Ein Ei pro Woche – und was ist dann mit Ostern?

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Die aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennen ein Ei pro Woche als Orientierungswert. Doch was bedeutet das für Verbraucherinnen und Verbraucher – und wie passt das zu Ostern?

© furtwangl

Wer die neuen lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liest, könnte sich vor Ostern fragen, ob das Frühstücksei, das gefärbte Osterei oder ein Stück Kuchen nun plötzlich problematisch geworden sind. Tatsächlich nennt die DGE derzeit ein Ei pro Woche als Orientierungswert. Gerade weil Eier rund um die Osterfeiertage traditionell häufiger verzehrt werden, wirkt diese Angabe auf viele zunächst überraschend. Der Eindruck, es handele sich um eine strenge gesundheitliche Obergrenze, liegt nahe. Genau an diesem Punkt ist jedoch eine genauere Einordnung erforderlich.

Die wissenschaftlichen Grundlagen der neuen DGE-Empfehlungen wurden mithilfe eines mathematischen Optimierungsmodells erarbeitet. Dieses Modell berücksichtigt neben der Nährstoffversorgung und der Reduktion ernährungsmitbedingter Krankheitsrisiken, auch Umwelt- und Klimaaspekte sowie die Nähe zu den üblichen Verzehrgewohnheiten in Deutschland. Damit unterscheidet sich die aktuelle Herleitung von früheren Empfehlungen, bei denen die Nährstoffversorgung stärker im Vordergrund stand. Ziel der Empfehlungen ist ein Ernährungsmuster, das für eine ausreichende Nährstoffzufuhr und Gesundheit sorgt, die Umwelt nicht stärker als nötig belastet und zugleich alltagsnah bleibt.

Familie beim Sonntagsfrühstück
© ernaehrung.de

Konkret bedeutet dies für Eier: Der Orientierungswert von einem Ei pro Woche ist das Ergebnis dieser mathematischen Optimierung. Die DGE rechnet vor, dass das Optimierungsergebnis bei 12 Gramm Ei pro Tag bzw. bei 84 Gramm pro Woche liegt. Bei einem Standardgewicht von 60 Gramm pro Ei entspricht dies rechnerisch 1,4 Eiern pro Woche, also gerundet einem Ei. Verarbeitete Eier in Lebensmitteln wie Nudeln, Gebäck oder Kuchen werden dabei nicht mitgerechnet, sondern kommen zusätzlich hinzu. Ebenso wichtig ist der Hinweis, dass die Portionsangabe nicht auf einer gesundheitlichen Begrenzung aufgrund von Cholesterin beruht. Entscheidend ist vielmehr das Gesamtmuster einer Ernährung, die gesundheitsfördernd und zugleich möglichst umweltschonend sein soll.

Gerade deshalb dürfte die Empfehlung von einem Ei pro Woche für viele Verbraucherinnen und Verbraucher missverständlicher wirken als sie gemeint ist. Wer nur die Zahl wahrnimmt, könnte annehmen, dass bereits ein höherer Eierverzehr an einzelnen Tagen problematisch ist oder sich unmittelbar ungünstig auf die Cholesterinwerte auswirkt. So einfach ist der Zusammenhang jedoch nicht. Zwar enthalten Eier Cholesterin, doch lässt sich daraus kein unmittelbarer Zusammenhang mit ungünstigen Cholesterinwerten ableiten. Vielmehr kommt es darauf an, wie oft Eier verzehrt werden und in welches Ernährungsmuster sie eingebettet sind. Für die Praxis bedeutet das: Für die Gesundheit ist das Ernährungsmuster über Wochen und Monate hinweg wichtiger als das, was an wenigen Feiertagen wie Ostern gegessen wird. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoller, nicht allein auf die Zahl der Eier zu achten, sondern auch auf ihre Herkunft und ihre Einbettung in eine insgesamt ausgewogene Ernährung. Pauschale Mengenangaben können dabei als Orientierung dienen, spiegeln den Alltag jedoch nur begrenzt wider.

Literatur:

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