Nur halber Erfolg bei Jugendlichen
Jugendlich – übergewichtig – Typ-2-Diabetiker: diese Kombination scheint nicht besonders vorteilhaft zu sein, wenn es um die Wirksamkeit von Lebensstiländerungen geht. Dabei sind mehr Bewegung und eine ausgewogene, gesunde Ernährung eigentlich vielversprechende Maßnahmen, um den Blutzucker zu senken.
Die TODAY-Studie hatte es sich zum Ziel gesetzt, besonders wirksame Maßnahmen für Jugendliche mit Typ-2-Diabetes in Erfahrung zu bringen. Doch weder eine Behandlung mit dem Antidiabetikum Metformin noch eine zusätzliche Lebensstiländerung brachte ein befriedigendes Ergebnis hervor. Während Metformin nur bei der Hälfte der Diabetiker zu guten Blutzuckerwerten führte, zeigte eine zusätzliche Lebensstiländerung überhaupt keinen Effekt. Gleichzeitig war die Therapietreue gut: 80 Prozent der Jugendlichen nahmen regelmäßig Metformin ein. Und mit 75 Prozent wurden die Treffen, die im Rahmen der Lebensstiländerungen durchgeführt wurden, überwiegend besucht.

„Möglicherweise sind vielmehr biologische und pathophysiologische Unterschiede dafür verantwortlich, dass Metformin und Lebensstiländerung bei manchen Prädiabetikern den Diabetes nicht verhindern können, und bei Jugendlichen keine Verbesserung des Stoffwechsels erreichen“, glaubt Andreas Fritsche, Pressesprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Stephan Matthaei, Präsident der DDG, vermutet, dass Jugendliche mit Typ-2-Diabetes an einer besonders aggressiven Form des Typ-2-Diabetes leiden könnten. Die DDG weist vor diesem Hintergrund auf die Notwendigkeit verstärkter Forschungsanstrengungen hin, „um der Diabetes-Pandemie gezielter und wirkungsvoller begegnen zu können.“
Quelle:
DDG-Pressemeldung (23.07.2012): Die Hälfte der jugendlichen Patienten spricht nicht ausreichend auf Medikamente, Diät und Bewegung an




