Wirkmechanismus von Resveratrol aufgedeckt

Die gesundheitsfördernden Wirkungen des sekundären Pflanzenstoffs Resveratrol, der sich in Trauben und rotem Wein findet, werden schon seit Längerem erforscht. Das Polyphenol scheint die gleichen Wirkungen hervorzurufen wie eine Kalorienrestriktion, die nach den Ergebnissen von Tierstudien vor altersbedingten Erkrankungen schützen kann. Nun wurde der molekulare Wirkmechanismus des sekundären Pflanzenstoffs näher entschlüsselt.
Ein Enzym namens PDE4, das in den Skelettmuskelzellen vorkommt, vermittelt in einem ersten Schritt die Wirkung des Resveratrols. Resveratrol hemmt dieses Enzym, das in aktivem Zustand den Botenstoff cAMP abbaut. Dadurch steigt der Spiegel des cAMP in der Zelle an. In der Regel kommt es zu diesem Effekt, wenn der Blutglukosespiegel sehr niedrig ist. Es kann demnach unter der Einwirkung von Resveratrol in der Zelle zu ähnlichen Effekten wie bei einem Kalorienentzug kommen.
Das cAMP bindet an ein Effektorprotein, Epac1, das durch diese Bindung aktiviert wird. Es initiiert den AMPK-Signalweg und in der Folge wird ein Protein namens Sirt1 aktiviert, das zu den Sirtusinen zählt. Sirtusine sind Proteine, die verschiedene Signalwege kontrollieren, welche mit der Alterung in Verbindung stehen.
Auf diesem Weg könnte Resveratrol den ihm zugeschriebenen Beitrag zur Vermeidung altersbedingter Krankheiten leisten.
Quelle:
Park S, Ahmad F, Philp A, Baar K, Tishan Williams, Haibin Luo, Hengming Ke, Holger Rehmann, Ronald Taussig, Alexandra L. Brown, Myung K. Kim, Michael A. Beaven, Alex B. Burgin, Vincent Manganiello, Jay H. Chung: Resveratrol Ameliorates Aging-Related Metabolic Phenotypes by Inhibiting cAMP Phosphodiesterases. Cell 2012;148(3):421-433




