Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien
Ernährungstipps
Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.
Patienteninfos
Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.Beratungsmaterialien
Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.Patienteninfos/Ernährungsinfos
Patienteninfo Untergewicht
Krankheitsbild
Definition
Untergewicht beginnt laut BMI (Body Mass Index)-Klassifikation ab einem Wert von ≤ 18,5 kg/m2. Der genaue Übergang von Normal- zu Untergewicht ist abhängig von vielen individuellen biologischen Parametern. Wichtig: Untergewicht ist nicht gleich Unterernährung.
- Untergewicht: muss nicht mit einem Mangel an Energie oder Nährstoffen einhergehen.
- Unterernährung:g Geht immer mit Mangelerscheinungen einher.
Symptome
Untergewicht ist nicht immer krankhaft – doch Symptome wie anhaltende Müdigkeit, körperliche Schwäche, Konzentrationsprobleme, erhöhte Infektanfälligkeit, Haarausfall, Kälteempfindlichkeit oder bei Frauen das Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö) können auf eine Unterernährung hinweisen.
Ursachen
- Unzureichende Nährstoffzufuhr (z.B. Appetitlosigkeit, Fehlernährung, Probleme im Mundbereich)
- Nährstoffverluste (z.B. durch krankheitsbedingte unzureichende Verwertung der Nahrung, Eiweißverlustsyndrom bei Leber-/Nieren- oder Darmerkrankungen)
- Erhöhter Katabolismus (aufgrund eines erhöhten Bedarfs an Nährstoffen bei Infektionen, bösartigen Tumoren, Medikamenten, Stoffwechselstörungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion und Diabetes)
- Idiopathische Magersucht (trotz erhöhter Energiezufuhr keine nennenswerte Gewichtszunahme)
- Alter (indirekte Ursache durch Appetitlosigkeit, körperliche/geistige Einschränkungen, psychische, soziale oder finanzielle Probleme, Alkohol-/Medikamentenmissbrauch oder Krankheiten)
Diagnose
Die ärztliche Diagnostik umfasst eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung sowie Laboranalysen. Zu Beginn erfolgt ein Screening auf Mangelernährung (z.B. Gewichtsverlauf, Essmenge). So lässt sich zwischen harmlosem Untergewicht und behandlungsbedürftiger Mangelernährung unterscheiden. Bei Auffälligkeiten folgt eine genauere Abklärung, die Begleiterkrankungen, Essverhalten sowie psychische und soziale Faktoren einbezieht. Bei Verdacht auf sekundäre Unterernährung oder Essstörungen werden weiterführende Untersuchungen veranlasst.
Therapie
Die Behandlung von Untergewicht richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Untergewicht kann durch eine zu geringe Energiezufuhr (primäre Form) oder durch Erkrankungen und Stoffwechselstörungen (sekundäre Form) entstehen. Entsprechend erfolgt die Therapie multimodal:
- Ernährungstherapie als zentrales Element
- Behandlung der Grunderkrankung: z.B. Schilddrüsenüberfunktion, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Malabsorption, Eiweißverlustsyndrom
- Psychotherapeutische Unterstützung: besonders bei Essstörungen und Depressionen
- Sozialmedizinische Maßnahmen: Unterstützung bei altersbedingten Einschränkungen, Pflegebedürftigkeit, Isolation oder finanziellen Problemen
- Medikamentöse Appetitanreger oder symptomatische Therapie (z.B. bei Appetitverlust durch Chemotherapie, Schmerzen oder chronische Erkrankungen)
- Bewegungstherapie: Erhalt von Muskelmasse, Appetitförderung und psychische Stabilisierung
Ernährungstherapie
Praktische Tipps zur Steigerung der Energieaufnahme
Die durchschnittliche empfohlene Energieaufnahme zur Therapie von Untergewicht beträgt 2500 - 3000 kcal pro Tag. Vor allem bei Gewichtsverlust ist es wichtig,
- dass Sie essen, worauf Sie Appetit haben!
- Trinken Sie vorzugsweise zwischen den Mahlzeiten, um das Sättigungsgefühl beim Essen nicht zu beeinträchtigen. Ideal sind nährstoffreiche Getränke wie Fruchtsaftschorlen oder Tee mit Honig.
- Setzen Sie auf energiedichte Zwischenmahlzeiten wie Nüsse (ca. 25 g/Portion), Sahnejoghurt, Quarkspeisen (mind. 20% Fett i.Tr.), Kräcker, Knäckebrot mit Butter, Frischkäse oder Käsewürfel.
