Verstopfung/Obstipation


Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien

Ernährungstipps

Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.

Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.

Patienteninfos

Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.

Beratungsmaterialien

Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.


Patienteninfos/Ernährungsinfos

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Patienteninfo Verstopfung/Obstipation

Krankheitsbild

Definition

Als Verstopfung, auch Obstipation genannt, wird eine seltene oder erschwerte Darmentleerung bezeichnet. Diese erfolgt seltener als dreimal pro Woche und geht häufig mit einem harten Stuhl einher.
Hinweis: Als normal gelten Stuhlentleerungen 3 x am Tag bis 1 x alle 3 Tage!

Symptome

  • zu lange Verweildauer des Stuhls im Darm
  • zu feste Konsistenz des Stuhls
  • geringes Stuhlvolumen
  • Gefühl der unvollständigen Entleerung und Blockade der Stuhlpassage

Ursachen

Die Hauptursache für Verstopfung in den westlichen Industrieländern ist eine ungenügende Ballaststoffzufuhr. Zusätzlich können aber auch folgende Faktoren eine Obstipation begünstigen:

  • ballaststoffarme, stark verfeinerte und verarbeitete Ernährung
  • zu wenig Trinkflüssigkeit
  • Bewegungsmangel
  • Nebenwirkung bestimmter Medikamente z.B. Eisenpräparate
  • Unregelmäßigkeiten im Tagesrhythmus z.B. auf Reisen, bei Stress
  • Erkrankungen des Darms (Passagehindernis) oder von benachbarten Strukturen (-> reflektorische Ruhigstellung)

Therapie

Bei der Behandlung von Verstopfung gibt es mehrere Therapiemöglichkeiten, die zusammen langfristig die Symptome lindern und das Wohlbefinden verbessern können. Neben der Ernährungstherapie als zentraler Aspekt spielen die Steigerung der körperlichen (Alltags-)Bewegung, gezielte gymnastische Übungen und Sitzhaltungen (z.B. Hock-Sitz-Haltung) eine wichtige Rolle zur Förderung der Darmfunktion und Stuhlentleerung.


Wichtig

Abführmittel – wenn überhaupt – nur bei akuter Obstipation und immer unter ärztlicher Aufsichtverwenden! Die Komplikationen dauerhaft eingenommener „sanfter“ Abführmittel könnengravierend sein.

Eine medizinische Ursache der Obstipation (s. o.) sollte immer ärztlicherseits ausgeschlossen werden.


Ernährungstherapie


Basis: gesund und vollwertig

Eine gesunde ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung (mindestens 30 g Ballaststoffe (BS)/Tag, besser 40 g BS/Tag) ist eine wesentliche Voraussetzung für eine funktionierende Verdauung. Bei der Umstellung auf eine ballaststoffreiche Ernährung kann es vorübergehend zu Blähungen kommen.
Reichlich Flüssigkeit: Eine tägliche Flüssigkeitsaufnahme von mehr als 2 Litern unterstützt Herz-, Kreislauf-, Nieren- und Darmfunktion. Besonders bei ballaststoffreicher Kost fördert sie das Quellen der Ballaststoffe und beugt Verdauungsproblemen vor. Zudem können blähungshemmende Tees wie Kümmel-, Anis- und Fencheltee Beschwerden lindern.


Wie gelingt die Umsetzung einer ballaststoffreichen Kost?

  • täglich Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornflocken, Hirse und Grünkern, diese enthalten in der Regel doppelt so viel Ballaststoffe wie Weißmehlprodukte
    Zum Vergleich: 1 Scheibe Vollkornbrot 30 g ca. 2,5 g BS, 1 Scheibe Weißbrot 30 g nur 1 g BS. Ein Müsli aus geschrotetem Getreide oder Vollkornflocken mit 60 g Haferflocken enthält 6 g BS
  • täglich Gemüse und Salat: mindestens 450 g am Tag, sie liefern im Durchschnitt 6 g BS Tipp: Ballaststoffreiche, rohe Gemüsesorten bevorzugen, denn Rohkost fördert - auf Grund der unaufgeschlossenen Cellulose - stärker die Verdauung als gegartes oder zerkleinertes Gemüse.
  • Obst: ca. 200 g/Tag liefern durchschnittlich 4 g BS, Trockenobst z.B. 25 g Pflaumen = 4,5 g BS
  • Nüsse und Samen enthalten pro Portion à 25 g neben guten Fettsäuren ca. 3 g BS
  • Hülsenfrüchte sind besonders nährstoffreich, 125 g gegart enthalten etwa 6,0 g BS

Diätetische Hilfsmittel, die sich zusätzlich günstig auf die Verdauung auswirken

  • Weizenkleie: 10 g Kleie enthalten 5 g Ballaststoffe. Pro Esslöffel Kleie mindestens 250 ml Flüssigkeit dazu trinken, um der Kleie die Möglichkeit zum Quellen zu geben.
  • Leinsamen geschrotet: Die enthaltenen Schleimstoffe machen den Stuhl gleitfähig.
    Nehmen Sie zweimal täglich 10-15 g Leinsamen mit 250 ml Flüssigkeit zu sich.
  • Flohsamenschalen: Enthalten ebenfalls schleimbildende Ballaststoffe in ihren Schalen.
    Zweimal täglich 1 Teelöffel Flohsamenschalen in 250 ml Flüssigkeit einrühren.
  • Sauerkrautsaft oder 1 Glas lauwarmes Wasser mit 1-2 Tropfen Obstessig auf nüchternen Magen
  • Sauermilchprodukte wie Naturjoghurt, Kefir und Buttermilch essen / trinken. Sie enthalten Milchsäurebakterien, die sich positiv auf die Darmtätigkeit auswirken.

