Wann spricht man von einer Remission des Typ-2-Diabetes?

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Diese Frage war bislang gar nicht so einfach zu beantworten. Denn der Begriff an sich sowie die Kriterien, die zur Erreichung einer Diabetes-Remission erfüllt werden müssen, waren nicht einheitlich definiert. Nun hat sich ein internationales Expertengremium der Amerikanischen Diabetes-Gesellschaft (ADA) zusammengefunden, dafür eine allgemeingültige Definition festzulegen.

Wir wissen immer mehr über die Entstehung von Typ-2-Diabetes und dessen Risikofaktoren. Diesem Wissen und neuen Therapieansätzen ist es zu verdanken, dass manche Menschen mit Diabetes ihren Blutzuckerspiegel wieder normalisieren können. Einigen gelingt es sogar, vollständig auf blutzuckersenkende Medikamente zu verzichten. In solchen Fällen wird im Fachjargon von einer Diabetes-Remission gesprochen.

Die Experten der ADA haben wichtige Eckpunkte der Diabetes-Remission in einem Kriterienkatalog festgehalten:

  1. Eine Diabetes-Remission beschreibt eine anhaltende metabolische Verbesserung des Typ-2-Diabetes auf nahezu normale Werte.
  2. Eine Remission sollte als das Absinken des Blutzuckerlangzeitwerts HbA1c auf unter 6,5% beziehungsweise 48 mmol/mol definiert werden, welche spontan oder nach einer Intervention auftritt. Das niedrigere HbA1c-Niveau soll mindestens drei Monate ohne blutzuckersenkende Medikamente aufrechterhalten werden.
  3. Anstelle des HbA1c-Werts können auch der Nüchternblutzuckerwert (unter 126 mg/dl beziehungsweise 7,0 mmol/l) oder ein eA1c Wert (estimated A1c, errechnet aus den kontinuierlich gemessenen Glucosewerten) von unter 6,5% aus der kontinuierlichen Blutzuckermessung (CGM) als Kriterien verwendet werden. Dies gilt für den Fall, dass der HbA1c sich als unzuverlässiger Marker für die Stoffwechselkontrolle erweist.
  4. Die HbA1c-Messungen zur Dokumentation einer Remission sollten unmittelbar vor einer Intervention sowie frühestens drei Monate nach deren Beginn und dem Absetzen der blutzuckersenkenden medikamentösen Therapie erfolgen.
  5. Menschen mit erfolgreich erreichter Diabetes-Remission sollten sich mindestens einmal jährlich Tests unterziehen, in denen die Aufrechterhaltung der Diabetes-Remission unterprüft wird. Bei diesen Terminen könnten zugleich die empfohlenen Tests auf mögliche Diabeteskomplikationen durchgeführt werden.
  6. Die Experten empfehlen, auf Basis dieser Grundlage Forschungsvorhaben durchzuführen, in denen Effekte verschiedener Interventionen auf die Häufigkeit, Dauer und Ergebnisse der Remission untersucht werden.

Die gemeinsam erarbeiteten Kriterien sollen langfristig dazu dienen, die Methodik von Studien zu vereinheitlichen und eine Informationsbasis für das Verfassen von Leitlinien zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zu schaffen.

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