Karies


Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien

Ernährungstipps

Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.

Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.

Patienteninfos

Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.

Beratungsmaterialien

Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.


Patienteninfos/Ernährungsinfos

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Patienteninfo Karies

Krankheitsbild

Definition

Karies ist eine biofilmvermittelte und zuckergetriebene Erkrankung der Zähne. Bakterien im Zahnbelag wandeln Zucker aus Speisen und Getränken in Säuren um, die den Zahnschmelz als äußere Schicht und das darunterliegende Dentin nach und nach entkalken. In frühen Stadien kann sich der Zahn wieder remineralisieren. Unbehandelt entstehen Löcher bis hin zum Verlust des Zahns.

Symptome

Frühe Karies kann beschwerdefrei verlaufen. Mit Fortschreiten können folgende Anzeichen auftreten:

  • Weißliche oder bräunliche Flecken bzw. Verfärbungen auf den Zähnen
  • Raue Stellen oder sichtbare Löcher im Zahnschmelz
  • mpfindlichkeit bei Kälte, Süßem oder Druck
  • ahnschmerzen; bei fortgeschrittener Karies auch Schwellungen der umliegenden Bereiche

Ursachen

  • Ernährungsgewohnheiten: Häufiger Konsum zuckerhaltiger Speisen/Getränke (v.a. süß-saure Softdrinks/Säfte), viele Zwischenmahlzeiten, klebrige Süßigkeiten (z.B. Gummibärchen, Bonbons)
  • Mundhygiene und Fluorid: Unzureichendes Zähneputzen, zu seltene Fluoridanwendung
  • Speichel und individuelle Anlagen: Mundtrockenheit (z.B. durch Medikamente), nächtliches Dauernuckeln (z.B. an Säuglingsflaschen), angeborene bzw. entwicklungsbedingte Schmelzschwächen und frühe Besiedlung mit kariesfördernden Bakterien (z.B. gemeinsames Besteck, Schnuller ablecken)

Diagnose

Die Diagnose von Karies erfolgt durch eine sorgfältige Sicht- und Tastuntersuchung der Zähne. Bei Bedarf werden Röntgenaufnahmen eingesetzt, um versteckte Stellen zu beurteilen. Zusätzliche licht- oder lasergestützte Verfahren können die Früherkennung ergänzen. Dabei wird auf Veränderungen der Zahnoberfläche, Verfärbungen und Kariesdefekte geachtet, um eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Karies und umfasst die Wiederherstellung beschädigter Zahnsubstanz sowie Maßnahmen, die ein Fortschreiten verhindern. Ziel ist es, die Zahngesundheit zu erhalten und Folgeschäden zu vermeiden. Neben zahnärztlichen Maßnahmen gehören risikosenkende Verhaltensänderungen (z.B. Ernährung) dazu.

Die Kariesprophylaxe umfasst Maßnahmen, die Karies verhindern oder ihr Fortschreiten bremsen:

  • gründliches Zähneputzen mindestens zweimal täglich je etwa 2 Minuten mit fluoridhaltiger Zahnpasta (Erwachsene mindestens 1000 ppm Fluorid)
  • tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide und/oder Interdentalbürsten
  • bei erhöhtem Kariesrisiko zusätzlich fluoridhaltige Mundspülung verwenden (nicht für Kinder unter 6 Jahren)
  • regelmäßige zahnärztliche Kontrollen in individuell festgelegten Abständen

Ernährungstherapie


Basis: zuckerarm und ausgewogen

Eine ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung mit geringem Anteil an freien Zuckern hilft, die Entstehung und das Fortschreiten von Karies zu verhindern. Empfehlungen umfassen:

  • Zuckerhaltige Snacks und Getränke (z.B. Bonbons, Schokolade, Kekse) besonders zwischen den Mahlzeiten einschränken; Süßigkeiten besser direkt nach den Hauptmahlzeiten essen!
  • Zwischenmahlzeiten bewusst gestalten: weniger kariogene Lebensmittel wie Käse, Naturjoghurt oder Vollkornprodukte statt süßer, klebriger Snacks wählen!
  • Zuckerfreie Getränke wie Wasser oder ungesüßten Tee bevorzugen!
  • Zuckerfreier Kaugummi kann den Speichelfluss fördern und zur Kariesprophylaxe beitragen.
  • Fluoridquellen in der Ernährung: insbesondere fluoridiertes Speisesalz verwenden (Zahnpasta bleibt die wichtigste Fluoridquelle)!
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel (Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte) fördern durch vermehrtes Kauen den Speichelfluss und unterstützen die Remineralisierung der Zähne

Die Rolle des Zuckers

Die Bakterien der Plaque nutzen Zucker wie Saccharose (Haushaltszucker), Glucose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker) und Laktose (Milchzucker) zur Energiegewinnung. Dabei entstehen Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Saccharose hat die höchste Kariogenität.

Versteckter Zucker: In vielen verarbeiteten Lebensmitteln steckt Zucker, oft als Glukosesirup oder Invertzucker – z.B. In Senf, Ketchup, Saucen, Marmelade, Süßigkeiten und Müsliriegeln. Angaben wie „ohne Zucker“ beziehen sich meist nur auf Saccharose; andere Zuckerarten sind trotzdem enthalten. Frisches Obst ist in der Regel wenig kariogen. Klebrige Trockenfrüchte und Fruchtsnacks können hingegen am Zahn haften bleiben und das Kariesrisiko erhöhen, v.a. wenn sie häufig zwischen den Mahlzeiten gegessen werden.