Esskultur

Nicht nur was und wieviel wir essen, beeinflusst unsere Verdauung, sondern auch die Essgewohnheiten.

  • gründlich kauen, der Magen hat keine Zähne
  • sich für das Essen Zeit nehmen und Ruhepausen gönnen
  • auf das Essen konzentrieren, ohne dabei abgelenkt zu werden

Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?

Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote

In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche ballaststoffreiche Rezepte.
Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und Ernährungstherapie erhalten Sie im Premium- Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.

Literatur

  • DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungtipps I Verstopfung (Obstipation)
  • Höfler, E. & Sprengart, P. (2012): Praktische Diätetik: Grundlagen, Ziele und Umsetzung der Ernährungstherapie; mit 205 Tabellen (1. Auflage). Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.
  • Hauner et al. (2019): Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP). Aktuelle Ernährungsmedizin, 44, 384-419. https://doi.org/10.1055/a-1030-5207


Ernährungstipps


  • Allgemeine Informationen: Definition Verdauung, Darmprobleme
  • Krankheitsbild: Verdauungsstörung Nr. 1, Symptome, Formen, Ursachen, Komplikationen
  • Ernährungstherapie: Allgemeines, Ernährungsgewohnheiten - eine Bestandsaufnahme, Ernährungsempfehlungen, Esskultur
  • Ballaststoffe: Die unentbehrlichen Helfer, Ballaststoffzufuhr
  • Sofortmaßnahmen: Schnellwirkende Hausmittel
  • Bewegung / Stressabbau: Bewegung muss sein, Turnstunde für den Darm, Stressabbau
  • Abführmittel: Einsatz von Abführmitteln, Abführmittelarten
 

Definition Verdauung

Unter Verdauung versteht man die Zerkleinerung und Aufspaltung der Nahrung in kleinste Bausteine (Nährstoffe), so dass sie aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden können. Mit dem Blut gelangen die Nährstoffe dann in die Zellen.

Der Weg der Nahrung

Der lange Weg der Nahrung und somit auch die Verdauung beginnt im Mund. "Gut gekaut ist halbverdaut" - ein bekanntes Sprichwort, welches die Bedeutung des gründlichen Kauens verdeutlicht. Dadurch wird der Speisebrei mit Speichel vermischt, der das erste Enzym zur Kohlenhydratverdauung (Amylase) enthält. Was hier vernachlässigt wird, kann der Magen nicht mehr nachholen, denn der Magen hat keine Zähne und ist für die nächste Stufe der Verdauungstätigkeit zuständig! Durch die Magensäure und die Verdauungsenzyme wird die Eiweißverdauung eingeleitet.

Vom Magen gelangt der Speisebrei in den Dünndarm. Der Dünndarm ist die längste Wegstrecke und in verschiedene "Abschnitte" unterteilt. In seinem ersten Teil, dem Zwölffingerdarm, spielt sich die wichtigste Phase der Aufschließung der Nahrung ab.

Verdauungssäfte und Enzyme aus Bauchspeicheldrüse und Leber werden hier angeliefert und sorgen mit Hilfe des Dünndarmsaftes für die vollständige Aufspaltung der Nahrung und die Zerlegung in kleinste Bausteine wie Zucker aus Kohlenhydraten, Aminosäuren aus Eiweißstoffen und Fettsäuren.

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Über die Dünndarmwand gelangen die gespaltenen Bausteine dann in die Blut- bzw. Lymphgefäße und weiter zur Leber. Der Rest des Speisebreis enthält nur noch mehr oder weniger Unverdauliches und Flüssigkeit.

Den letzten Teil der Verdauungsarbeit bewältigt der Dickdarm. Der Nahrungsbrei verweilt bis zu 24 Stunden im Dickdarm. Hier werden dem Speisebrei die Flüssigkeit und die restlichen, verwertbaren Stoffe (z.B. Mineralstoffe) entzogen.

Der stark eingedickte "Ballast" wird dann zum Enddarm transportiert, wo die Reise der unverdaubaren Reste endet. Hier kommt es v.a. auf eine ausreichend große Füllmenge an, damit ein Stuhldrang verspürt wird.

Darmprobleme

Funktionsstörungen des Verdauungsapparates, v.a. des Darmes, sind bei der Bevölkerung westlicher Industrieländer sehr häufig.

Häufige Funktionsstörungen im Darmbereich sind:

  • Verdauungsstörungen: Stuhlverstopfung (medizinisch: Obstipation)

  • Durchfall

  • Reizdarm

  • Divertikulose

  • Darmkrebs

Verstopfung - Krankheitsbild

Verdauungsstörung Nr. 1

Die chronische Stuhlverstopfung (Obstipation) gehört zu den Zivilisationskrankheiten. Besonders in den westlichen Industrieländern tritt sie häufig auf. Man kann davon ausgehen, dass es sich um die häufigste Funktionsstörung handelt.

