Schnelles Essen erhöht das Diabetes-Risiko

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Menschen, die Mahlzeiten rasch essen, erkranken mehr als doppelt so häufig an Typ 2-Diabetes als diejenigen, die sich Zeit zum Essen nehmen. Dies geht aus einer Untersuchung hervor, deren Ergebnisse kürzlich auf dem gemeinsamen Internationalen und Europäischen Kongress für Endokrinologie in Florenz vorgestellt wurden.

Stoppuhr

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Diabetesprävalenz wies Dr. Lina Radzeviciene, die an der Studie beteiligt war, auf die Notwendigkeit zur Identifikation modifizierbarer Risikofaktoren für die Erkrankung hin. Zu diesen Risikofaktoren zählen beispielsweise Übergewicht, Fettleibigkeit und auch die Essgeschwindigkeit. Herausragend an der im Folgenden vorgestellten Studie ist die Beobachtung, dass eine hohe Essgeschwindigkeit unabhängig vom Essen zu großer Mengen (Overeating) und Übergewicht zur Entstehung von Typ 2-Diabetes beitragen kann.

Für die Studie wurden 234 neu an Typ 2-Diabetes erkrankte Personen zu möglichen Risikofaktoren in der Vergangenheit befragt, die zu der Entstehung der Erkrankung beigetragen haben könnten. Die Teilnehmer wurden unter anderem gebeten, ihre Essgeschwindigkeit mit der anderer Personen zu vergleichen (langsamer, genauso schnell, schneller). Neben den 234 Diabetikern füllten 468 Kontrollpersonen ohne Diabetes mit vergleichbarer Alters- und Geschlechtsverteilung den Fragebogen aus. Bei allen Probanden wurde außerdem Größe, Gewicht, Taillen- und Hüftumfang gemessen.

HOMA-Index-Rechner

In den nach der Erhebung folgenden Analysen wurden eine familiäre Disposition für Diabetes, Bildung, körperliche Aktivität (hier Morgensport), BMI, Taillenumfang, Zigarettenrauchen und der Plasma-Triglyzerid-Spiegel als mögliche Störfaktoren berücksichtigt. Nach der Korrektur der Ergebnisse um diese Störfaktoren zeigte sich, dass Personen, die ihr Essverhalten als vergleichsweise schnell beschrieben, ein zweieinhalbfach erhöhtes Risiko für eine Erkrankung an Typ 2-Diabetes hatten. Ein detaillierter Blick auf diese Personengruppe offenbarte außerdem, dass diese Menschen verglichen mit der Kontrollgruppe einen signifikant höheren BMI und ein geringeres Bildungsniveau hatten.

Unklar bleibt bislang, ob die neu erkrankten Diabetiker vorab tatsächlich schneller gegessen haben als die Kontrollpersonen oder ob sie sich, bedingt durch ihre Erkrankung und ein kritisches Auseinandersetzen mit ihrem bisherigen Essverhalten, nur schlechter einstuften. Langsames Essen und bewusstes Wahrnehmen der Speisen beim Essen kann indes nicht schaden und ist nicht zuletzt unter dem Aspekt der Verhinderung einer Gewichtszunahme (rechtzeitiges Wahrnehmen des Sättigungsgefühls) empfehlenswert.

Quelle:
European Society of Endocrinology (2012): Eating fast increases diabetes risk. ScienceDaily, Artikel vom 07.05.2012.

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