Fluorid – unentbehrlich zur Mineralisierung

Fluorid stärkt den Zahnschmelz, fördert die Remineralisation und hemmt Stoffwechselvorgänge kariogener Bakterien. Damit sinkt das Kariesrisiko. Der Richtwert für eine angemessene Fluorid-Gesamtzufuhr (einschließlich fluoridierter Zahnpflegeprodukte) liegt für Frauen bei 3,0 mg und für Männer bei 3,5 mg täglich. Folgende Quellen über die Ernährung können zur Versorgung mit Fluorid beitragen:

  • fluoridiertes Speisesalz
  • Mineralwasser: Der Fluoridgehalt ist markenabhängig. In Deutschland gibt es keine generelle Fluoridierung von Leitungswasser; der jeweilige Wert kann beim Wasserversorger oder Gesundheitsamt erfragt werden.
  • schwarzer und grüner Tee
  • Vollkornprodukte und Seefische tragen geringfügig zur Fluoridaufnahme bei
Vorsicht vor Überdosierung: Eine Therapie mit Fluoridtabletten sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt erfolgen, da eine Überdosierung mit Fluorid vor allem in der Schmelzbildungsphase bei Kindern zu bleibenden Schmelzveränderungen an den Zähnen führen kann.

Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?

Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote

In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche zuckerarme und ballaststoffreiche Rezepte. Zudem finden Sie den Zuckergehalt zahlreicher Lebensmittel über unsere Lebensmittelsuche. Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und der Prophylaxe erhalten Sie im Premium-Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.

Literatur

  • DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungtipps I Karies
  • DGZ, DGZMK: S3-Leitlinie Kariesprävention bei bleibenden Zähnen – grundlegende Empfehlungen, Langfassung, Version 2.0, 2025, AWMF-Registernummer: 083-021 https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/083-021 (Zugriff am: 30.05.2025)


Ernährungstipps


  • Krankheitsbild: Definition, Häufigkeit, Zahnentwicklung und Zahnaufbau, Entstehung von Karies, Behandlung der Karies
  • Ernährung: Bedeutung der Ernährung, Kariogenität der Nahrung, Die Rolle des Zuckers, Zuckergehalt ausgewählter Nahrungsmittel, Alternative Süßungsmittel, Ernährungsempfehlungen zur Kariesprophylaxe
  • Fluoride: Fluoride in der Kariesprophylaxe, Fluoridgehalt einiger Mineralwässer, Fluoridzufuhr mit Tabletten, Fluoridzufuhr über Mundhygiene
  • Mundhygiene: Die Bedeutung der Mundhygiene, Methoden


Krankheitsbild

Definition

Bei der Zahnkaries handelt es sich um eine Zahnerkrankung, die durch eine mikrobielle Zerstörung der Zahnsubstanz durch äußere Einflüsse gekennzeichnet ist. Diese wird im weiteren Verlauf der Erkrankung so weit geschädigt, dass dies zu einem Verlust der befallenen Zähne führen kann. Im Volksmund spricht man auch von "Zahnfäule".

Häufigkeit

Zivilisationskrankheit Karies

Karies ist mit einer Häufigkeit von über 90% die häufigste und am weitesten verbreitete ernährungsabhängige Zivilisationskrankheit in westlichen Industrieländern.

Obwohl in den vergangenen Jahren erfolgreiche Maßnahmen der Kariesprophylaxe zu einem Rückgang des Kariesbefalls geführt haben, ist Karies nach wie vor die am häufigsten verbreitete Erkrankung der Zähne, mit zum Teil irreparablen Folgen für die Zahnsubstanz.

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Kariesentstehung zeigte sich in den europäischen Ländern deutlich nach dem Zweiten Weltkrieg. Karieserkrankungen traten während des Krieges nur begrenzt auf, nahmen jedoch nach dem Krieg mit steigendem Wohlstand und den damit verbundenen Ernährungsgewohnheiten stark zu.

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Heute gibt es weltweit große Unterschiede zwischen Menschen, die traditionelle Nahrung verzehren (z.B. Eskimos, Massai) und Menschen mit "westlichen" Ernährungsgewohnheiten. Bei erstgenannten treten Karieserkrankungen sehr selten auf, was man auf die geringen Mengen von niedermolekularen Kohlenhydraten (z.B. Zucker) in ihrer Ernährung zurückführt.

Zahnentwicklung und Zahnaufbau

Die ersten Zähne (Milchzähne) werden bereits in der 6. Schwangerschaftswoche im Mutterleib angelegt. Sie brechen dann beim Säugling ca. ab dem 6. Lebensmonat in die Mundhöhle durch.

Die bleibenden Zähne (mit Ausnahme der Weisheitszähne) werden gegen Ende der Schwangerschaft angelegt und ersetzen beim Kind etwa ab dem 6. Lebensjahr die Milchzähne. Die vollständige Ausbildung der Zähne (mit Ausnahme der Weisheitszähne) dauert etwa bis zum 13. Lebensjahr.

Aufbau der Zähne

Die Zähne bestehen hauptsächlich aus einer knochenähnlichen Substanz, dem Dentin (Zahnbein), der Zahnhöhle mit Nerven und Gefäßen sowie dem Zahnschmelz (Email), der den Zahn zum Schutz überzieht.

Die wesentlichen Bestandteile des Zahnes sind Calcium und Phosphor. Weitere Bestandteile sind Magnesium und Fluorid, die u.a. für die Mineralisation und Härtung der Zahnsubstanz verantwortlich sind. Der Zahnschmelz besteht zu 98% aus Mineralstoffen, die ihm die extreme Härte verleihen.