- Reichern Sie Ihre Speisen mit Sahne, Butter, Raps- und Olivenöl gezielt an. Besonders gut geeignet sind hierfür Suppen, Saucen, Teigwaren, Gemüse, Kartoffelpüree, Quarkspeisen und Desserts.
Was tun bei Appetitlosigkeit?
- Setzen Sie sich nicht unter Druck! Kleine, regelmäßige Mahlzeiten sind oft effektiver als große Portionen!
- Gestalten Sie das Essen ansprechend: Schönes Geschirr, frische Kräuter, Farben auf dem Teller – das Auge isst mit!
- Essen Sie in angenehmer Atmosphäre (Ruhe, nette Tischdekoration, gute Gesellschaft...)!
- Essen Sie nach der Uhrzeit, nicht nur nach Hungergefühl (z.B. Feste Essenszeiten, Wecker stellen)!
- Bewegen Sie sich vor dem Essen an der frischen Luft und ruhen Sie sich danach aus!
- Sorgen Sie für frische Luft beim Essen – lüften Sie regelmäßig!
- Überlassen Sie das Einkaufen und die Essenszubereitung nach Möglichkeit anderen!
- Appetit anregende Lebensmittel & Aromen:
- Verwenden Sie aromatische Kräuter und Gewürze, z.B.: Petersilie, Dill, Oregano, Majoran, Basilikum, Rosmarin, Thymian, Estragon, Muskat, Nelke, Koriander, Ingwer, Zimt!
- Kräuteraperitive (alkoholfrei) aus der Apotheke oder dem Reformhaus können helfen, den Appetit anzuregen!
Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?
Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote
In unserer DEBInet Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche Rezepte, für eine ausgewogene Ernährung.
Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und Ernährungstherapie erhalten Sie im Premium-
Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.
Literatur
- DEBInet – Deutsches Ernährungsberatungs- & -informationsnetz: Ernährungstipps I Untergewicht
- Hauner et al. (2019): Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP). Aktuelle Ernährungsmedizin, 44, 384-419. https://doi.org/10.1055/a-1030-5207
Ernährungstipps
Allgemeine Informationen
Definition
Wo Normalgewicht aufhört und Untergewicht anfängt, kann man nicht genau definieren, da viele individuelle biologische Parameter berücksichtigt werden müssen. Zur Vereinheitlichung spricht man in der BMI (Body Mass Index) - Klassifikation bei einem BMI von 18,5 kg/m2 und darunter von Untergewicht.
Es ist allerdings zu differenzieren zwischen Untergewicht und Unterernährung. Untergewicht muss nicht bedeuten, dass ein krankmachender Mangel an Energie und Nährstoffen vorliegt, während bei Unterernährung immer Mangelerscheinungen bestehen.
Bei der Unterernährung unterscheidet man primäre und sekundäre Formen. Während bei der primären Form unzureichende Mengen an Nahrung und essentiellen Nährstoffen zur Verfügung stehen, sind bei der sekundären Form Krankheiten oder Medikamente die Ursache.
Häufigkeit
Im Vergleich zu Entwicklungsländern, wo teilweise fast 50 % der erwachsenen Bevölkerung untergewichtig sind, ist das Auftreten in den westlichen Industrienationen relativ selten. In den USA leiden 3,5% der Bevölkerung an Untergewicht und in Frankreich 4,9%. In der Bundesrepublik Deutschland sieht es ähnlich aus. Obwohl die Häufigkeit an Übergewicht in unseren Breiten zunimmt und ein ernsthaftes Ernährungsproblem unserer Zeit darstellt, darf das Problem des Untergewichts nicht unterschätzt werden.
[premium]Ursachen
In den westlichen Industriestaaten ist in der Mehrheit der Fälle von Untergewicht eine Krankheit oder Stoffwechselstörung die Ursache, seltener nur die Ernährung.
Unzureichende Nährstoffzufuhr
Appetitlosigkeit
Diese kann Begleiterscheinung sein von Strahlentherapien, Pharmakotherapien oder Schmerzzuständen. Sie kann weiterhin auftreten bei Vergiftungen und bei den Essstörungen Bulimie und Magersucht.
Fehlernährung
Eine Fehlernährung kann vorliegen bei:
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Krebserkrankungen
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unzureichende Zufuhr in der Schwangerschaft
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leistungsbedingt erhöhter Energie- und Nährstoffbedarf (z.B. durch Sport)
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Fasten
Verletzungen / Entzündungen im Kopfbereich
Eine unzureichende Nahrungsaufnahme kann bedingt sein durch chronische Entzündungen von Mund, Rachen oder Kiefern oder durch Verletzungen oder Verengungen im Kopfbereich.