In Deutschland leiden ca. 30-60% der Bevölkerung an Obstipation. Bereits im Mittelalter und im alten Ägypten haben die Menschen an Verdauungsstörungen gelitten. In medizinischen Schriften aus jener Zeit sowie in Literatur und Kunst finden sich zahlreiche Hinweise auf Obstipation. Frauen sind etwa doppelt so oft betroffen wie Männer.

Symptome

Die Verstopfung ist gekennzeichnet durch:

  • eine zu lange Verweildauer des Stuhls im Darm (selten) und/oder

  • eine zu hohe Konsistenz des Stuhls (hart)

  • geringes Stuhlvolumen (wenig)

  • Probleme beim Absetzen

Wie oft ist normal?

Man geht heute davon aus, dass sowohl Entleerungen von dreimal pro Tag genauso normal einzustufen sind wie täglich oder im Abstand von 2-3 Tagen (3 mal pro Woche). Bei gesunder ballaststoffreicher Kost ist allerdings die tägliche Stuhlentleerung die Regel.

Vor dem Einsatz von Medikamenten sollte zunächst mit allgemeinen Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, regelmäßiger Bewegung, Toilettenkonditionierung, Stressabbau u.s.w. versucht werden, den trägen Darm wieder in Schwung zu bringen.

Formen

Chronische Verstopfung

Sie ist die häufigste Form der Verstopfung. Chronisch bedeutet, die Verstopfung existiert bereits über einen längeren Zeitraum. Oft haben sich die Betroffenen damit abgefunden, nehmen regelmäßig abführende Medikamente ein und machen sich keine weiteren Gedanken darüber.

Akute Verstopfung

Die akute Verstopfung tritt plötzlich auf. Es kann verschiedene Ursachen hierfür geben. Die häufigsten sind:

  • Reisen

  • Bettlägerigkeit nach Operationen oder bei Krankheit

  • Darmverschluss

  • Beschwerden im Afterbereich, z.B. Hämorrhoiden

  • Hormonelle Veränderungen, z.B. Eintreten der Wechseljahre oder Pubertät, Schwangerschaft

  • Medikamente, z.B. Schmerz- oder Hustenmittel

Pseudo-Verstopfung

Hierbei handelt es sich um eine kurzzeitige Reduktion der Stuhlfrequenz durch:

  • Ernährungsumstellung - z.B. Reduktionskost

  • Zustand nach Durchfall - der Darm ist leer und braucht eine Weile, bis er wieder ausreichend gefüllt ist

  • Zustand nach dem Fasten

Ursachen

Die Hauptursache für Verstopfung in den westlichen Industrieländern ist eine ungenügende Ballaststoffzufuhr. Zusätzlich können aber auch folgende Faktoren eine Obstipation begünstigen:

Ernährung

  • Mangelnde Flüssigkeitsaufnahme

  • zu wenig pflanzliche Kost - zu viele tierische Lebensmittel

Mangelnde Bewegung

  • Auto statt Fußweg

  • Aufzug statt Treppe

  • Bus statt Fahrrad

  • Fernseher statt sportlicher Feierabend

  • Sitzende Berufstätigkeit

Hetze/Stress/zu wenig Entspannung

  • Unterdrückung des Defäkationsreizes ("keine Zeit")

  • Nicht genügend Zeit zum Essen nehmen - nicht ausreichend kauen

  • Nicht abschalten und entspannen können

Überforderung

  • Zu hohe Ansprüche

  • Perfektionismus

  • sich den Anforderungen nicht gewachsen fühlen

Organische Erkrankungen

  • Divertikulose

  • Divertikulitis

  • Karzinome

  • Reizdarmsyndrom

  • Darmverschluss

Andere Erkrankungen

  • Schmerzhafte Hämorrhoiden

  • fiebrige Infekte

  • Parkinson

  • Multiple Sklerose

  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Weitere Ursachen

  • Bettlägerigkeit

  • Rollstuhl

  • Schwangerschaft

  • Ernährungsumstellung bei Reisen

  • Abführmittelmissbrauch

Komplikationen

Eine Obstipation muss ernst genommen werden. Zum einen kann die Verstopfung Symptom einer organischen Erkrankung im Verdauungsbereich sein (z.B. ein Tumor). Zum anderen ist die Obstipation meist begleitet von einer Reihe unangenehmer und das Wohlbefinden sowie die Gesundheit beeinträchtigender Begleiterscheinungen wie z.B.:

  • Blähungen

  • seelische Belastungen

  • Hautprobleme

  • Divertikulose/Divertikulitis

  • Hämorrhoiden

  • Karzinome (Krebsgeschwulste) im Dickdarmbereich

  • Bildung von Kotsteinen

  • Schmerzen im Unterbauch

Wichtig:

Abführmittel - wenn überhaupt - nur bei akuter Obstipation und immer unter ärztlicher Aufsicht! Die Komplikationen dauerhaft eingenommener "sanfter" Abführhilfen können gravierend sein.

Verstopfung - Ernährungstherapie

Wer unter Verstopfung leidet, sollte einen Arzt aufsuchen. Der Arzt wird untersuchen, ob eine akute oder chronische Störung vorliegt und/oder ob die Verstopfung Folge einer organischen Erkrankung ist, was eher selten vorkommt.