Vergleich Mineralstoffgehalt in Knochen - Dentin - Zahnschmelz

Mineralstoffgehalt in %

Knochen

70

Dentin des Zahns

80

Zahnschmelz

98

Der Härtungsprozess von Dentin und Zahnschmelz erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. vier Jahren vor dem Zahndurchbruch in die Mundhöhle und ist zu diesem Zeitraum im wesentlichen beendet. Danach verringert sich der Mineralisierungsprozess.

Entstehung von Karies

Die Zähne sind vielfältigen Einflüssen ausgesetzt. Die wichtigsten sind

  • Der Kontakt mit Nahrung und Getränken

  • die Bakterien der Mundhöhle

  • Zahnhygiene (Zähneputzen, Zahnseide, Mundspülungen etc.)

Durch die beiden ersten Faktoren kommt es zu Störungen an den Zähnen, die sich in einer Entmineralisierung des Zahnschmelzes zeigen und zwar v.a. an den Kontaktflächen der Zähne, dem Zahnfleischansatz sowie den Zahnzwischenräumen, in denen leicht Speisereste haften bleiben.

Bedeutung des Speichels

Der Speichel spielt für die Zahngesundheit eine bedeutende Rolle, indem er eine wichtige Schutzfunktion auf die Zähne ausübt. Der Speichel hat neben der Unterstützung des Kau- und Schluckvorgangs die Funktion, im Mund entstandene oder mit der Nahrung zugeführte Säuren (z.B. aus Fruchtsaft) zu puffern (sein pH-Wert liegt bei 7 = neutral) und Mineralien zur Verfügung zu stellen. Dies ist zur Vermeidung der Karies sehr wichtig, denn eine zu starke Säurekonzentration senkt den pH-Wert im Mund. Hierdurch werden Mineralien aus den Zähnen gelöst (Demineralisation). Der Zahnschmelz und bei weiterem Fortschreiten auch das Dentin verlieren ihre Härte.

Die Zusammensetzung des Speichels, die u.a. von der Nahrungsauswahl abhängt, und sein pH-Wert sind ein entscheidender Faktor für die Zahngesundheit.

Ursachen der Kariesentstehung

Die Entstehung der Karies ist ein Geschehen, das von vielen Faktoren abhängt.

Folgende Hauptfaktoren sind für die Kariesentstehung verantwortlich:

  • Genetik - v.a. Karies der Mutter

  • Mangelernährung der Mutter während der Schwangerschaft - hierdurch erfolgt eine ungenügende Mineralisation der Zähne des Fötus im Mutterleib

  • Säuglingsflaschen, die mit zuckerhaltigen Getränken (auch Fruchtsaft und Milch!) gefüllt sind und als dauerhaftes "Beruhigungs- oder Schlafhupferl" verabreicht werden

  • Kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel, v.a. niedermolekulare und dadurch leicht vergärbare Zucker wie z.B. Haushaltszucker, Fruchtzucker, Milchzucker, die zur Plaquebildung beitragen und den pH-Wert des Speichels absenken

  • Vermehrte Plaquebildung auf den Zahnoberflächen

  • Häufiger Verzehr von stark säurehaltigen Nahrungsmitteln (Obstsäfte, Südfrüchte, Ananas etc.)

  • Zuckerhaltige Getränke

  • Häufiges Lutschen von zuckerhaltigen Bonbons oder Kauen von zuckerhaltigem Kaugummi

  • Häufige Zwischenmahlzeiten mit kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln

  • Häufiges Erbrechen (z.B. bei Bulimie)

  • Mangelernährung (z.B. Zöliakie, Rachitis)

  • Calcium- und Fluoridmangel

  • Unzureichende Zahnhygiene

Wodurch entstehen Plaque?

Im Mund befindet sich eine Vielzahl an Bakterien. Besonders gefährlich sind die Bakterien der Gattung Streptococcus mutans, die bei häufiger Zufuhr von Saccharose (Zucker) besonders gut gedeihen. Diese Bakterien bilden auf enzymatischem Weg aus den Kohlenhydraten der Nahrung unlösliche Verbindungen, die sich auf der Zahnoberfläche ablagern. Diese Ablagerungen nennt man Plaque.

Plaque ist eine weiche, unterschiedlich dicke Schicht, die sich aus Bakterien, deren Produkten und Speichelkomponenten zusammensetzt.

Plaque bildet sich besonders stark an den Fissuren ("Zahnrillen" auf den Zähnen) und am Zahnfleischrand. Sie tritt vermehrt auf, wenn die Mundhygiene unzureichend ist.

Die Bakterien der Plaque verstoffwechseln jede Art von Zucker, wodurch wiederum organische Säuren entstehen, die den pH-Wert im Mundraum absenken.

Ein weiteres Problem ist, dass durch die Besiedlung mit Plaquebakterien der Speichel nicht mehr an die Zähne herankommt und somit die Reinigung sowie die Mineralisierung der Zahnoberfläche entfällt. Das ist fatal, wenn man bedenkt, dass für die Zahnschmelzhärtung die Mineralstoffaufnahme aus dem Speichel bedeutender ist als die aus dem Blut.

