Adipositas / Übergewicht


Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien

Ernährungstipps

Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.

Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.

Patienteninfos

Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.

Beratungsmaterialien

Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.


Patienteninfos/Ernährungsinfos

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Patienteninfo Adipositas / Übergewicht

Krankheitsbild

Definition

Übergewicht und Adipositas beschreiben eine übermäßige Ansammlung von Körperfett. Übergewicht wird als Vorstufe der Adipositas bezeichnet. Adipositas (= Fettleibigkeit, krankhaftes Übergewicht) erhöht das Risiko für die Entstehung vieler Erkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen, Gelenkbeschwerden, Schlafapnoe und einige Krebsarten.

Ursachen

Grundsätzlich führen eine zu hohe Energiezufuhr und/oder ein herabgesetzter Energiebedarf bzw. Energieverbrauch dazu, dass sich vermehrt Körperfettmasse bildet.

Risikofaktoren

Die Entstehung von Übergewicht und Adipositas wird durch viele Faktoren begünstigt:

  • ungesunde Ernährungsweise z. B. zu viel Zucker, Fett und Fertigprodukte, ständiges Snacking, fehlende Mahlzeitenstruktur, schlechte Ernährungsgewohnheiten, fehlende Ernährungsbildung
  • körperliche Einschränkungen und Bewegungsmangel
  • Schlafmangel, Stress, emotionale Essmuster, Essstörungen, Depressionen
  • Stoffwechselerkrankungen mit hormonellen Einflüssen, familiärer Veranlagung oder Genetik
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • niedriger sozialer Status, unzureichendes Gesundheitsbewusstsein, mangelnde Selbstfürsorge

Diagnose

Die Berechnung der Gewichtsklassifikation erfolgt nach WHO-Kriterien über die Berechnung des Body-Mass-Index (BMI). Zusätzlich kann der Taillenumfang gemessen werden. Ein Taillenumfang über 88 cm (Frauen) bzw. 102 cm (Männer) gilt als Hinweis auf eine abdominelle Adipositas (= bauchbetonte Fettverteilung), welche mit einem erhöhten Risiko für ernsthafte Erkrankungen verbunden ist.

Klassifikation nach WHO-Kriterien BMI (kg/m2)
Untergewicht unter 18,5
Normalgewicht 18,5-24,9
Übergewicht 25,0-29,9
Adipositas Grad 1 30,0-34,9
Adipositas Grad 2 35,0-39,9
Adipositas Grad 3 über 40,0

Nutzen Sie zur Berechnung auch den BMI-Rechner und vergleichen Sie Ihren BMI mit der Klassifikation.

Therapie

Ziel ist eine langfristige Gewichtsabnahme und Stabilisierung. Empfehlenswert sind ganzheitliche Behandlungskonzepte, die Ernährung, Bewegung und Verhaltenstherapie miteinander verbinden. Ergänzend kann auch eine medikamentöse oder chirurgische Therapie sinnvoll sein. Besonders Menschen mit Adipositas, abdominaler Fettverteilung, hohem Leidensdruck sowie weiteren Begleit- und Folgeerkrankungen profitieren von einer Gewichtsreduktion. Vor Beginn der Maßnahmen ist ein ärztlicher Check-up unbedingt erforderlich. Geeignete Ernährungsformen und Trainingsarten können so, unter Berücksichtigung von Vorerkrankungen, mit dem behandelnden Arzt individuell abgesprochen werden.

Ernährungstherapie


Warum Ernährung so wichtig ist

Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Behandlung von Übergewicht. Dabei geht es nicht um kurzfristige Diäten, sondern um eine nachhaltige Veränderung der Ernährungsgewohnheiten. Essen und Trinken sollten daher individuell angepasst und gute Handlungsalternativen dauerhaft etabliert werden. Zur langfristigen Gewichtsreduktion ist ein Energiedefizit von ca. 500–600 kcal unter dem persönlichen Bedarf sinnvoll (siehe auch den Energiebedarfsrechner).



