Diabetiker: Schnellere Zuckeraufnahme im Darm

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Süßgeschmack-Rezeptoren bei Diabetes fehlgeregelt

Rezeptoren sind spezialisierte Zellen, die Reize aufnehmen und in Erregungen umwandeln können. In Form von Geschmacksknospen sitzen sie auf der Zunge und teilen dem Gehirn mit, wie das Verzehrte schmeckt: süß, sauer, salzig, bitter oder umami. Rezeptoren für Süßgeschmack gibt es aber nicht nur auf der Zunge, sondern auch im Darm. Hier erfüllen sie offenbar eine ganz spezielle Funktion, die bei Typ 2-Diabetikern gestört abläuft.

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„Wenn wir über süßen Geschmack sprechen, denken die meisten Leute an den Geschmack von süßem Essen auf unsere Zunge. Wissenschaftler haben allerdings entdeckt, dass Rezeptoren für den Süßgeschmack in etlichen Körperbereichen vorkommen“, sagt Dr. Richard Young von der Universität von Adelaide. Neben der Zunge sei dies zum Beispiel auch der menschliche Darm. „Wir fangen gerade erst an zu verstehen, welche Bedeutung die Rezeptoren für den Süßgeschmack im Darm haben, und was dies für Menschen mit Typ 2-Diabetes bedeutet.“

Die Glukose-Aufnahme im Darm könnte über die Süßgeschmack-Rezeptoren gesteuert werden, vermutet der Wissenschaftler, und diese scheinen bei Typ 2-Diabetikern abweichend geregelt zu werden. Young und Kollegen prüften diese Zusammenhänge, indem sie die Rezeptoren von 14 gesunden Erwachsenen mit denen von 13 Typ 2-Diabetikern verglichen. Beide bekamen eine Glukoselösung und bei beiden wurden vor und 30 Minuten nach der Verabreichung dieser Lösung die im Darmgewebe enthaltenen Rezeptoren für Süßgeschmack untersucht. Gewebeproben wurde durch eine Biopsie gewonnen.

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Diabetiker wiesen im Vergleich zu den Nicht-Diabetikern mehr von einer speziellen Untergruppe der Süßgeschmack-Rezeptoren auf, was nicht folgenlos blieb: Während Gesunde die Glukose wirksam reguliert aufnahmen, erfolgte der Übergang in die darmnahen Blutgefäße bei den Diabetikern wesentlich schneller, wodurch diese einen schnelleren und ausgeprägteren Blutzuckeranstieg aufzeigten.

„Wenn Rezeptoren für Süßgeschmack im Darm ‚Glukose‘ feststellen, leiten sie eine Antwort ein, die die Glukose-Aufnahme aus dem Darm steuern könnte. Unsere Studien zeigen, dass Diabetiker die Glukose schneller und in größeren Mengen aufnehmen als gesunde Erwachsene“, so Young.

Damit käme bei einem Diabetes neben dem Pankreas und dem dort gebildeten Insulin auch dem Darm eine bedeutsame Rolle zu. In zukünftigen Studien sollte die Glukose-Aufnahme während der gesamten Verdauung beobachtet werden. Weiter sollte untersucht werden, wie der Körper auf künstliche Süßstoffe im Vergleich zur Glukose reagiere, meint Young.

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