Die Bedeutung des pH-Werts im Mund

Wie oben bereits erwähnt, hängt die Kariesentstehung v.a. mit dem pH-Wert im Mundraum und Speichel zusammen. Der normale pH-Wert im Mundraum beträgt ca. 7 = neutral. Durch das Vergären von Kohlenhydraten der Nahrung entstehen Säuren, die den pH-Wert absenken. Auch die Bakterien der Plaque tragen zu dieser Säurebildung bei.

Sinkt der pH-Wert im Mundraum auf Werte unter 5,7 ab, so entsteht ein saures Milieu; die Demineralisation der Zähne beginnt. Diese verlieren um so mehr Mineralstoffe, je länger das saure Milieu besteht bzw. der Kontakt der Zähne mit dem sauren Speichel andauert.

So entsteht die Karies

Auf der Oberfläche des Zahnschmelzes lagert sich die Plaqueschicht ab. Durch die Stoffwechselprodukte der Bakterien entsteht in der Plaque ein saures Milieu, dessen pH-Wert 3,5 beträgt. Dabei werden Mineralien aus dem Schmelz herausgelöst. Der Schmelz verliert so seine Schutzfunktion, was der Patient an einer Kälte/Hitzeempfindlichkeit des betroffenen Zahnes spürt. Dies ist der Beginn der Karies. Im weiteren Krankheitsverlauf wird auch das Dentin aufgeweicht und zerstört.

Erfolgt keine Behandlung, verfault schließlich die gesamt Zahnkrone unter erheblichen Schmerzen, da nun die empfindlichen Nerven im Zahninneren freiliegen.

Behandlung der Karies

Prophylaxe ist wichtig

Kein Medikament kann den von Karies befallenen Zahn heilen. Die Behandlung kariöser Zähne beschränkt sich weitgehend auf die Reparatur entstandener Schäden und obliegt dem Zahnarzt. Der Arzt entfernt die befallenen Teile der Zahnsubstanz und "kittet" den entstandenen Defekt durch geeignetes Füllungsmaterial (Amalgam, Gold oder andere) oder, wenn der Schaden schon zu groß geworden ist, durch eine Krone.

Zur Verhütung und Verringerung der Kariesentstehung stellt die Kariesprophylaxe (Vorbeugung), vor allem bei der jüngeren Generation, eine große Chance für die Gesunderhaltung der Zähne dar.

Karies - Ernährung

Bedeutung der Ernährung

Die Ernährung spielt sowohl bei der Kariesentstehung als auch bei der -prophylaxe eine entscheidende Rolle. Zum einen beeinflusst die Nahrungsauswahl den Zahnaufbau bzw. die Härtung der Zahnsubstanz und zum anderen hängen Lebensmittel, Plaquebildung und Speichelzusammensetzung eng zusammen.

Faktoren, die die Kariesentstehung fördern

Der wichtigste Faktor bei der Kariesentstehung ist der Kontakt der Nahrung mit den Zähnen. Untersuchungen haben ergeben, dass die Aufnahme von niedermolekularen Kohlenhydraten (z.B. Zucker) deutlich mit der Kariesentstehung korreliert.

Jedoch ist der Zuckerverzehr nicht alleine für die Misere verantwortlich.

Folgende beeinflussende Faktoren im Bereich Ernährung sind:

  • die Häufigkeit der Mahlzeiten (z.B. Zwischenmahlzeiten)

  • die Häufigkeit des Verzehrs (z.B. Dauerkonsum von gesüßtem Kindertee bzw. Fruchtsaft aus der Saugflasche)

  • die Einwirkungsdauer von Speisen und Getränken auf die Zähne

  • die Reihenfolge der verzehrten Nahrungsmittel (z.B. Süßes vor Herzhaftem)

  • Darbietungsform (z.B. Obstsaft - Obst)

  • Zusammensetzung und Konsistenz der Speisen (z.B. Honig = klebrig und bleibt gut an den Zähnen haften)

Kariogenität der Nahrung

Die Kariogenität ist das Vermögen eines Nahrungsmittels, Karies hervorzurufen. Die Kariogenität eines Nahrungsmittels hängt ab von:

der Art und Menge der enthaltenen vergärbaren Kohlenhydrate

Beispiel: Honig im Vergleich zu Vollkornbrot

Honig besteht ausschließlich aus "einfachen" und somit leicht vergärbaren Kohlenhydraten. Außerdem hat Honig eine klebrige Konsistenz und haftet somit gut an den Zähnen (langer Kontakt).

Fazit: Honig besitzt eine hohe Kariogenität.

Vollkorn besteht aus "Mehrfach- Kohlenhydraten", die nur langsam abgebaut werden und schlechter vergärbar sind. Ferner muss Vollkornbrot gründlich gekaut werden (vermehrte Speichelbildung), was sich wiederum günstig auf die Zähne auswirkt.

Fazit: Vollkornbrot hat eine niedrige Kariogenität.

Konsistenz und Zusammensetzung eines Nahrungsmittels

Nahrungsmittel von klebriger oder zäher Konsistenz (z.B. Apfeldicksaft oder Sahnekaramellen) haften an den Zähnen und sind deshalb besonders kariogen. Auch zuckerhaltige Nahrungsmittel wie Bananen oder Süßigkeiten sind kariogener als eiweißhaltige Lebensmittel wie z.B. Fisch oder Fleisch. Diese besitzen keine Kariogenität.

Verweildauer eines Nahrungsmittels im Mundraum

Klebrige Lebensmittel und solche von zäher Konsistenz verweilen lange im Mund, besonders wenn das nächste Zähneputzen noch eine Weile auf sich warten lässt! Beide Faktoren erhöhen die Kariogenität.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass v.a. kohlenhydrathaltige Lebensmittel und hier solche, die überwiegend "einfache" Kohlenhydrate (Mono- und Disaccharide) enthalten, für die Entstehung einer Karies verantwortlich sind.