Sogenannte „Diäten“ zur Gewichtsreduktion sind nur sinnvoll, wenn damit zum einen ein Energiedefizit erreicht und gleichzeitig der Bedarf an Makro- und Mikronährstoffen gedeckt werden kann.


Gängige Ernährungsformen zur Gewichtsreduktion sind z.B.

  • Low Fat / Low Carb / Mischkost: weniger Fett und/oder Kohlenhydrate
  • Mediterrane, vegetarische oder vegane Kost: kalorienbewusst gestalten
  • Formuladiät (Trinknahrung): teilweise oder komplett – nur unter ärztlicher Begleitung
  • Intervallfasten: z. B. 5:2 oder 16:8

Empfehlungen zur Gewichtsabnahme

Erkennen – Neues probieren - Etablieren

Ernährungs- und Bewegungstagebuch führen mit wöchentlicher Gewichtskontrolle und Dokumentation: Per App, Notizbuch, Gewichtskurve: hilft beim Überblick, dient der Erfolgskontrolle, macht Ernährungsmuster und aktuelles Verhalten bewusst, zeigt Handlungsspielräume auf.

Bild Teller Mittagessen

Achtsam, ausgewogen und gesund - essen und trinken

  • mit genug Flüssigkeit den Stoffwechsel in Schwung bringen:
    täglich mind. 1,5–2 Liter – am besten Wasser oder ungesüßter Tee
  • regelmäßige Mahlzeitenstruktur: Drei Hauptmahlzeiten, ideal mit Esspause, individuell mit kleiner Zwischenmahlzeit (Snacking: Insbesondere zucker-, salz- und fettreiche Kalorienfallen vermeiden!)
  • langsam essen und Hunger- oder Sättigungs-Signale bewusst wahrnehmen
  • Einkaufsliste schreiben: vermeidet Spontankäufe, erleichtert und bereichert Speiseplan und -zubereitung
  • ausgewogene Mahlzeitenzusammenstellung
    • Die Nährstoffkomponenten Eiweiß, Kohlenhydrate, Ballaststoffe und gute Fette in allen drei Hauptmahlzeiten berücksichtigen (siehe Orientierungswerte der DGE)
    • Portionsgrößen in Abhängigkeit vom Energiebedarf normalisieren. Portionskontrolle mit Hilfe eines kleinen Tellers oder einer Küchenwaage realisieren.
  • Alkohol boykottiert Ihre Gewichtsabnahme: Möglichst wenig oder gar nicht konsumieren!
  • Muskelabbau vorbeugen, Muskelerhalt und -aufbau unterstützen, Energieverbrauch steigern:
    • eiweißreiche und fettbewusste Lebensmittelsmittelauswahl: Eiweißbedarf von 0,8 - 1,0 g Eiweiß pro kg Körpergewicht und Tag nicht unterschreiten!
    • Bewegung: Täglich in Alltag, Freizeit und Beruf, wöchentlich mind. 150 bis 300 Min. Bewegung von moderater Intensität oder 75 bis 150 Min. Bewegung von hoher Intensität oder in Kombination. Moderates Krafttraining an mind. zwei oder mehr Tagen pro Woche (WHO)!
  • Stressoren erkennen und abbauen: Bewegungs- oder Entspannungstechniken können helfen!

Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?

Ein Abnehmprogramm kann, z. B. mit Hilfe eines Selbsthilfemanuals „Ich nehme ab - Training für einen gesünderen Lebensstil (DGE)“ oder in einer Gruppenschulung oder mit Unterstützung von FLIMS durchgeführt werden. Gesunde Rezepte finden Sie in unserer DEBInet-Rezeptdatenbank.

Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote

Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und Ernährungstherapie erhalten Sie im Premium- Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.

