Risiko Schichtarbeit

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Sie arbeiten, wenn andere schlafen: Schichtarbeiter. Etwa jeder fünfte Berufstätige in Europa arbeitet im Schichtdienst. Schichtarbeit ist körperlich anstrengend und birgt ein erhöhtes Erkrankungssrisiko. Deshalb sollten Beschäftigte im Schichtdienst spezielle Ernährungsempfehlungen berücksichtigen.

Wecker

Es lässt sich leicht nachvollziehen, dass sich die Ernährung und damit auch die Energieaufnahme im Tagesverlauf von Schichtarbeitern und Personen mit einem üblichen 8-Stunden-Tag unterscheiden. Schichtarbeiter essen oft alleine, bevorzugen häufiger Snacks anstelle vollständiger Mahlzeiten, essen unregelmäßiger und nehmen sich weniger Zeit für ihre Nahrungsaufnahme.

Verglichen mit Personen mit normalen Arbeitszeiten erkranken Schichtarbeiter öfter an Adipositas, Typ 2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen und leiden häufiger an Schlafstörungen und Verdauungsproblemen. Schuld daran sind unter anderem die veränderte Lebensweise und unregelmäßige Ernährungsmuster. Hinzu kommen physiologische Schwankungen durch Störungen der „inneren Uhr“, die durch die Schichtarbeit hervorgerufen werden. Der menschliche Körper folgt einem 24-Stunden-Rhythmus, der durch Licht- und Temperaturveränderungen gesteuert wird. Störungen dieses Schemas und dauerhafter Schlafmangel können zu einer Senkung des Grundumsatzes sowie einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels führen und damit die Entstehung von Übergewicht und Diabetes begünstigen.

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Zur Erhaltung ihrer Arbeitsleistung und zum Schutz der eigenen Gesundheit sollten Schichtarbeiter besonders auf einen gesunden Lebensstil achten. Neben den Empfehlungen für eine gesunde Ernährung, die auch für die Allgemeinbevölkerung gelten, und den Richtlinien für den Umgang mit chronischer Müdigkeit gibt es Empfehlungen für Essen und Trinken während und zwischen den Schichten speziell für Schichtarbeiter:

  • Arbeitsstätte: Arbeitnehmer im Schichtdienst sollten die Möglichkeit haben, Mahlzeiten und Getränke in entspannter Atmosphäre einnehmen zu können.
  • Zeit: Zwischen den Schichten sollte ausreichend Zeit sein, um eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf, regelmäßigen Mahlzeiten und körperlicher Bewegung aufrechterhalten zu können.
  • Richtig trinken: Regelmäßiges Trinken verhindert eine Dehydratation, welche die Müdigkeit verstärken kann. Wer meint, koffeinhaltige Getränke zum Wachbleiben zu benötigen, sollte diese möglichst zu Beginn der Schicht zu sich nehmen und mit fortschreitender Schicht auf koffeinfreie Getränke übergehen, um Einschlafprobleme nach der Schicht zu verhindern. Alkohol sollte nicht als Einschlafhilfe nach der Schicht verwendet werden (Suchtgefahr).
  • Mahlzeiten: Auch Schichtarbeiter sollten versuchen, den Tag-Nacht-Rhythmus der Nahrungsaufnahme einzuhalten. Dies bedeutet, dass Personen, die am Nachmittag mit der Arbeit beginnen, ihre Hauptmahlzeit möglichst mittags einnehmen sollten und nicht in der Mitte der Schicht. Die Hauptmahlzeit von Nachtarbeitern sollte idealerweise zur üblichen Abendessenszeit stattfinden. In den frühen Morgenstunden zwischen Mitternacht und sechs Uhr sollte möglichst nichts gegessen werden. Mit einem kleinen Frühstück vor dem Tagesschlaf kann vorzeitiges Aufwachen durch Hunger verhindert werden. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Essensmenge nicht zu groß ausfällt, da große Nahrungsmengen vor dem Einschlafen den Körper belasten und Schlafprobleme verursachen können.

Wer diese Ratschläge berücksichtigt, tut sich und seiner Gesundheit Gutes und schafft optimale Voraussetzungen für ein gesundes Arbeitsleben – trotz Schichtarbeit.

Quellen einblenden

  • R. Eberly R, H. Feldman (2010): Obesity and shift work in the general population. Internet J Allied Health Sci Prac 8(3).
  • L. C. Antunes et al. (2010): Obesity and shift work: chronobiological aspects. Nutr Res Rev 23, S.155–68.
  • A. Lowden et al. (2010). Eating and shift work – effects on habits, metabolism and performance. Scand J Work Health 36 (2), S.150–62.
  • Thomas C & Power C. (2010). Shift work and risk factors for cardiovascular disease: a study at age 45 years in the 1958 British birth cohort. Eur J Epidemiol 25(5), S.305–14.
  • G. Atkinson et al. (2008). Exercise, energy balance and the shift worker. Sports Med 38(8), S.671–85.
  • O.M. Buxton et al. (2012). Adverse metabolic consequences in humans of prolonged sleep restriction combined with circadian disruption. Sci Transl Med 4(129), S.129ra43.
  • Dietitians of Canada (2010): Fact Sheet – Are there special nutritional considerations for shift workers? Canadian Health Network.
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