Meistens handelt es sich um eine chronisch funktionelle Obstipation.Funktionell bedeutet, dass "nur" die Funktion des Darmes gestört ist. Die Ursachen hierfür sind hauptsächlich in der Lebens- und Ernährungsweise zu finden. Hier sollte man mit der Therapie ansetzen.

Ernährungsgewohnheiten - eine Bestandsaufnahme

Ist - Soll - Vergleich

Hamburger, Weißbrot, Schokoriegel, Fleisch, Wurst und Co sind heute sehr beliebte Nahrungsmittel - aber leider nichts für den Darm. Denn der braucht eine andere Kost, um gesund zu bleiben.

Die folgende Tabelle gibt einen Einblick in den Ist- und Soll-Zustand unserer Ernährung.

 

zu viel(e)

zu wenig

Kalorien

Ballaststoffe

Fett, v.a. tierisches Fett

Gemüse und Salat

Süßigkeiten

Obst

Weißmehlprodukte

Vollkornprodukte

Kaffee und Alkohol

Flüssigkeit

Eiweiß

komplexe Kohlenhydrate

Fast Food

aus natürlichen Zutaten zubereitete Speisen

Salz

Kräuter

 

Fazit

Wir bevorzugen Lebensmittel, die nicht förderlich für die Verdauung sind und meiden solche, die unserem Darm und unserer Verdauung gut tun.

Tipp

In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche ballaststoffreiche Rezepte.

Ernährungsempfehlungen

Eine gesunde, ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung ist eine wesentliche Voraussetzung für eine optimal funktionierende Verdauung.

Vollwertig sollte es sein

Geben Sie Vollkornprodukten den Vorzug, denn sie sind reich an Ballaststoffen. Tauschen Sie Weißmehlprodukte wie helle Brötchen, Toast, helle Nudeln, geschälten Reis, Misch- und Weißbrot gegen Vollkornprodukte und Müsli aus.

Aber Vorsicht: Vollkorn kombiniert mit Zucker - das verträgt nicht jeder, und häufig sind schmerzhafte Blähungen die Folge.

So natürlich wie möglich

Das bedeutet, die Nahrungsmittel möglichst in ihrer natürlichen Form verzehren bzw. möglichst wenig be- und verarbeiten, denn dann ist gewährleistet, dass die natürlichen Inhaltstoffe (z.B. Ballaststoffe, Vitamine) weitgehend erhalten sind.

Beispiel: Pellkartoffeln statt Kartoffelpuffer, Rohkost oder Frischobst essen statt Saft trinken.

Fettarm, aber nicht fettfrei

Viele sparen mit dem Fett am falschen Ende und lassen das wertvolle Öl am Salat weg. Bei Wurst, Chips und vor allem Käse wird dann aber nicht so genau hingeschaut.

Richtig: Olivenöl und Sonnenblumenöl für Salat und Gemüse verwenden und fette tierische Lebensmittel (Wurst, Käse etc.) gegen fettarme austauschen. Ganz ohne Fett kann der Darm nicht arbeiten - die Devise heißt aber: Fett in Maßen und das richtige (pflanzliche) Fett!

Mehr pflanzliche Kost

Basis unserer Ernährung sollten pflanzliche Lebensmittel wie Getreideprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Obst, Gemüse und Salat sein. Hiervon sollten wir uns satt essen, dann nehmen wir nicht nur die Hauptnährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis sondern auch ausreichend Ballaststoffe auf.

Fleisch, Wurst und Co. enthalten zwar wertvolles tierisches Eiweiß, aber auch meist viel Fett. Ballaststoffe sind keine enthalten. Wer sich gesund ernähren möchte und vor allem, wer unter Verstopfung leidet, sollte diese Lebensmittel möglichst nur gelegentlich und in kleiner Menge verzehren.

Reichlich Flüssigkeit

Häufig ist mangelnde Flüssigkeitszufuhr Auslöser einer Verstopfung. Besonders der Darm braucht ausreichend Flüssigkeit für die Verdauungs- und Ausscheidetätigkeit! Täglich 2 Liter Flüssigkeit wie Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetee, Saftschorle sollten es schon sein.

Bitte beachten: Mit coffeinhaltigen Getränken wie Kaffee oder Schwarztee und Alkohol (auch Bier!) lässt sich der Flüssigkeitsbedarf des Körpers aufgrund der harntreibenden Eigenschaften nicht decken.

Kräuter, Gewürze und Co.

Seien Sie sparsam mit Salz. Nehmen Sie stattdessen reichlich frische Kräuter, denn sie enthalten Inhaltsstoffe, die die Verdauung fördern. Auch Gewürze wie z.B. Koriander, Anis, Fenchel oder Kümmel regen die Verdauung an.

Milchsaures Gemüse

Unsere Großmütter wussten schon, dass milchsaures Gemüse wie z.B. Sauerkraut, Bohnen und Zwiebel sehr wertvolle Nahrungsmittel sind. Sie sollten jedoch nicht erhitzt werden, damit die Milchsäurebakterien, die so wertvoll für die Darmflora und die Verdauung sind, nicht absterben.

Sauermilchprodukte

Molke, Kefir, Buttermilch und Naturjoghurt sind leichtbekömmliche und verdauungsfördernde Nahrungsmittel.

Esskultur

Nicht nur was und wie viel wir essen, hat einen Einfluss auf unsere Verdauung, sondern auch wie wir essen.