Näheres zum Thema Kohlenhydrate und andere Nährstoffe erfahren Sie auf unseren Seiten über Allgemeine Ernährungsinformationen.

Die Rolle des Zuckers

Die Bakterien der Plaque nutzen Zucker zur Energiegewinnung und zwar nicht nur Haushaltszucker (Saccharose), sondern auch Glucose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker) und Laktose (Milchzucker).

Die Bakterien vergären die Zucker, wobei organische Säuren entstehen, die, wie bereits oben beschrieben, die Zähne schädigen.

Von den oben aufgeführten Zuckern wird dem Haushaltszucker die größte Bedeutung bei der Kariesentstehung zugeschrieben. Zum einen wird er am häufigsten und meisten verzehrt (zuckerhaltige Speisen + Getränke !) und zum anderen mögen ihn die für die Karies verantwortlichen Bakterien der Gattung "Streptococcus mutans" besonders gerne.

Haushaltszucker (Saccharose) besitzt von allen "Zuckern" die höchste Kariogenität.

Versteckter Zucker

In zahlreichen, industriell verarbeiteten Lebensmitteln ist Zucker enthalten, hier meist in Form von Glucosesirup, Invertzucker oder in anderer Form.

Beispiele hierfür sind:

  • Senf, Ketchup, Saucen

  • Kakaogetränke

  • Marmelade/Nougatcreme

  • Süßigkeiten (Lakritzkonfekt, Bonbons, Schokolade etc.)

  • Müsliriegel

Bei vielen Produkten kann der Zuckergehalt vom Konsumenten nicht abgeschätzt werden. Häufig ist auf Lebensmitteln die Deklaration "ohne Zucker" zu finden. Zu beachten ist, dass sich dieser Vermerk lediglich auf die Saccharose, also den Haushaltszucker, bezieht. Zucker in anderer Form, z.B. Glucosesirup, Malzzucker oder Honig kann dieses Lebensmittel durchaus enthalten!

Auch "gesunde" Nahrungsmittel wie Bananen, Trockenfrüchte oder Müsliriegel enthalten reichlich Zucker oder andere zuckerähnliche Bestandteile wie Honig oder Glucosesirup und fördern die Kariesentstehung. Ihre Kariogenität wird durch ihre klebrige Konsistenz sogar noch verstärkt.

Zuckergehalt ausgewählter Nahrungsmittel

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Zuckergehalt (Fructose, Glucose, Galactose, Maltose, Lactose, Saccharose) je 100g Nahrungsmittel.

Nahrungsmittel

Zuckergehalt in %

Nahrungsmittel

Zuckergehalt in %

Bonbons

95-98

Früchtebrot

39

Kaugummi (mit Zucker)

95

Biskuits

36

Pralinen

85

Lebkuchen

35

Krokant

81

Sorbet

32

Marshmellows

80

Müsliriegel

30

Sirup

79

Likör

29

Apfeldicksaft

77

Ketchup

23

Gummibonbons

75

Eiscreme

21

Honig

74

Banane

17

Kakaogetränkepulver

74

Pfirsiche (Konserve)

16

Schokolade

70

Traubensaft

15-16

Marmelade

69

Ananas (Konserve)

15

Sultaninen

67

Weintrauben

15

Trockenfrüchte

61

Äpfel

13

Marzipan

59

Süßkirschen

12

Nussnougatcreme

58

Apfelsaft

11

Lakritze

58

Colagetränke

11

Butterkekse

47

Milch

5

Preiselbeeren (Konserve)

45

Nüsse

3

Quelle: berechnet mit PRODI expert®

Karies - Kariesprophylaxe

Alternative Süßungsmittel

Die meisten Menschen essen gerne Süßes. Die Geschmacksvorliebe "süß" ist möglicherweise angeboren. Die besonders ausgeprägte Süßlust wird allerdings anerzogen und zwar schon im Säuglings- und Kleinkindalter. Meistens ist die Vorliebe für Süßes auch Gewohnheit und beeinflusst entscheidend die Nahrungsmittelauswahl und die Ernährung.

Aber genau so, wie man sich den Süßhunger angewöhnen kann, genauso lässt er sich auch wieder abgewöhnen. Am leichtesten fällt dies, wenn man eine Weile gar nichts Süßes mehr verzehrt. Das Verlangen lässt dann automatisch nach.

Süß ist nicht gleich süß

Wer jedoch nicht auf Süßes verzichten möchte, für den hat die Industrie vor einigen Jahren die sog. Zuckeraustauschstoffe (z.B. Sorbit, Mannit) bzw. Zuckerersatzstoffe (z.B. Cyclamat und Saccharin) entwickelt. Sie süßen ähnlich wie Zucker, haben aber keine oder nur sehr geringe kariesfördernde Eigenschaften, was für die Kariesprophylaxe von Bedeutung ist. Die Zuckerersatzstoffe haben zudem keine Kalorien, weshalb sie im Rahmen einer kalorienreduzierten Kost bevorzugt eingesetzt werden. Man findet sie heute u.a. in Kaugummi, Fruchtjoghurt, Limonaden und Bonbons.

Als positiv, da zahnfreundlich, ist der Austausch von zuckergesüßten Bonbons und Kaugummi gegen solche mit Zuckeraustausch- oder Zuckerersatzstoffen zu bewerten.