Literatur



Ernährungstipps


  • Allgemeine Informationen: Definition, Häufigkeit, Ursachen / Risikofaktoren, Komplikationen, Diagnose
  • Ernährungstherapie: Allgemeines, Angepasste Energiezufuhr, Ausgewogene Nährstoffverteilung, Fettreduzierte Kost, Auswahl der Fette, Ballaststoffreiche Kost
  • Praktische Tipps: Tipps zum Abnehmen, Geeignete Lebensmittel
 

Allgemeine Informationen

Definition

Übergewicht (Adipositas) ist eine typische Begleiterscheinung der Wohlstandsgesellschaft. Der Begriff "Übergewicht" bezeichnet eine über das Normalmaß hinausgehende Erhöhung des Körpergewichts. Was aber ist "Normalmaß"? Zur Erfassung von Normalgewicht und Übergewicht wurden im Laufe der Zeit verschiedene Größen-Gewicht-Indizes entwickelt. Die folgenden zwei haben sich im klinischen Alltag bewährt.

Broca-Index

Normalgewicht = Körpergröße in cm - 100

Das Über- oder Unterschreiten des Broca-Normalgewichts wird üblicherweise in Prozent ausgedrückt.

Vorteil

  • einfach zu berechnen

Nachteile

  • fester Richtwert ohne Schwankungsbreite

  • nur für Durchschnittsgrößen (160-180 cm) geeignet

  • berücksichtigt nicht die Körperzusammensetzung

[premium]

Body-Mass-Index (BMI)

BMI = Körpergewicht (kg) : Körpergröße (m)2

Vorteil

  • für (nahezu) alle Körpergrößen geeignet

Nachteil

  • kompliziertere Rechnung

  • berücksichtigt nicht die Körperzusammensetzung

Mit Hilfe unseres BMI-Rechners können Sie sich Ihren persönlichen BMI einfach und schnell berechnen lassen. Eine Einschätzung der Ergebnisse ermöglicht die folgende Tabelle.

 

Klassifikation von Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen (nach WHO 2004)

Kategorie

BMI (kg/m2)

Broca-Übergewicht (in % ca.)

Untergewicht

< 18,5

-

Normalgewicht

18,5-24,9

-

Übergewicht

25-29,9

Adipositas Grad I (mäßig)

30-34,9

0-20

Adipositas Grad II (deutlich)

35-39,9

20-70

Adipositas Grad III (extrem)

> 40

> 70

 

Häufigkeit

Übergewicht ist eine Volkskrankheit. Etwa jeder dritte erwachsene Bundesbürger ist übergewichtig. Im jüngeren Lebensalter sind eher Männer betroffen, ab dem vierzigsten Lebensjahr überwiegt der Anteil der Frauen.

Besonders auffällig ist, dass es in den letzten Jahren immer mehr übergewichtige Kinder gibt. Diese Entwicklung ist insofern gefährlich, als übergewichtige Kinder ein erhöhtes Risiko haben, im Erwachsenenalter ernährungsabhängige Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit etc. zu entwickeln.

Ursachen / Risikofaktoren

Übergewicht kann nur entstehen, wenn die tägliche Kalorienaufnahme langfristig den Energieverbrauch des Körpers übersteigt. Dies nennt man dann eine positive Energiebilanz. Man geht heute davon aus, dass bei der Entstehung von Übergewicht verschiedene Faktoren eine Rolle spielen.

Veranlagung

Es ist lange bekannt, dass Übergewicht innerhalb von Familien gehäuft vorkommt. Jeder Mensch hat einen sogenannten Grundumsatz, d.h. er verbrennt in völliger Ruhe eine bestimmte Anzahl von Kalorien. Die Höhe dieses Grundumsatzes scheint u.a. genetisch festgelegt zu sein. Es gibt also Menschen, die in Ruhe viel Kalorien verbrennen und dementsprechend mehr essen können ohne zuzunehmen, und Menschen, die weniger Kalorien verbrauchen. Bei letzteren ist natürlich das Risiko, übergewichtig zu werden, relativ hoch. Der Grundumsatz kann durch regelmäßigen Sport erhöht werden.

