Alkoholismus: warum der Verzicht so schwer fällt

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Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholkrank. Der Weg aus der Alkoholabhängigkeit ist mühsam und häufig mit Rückfällen verbunden. Warum fällt es Suchtkranken so schwer, auf Alkohol zu verzichten? Forscher der Universität von Kalifornien sind der Antwort ein Stück näher gekommen.

Alkoholverbot Schild

Mithilfe bildgebender Verfahren verglich das Forscherteam um Jennifer Mitchell Prozesse im Gehirn von 13 Alkoholikern und Nichttrinkern nach dem Trinken von Alkohol. Bei beiden Gruppen reagierte das Gehirn mit einer verstärkten Ausschüttung körpereigener Glückshormone (sogenannte Endorphine) auf den Alkohol. Hier gab es keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Außerdem zeigte sich eine Dosis-Wirkungs-Beziehung: Je mehr Alkohol die Probanden tranken, desto mehr Endorphine wurden ausgeschüttet und desto glücklicher fühlten sich die Probanden. Dies galt sowohl für Alkoholabhängige als auch für die Kontrollgruppe.

In einem anderen Bereich zeigte sich jedoch ein deutlicher Unterschied: In den Gehirnen starker Trinker wirkten die Endorphine mit zunehmender Konzentration stärker auf das Belohnungssystem. Dieser Effekt wurde bei der Kontrollgruppe nicht beobachtet. Die Forscher schließen daraus, dass das Gehirn von Süchtigen anders auf Alkohol reagiert.

Die Ursache für die unterschiedliche Funktionsweise des Gehirns von Alkoholabhängigen und Nichttrinken wird Gegenstand weiterer Studien sein. Es wird vermutet, dass regelmäßiger starker Alkoholkonsum bestimmte Areale im Gehirn verändern kann. Umgekehrt wäre aber auch denkbar, dass von Anfang an vorliegende Veränderungen des Belohnungssystems Auslöser für die Alkoholsucht sind.

Die Ergebnisse dieser und weiterer Studien sollen dazu beitragen, alkoholkranken Menschen in Zukunft gezielter helfen zu können.

Quellen einblenden

  • J. M. Mitchell, J. P. O’Neil, M. Janabi, et al. (2012): Alcohol consumption induces endogenous opioid release in the human orbitofrontal cortex and nucleus accumbens. Science Translational Medicine 4: 116ra6
  • Drogenbeauftragte der Bundesregierung: Drogen- und Suchtbericht. Mai 2012.
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