Weitere Ursachen
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Nahrungsverzicht nach Operationen
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Verschlüsse im Magen-Darm-Trakt
Nährstoffverluste
Unzureichende Verwertung der Nahrung
Dass die aufgenommene Nahrung schlecht verwertet wird und Untergewicht die Folge ist, kann folgende Ursachen haben:
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zu schwache Aufspaltung der Nährstoffe im Magen, vor allem nach der Entfernung eines Teil des Magens
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verminderte Aufnahme der Nährstoffe im Darm
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Gallenstauung
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HIV-Infektion
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erblich bedingte Enzymstörungen, z.B. Laktoseintoleranz
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Strahlen- oder Pharmakotherapie
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Parasiten
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Stoffwechselkrankheiten wie z.B. Schilddrüsenüberfunktion
Eiweißverlustsyndrom
Ursachen für einen anormal hohen Eiweißverlust:
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verminderte Bildung von Eiweiß im Körper
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Lebererkrankungen
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Blutvergiftung
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Magen-Darm-Erkrankungen wie Magenkrebs, Dickdarmpolypen, Lebensmittelvergiftung
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Nierenerkrankungen (Nephrotisches Syndrom)
Erhöhter Katabolismus
Ein erhöhter Katabolismus (Abbaustoffwechsel) kann die Folge eines erhöhten Bedarfs an Nährstoffen (bedingt durch Infektionen, bösartige Geschwulste oder bestimmte Medikamente) oder von Stoffwechselstörungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Nebennierenrindeninsuffizienz, Diabetes mellitus oder Morbus Simmonds sein.
Idiopathische Magersucht
Bei der so genannten idiopathischen (ohne erkennbare Ursachen) Magersucht liegt eine erbliche Anomalie vor, bei der trotz einer erhöhten Energiezufuhr meist keine wesentliche Gewichtszunahme erreicht werden kann.
Alter
Das Alter an sich stellt keine eigenständige Ursache dar, allerdings tritt Mangelernährung und das daraus resultierende Untergewicht besonders bei Senioren verstärkt auf. Die viel zu niedrige Nahrungsaufnahme kann verschiedene Ursachen haben:
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Appetitlosigkeit
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körperliche Einschränkungen
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geistige Einschränkungen
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psychische Probleme
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soziale Probleme
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finanzielle Probleme
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übermäßiger Alkohol und/oder Medikamentenkonsum
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akute oder chronische Krankheiten
Risiken / Komplikationen
Unterversorgung
Untergewicht geht meist einher mit einer Unterversorgung an essentiellen Nährstoffen und/oder Spurenelementen. Das bringt in erster Linie den Wasser- und Elektrolythaushalt durcheinander. Besonders bei der Essstörung Bulimie kann es bei Missbrauch von Abführmitteln zu Imbalanzen kommen. Meist ist dann zu wenig Kalium im Blut (Hypokaliämie). Auch ein Mangel an Calcium, Magnesium, Eisen, Phosphat und Chlorid kann auftreten.
Bei untergewichtigen Schwangeren besteht ein erhöhtes Risiko der Säuglingssterblichkeit und eines niedrigen Geburtsgewichtes des Neugeborenen.
Untergewicht begünstigt die Entstehung von Osteoporose, auch bei jüngeren Menschen. Dies ist eine besonders heimtückische Folge, denn die betroffenen Personen spüren nichts davon, sie können sich vollkommen fit fühlen und beispielsweise hervorragende Ausdauersportler sein. Nach dem Auftreten erster spontaner Knochenbrüche sind die Schäden oft bereits unumkehrbar.
Weitere Risiken
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Beeinträchtigung der Muskelfunktion
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erhöhte Infektanfälligkeit
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schlechte Wundheilung
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verlangsamte Genesung nach akuten Erkrankungen
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erhöhtes Risiko für Komplikationen im Krankheitsverlauf
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verminderte Lebenserwartung
Genaueres über Auswirkungen auf den Körper bei Untergewicht siehe unter Anorexia nervosa
Therapie
Die Therapie des Untergewichts entspricht der Ernährungstherapie bei Anorexia nervosa. Natürlich ist bei Untergewicht nicht unbedingt eine psychologische Betreuung nötig.
Die durchschnittlich empfohlene Energieaufnahme zur Therapie von Untergewichtigen beträgt 2500-3000 kcal pro Tag.
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