Störungen im Essverhalten

Einige Übergewichtige essen häufiger und schneller als normalgewichtige Menschen. Bei ihnen stellt sich das Sättigungsgefühl auch bei hoher Kalorienzufuhr erst spät ein. Dies ist möglicherweise hormonell bedingt: Bei jeder Mahlzeit wird der Magen gedehnt und sendet entsprechende Signale in Form von Hormonen und Nervenreizen an das Gehirn. Das Gehirn wird also darüber informiert, wann der Magen gefüllt ist und meldet: Ich bin satt. Wenn diese Übermittlung gestört ist, stellt sich das Sättigungsgefühl zu spät ein, und man isst mehr als eigentlich nötig.

Psychologische Aspekte

Die psychologische Komponente bei Übergewicht darf nicht unterschätzt werden. Kummer, Angst, Stress, Langeweile, Frustration sowie mangelndes Selbstbewusstsein sind oft Auslöser von "Heißhungerattacken".

Mangelnde Bewegung

Die meisten Menschen in den Wohlstandsländern leiden unter Bewegungsmangel. Dies hat unter anderem einen geringeren Energieverbrauch zur Folge. Die Entstehung von Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen wird begünstigt.

Medikamente

Hormonpräparate, wie z.B. Antibabypille, Cortisonpräparate können den Appetit steigern und über eine vermehrte Nahrungsaufnahme und Wassereinlagerung die Entstehung von Übergewicht fördern.

Andere Grunderkrankungen

In seltenen Fällen können auch Erkrankungen von hormonproduzierenden Organen zu Übergewicht führen. Hierunter fallen Tumoren der Nebenniere oder eine Schilddrüsenunterfunktion.

Komplikationen

Die negativen gesundheitlichen Folgen des Übergewichts sind vielfältig und betreffen nahezu jedes Organ, denn jedes Kilo zuviel müssen Sie mit sich herumtragen und mit Nährstoffen versorgen. Das belastet natürlich den gesamten Organismus. Die häufigsten Komplikationen sind im Folgenden zusammengefasst.

Herz-Kreislaufsystem

Bei Übergewichtigen muss das Herz ständig Mehrarbeit leisten, um das Fettgewebe ausreichend mit Blut zu versorgen. Außerdem wird im Körper vermehrt Wasser und Natrium zurückgehalten, was die Entstehung von Bluthochdruck begünstigt. Auch dies belastet das Herz. Die Folge sind Angina pectoris, Herzinfarkt und chronische Herzschwäche (-insuffizienz).

Lunge

Auch die Lunge muss, um den erhöhten Sauerstoffbedarf decken zu können, vermehrt arbeiten. Oft reicht aber die Lungenkapazität nicht aus, so dass sich ein chronischer Sauerstoffmangel entwickelt. Verstärkt wird dies noch durch Störungen der Atmung während des Schlafes (Schlaf-Apnoe-Syndrom). Die Betroffenen klagen über Schläfrigkeit während des Tages, lautes Schnarchen und ruhelosen Schlaf. Diese Beschwerden bilden sich nach Gewichtsreduktion meistens vollständig zurück.

Diabetes mellitus

Übergewicht ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2.

Andere Stoffwechselstörungen

Besonders häufig sind Fettstoffwechselstörungen, die mit einer Erhöhung des für das Herz-Kreislaufsystem gefährlichen LDL-Cholesterins und der Triglyceride einhergehen. Außerdem drohen Leberverfettung, Gicht und Gallensteine.

Gelenke

Das Übergewicht führt zu einer Überlastung der Gelenke besonders im unteren Wirbelsäulenbereich, in den Hüftgelenken sowie Knie- und Sprunggelenken. Dies beschleunigt den Verschleiß und führt zu chronischen Schmerzen, denen oft nur noch durch dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln oder einer Operation beizukommen ist.

