht spätestens nach drei Monaten auf eine leicht kalorienreduzierte Mischkost umgestellt, können anfängliche Erfolge allerdings ebenso schnell wieder missglücken.
Zum vollständigen Nahrungsersatz sind die Produkte nur vorübergehend geeignet. Wenn zwei Mahlzeiten durch Formula-Produkte ersetzt werden, sollte diese Maßnahme auf einen Zeitraum von drei bis höchstens sechs Monaten begrenzt werden. Wird lediglich eine Mahlzeit ersetzt, können die Produkte auch länger angewandt werden.
Wichtig ist es, auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von mindestens zwei Litern am Tag zu achten und mehr Sport zu machen. Eine ausschließliche Ernährung über Formula-Produkte kann zu schweren Nebenwirkungen führen, in diesem Fall sind regelmäßige ärztliche Kontrollen unbedingt notwendig.
Bewertung: kurzzeitig, nur unter ärztlicher Aufsicht
Fasten
Fasten wurde ursprünglich als Reinigung des Körpers und der Seele angesehen und war religiös motiviert. Heute wird Fasten meist als Maßnahme zur sogenannten "Entschlackung" bezeichnet. Es soll allen möglichen Krankheiten vorbeugen oder diese kurieren.
Bislang bleibt das Fasten den Nachweis schuldig, präventiv oder heilend zu wirken. Im gesunden Körper gibt es keine Ansammlung von sogenannten "Schlacken". Nicht verwertbare Stoffe werden bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über die Nieren ausgeschieden.
Totales Fasten (Null-Diät)
Beim totalen Fasten gibt es nichts außer energiefreien Getränken wie Wasser oder ungesüßten Tee. Dabei ist die Aufnahme von reichlich Flüssigkeit (zwei bis drei Liter pro Tag) essentiell, um Stoffwechselendprodukte auszuscheiden. Ohne die zusätzliche Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten riskiert der Fastende einen Mangel an essentiellen Nährstoffen.
Totales Fasten ist zum nachhaltigen Abnehmen weniger geeignet und sollte stets von einem Arzt begleitet werden.
Bewertung: nur unter ärztlicher Aufsicht
Saftfasten
Beim Saftfasten wird die Nahrung innerhalb von drei Tagen stufenweise reduziert. Danach gibt es nur noch Obst- und Gemüsesäfte sowie warme Gemüsebrühe und Kräutertee mit Honig. Eineinhalb bis zwei Liter Wasser am Tag sollten es außerdem sein. Auf das Saftfasten folgt eine Aufbaukost.
Bewertung: nur unter ärztlicher Aufsicht
Schroth-Kur
Die Schroth-Kur versteht sich als eine "natürliche Heilmethode". Sie geht auf den Fuhrmann Johann Schroth zurück, der damit angeblich seine Knieverletzung kurierte.
Bei der Schroth-Kur gibt es hauptsächlich Reis-, Grieß- und Haferspeisen sowie reichlich Kräuterwein und Pflaumen. Letztere sollen die Darmtätigkeit regulieren. Trockene, ungesalzene Brötchen können unbegrenzt gegessen werden. Wein ist in wechselnden Mengen als Getränk erlaubt, Wasser und Fruchtsaft dagegen sind generell verboten. Schwitzkuren und Sonnenbäder sollen den Wasserverlust unterstützen.
Einige Kureinrichtungen behandeln Rheuma, Gicht, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit der Schroth-Kur. Einseitig und mit starken Flüssigkeitsverlusten verbunden kann diese Kur allerdings zu einem Eiweiß-, Vitamin- oder Mineralstoffmangel führen. Auch sind Alkohol und Schwitzkuren bei Kreislaufproblemen nicht ungefährlich.
Bewertung: nur unter ärztlicher Aufsicht
Diäten - Sonstige Diäten
Sonstige Diäten
Volumetrics
Nach der Annahme: "Volumen schafft Sättigung" stützt sich die Volumetrics-Diät verstärkt auf energiearme Lebensmittel mit hohem Wasseranteil. Das Volumen eines Lebensmittel ist allerdings nicht das einzige Kriterium für die Sättigung. Der Energiegehalt der Nahrung und die Wirkung von Sättigungshormonen im Körper spielen in diesen Vorgang ebenfalls mit hinein.
Mit dieser Diät ist eine Gewichtsreduktion möglich und auch eine ausgewogene Ernährung kann gelingen, solange energiedichtere Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Nüsse, tierische Lebensmittel und Pflanzenöle nicht zu kurz kommen.
Bewertung: geeignet
Dinner-Cancelling
Dinner-Canceling, bedeutet, dass ab einer bestimmten Uhrzeit (meist ab 17 Uhr) die Nahrung "gecancelt" wird: Für den Rest des Tages gibt es nichts mehr zu essen.
Dinner-Cancelling widerspricht oftmals den Gepflogenheiten einer späten, eventuell gemeinsam eingenommenen Abendmahlzeit.
Ob ein abendlicher Nahrungsverzicht die Pfunde purzeln lässt, ist strittig. Schließlich ist für den Energieumsatz das "Wie viel" wichtiger als das "Wann".
Bewertung: bedingt empfehlenswert
Flexitarische Diät
Flexitarier ernähren sich vegetarisch - nur eben flexibel und damit nicht immer. Sie laufen auch unter "Halbzeitvegetarier". Wenn die Ernährung überwiegend, sprich an den meisten Wochentagen vegetarisch ausgerichtet ist, kommen die Vorteile einer vegetarischen Ernährung zum Tragen (s. Vegetarismus), ohne dass diese Diät einen strikten Fleisch-Verzicht voraussetzen würde.
Die flexitarische Diät stellt eine Gewichtsabnahme nicht in den Vordergrund. Eine abwechslungsreiche vegetarisch ausgerichtete Diät ist jedoch meist etwas kalorienärmer als die übliche Mischkost, weshalb Vegetarier häufig etwas schlanker sind.
Bewertung: geeignet, auch langfristig
Vegetarische Diät
Die vegetarische Diät zielt weniger auf eine Gewichtsabnahme, sondern sieht sich als dauerhafte Ernährungsweise. Sie wird sie im Kapitel "Vegetarismus" ausführlich besprochen.
Vegane Diät
Eine vegane Diät ist nicht unumstritten, da bei einer rein veganen Ernährung manche Nährstoffe schnell zu kurz kommen. Mehr dazu im Kapitel "Vegetarismus".
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