Magenkrebs


Ernährungstipps & Patienteninfos & Beratungsmaterialien

Ernährungstipps

Auf diesen Seiten finden Sie die bewährten DEBInet-Ernährungstipps, die wir für Sie in unveränderter Form aus dem alten DEBInet (vor 11/2025) übernommen haben.

Die Ernährungstipps werden ab 12/2025 sukzessive überarbeitet.

Patienteninfos

Ganz neu konzipiert haben wir kurze und prägnante Patienteninfos zur Weitergabe an Betroffene und Interessierte. Der Inhalt kann unten eingesehen werden, zum Ausdruck empfehlen wir das übersichtliche zweiseitige PDF-Format.

Beratungsmaterialien

Dieser Bereich wird nach und nach mit Schulungsunterlagen, LM-Tabellen und anderen Beratungsmaterialien gefüllt, die dann unter den PREMIUM-Anwendern ausgetauscht werden können. Wir freuen uns dabei auf Ihre Anregungen und Ihre Mitwirkung.


Patienteninfos/Ernährungsinfos

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Patienteninfo Magenkrebs (Magenkarzinom)

Krankheitsbild

Definition

Magenkrebs (Magenkarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung der Magenschleimhaut. Er entsteht meist aus Drüsenzellen (Adenokarzinom), kann in die Magenwand einwachsen und sich auf Lymphknoten und Nachbarorgane ausbreiten.

Symptome

  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Völlegefühl oder frühe Sättigung, ggf. Übelkeit/Erbrechen
  • Appetitlosigkeit (teils Aversion gegen bestimmte Speisen, z.B. Fleisch)
  • Hinweise auf Magenblutung (schwarzer Stuhl, Blut im Erbrochenen)

Hinweis: Zu Beginn sind die Beschwerden oft gering und unspezifisch, sodass die Diagnose nicht selten erst spät gestellt wird.

Ursachen

Magenkrebs kann durch eine Kombination genetischer Faktoren und äußerer Einflüsse wie einer chronischen Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori, ungesunder Ernährungsgewohnheiten (z.B. häufig salzreiche und gepökelte Lebensmittel; Nitrosamine) sowie Nikotin und hoher Alkoholkonsum begünstigt werden. Grundsätzlich wirken solche Faktoren magenkrebsfördernd, da sie das Abwehrsystems des Magens schwächen, die Durchblutung des Magens herabsetzen oder die Magensaftbildung und -sekretion reduzieren.

Diagnose

Die wichtigste Untersuchung zur Diagnose von Magenkrebs ist eine Magenspiegelung (medizinisch: Gastroskopie bzw. Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, kurz ÖGD). Dabei wird ein Schlauch mit einer Kamera durch den Mund und die Speiseröhre in den Magen geschoben, um dort auffällige Gewebeveränderungen der Magenschleimhaut feststellen zu können. Weitere Untersuchungen sind der Ultraschall und die Computertomographie (CT).

Therapie

Die partielle (teilweise) oder vollständige Entfernung des Magens stellt das entscheidende Verfahren zur Therapie des Magenkarzinoms dar. Ergänzend kommen je nach individueller Situation auch Chemotherapie, Medikamente, Immuntherapie oder Strahlentherapie zum Einsatz.
Eine Operation sowie begleitende Therapien beeinflussen den Nahrungstransport und die Verdauung, wobei die Beschwerden individuell variieren. Anpassungen der Lebensgewohnheiten sind zu empfehlen, um die Verdauung zu unterstützen und Beschwerden zu minimieren:

  • Bewegung und Sport beeinflussen den Krankheitsverlauf positiv; Überlastung möglichst vermeiden
  • Nikotin und Alkohol begünstigen Schleimhautschäden und sollten vermieden werden
  • Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen können Stress reduzieren und die Verdauung positiv beeinflussen.
  • Von sogenannten “Krebsdiäten” wird abgeraten, da diese das Risiko für eine Mangelernährung erhöhen und wissenschaftlich nicht ausreichend belegt sind.