Diagnose

Die Diagnose Übergewicht können Sie bereits zu Hause nach dem Blick auf die Waage und der Berechnung Ihres BMI oder Broca-Index stellen. Ist ein BMI von 30 bzw. das Broca-Normalgewicht um 20% überschritten, liegt also ein deutliches Übergewicht vor, sollten Sie auf jeden Fall Ihr Gewicht reduzieren, da ein erhöhtes Risiko für die o.g. Komplikationen besteht. Ein geringes Übergewicht (BMI 25-30) ist nur behandlungsbedürftig, wenn bereits zusätzliche Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder eine Zuckerkrankheit vorliegen.

Der Hausarzt wird zunächst einige Untersuchungen wie Blutuntersuchungen, Ultraschall von Leber und Gallenblase und EKG durchführen, um festzustellen, ob bereits Organschäden durch das Übergewicht aufgetreten sind. Organische Ursachen für das Übergewicht können durch eine gründliche Untersuchung weitgehend ausgeschlossen werden.

Jetzt können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt und/oder einem Ernährungsberater die Therapie und das Behandlungsziel festlegen.

Übergewicht / Adipositas - Ernährungstherapie

Allgemeines

Jojo-Effekt

Viele übergewichtige Menschen versuchen mit Diäten, ihr Gewicht in möglichst kurzer Zeit drastisch zu reduzieren. Aber selbst wenn eine Gewichtsabnahme auf solchem Wege erreicht wird, ist dieser Erfolg meist nur von kurzer Dauer. Nach Ende der Diät wird oft wieder genauso schnell - und häufig sogar mehr (!) - zugenommen, wie vorher abgenommen wurde. Dies ist auf Dauer nicht nur schädlich für den Körper, sondern auch äußerst frustrierend. Man nennt es den "Jojo-Effekt".

Lebensstil

Langfristige Erfolge kann man nur mit einer konsequenten und dauerhaften Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und des Lebensstils erzielen. Dabei werden Sie die Erfahrung machen, dass gesundes Essen durchaus schmackhaft sein kann und man nicht zum "Körnerfresser" werden muss, um sich ausgewogen zu ernähren. Die folgenden Ernährungsempfehlungen sollen Ihnen dabei helfen.

Die folgenden Ernährungsempfehlungen sind als allgemeine Ernährungsempfehlungen und -hinweise bei Übergewicht zu verstehen. Sie ersetzen nicht den Kontakt mit einem Ernährungsmediziner und einer Ernährungsfachkraft.

Angepasste Energiezufuhr

Energiebedarf

Den täglichen Energiebedarf kann man ganz einfach mit folgender Formel berechnen:

Energiebedarf = Grundumsatz + Leistungsumsatz

Der Leistungsumsatz ist von der körperlichen Betätigung abhängig. Er kann je nach Art der Aktivität, z.B. bei Schwerarbeitern oder Hochleistungssportlern, auf ein Vielfaches des Grundumsatzes ansteigen.

Hier können Sie sich Ihren Energiebedarf berechnen lassen.

Sinnvolles Abnehmen

Die tägliche Energiezufuhr sollte den Kalorienverbrauch um 1/3 unterschreiten. Je nach Alter, Größe, Ausgangsgewicht und Geschlecht bedeutet das eine tägliche Kalorienzufuhr von 800-2000 kcal pro Tag.

Beispiel:

Bei einem täglichen Energiebedarf von 2240 kcal sollte man 2240 kcal x 2/3 = ca. 1500 kcal zu sich nehmen.

Erst wenn man 7000 kcal eingespart hat, verliert man 1 kg Körperfettgewebe, das bedeutet bei der oben empfohlenen Energiezufuhr ca. 1 kg Gewichtsabnahme pro Woche. Dies kommt Ihnen vielleicht sehr wenig vor, eine schnellere Gewichtsreduktion ist aber langfristig nicht sinnvoll, da sonst neben dem Fett auch Muskelmasse und Körperwasser verloren gehen, was wiederum den Grundumsatz senkt.

