Der Streit um’s Frühstücksei

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Es ist bekannt, dass durch hohe LDL-Cholesterinspiegel im Blut das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Lange Zeit stand das Frühstücksei aufgrund seines hohen Cholesteringehalts im Verdacht, zu einer hohen Cholesterinkonzentration im Blut wesentlich beizutragen. Neue Studien entlasten Eier: Gesunde Menschen, die täglich ein Ei essen, haben kein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ei auf Löffel

In einer Metaanalyse werteten amerikanische und chinesische Wissenschaftler gemeinsam die Ergebnisse von acht Studien mit über 260.000 Probanden aus. Die Forscher wollten ermitteln, ob ein Dosis-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der Menge an Eiern, die verzehrt werden, und dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schlaganfällen besteht.

Die Ergebnisse der Studie dürften insbesondere Ei-Liebhaber freuen: Die Forscher konnten keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Menge an Eiern, die von gesunden Menschen verzehrt wurden, und dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen feststellen. Probanden mit Diabetes und einem vergleichsweise hohem Eikonsum hatten allerdings ein eineinhalbfach höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Diabetiker, die weniger Eier aßen. Da die Anzahl von Diabetiker-Studien in dieser Metaanalyse insgesamt gering war, sollte dieses Ergebnis in weiteren Studien überprüft werden, raten die Autoren.

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Experten warnen allerdings davor, die Ergebnisse der Metaanalyse als Freibrief für einen ungehemmten Konsum von Eiern zu sehen. Cholesterin in Nahrungsmitteln erhöht die Anfälligkeit von gesundheitsschädlichem LDL-Cholesterin für Oxidationsvorgänge. Und oxidiertes LDL-Cholesterin kann die Entstehung von Arteriosklerose begünstigen. Bestehende Grunderkrankungen und das Stadium der Erkrankung sollten beim eigenen Eikonsum mit berücksichtigt werden. Hierzu Professor Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung „Wenn Sie keine koronare Herzerkrankung oder Gefäß-Arteriosklerose haben, ist der Konsum von Eiern weniger bedenklich, als wenn sie bereits deutliche arteriosklerotische Veränderungen an den Herzkranzgefäßen oder zum Beispiel den Halsgefäßen haben.“

In Fachkreisen wird inzwischen davon ausgegangen, dass gesättigte Fettsäuren, die reichlich in fettem Fleisch, Käse, Butter und tierischen Fetten vorkommen, einen größeren Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel haben als Eier. Laut Gohlke kommt es immer auf das Gesamtkonzept der Ernährung an. Ei hin oder her, am sinnvollsten sei eine Ernährung im Sinne der mediterranen Küche mit Schwerpunkt auf Gemüse, Salat, Obst und Ölen mit reichlich ungesättigten Fettsäuren.

Quellen einblenden

  • Rong et al. (2013): Egg consumption and risk of coronary heart disease and stroke: dose-response meta-analysis of prospective cohort studies. British Medical Journal, Online-Vorabveröffentlichung.
  • Infarkte: Metaanalyse entlastet Frühstücksei. Online-Artikel in der Ärztezeitung vom 31.01.2013.
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