Folgende Empfehlungen helfen, neben einer vollwertigen und gesunden Ernährung, der Verdauung wieder auf die Sprünge:

  • Denken Sie daran: Die Verdauung beginnt im Mund! Jeden Bissen gründlich kauen.

  • Auf das Essen konzentrieren - nicht ablenken durch Lesen oder Fernsehschauen.

  • Genügend Zeit zum Essen nehmen, nicht in Hektik und Eile essen. Wenn keine Zeit zum Essen besteht, besser zu einem späteren Zeitpunkt essen.

  • Ruhepausen gönnen.

  • Die Speisen appetitlich anrichten, den Tisch liebevoll decken, denn das Auge isst mit.

  • 5 kleine Mahlzeiten werden meist besser vertragen als 3 große.

Verstopfung - Ballaststoffe

Die unentbehrlichen Helfer

Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile. Gelangen sie in den Dickdarm, saugen sie Wasser auf und quellen. Das Volumen des Speisebreies vergrößert sich und der Reiz, der auf die Darmwände ausgeübt wird, regt die Darmtätigkeit und damit die Verdauung an. Dies führt zu einer Verkürzung der Darmpassage (= Zeit von der Ankunft des Speisebreies in den Darm bis zur Ausscheidung) und somit zu einer kürzeren Verweildauer der Speisreste im Dickdarm.

Für eine reibungslos funktionierende Verdauung ist das sehr wichtig, denn je länger der Speisebrei im Dickdarm verweilt, umso mehr Wasser wird ihm entzogen, d.h. er wird immer trockener, die Konsistenz dadurch fester und er kann nicht mehr so gut ausgeschieden werden.

Neben der Beeinflussung der Verdauungstätigkeit üben Ballaststoffe noch weitere wichtige Funktionen im Körper bzw. Stoffwechselgeschehen aus.

Ballaststoffe...

  • binden Gifte und andere schädliche Substanzen, die mit der Nahrung in den Darm gelangen und fördern so deren Ausscheidung.

  • machen schneller satt und unterstützen so die Gewichtsregulation.

  • regulieren Blutfett- und Blutzuckerwerte.

  • sind Nährboden für eine Reihe positiver Darmbakterien und dadurch mitverantwortlich für eine gesunde Darmflora.

  • beschleunigen die Darmpassage.

Ballaststoff-Lieferanten

Die wichtigsten Ballaststoffe sind:

  • Zellulose

  • Hemizellulose

  • Pektin

  • Lignin

Ballaststoffe sind in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, v.a. in Getreide und Getreideprodukten wie z.B. Vollkornbrot, Vollkornnudeln und Vollkornreis. Auch Kartoffeln, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte enthalten reichlich Ballaststoffe.

Die Menge macht's

Mindestens 30g, besser 40-50g Ballaststoffe (v.a. bei bestehender Verstopfung) sollten täglich mit der Nahrung zugeführt werden. Der Verzehr an Ballaststoffen ist durch die Änderung unserer Essgewohnheiten stark zurückgegangen. Die geforderte Menge erreichen in unseren Breiten nur die Wenigsten!

Aber Vorsicht - wer seine Ernährung von heute auf morgen völlig umstellt und nun plötzlich mehr Ballaststoffe aufnimmt, der muss mit Blähungen, Druck- und Völlegefühl und Bauchschmerzen rechnen. Der Darm ist die faserreiche Kost nicht mehr gewöhnt und sollte langsam umgewöhnt werden.

Flüssigkeitszufuhr

Damit Ballaststoffe im Darm quellen können, benötigen sie reichlich Flüssigkeit. Mindestens 2 Liter Flüssigkeit sollten Sie am Tag trinken! Wenn Sie die Ballaststoffe über Kleie oder andere Quellmittel zuführen, sollten Sie 2,5 Liter pro Tag zu sich nehmen.

Ballaststoffzufuhr

Am besten verträglich und am natürlichsten ist, wenn die Ballaststoffe über Nahrungsmittel aufgenommen werden. Man sollte also nicht Weißbrot und Toast essen und zum Ausgleich den Joghurt mit Weizenkleie anreichern. Besser und v.a. verträglicher ist, Brot und Gebäck aus Vollkornmehl zu wählen und ein Müsli statt Weißbrot zu verzehren.

Die untenstehende Austauschtabelle gibt Ihnen Tipps, wie sich ganz einfach ballaststoffarme Lebensmittel gegen ballaststoffreiche austauschen lassen.

Geeignete und weniger geeignete Lebensmittel

Die Umstellung auf eine ballaststoffhaltige Ernährung ist einfach, wenn Lebensmittel, die arm an Ballastoffen sind, gegen ballaststoffreiche ausgetauscht werden.

wenig Ballaststoffe

viel Ballaststoffe

Brötchen, Toastbrot, Weißbrot, Croissant

Vollkornbrot, Leinsamenbrot, Grahambrot, Pumpernickel

Torten, Kuchen, Waffeln, Kekse, Zwieback

Vollkornzwieback, Vollkornkekse, Kuchen mit Vollkornmehl gebacken, Früchtebrot

Teigwaren

Vollkornteigwaren, Hirse, Grünkern

polierter Reis

Vollkornreis

Cornflakes

Getreideflocken, Vollkornhaferflocken

Pudding, Cremespeisen, Eis

Beerenfrüchte, Rote Grütze, Obstsalat, Müsli, Backobst

Ballaststoffgehalt einiger Lebensmittel

Lebensmittel

Ballaststoffe (g) pro Portion

Portionsgröße (g)