Haben Sie ihr Normalgewicht ( = Körpergröße in cm - 100 +/- 10%) erreicht, sollten Sie darauf achten, dass die aufgenommene Energiemenge und der tägliche Energieverbrauch sich in etwa die Waage halten.

Ausgewogene Nährstoffverteilung

Die folgende Tabelle zeigt die laut DGE wünschenswerte Nährstoffzusammensetzung der täglichen Nahrung. In der Realität bedeutet dies vor allem eine Reduktion der täglichen Fettzufuhr!

 

Nährstoff

Anteil an der Gesamtenergiezufuhr

Eiweiß

15%

Fett

30%

Kohlenhydrate

55%

 

Energiegehalte der Hauptnährstoffe

 

Nährstoff

Energiegehalt

Eiweiß

1 g = 4 kcal (17 kJ)

Kohlenhydrate

1 g = 4 kcal (17 kJ)

Alkohol

1 g = 7 kcal (30 kJ)

Fett

1 g = 9 kcal (30 kJ)

 
  • 1 g Fett liefert mehr als doppelt so viel Energie wie 1 g Kohlenhydrate. Man kann also durch eine Reduktion des täglichen Fettkonsums am besten Kalorien sparen!

  • 1g Alkohol hat fast doppelt so viel Kalorien wie 1g Kohlenhydrate. Minimieren Sie also Ihren Alkoholkonsum!

  • Meiden sie "leere Kalorien" wie Süßigkeiten, Speiseeis, Weißbrot! Sie haben einen hohen Energiegehalt bei geringem Nährstoffgehalt, also eine geringe Nährstoffdichte!

Fettreduzierte Kost

Aufgrund des hohen Kaloriengehaltes von Fett ist Fetteinschränkung das A und O der Gewichtsabnahme. Pro Tag sollten statt der heute üblichen 100-140g Fett nur etwa 70-80g Fett verzehrt werden.

Tierische Lebensmittel

Pflanzliche Lebensmittel

Sichtbares Fett

Butter, Schmalz, Speck

Margarine, Öl

Verdecktes Fett

Fleisch, Wurst, Wild, Geflügel, Fisch, Eigelb, Soßen, Milch, Milchprodukte (Käse, Quark, Joghurt) Sahne, Creme fraiche, Schokolade

Nüsse, Kerne, Samen, Oliven, Avocados, Sojabohnen

80g Fett am Tag sollten auf 1/3 Streichfett (ca. 1 Hotelpackung Butter), auf 1/3 Fett für die Speisenzubereitung (ca. 2 Esslöffel Öl) und 1/3 verstecktes Fett verteilt werden. Während sich die sichtbaren Fette noch gut einplanen lassen, bereiten gerade die versteckten Fette Schwierigkeiten. In der Tabelle der geeigneten Lebensmittel finden Sie Alternativen zu fettreichen Nahrungsmitteln.

  • Fettarme Zubereitungsarten verwenden: Römertopf, Bratschlauch, Grillen, beschichtete Pfannen, beschichtetes und fettaufsaugendes Backpapier, Mikrowelle, Alufolie

  • Bei Saucen und Suppen das erstarrte Fett abschöpfen (vorher kaltstellen)

  • Reichlich Kräuter und Gewürze statt Fett

  • Salate mit Essig und Joghurt oder mäßig Öl statt mit Creme fraiche oder Mayonnaise anmachen

Fettarme Rezepte

In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche fettarme Rezepte.