Solche Produkte sind mit einem Zahnmännchen mit Schirm gekennzeichnet, welches für zahnfreundliche Süßigkeiten steht.

Zu beachten ist, das manche Zuckeraustauschstoffe (Sorbit, Xylit) unerwünschte Nebenwirkungen haben. Sie können bei verstärktem Gebrauch zu Blähungen und Durchfall führen.

Ernährungsempfehlungen zur Kariesprophylaxe

Bei der zahngesunden Ernährung spielt das Ernährungsverhalten in den verschiedenen Altersgruppen (Säugling, Kind, Jugendliche etc.) eine jeweils unterschiedliche Rolle. Dass der Kontakt der Zähne mit Speisen und Getränken der wichtigste Faktor bei der Kariesentstehung ist, sollte in jeder Altersgruppe beachtet werden.

Ernährung während der Schwangerschaft

Damit das Kind gesunde Zahnsubstanz aufbauen kann, ist es wichtig, dass die Ernährung der werdenden Mutter alle Nährstoffe in ausreichender Menge enthält.

Ernährung im Säuglings- und Kindesalter

Untersuchungen haben ergeben, dass nicht gestillte oder nur kurz gestillte Kinder häufiger Karies aufweisen als gestillte. Dies wird zurückgeführt auf den Zuckergehalt teiladaptierter Milchnahrungen.

Nähere Informationen zum Thema "Stillen" finden Sie im Kapitel "Kinderernährung".

Trotz Warnung auf den Kunststoff-Schnullerflaschen, diese Säuglingen und Kleinkindern nicht zum Dauergebrauch zu überlassen, geben Eltern ihren Kindern gerne und häufig zur Beruhigung und zum Einschlafen die Flasche. Ständiges und wiederholtes Nuckeln an Säuglingsflaschen fördert jedoch die Entstehung der Karies, vor allem, wenn die Schnullerflasche Fruchtsaft, gesüßten Tee, Milch oder ähnliches enthält.

Eltern von Säuglingen und Kleinkindern sollten ihren Kindern ungesüßte Tees, stark verdünnte Fruchtsäfte oder stilles Wasser bzw. abgekochtes Leitungswasser von guter Qualität ins Fläschchen füllen und dieses dann dem Kind nur kurzfristig überlassen. Zur Beruhigung, und um das Verlangen nach Lutschen zu befriedigen, kann vorübergehend ein Schnuller gegeben werden. Ab dem 6. Lebensmonat können Kinder in der Regel aus Lerntassen trinken.

Dass Bonbons und andere Süßigkeiten das Entstehen von Karies fördern, ist allgemein bekannt. Sie sollten, wenn überhaupt, Kindern nur gelegentlich, in kleinen Mengen und nach den Hauptmahlzeiten gegeben werden. Bei Kleinkindern sollten im Anschluss daran die Zähne geputzt werden.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche werden besonders durch die Werbung und durch das Gruppenverhalten stark beeinflusst und zur Nachahmung angeregt.

Süßes wird in der Regel reichlich und zu allen Tageszeiten verzehrt, was sich auf die Zahngesundheit dieser Generation sehr nachteilig auswirkt. Bei den 13-18jährigen wurde der höchste Kariesbefall festgestellt!

Die Ernährung sollte möglichst vollwertig und abwechselungsreich sein. Süßigkeiten sollten möglichst selten und nach den Hauptmahlzeiten verzehrt werden. Im Anschluss sollten die Zähne gereinigt werden.

Erwachsene

Auch Erwachsene sollten eine vollwertige, gesunde Nahrung zu sich nehmen, die alle Nährstoffe in ausreichender Menge enthält. Ausführliche Informationen zur gesunden Ernährung finden Sie auf unseren Seiten "allgemeine Ernährungsinformationen", "vollwertige Ernährung" und "Vollwert-Ernährung".

Empfehlungen

Im Folgenden finden Sie noch einige Tipps zur zahngesunden Ernährung:

  • Starke Einschränkung des Süßigkeiten- und Zuckerverzehrs

  • Einsatz von Zuckeraustauschstoffen wie Sorbit oder Süßstoffen wie Saccharin und Cyclamat

  • Verminderung bzw. Ausschaltung der Zuckeraufnahme in der Form von Bonbons, Lakritz etc.

  • Bevorzugung ballaststoffreicher Nahrungsmittel, da durch das vermehrte Kauen der Speichelfluss und damit die Remineralisierung gefördert werden

  • Wenn Süßigkeiten verzehrt werden, dann nach den Hauptmahlzeiten, mit anschließender gründlicher Zahnreinigung.

  • Vermeiden Sie eine über den Tag verteilte Zuckeraufnahme (Lutscher, Bonbons, Schokolade, süße Getränke etc.)

  • Zwischenmahlzeiten bewusst gestalten und nur bei Bedarf (Hunger, Unterzuckerung etc.) zu sich nehmen. Statt süßem Gebäck, Marmeladenbrot oder Schokolade besser weniger kariogene Nahrungsmittel wie Vollkornbrot mit Käse oder Joghurt mit Vollkornhaferflocken verzehren. Möglichst anschließend die Zähne reinigen

  • Bei Getränken Wasser (möglichst fluoridhaltig), ungesüßte Tees oder stark verdünnte, naturreine Säfte bevorzugen

Karies - Fluoride

Fluoride in der Kariesprophylaxe

Fluorid wird besonders in den Zähnen und Knochen gespeichert. Es sorgt als Bestandteil des Zahnschmelzes für dessen Stabilität und damit für die Resistenz gegenüber kariesverursachenden Faktoren.