Ballaststoffe (g) pro 100 g

Schwarzwurzeln

27,6

150

18,4

Topinambur

24,2

200

12,1

Artischocke

22,8

200

11,4

Weizenkleie

18

40

45

Morcheln

14

200

7

Erbsen

10,6

200

5,3

Sojabrot

10,4

45

23

Vollkornnudeln

9,2

180

5,1

Erdnüsse

7,6

100

7,6

Kidneybohnen (Konserve)

7,5

150

5

Leinsamen

7

20

35

Kichererbsen (Konserve)

6,6

150

4,4

Kohlgemüse

6

200

3

Früchte-Müsli

5,2

50

10,3

Brokkoli

4,5

150

3

getrocknete Pflaumen

4,5

25

17,8

Birne

3,9

140

2,8

Roggen-/Weizen- vollkornbrot

3,8

50

7,5

Rosinen

3,4

50

6,7

Apfel

2,5

125

2

getrocknete Feigen

2,4

25

9,6

Linsen (Konserve)

2,2

60

3,6

Gurke

1,4

150

0,9

Tomate

1

80

1,3

Quelle: berechnet mit PRODI expert®

Die Liste zeigt, wie viele Ballaststoffe in welchen Lebensmitteln enthalten sind. In der Praxis sollte man jedoch bedenken, dass man nicht 100g Kleie und 100g Haferflocken isst. Mit Brot und Obst erreicht man diese Menge jedoch schnell.

30g noch besser 40g Ballaststoffe pro Tag - wie bekomme ich diese Menge zusammen? Folgendes Beispiel zeigt, wie eine Aufnahme von 40g Ballaststoffen am Tag zu erreichen ist.

 

Lebensmittel

Ballaststoffe

5 Scheiben Vollkornbrot (250g)

20g

3 Kartoffeln (200g)

3,5g

1 Apfel (150g), ungeschält, roh 1 Birne (150g), roh Himbeeren (50g)

3g 5g 2,5g

Bohnen (150g), gekocht

3,5g

gemischter Salat mit Mais (120g)

2,5g

Gesamt

40g

 

Verstopfung - Sofortmaßnahmen

Schnellwirkende Hausmittel

Es gibt eine Reihe von natürlichen Mitteln, welche Sie in Ihrem Haushalt haben, die gute Erfolge bei der Ankurbelung der Verdauungstätigkeit bringen. Bei einer hartnäckigen, möglicherweise schon seit Jahren bestehenden Verstopfung, ersetzen sie jedoch nicht die Ernährungsumstellung und ebenso nicht die Änderung von ungünstigen Lebensgewohnheiten. Sie sollen mehr eine Art „1. Hilfe“ für Sie darstellen.

1 Glas stilles Wasser

Trinken Sie morgens nüchtern, am besten gleich nach dem Aufstehen, als erstes ein Glas stilles Wasser. Es sollte am besten Zimmertemperatur haben.

Feigen und Trockenpflaumen

Weichen Sie abends einige getrocknete Feigen oder Pflaumen in 1 Tasse Wasser ein und lassen sie das Ganze abgedeckt bei Zimmertemperatur über Nacht stehen. Am nächsten Morgen essen sie die eingeweichten Früchte und trinken das Einweichwasser dazu.

Müsli und Milchzucker

Essen Sie zu Ihrem Frühstück ein Müsli mit 1 EL Kleie, 1 EL Leinsamen und 1-2 TL Milchzucker.

Sauerkraut

Trinken Sie vor dem Mittagessen 1 Glas Sauerkrautsaft oder essen Sie mehrmals täglich einige Gabeln rohes Sauerkraut.

Kefir, Joghurt

Essen Sie täglich eine Portion Sauermilchprodukt, evtl. angereichert mit Leinsamen und/oder Kleie. Dann bitte das zusätzliche Glas Wasser nicht vergessen!

Apfelessig

Trinken Sie morgens nüchtern ein Glas stilles Wasser (0,2 Liter) mit max. 1 Esslöffel Apfelessig.

Bauchmassage

Selbstmassage des Bauches. Mit einer langsamen und kreisenden Bauchmassage im Dickdarmverlauf, dabei möglichst kombiniert mit der Atmung, übt eine sanfte Anregung auf die Peristaltik (Darmbewegungen) des Dickdarms aus.

Einlauf

Der Einlauf ist eines der ältesten und schonendsten Mittel, die abführend wirken und den Darm schonend reinigen; aber Vorsicht vor Darmverletzungen!

Verstopfung - Bewegung

Unsere heutige Lebensweise ist gekennzeichnet durch einen Mangel an körperlicher Aktivität. Viele haben einen sitzenden Beruf und auch der Feierabend wird im Sitzen verbracht. Das Auto oder der Bus bringen uns ohne jegliche Anstrengung dahin, wohin wir möchten und auch das Treppensteigen nimmt uns der Fahrstuhl ab.