Auswahl der Fette

Ein zu hoher Anteil an gesättigten Fettsäuren in der Nahrung hemmt die körpereigene Fettsäureproduktion. Dies hat einen reduzierten Energieverbrauch und eine gesteigerte Einspeicherung der aufgenommenen Fette zur Folge. Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen kann durch eine erhöhte Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren bei gleichzeitiger Reduktion des Gesamtnahrungsfettes deutlich gesenkt werden. Daher sollten auf Ihrer Speisekarte ein Teil der Nahrungsmittel mit gesättigten Fettsäuren durch solche mit einem hohen Anteil an einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren ersetzt werden.

  • tierische Fette wie z.B. Butter, Speck, Schmalz, Talg meiden.

  • pflanzliche Fette mit einem hohen Anteil an einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren z.B. Olivenöl, Margarine ( mit der Zusatzbezeichnung "ohne gehärtete Fette"), Distelöl, Maiskeimöl, Sonnenblumenöl als Streich-, Brat- und Backfett bevorzugen.

Ballaststoffreiche Kost

Ballaststoffreiche Nahrungsmittel besitzen einen höheren Sättigungsgrad, regulieren die Verdauung und stärken die Kaumuskulatur. Sie gehören daher zu jeder ausgewogenen Ernährung unbedingt dazu.

Besonders viele Ballaststoffe sind in folgenden Nahrungsmitteln enthalten:

  • Alle Vollkornprodukte wie z.B. Vollkornbrot, Vollkornteigwaren, Naturreis, Getreide

  • Gemüse, Rohkost, Obst

Übergewicht / Adipositas - Praktische Tipps

Tipps zum Abnehmen

  • Erstellen Sie ein Ernährungsprotokoll. Schreiben Sie genau auf, was Sie essen und vor allem trinken. So können Sie erkennen, wie viele versteckte Kalorien Sie mit Nahrungsmitteln und Getränken zu sich nehmen.

  • Kontrollieren Sie 1x pro Woche Ihr Gewicht (Verlaufskurve anlegen).

  • Achten Sie auf ausreichend Bewegung. Regelmäßige körperliche Betätigung (2-3x/Woche) sollte Grundbestandteil jedes Gewichtsreduktionsprogramms sein. Besonders gut eignen sich Ausdauersportarten wie Schwimmen, Walking, Radfahren, Wandern, Joggen etc. Je nach der Höhe Ihres Übergewichtes ist nicht jede der genannten Sportarten für Sie geeignet. Fragen Sie Ihren Arzt!

  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Essen - Essen Sie bewusst und kauen Sie gründlich, denn: Gut gekaut ist halb verdaut!

  • Richten Sie sich das Essen appetitlich an!

  • Nehmen Sie bei Bedarf kleine Zwischenmahlzeiten zu sich, um Heißhungerattacken zu vermeiden!

  • Erstellen Sie sich vor dem Einkaufen eine genaue Einkaufsliste.

  • Gehen Sie nach Möglichkeit nicht mit "leerem Magen"/Heißhunger zum Einkaufen.

  • Nützen Sie die Obst- und Gemüseangebote der Saison, so wird Ihre Speisekarte abwechslungsreicher!

  • Wählen Sie bei Einladungen / im Restaurant Speisen und Getränke bewusst aus - genießen Sie und beschränken Sie am folgenden Tag die Kalorienzufuhr.

Geeignete Lebensmittel

geeignete Lebensmittel

ungeeignete Lebensmittel

Fleisch

mageres Fleisch aller Art von Kalb, Rind oder Schwein ohne sichtbares Fett

fettes Fleisch aller Art, z.B. Speck, Schweinebauch

Wurstwaren

fettarme Wurstsorten, z.B. Kalter Braten, Kassler, Geflügelwurst, Roastbeef, gekochter Schinken ohne Fettrand

fettreiche Wurstsorten, z.B. Leberwurst, Mettwurst, Cervelat, Mortadella, Salami

Wild

alle fettarmen Stücke

Geflügel

ohne Haut

Mastente, Mastgans

Fisch

Magerfische, z.B. Kabeljau, Scholle, Heilbutt, Schellfisch, Seelachs, Zander, Barsch, Hecht, Seezunge