Ernährungstherapie


Basis: Mangelernährung vermeiden - bedarfsdeckend und individuell

Die Ernährung nach einer (teilweisen) Gastrektomie sollte leicht verdaulich, nährstoffreich und an die individuelle Verträglichkeit angepasst sein: Mehrere kleine Mahlzeiten (5-6/Tag) mit gut verträglichen Lebensmitteln wie gekochtem Gemüse und hochwertigem Eiweiß (z.B. Fisch, Ei, Hüttenkäse) sichern die Nährstoffversorgung. Ballaststoffe in schonender Form (z.B. weich gegartes Gemüse, fein verarbeitete Vollkornprodukte) langsam und individuell steigern. Stark gewürzte, fettige oder säurehaltige Speisen bei Beschwerden möglichst meiden. Eine angemessene Flüssigkeitszufuhr mit Abstand zu den Mahlzeiten, ggf. Enzymeinnahme und individuelle Anpassungen, sind essentiell für die Verträglichkeit und Erholung. Grundsätzlich gilt: Gegessen werden darf, was vertragen wird.


Prävention durch Ernährung

Eine pflanzenbetonte, an den Empfehlungen der DGE orientierte Kost senkt das Risiko. Essen Sie täglich Gemüse und Obst, Vollkorn sowie Hülsenfrüchte und Nüsse. Verarbeitete Fleischwaren (z.B. Speck, Räucherfisch) nur selten essen und Salz sparsam verwenden (ca. 5-6 g/Tag). Bei gepökelten und geräucherten Produkten können ungünstige Nitrosamine entstehen. Tierische Lebensmittel liefern Eiweiß mit hoher biologischer Wertigkeit (z.B. Ei, Milch, Fisch, mageres Fleisch). Die DGE empfiehlt ca. 300 g Fleisch und Wurst pro Woche und 1-2 Fischportionen. Wenn eine OP geplant ist, achten Sie auf ausreichend Energie und Eiweiß.

Was soll nach einer Magenoperation beachtet werden?

  • Langsam essen, gründlich kauen und Ablenkung beim Essen vermeiden!
  • Aufgrund des verkleinerten Nahrungsspeichers täglich 5-6 kleine Mahlzeiten bzw. alle 2-3 Stunden
  • Lebensmittel mit einer hohen Energiedichte wählen und bei Bedarf Speisen anreichern. Vor allem bei Gewichtsverlust ist es wichtig, dass Sie essen worauf Sie Appetit haben.
  • Während der Mahlzeit möglichst wenig trinken, besser 15 Min. vor oder 30 Min. nach dem Essen.
  • Gute Küchenhygiene beachten: Obst und Gemüse gut waschen, rohes Fleisch oder Fisch meiden.
  • Zu kalte/heiße Speisen sowie stark geräucherte, gepökelte und gegrillte Speisen zunächst meiden.
  • Sehr salzige und stark zuckerhaltige Lebensmittel können ggf. eine beschleunigte Magen-Darmpassage begünstigen (Dumping-Syndrom) und sollten daher zunächst vermieden werden.
  • Blähende Lebensmittel und sehr fettreiche Speisen zunächst meiden. Bei guter Verträglichkeit später langsam wieder einführen.
  • Bei Fettstuhl Pankreasenzyme zu den Mahlzeiten einnehmen. Fett nur reduzieren, wenn trotz Enzymen Beschwerden bleiben.
  • Vitamine und Mineralstoffe: Besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Notwendigkeit einer zusätzlichen Gabe von Vitamin B12 und fettlöslichen Vitaminen sowie die Versorgung mit Eisen und Calcium.

Wo finde ich Unterstützung und weitere Informationen?

Verbände und Selbsthilfegruppen

Betroffene erhalten auf Plattformen wie dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hilfreiche Kontakte zu Selbsthilfegruppen und Krebsberatungsstellen.

Weitere Informationen und professionelle Beratungsangebote

In unserer DEBInet-Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche ballaststoffreiche Rezepte. Ausführlichere Informationen zu Krankheitsverlauf und Ernährungstherapie erhalten Sie im Premium- Bereich, bei einer zertifizierten Ernährungsfachkraft oder einem Ernährungsmediziner DAEM/DGEM.

Literatur



Ernährungstipps


  • Allgemeine Informationen: Definition, Häufigkeit, Ursachen, Symptome, Risiken / Komplikationen, Therapie, Prävention durch Ernährung
 

Definition

Beim Magenkrebs (Magenkarzinom) handelt es sich um eine bösartige Geschwulst der Magenschleimhaut, die sich in tiefere Schichten der Magenwand ausbreiten kann. Das Karzinom kann im Laufe der Entwicklung auch Nachbarorgane und Lymphknoten befallen.

Häufigkeit

Magenkarzinome treten global in unterschiedlicher Häufigkeit auf. In den westlichen Industrieländern hat das Auftreten in den letzten Jahren stark abgenommen, während es z.B. in Japan weiterhin sehr häufig ist. Vermutlich sind Ernährungsfaktoren dafür verantwortlich. Als magenkrebsbegünstigend werden eine schlechte Lebensmittelhygiene, ein hoher Verzehr an gesalzenem, gepökeltem und geräuchertem Fleisch und Fisch und ein hoher Kochsalzkonsum angesehen.

