BfR warnt: Pflanzenschutzmittel in Gurken könnte Gesundheit von Kindern gefährden

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Zwar nicht für Erwachsene, jedoch für Kinder könnte sich durch den Verzehr von Gurken ein Gesundheitsrisiko ergeben.

Gurkenscheibe
Wegen möglicher Pestizid-Belastung Gurken besser schälen

Diese Schlussfolgerung zog das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Stellungnahme vom 08. November 2011. Das BfR greift darin einen Hinweis der brandenburgischen Lebensmittel-Überwachungsbehörde auf. Dieses hatte in Gurken einen erhöhten Gehalt des Pflanzenschutzmittels Fenamiphos detektiert und den Fund über das europäische Schnellwarnsystem bekannt gegeben. Mit einem Fenamiphos-Gehalt von 0,11 mg/kg Gurken wird die Referenzmenge, die für Kinder als gesundheitlich undenklich gilt, im äußersten Fall um bis zu 157 Prozent überschritten (gesamt = 257 Prozent), bei Erwachsenen liegt der höchste Wert mit 87 Prozent noch im akzeptablen Bereich. Die Angaben beziehen sich auf rohe, ungeschälte Gurken. Geschältes und verarbeitetes Gemüse könnte niedrigere Werte aufweisen, vermutet das BfR, jedoch liegen dazu keine Daten vor.

Fenamiphos – zur Substanz

Fenamiphos wird weiträumig zum Pflanzenschutz eingesetzt. Verwendung findet die Organophosphat-Verbindung u. a. beim Anbau von Tabakkulturen, Kakao, tropischen Früchten wie Bananen und Ananas sowie einigen Gemüse- und Getreidesorten. Pflanzen nehmen Fenamiphos über die Wurzeln auf und bauen die Substanz zu verschiedenen relativ beständigen Produkten ab. Die Abbauprodukte hemmen die Cholinesterasen (1) der Zielorganismen, in der Hauptsache Nematoden (Fadenwürmer), aber auch Thripsen und Blattläuse. In Deutschland ist der Wirkstoff als Zusatz zu Pflanzenschutzmitteln nicht zugelassen.

Menschen nehmen Fenamiphos beim Verzehr von damit behandelten Lebensmitteln nahezu vollständig über den Darm auf. Die Substanz wird zu phenolischen Produkten abgebaut, die schnell wieder ausgeschieden werden. Allerdings kann auch beim Menschen nach Aufnahme von Fenamiphos eine Cholinesterase-Hemmung eintreten. Durch das Lahmlegen dieser Enzyme wird die Signalübertragung im Nervensystem gestört, weshalb die Substanz als neurotoxisch für den Menschen eingestuft wird. Nach Aufnahme der giftigen Substanz können kurzfristig Atembeschwerden, Durchfall, Harnabgang, verlangsamter Herzschlag, Muskelzucken und -zittern auftreten. Für Fenamiphos sind nach aktuellem Kenntnisstand keine mutagenen, kanzerogenen, teratogenen oder reproduktionstoxischen Wirkungen bekannt.

(1) Cholinesterasen sind Enzyme die u. a. für den Abbau des Acetylcholins, eines Botenstoffs zur Erregungsweiterleitung in Nervenzellen, verantwortlich sind.

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