Fettfische, z.B. Aal, Lachs, Hering, Thunfisch, Bückling, Schillerlocken

Fischwaren

magere Fischwaren mariniert ohne Öl oder in Gelee

geräucherter, gesalzener Fisch, z.B. Pökelhering, Fischkonserven in Öl oder in Saucen mariniert

Eier

Eiklar

Eigelb

Milch/-Produkte

fettarme Milch 1.5 % Fett, Kondensmilch 4 % Fett, Naturjoghurt 1.5 % Fett, Magerquark, Sauerrahm 10 %, Fett, Buttermilch, Dickmilch, Kefir, Sauermilch

Vollmilch 3.5 % Fett, Kaffeesahne, Kondensmilch 7,5 % Fett, Naturjoghurt 3.5 % Fett, Speisequark 40 %, Fett, Schlagsahne, Creme fraiche

Käse

fettarme Käsesorten bis 30 % Fett i.Tr., z.B. Hüttenkäse, Camembert 30% Fett i.Tr.

Käsesorten ab 40% Fett i.Tr., z.B. Brie, Doppelrahmfrischkäse

Fette/Öle

Margarine, Butter Halbfettmargarine reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Distelöl, Maiskeimöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl

Schmalz, Talg, Speck, Kokosfett, Mayonnaise (bei Salatmarinaden ersetzen durch fettarme Milchprodukte)

Obst

alle Arten Frischobst (je nach Jahreszeit)

Obstkonserven

Gemüse

alle Arten, gedünstet oder als Rohkost, frisch oder Tiefkühlkost (TK) (je nach Jahreszeit)

Gemüsekonserven

Kräuter/Gewürze

jodiertes Salz in Maßen, Kräuter und Gewürze frisch, TK oder gefriergetrocknet, pflanzliche Würze

Fertigsoßen

Kartoffeln

Pellkartoffeln, Salzkartoffeln, Schalenkartoffeln, Kartoffelpüree, Kartoffelklöße

Pommes frites, Chips, Bratkartoffeln

Nährmittel

Naturreis (unpolierter Reis), Vollkornteigwaren

Polierter Reis, Weißmehlteigwaren

Brot

alle Vollkornprodukte

Weißmehl- und Stärkeprodukte

Backwaren

alle fettarmen Arten, z.B. magerer Hefeteig, Quark-Öl-Teig mit Obstbelag, Vollkornkuchen, Vollkorngebäck

Salzgebäck, z.B. Chips und Tacos, alle fettreichen Arten, z.B. fetter Hefeteig, Blätterteig, Mürbeteig, Biskuitboden, Rührkuchen, Torten, Fettgebackenes, Gebäck aus Weißmehl

Süßwaren

Süßstoff, Marmeladen und Dunstkompott mit Süßstoff eingemacht (kalorienreduziert)

kohlenhydratreich*: Zucker, Honig, Sirup, Marmeladen und Kompott mit Zucker eingemacht, Bonbons fettreich: Schokolade, Nougat, Marzipan, Speiseeis, etc.

Nüsse

alle Arten ungesalzen in kleinen Mengen

gesalzene Nüsse z.B. Erdnüsse

Getränke

alle alkoholfreien Getränke, z.B. Tee, Mineralwasser, alle Getränke ohne Zusatz von Zucker z.B. naturtrübe/-reine Obst- und Gemüsesäfte am besten verdünnt (Schorle), Kaffee (in Maßen)

Alkohol, Fruchtsäfte und Fruchtnektare mit Zusatz von Zucker, Limonaden, Brausen

* Süßigkeiten, die hauptsächlich Kohlenhydrate enthalten, sind in Maßen erlaubt. Fettreiche Süßigkeiten wie Schokolade oder Speiseeis sollten aber gemieden werden.

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