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Ursachen

Grundsätzlich wirken solche Faktoren magenkrebsfördernd, die das Abwehrsystems des Magens schwächen, die Durchblutung des Magens herabsetzen oder die Magensaftbildung und -sekretion reduzieren.

Die chronische Gastritis (vor allem Typ B) gilt als Vorbote des Magenkarzinoms, da durch sie die Magensaftsekretion reduziert wird und dadurch eine Besiedlung mit Keimen erleichtert wird.

Lebensmittelhygiene

Bei mangelnder Lebensmittelhygiene wird die Besiedlung der Magenschleimhaut mit dem Keim Helicobacter pylori begünstigt, woraus dann eine chronische Gastritis entstehen kann.

Geräucherte Lebensmittel

Die Teerbestandteile, die sich beim Räuchern von Fisch und Fleisch auf den Lebensmitteln niederschlagen, haben ein starkes krebserregendes Potential. Heutige Räucherverfahren laufen jedoch schonender ab als früher, bei Temperaturen zwischen 600 und 700 °C, wodurch Kanzerogene wie z.B. Benzpyrene in geringerem Ausmaß gebildet werden.

Nitrat / Nitrit

Bei unzureichender Magensaftsekretion können sich verstärkt solche Keime ansiedeln, die das mit der Nahrung aufgenommene Nitrat in Nitrit umwandeln, aus dem dann die stark krebserregenden Nitrosamine gebildet werden können. Gepökelte Lebensmittel weisen einen hohen Nitritgehalt auf. Außerdem enthalten sie viel Salz, das gleichermaßen die Bildung von Magenkrebs fördern kann.

Kochsalz

Eine sehr salzreiche Ernährung begünstigt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Magenkarzinomentstehung, vor allem durch die Bildung einer chronischen Gastritis im Vorwege. In solchen Ländern, in denen sehr salzreich gegessen wird, wie in Japan und China, ist die Magenkrebshäufigkeit am höchsten.

Weitere Risikofaktoren

  • andere Magenerkrankungen

  • Entfernung eines Teil des Magens

Symptome

Die Beschwerden ähneln denen des Magengeschwürs:

  • Gewichtsabnahme

  • Leibschmerzen

  • Erbrechen

  • Völlegefühl

  • Nahrungsverweigerung

Die Symptome sind jedoch zu Beginn meist gering und uncharakteristisch, so dass die Diagnose oft sehr spät gestellt wird und die Überlebensrate dann eher gering ist. Besser wäre es, das so genannte Frühkarzinom zu erkennen, das aber noch kaum Symptome zeigt.

Risiken / Komplikationen

Da im Zuge des Tumorwachstums auch benachbarte Organe betroffen werden können, kann auch deren Funktion gestört werden. Es kann weiterhin zum Verschluss oder zum Eröffnen von Gefäßen (Blutung), zu Verengungen und Durchbrüchen im Magen-Darm-Trakt und zu einer gestörten Nährstoffaufnahme kommen.

Sehr gefährlich sind sogenannte Metastasen (Tochtergeschwülste), die sich an anderen Organen (hier vor allem an Lymphknoten) bilden und dort weiterwachsen.

Therapie

Die einzige Therapie des Magenkarzinoms ist die partielle oder vollständige Entfernung des Magens.

Prävention durch Ernährung

Der Entstehung von Magenkrebs kann durch die Ernährung vorgebeugt werden. Vitamin C und Vitamin E hemmen die Bildung von Nitrosaminen im Magen, die ja maßgebliche Risikofaktoren für die Krankheit darstellen. Ebenso scheint Beta-Carotin der Tumorentstehung entgegenzuwirken.

Zur Prävention von Magenkrebs sollte also:

  • eine optimale Versorgung mit den Vitaminen C und E, sowie mit Beta-Carotin durch einen hohen Obst- und Gemüseverzehr sichergestellt werden,

  • der Verzehr von gesalzenen, gepökelten und geräucherten Lebensmitteln (z.B. Speck, Schinken, Kassler, Pökelfleisch, Räucherfisch) reduziert werden,

  • insgesamt der Kochsalzkonsum eingeschränkt werden (Tipps zur kochsalzarmen Ernährung),

  • eine gute Lebensmittelhygiene gewährleistet sein.

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