Die Muskulatur und auch die Darmmuskulatur wird nicht trainiert und wird dadurch schlaff - die Därme haben keine muskuläre Führung mehr. Wer an Verstopfung leidet und sich wenig bewegt, tut wie jeder andere gut daran, den Körper mehr zu fordern, Sport zu treiben und sich ausreichend zu bewegen. Denn Sport und jede Form der Bewegung aktivieren den Stoffwechsel und regen die Darmtätigkeit an. Wichtig ist jedoch, dass Sie regelmäßig für Bewegung sorgen.

Bewegung in der Praxis

Spezielle Gymnastikübungen

Gymnastik macht nicht nur beweglich, sondern die meisten Gymnastikübungen, kombiniert mit intensiver Atmung, wirken wie eine sanfte Massage auf den Darm. Besonders Bauchmuskelübungen bringen den Darm so richtig in Schwung!

Im Folgenden finden Sie einige Gymnastikübungen, die positive Auswirkungen auf Ihren Darm haben:

  • Durch die speziellen Übungen wird Druck auf den Bauchbereich ausgeübt.

  • Die Atmung wird angeregt, wodurch die Bauchmuskeltätigkeit aktiviert wird.

  • Die Wechselwirkung von Muskelanspannung und Muskelentspannung wirkt sich entkrampfend auf den Darm aus, was v.a. von Blähungen befreit.

Radfahren im Liegen

Legen Sie sich ausgestreckt auf den Rücken, heben Sie die Beine an und strampeln sie kräftig mit den Beinen in die imaginären Pedale, so als säßen Sie auf einem Rad. Anfangs ca. 35x, später steigern.

Übung für den Beckenboden

Sie liegen auf dem Rücken, strecken die Beine im rechten Winkel in die Höhe und scheren (grätschen) nun die Beine auseinander und wieder zusammen und so fort, insgesamt 10x, später öfter.

Kerze im Stehen

Stehen Sie kerzengerade, strecken Sie die Arme in die Höhe. Tief einatmen, den Oberkörper langsam vorneigen, in den Knien nachgeben.

Wenn Sie unten sind, atmen Sie langsam aus und verharren kurz in die dieser Position. Achten Sie auf die Bauchmuskelspannung. Dann langsam wieder aufrichten.

Stressabbau

Dass Stress und Hektik bei den meisten Menschen Störungen des Magen-Darm-Traktes hervorrufen, ist allgemein bekannt. Zum einen nimmt man sich bei der alltäglichen Hast oft keine Zeit für regelmäßige Mahlzeiten, zum anderen ignoriert man häufig den Stuhldrang und schiebt den Gang zur Toilette auf.

Wer sich keine Zeit zum Frühstücken nimmt und nur so eben zwischen Tür und Angel eine Tasse Kaffee hinunterstürzt, spürt den Stuhldrang dann vielleicht später, im Auto oder bei der Arbeit. In der Hetze des Berufsalltags lassen wir den Stuhldrang oft gar nicht in unser Bewusstsein gelangen. Wenn das öfter passiert, gewöhnt sich der Darm an diese Umstände, bremst seine Tätigkeit und es kommt zu Verstopfung-

Praktische Tipps

Stressabbau als Verdauungshilfe - im Folgenden finden Sie Empfehlungen zum Verhindern von Stresssituationen bzw. zum Stressabbau.

  • Planen Sie morgens genügend Zeit für das Frühstück und den Gang zur Toilette ein.

  • Gehen sie sparsam mit Stimulantien wie Kaffee, schwarzer Tee, Nikotin und Alkohol um bzw. verzichten Sie darauf, besonders in stressreichen Tagen!

  • Nehmen Sie Ihre Mahlzeiten (und Zwischenmahlzeiten!) in Ruhe ein, ohne dabei zu Lesen oder Fernzusehen.

  • Schlafen Sie ausreichend - 7 Stunden sollten es schon sein.

  • Genießen Sie Nahrungsmittel, die durch ihre Inhaltsstoffe Stress abbauen helfen. Dazu gehören z.B. Vollkornprodukte, Haferflocken und Bananen.

  • Entspannen Sie sich nach einem anstrengenden Tag mit einer Tasse Kräutertee, einer Entspannungs-CD, einem heißen Bad oder einem Spaziergang.

  • Erlernen und praktizieren Sie regelmäßig Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga, Tai chi oder andere.

  • Gehen Sie so oft Sie können hinaus in die Natur und nehmen diese bewusst wahr.

Verstopfung - Abführmittel

Was sind Abführmittel?

Der Name sagt schon aus, was sie bewirken - sie führen ab. Genauer gesagt beschleunigen Abführmittel (Laxantien) die Darmpassage und führen zu einer Stuhlentleerung. Sie fördern jedoch nicht die Verdauungsleistung, d.h. sie haben nichts mit den Verdauungsprozessen selbst zu tun, sondern sie beschleunigen die Entleerung des bereits verdauten Darminhalts.

Wann kommen sie zum Einsatz?

Wenn alle zuvor aufgeführten Therapien wie Umstellung der Lebens- und Ernährungsweise etc. keinen Erfolg bringen, so bieten Abführmittel Hilfe bei der Stuhlentleerung.

Hierbei ist zu beachten, dass es viele verschiedene und unterschiedlich wirkende Gruppen von Laxantien mit mehr oder weniger großen Nebenwirkungen gibt.

Abführmittel sollten nicht wahllos eingesetzt werden. Bei der Therapie sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden. Ferner besteht bei unsachgemäßem Laxantiengebrauch die Gefahr eines Elektrolytverlustes, v.a. ein Kaliumverlust. Das kann zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen!

