Vitamin-D-Mangel bei Adipositas: Ursache oder Folge?

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Menschen, die mehr Kilos auf die Waage bringen, neigen zu einem niedrigeren Vitamin D-Spiegel. Doch ist es das Übergewicht, das das Vitamin schlechter verfügbar macht? Oder leitet umgekehrt ein Vitamin-D-Mangel – zusammen mit anderen Faktoren – ein Übergewicht erst ein? Eine Übersichtsstudie gibt einen Fingerzeig.

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Um den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Vitamin D weiter aufzuschlüsseln, prüften Wissenschaftler US-amerikanischer und europäischer Forschungseinrichtungen Daten von 42.024 Probanden, die aus 21 genetischen Studien stammten. Genetische Studien haben gegenüber Beobachtungsstudien den Vorteil, dass sie kaum anfällig für Störfaktoren sind.

Gene können mit bestimmten Bedingungen in Verbindung gebracht werden. Das liegt daran, dass Gene nicht bei jedem Menschen exakt identisch aufgebaut sind. Gene variieren in der Regel leicht, Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer unterschiedlichen „Ausprägung“. Wenn eine Ausprägung eines Gens besonders häufig mit einer bestimmten Bedingung auftritt, liegt ein Zusammenhang nahe. So gibt es sowohl für einen Vitamin D-Mangel als auch für Übergewicht ziemlich spezifische Gen-Varianten.

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Um zu bestimmen, ob es nun eher Übergewicht ist, dass einen Vitamin-D-Mangel nach sich zieht oder ob ein Vitamin-D-Mangel die Entstehung von Übergewicht begünstigt, untersuchten die Forscher, welche Gen-Varianten womit in enger Verbindung stehen: Jene für Übergewicht mit einem Vitamin D-Mangel, oder umgekehrt.

Was sie fanden, bestätigte ihre Vermutungen: Ein Vitamin-D-Mangel trat gehäuft bei Personen mit Übergewichts-spezifischen Gen-Varianten auf. So ergaben die Auswertungen des Forscherteams, dass mit jeder Einheit, die der BMI ansteigt, der Vitamin-D-Spiegel im Blut um 1,15 Prozent sinkt. Nur sehr selten jedoch fanden sie das Gegenteil – dass Menschen mit Gen-Varianten für einen Vitamin-D-Mangel gleichzeitig Übergewicht haben. Demnach scheint Übergewicht zu einem Vitamin-D-Mangel, ein Vitamin-D-Mangel hingegen in der Regel nicht zu Übergewicht zu führen.

Die Autoren schreiben, dass ein Vitamin-D-Mangel „eine zunehmend häufige Angelegenheit in der öffentlichen Gesundheit“ sei. Werde durch entsprechende Maßnahmen in der Bevölkerung das Gewicht gesenkt, sollte auch der Vitamin-D-Mangel seltener werden, vermuten sie. Sie weisen außerdem darauf hin, dass möglicherweise ein Teil der nachteiligen Wirkungen, die starkem Übergewicht zugeschrieben werden, durch einen Vitamin-D-Mangel vermittelt wird. Wenn sich diese Vermutung als richtig herausstellen sollte, könnte eine ausreichende Versorgung diesem Effekt entgegenwirken.

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