Fluoride kommen nahezu überall in der Natur vor. In Gestein, Wasser, Luft, Flora und Fauna ist dieses Element zu finden. Im übrigen sind Fluoridionen am Knochenaufbau beteiligt und geben dort Stabilität und Festigkeit. Fluorid wird außerdem eine prophylaktische Wirkung gegen Osteoporose zugesprochen.

Fluorid - unentbehrlich zur Mineralisierung

Fluorid verhindert die Entstehung von Karies durch eine verminderte

  • Auflösung des Zahnschmelzes (Demineralisierung)

  • bakterielle Enzymtätigkeit im Zahnschmelz

Therapeutisch wirkt Fluorid hauptsächlich über die Zahnoberfläche in Form fluoridhaltiger Zahncremes, Mundspülungen, Zahngelees, Zahnlacken, Zahnseide etc.

Eine zusätzliche Aufnahme von Fluorid über die Nahrung, hier speziell über fluoridiertes Speisesalz, Mineralwasser mit hohem Fluorgehalt oder Fluoridtabletten kann sinnvoll sein.

Zufuhrempfehlungen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) folgende Richtwerte für eine angemessene Fluoridzufuhr herausgegeben.

Alter

Gesamtzufuhr Fluorid (mg/Tag)

m

w

Säuglinge

0 bis unter 4 Monate

0,25

0,25

4 bis unter 12 Monate

0,4

0,4

Kinder

1 bis unter 4 Jahre

0,7

0,7

4 bis unter 7 Jahre

1,0

1,0

7 bis unter 10 Jahre

1,5

1,5

10 bis unter 13 Jahre

2,1

2,1

13 bis unter 15 Jahre

2,8

2,7

Jugendliche/junge Erwachsene

15 bis unter 19 Jahre

3,5

3,0

Erwachsene

über 19 Jahre

3,5

3,0

Quelle: DGE/ÖGE Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2. Auflage, 8. aktualisierte Ausgabe 2024

Untersuchungen belegen, dass eine ausreichende Fluoridzufuhr das Kariesrisiko um ca. 50% senkt!

Im Durchschnitt nimmt der erwachsene Bundesbürger in Deutschland nur ca. 0,32 bis 0,6 mg Fluorid mit der Nahrung bzw. Getränken auf, das entspricht gerade einmal 1/5 des eigentlichen Tagesbedarfs.

Natürliche Quelle für Fluorid

Folgende natürliche Quellen können zur Versorgung mit Fluoriden genutzt werden:

  • Trinkwasser (der von Region zu Region sehr unterschiedliche Gehalt an Fluorid kann beim Wasserwerk oder Gesundheitsamt oder der örtlichen Gemeindeverwaltung erfragt werden). Anmerkung: eine Trinkwasserfluoridierung erfolgt in der Bundesrepublik Deutschland bisher nicht

  • Mineralwässer (sollten mehr als 0,7 mg Fluorid je Liter enthalten)

  • fluoridiertes Speisesalz

  • schwarzer und grüner Tee

  • Vollkornprodukte

  • Seefische

Fluoridgehalt einiger Mineralwässer

Der Mineralwasserverbrauch in Deutschland ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Hinsichtlich der Kariesprophylaxe ist dies positiv zu bewerten, da Mineralwasser eine gute Fluoridquelle darstellt.

Im Durchschnitt enthält Mineralwasser 0,58 ± 0,71 mg Fluorid je Liter. Enthält ein Mineralwasser mehr als 1,5 mg Fluorid je Liter, muss es als fluoridhaltig ausgewiesen sein. Bei mehr als 5 mg muss sich ein Warnhinweis auf der Flasche befinden, da es nur in begrenzter Menge getrunken werden darf. Auskunft gibt die Nährstoffanalyse auf der Flasche.

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Fluoridgehalt einiger in Deutschland erhältlicher Mineral-, Tafel- und Heilwässer.

Mineral-, Tafel- und Heilwasser

Fluoridgehalt in mg/l

Apollinaris

0,7

Astra Quelle

2,8

Birgy Bronn

3,8

Christinenbrunnen

3,5

Fortuna Quelle

1,4

Hardenstein Brunnen

3,3

Hassia

0,8

Heppinger

0,7

Hirschquelle

1,2

Kellerwald Quelle

1,5

Oberselters

0,8

Odenwald-Quelle

0,8

Rhenser

0,9

San Pellegrino

0,7

Selters

1,0

Schwarzwaldsprudel

2,2

Teinacher

1,0

Überkinger

3,0

Quelle: mod. nach "Ernährungsmedizin in der Praxis", Hrsg. Kluthe R.

Fluoridzufuhr mit Tabletten

Aus kariesprophylaktischen Gründen wird bei Säuglingen und Kindern vom Durchbruch der ersten Milchzähne an die Verabreichung von Fluoridtabletten empfohlen.

Im ersten Lebensjahr werden Vitamin D (Rachitisprophylaxe) und Fluoridkombinationspräparate (z.B. D-Fluoretten) eingesetzt. Ob ein Kind Tabletten erhalten sollte, hängt von der täglichen Versorgung mit Fluorid über Trinkwasser, Mineralwasser und Nahrungsmitteln ab.

Es sollte nur eine Art der Prophylaxe erfolgen, also entweder über Tabletten oder über Mineralwasser bzw. ausgewählte Nahrungsmittel.