Vorsicht

Bei chronischem Abführmittelgebrauch tritt eine Gewöhnung ein, d.h., um eine Stuhlentleerung zu erreichen, müssen nun ständig Laxantien eingesetzt werden.

Abführmittelarten

Füll- und Quellmittel

Wirkungsweise

Diese Substanzen bewirken ihre Quellfähigkeit, indem sie Flüssigkeit binden. Dadurch erreichen sie eine starke Volumenzunahme. Dadurch wird ein Dehnungsreflex auf die Darmwand ausgeübt.

Die Darmbewegungen werden zu einer intensiven Tätigkeit angeregt.

Bei Einnahme dieser Substanzen ist darauf zu achten, dass ausreichend Flüssigkeit zugeführt wird, um eine Verkleisterung im Darm zu vermeiden.

Beispiele für Füll- und Quellmittel

  • einsamen, Kleie

  • Indischer Flohsamen

  • Zellulosederivate

Vorteile

  • Lokale Wirksamkeit im Darm

  • Mittel werden nicht resorbiert, d.h. gelangen nicht ins Blut

  • Keine Nebenwirkungen (vorausgesetzt, man trinkt ausreichend!)

Nachteile

  • Bei organischen Erkrankungen des Darms (z.B. Störungen der Nerven in den Dickdarmwänden) zeigen sie keine Wirkung.

  • Blähungen

Osmotisch wirkende Abführmittel

Wirkungsweise

Diese altbekannten Mittel wirken durch eine Flüssigkeitsverschiebung vom Blut des Darmes ins Darmgewebe. Hierdurch wird das Volumen des Speisebreis vergrößert und der Darminhalt verflüssigt. Zu beachten ist, dass parallel zur Einnahme dieser Mittel große Mengen Flüssigkeit zugeführt werden muss, um den Flüssigkeitsverlust des Gewebes und der Blutgefäße wieder auszugleichen.

Beispiele für osmotisch wirkende Mittel:

  • Glaubersalz (Natriumsulfat)

  • Bittersalz (Magnesiumsulfat)

  • Lactose (Milchzucker)

  • Lactulose

Vorteile

  • kurzfristige Darmreinigung

  • Völlige Entleerung (z.B. vor OPs)

Nachteile (der Mineralsalze)

  • Vitamin- und Mineralstoffverluste

  • Abschwächung der Wirkung von Medikamenten (z.B. Anti-Baby-Pille)

  • Werden z.T. vom Organismus aufgenommen

  • Viele Kontraindikationen (z.B. Bluthochdruck)

Hydragoge Abführmittel

Hydragog bedeutet, dass diese Substanzen den Einstrom von Wasser von der Darmwand in den Darm fördern. Dies geschieht durch Erhöhung der Durchlässigkeit der sog. Darmwand-Kittleisten. Ein Großteil dieser Mittel führt zu einer schleimhautirritierenden bzw. -reizenden Wirkung.

Beispiele

  • Antrachinonderivate

  • Faulbaumrinde, Sennesblätter, Aloe (meist in Tees, Früchtewürfeln oder Dragees), Rizinusöl

  • Synthetische Abführmittel z. B. mit den Wirkstoffen Bisacodyl, Natriumpicosulfat

Vorteile (nur synthetische Abführmittel)

  • Zuverlässig in der Wirkung

  • Gut zu dosieren (individuell, in Tropfenform)

  • Regen die Darmbewegungen an

Nachteile anthrachinonhaltiger Stoffe

  • Erzeugen häufig Durchfall, verbunden mit Krämpfen

  • Elektrolyt-Verluste

  • Darmreizung

  • Führen zu Funktionsstörungen in der Schleimhaut des Darms

  • Fördern die Krebsentstehung

Nachteile synthetischer Abführmittel

  • Genaue Dosierung erforderlich, sonst Krämpfe und Durchfälle mit negativen Begleiterscheinungen wie Elektrolytverlusten etc.

  • Führen zu Gewöhnung

Gleitmittel

Gleitmittel sind unverdauliche, oberflächenaktive Stoffe, die den Darminhalt erweichen und gleitfähig machen. Sie sollten, wenn überhaupt, nur kurzfristig angewendet werden.

Beispiele

  • Glycerin (mögliche Nebenwirkung: bei besonders empfindlichen Personen oder vorgeschädigter Schleimhaut in Einzelfällen Reizungen der Enddarmschleimhaut)

  • Paraffinöl (mögliche Nebenwirkungen: niedrige Kalium- und Calciumspiegel; bei hoher Dosis: Hautschäden im Analbereich; bei Dauermedikation Ablagerung von Paraffin im Organismus möglich)

Rizinusöl

Rizinusöl wirkt an sich nicht abführend. Im Dünndarm wird es durch Enzyme der Bauchspeicheldrüse (mit Hilfe von Galle) in die Bestandteile Ricinolsäure und Glycerin (siehe oben) zerlegt. Die Ricinolsäure stimuliert körpereigene Botenstoffe (Histamine), die wiederum die Darmbewegung fördern. Die Dosis sollte 30ml pro Anwendung nicht überschreiten, während der Schwangerschaft und bei Unverträglichkeiten sollte Rizinusöl nicht verwendet werden.

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