Achtung beim Füttern mit fertiger Säuglingsnahrung. Diese enthält häufig Fluorid als Zusatz. Lesen Sie die Deklaration der Inhaltstoffe der Kindernahrungsmittel.

Bei Unsicherheit - fragen Sie Ihren Kinderarzt!

Vorsicht vor Überdosierung

Eine Therapie mit Fluortabletten sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt erfolgen, da eine Überdosierung mit Fluorid vor allem in der Schmelzbildungsphase zu Schmelzveränderungen an den Zähnen führt!

Bei einer Fluoridgabe von mehr als 2 mg bilden sich Flecken am Zahnschmelz (Zahnschmelzfluorose). Bei höheren Gaben kommt es zum krankhaften Abbau bzw. zum gestörten Aufbau des Schmelzes.

Fluoridzufuhr über Mundhygiene

Fluoride können auch lokal auf die Zähne gebracht werden und zwar über fluoridhaltige Zahnpasten, Mundspülungen, Gelees und spezielle Lacke, die vom Zahnarzt aufgetragen werden.

Gründliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahncreme bewirkt eine deutliche Verringerung der Kariesanfälligkeit. Dies ergaben Untersuchungen an Schulkindern. Der Karieszuwachs konnte auf diesem Wege um 50% zurückgedrängt werden.

Karies - Mundhygiene

Die Bedeutung der Mundhygiene

Für die Gesunderhaltung der Zähne ist es sehr wichtig, dass der gefährliche Plaquebelag sich nicht auf der Zahnoberfläche festsetzt. Gründliche Mundhygiene, vor allem nach den Mahlzeiten bzw. nach dem Genuss kariogener Nahrungsmittel und Getränke, ist zur Vermeidung von Karies und auch anderen Zahnerkrankungen unverzichtbar.

Trotz Aufklärung und eines großen Angebots von Zahnpflegemitteln reinigt ein großer Teil der Bevölkerung seine Zähne, v.a. die Zahnzwischenräume, unzureichend!

Methoden

Nach dem Essen Zähne putzen

Die Zähne sollten möglichst nach jeder Mahlzeit, besonders aber nach dem Frühstück und vor dem Zubettgehen bzw. nach dem Verzehr von Süßem mit einer geeigneten Zahnbürste und Zahnpasta gereinigt werden.

Zu beachten sind hierbei folgende Punkte:

  • Auswahl der geeigneten Zahnbürste

  • Mindestens 3 Minuten Dauer je Putzeinheit

  • Anwendung der richtigen Putztechnik - Anleitung hierzu erhalten Sie in Ihrer Zahnarztpraxis!

  • Zahnpasta mit Fluorid verwenden

  • 1 x wöchentlich spezielles Zahngelee bzw. -gel, angereichert mit Fluorid verwenden

Zahnseide & Interdentalbürsten

Putzen alleine reicht jedoch nicht aus, da damit lediglich an zugänglichen Stellen Essensreste bzw. die Plaque entfernt werden können. Mit Zahnseide und so genannten "Interdentalbürsten" lassen sich Zahnzwischenräume von Speiseresten und Plaques reinigen.

Zahnseide gibt es in verschiedenen Ausführungen:

  • gewachst - ungewachst

  • mit Fluorid - ohne Fluorid

  • mit Mintgeschmack - ohne Geschmack

Auch Interdentalbürsten gibt es in verschiedenen Ausführungen im Handel.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt um Rat!

Munddusche und Mundwasser

Mit der Munddusche gelangt man ebenfalls in schwer zugängliche Zahnregionen. Mit einem mehr oder weniger festen Wasserstrahl (meist einstellbar) werden Speisereste ausgeschwemmt und weggespült. Dem Spülwasser können fluoridhaltige Lösungen zugefügt werden.

Die Munddusche sollte regelmäßig benutzt werden, vor allem, wenn die Zähne eng beieinanderstehen.

Professionelle Zahlreinigung

Viele Zahnarztpraxen haben eine "Dentalhygienikerin" in ihrem Team. Sie führt eine professionelle Zahnreinigung mit anschließender Fluoridierung der Zähne durch. Ferner erfolgt meist eine Unterweisung, wie die Mundhygiene zu Hause sachgerecht durchzuführen ist, um den Kariesbefall möglichst zu vermeiden bzw. zu verringern.

Wenn es mal schnell gehen muss...

Falls die Zähne einmal nicht wie oben beschrieben gereinigt werden können, vor allem nach einer Mahlzeit, kann man sich mit dem Kauen xylithaltiger Kaugummis (ohne Zucker !) behelfen. Hierdurch wird der Speichelfluss angeregt und entstandene Säuren werden neutralisiert, was für die Mineralisierung der Zähne von Bedeutung ist.

Apfel statt Zähne putzen?

Früher empfahl man häufig, abends statt Zähneputzen einen Apfel zu essen, da dieser die Zähne gründlich reinigen solle. Dies ist jedoch ein Ammenmärchen, denn Äpfel enthalten u.a. Fruchtzucker, der zur Plaqueentstehung und somit zur Kariesentstehung beiträgt.

Also: Auch nach dem Verzehr eines Apfels die Zähne putzen!

2x jährlich zum Zahnarzt

Eine Empfehlung zu guter Letzt: Zweimal jährlich zum Zahnarzt, auch wenn nichts weh tut. Denn so sind ihre Zähne unter Kontrolle und im Zusammenspiel mit Ihren Vorsorgemaßnahmen hat Karies keine Chance.

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