Düstere Vorhersagen: Kindliches Übergewicht verstärkt Übergewichtstrend im Erwachsenenalter

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Wissenschaftler warnen: Setzt sich der aktuelle Trend in den nächsten Jahren fort, werden mehr als die Hälfte der heutigen US-amerikanischen Kinder mit 35 Jahren fettleibig (adipös) sein.

 © MaretH (überarbeitet)
© MaretH (überarbeitet)

Obwohl die derzeitige Übergewichtsproblematik in den USA wie auch hierzulande für Kinder und Erwachsene gut dokumentiert ist, ist wenig darüber bekannt, wie sich das Gewicht im Kindesalter auf das Körpergewicht als Erwachsener auswirkt. Daher haben Wissenschaftler mit einem neuartigen statistischen Ansatz unter strengen Kriterien die langfristige Gewichtsentwicklung heutiger US-amerikanischer Kinder und Jugendlicher bis zum Alter von 35 Jahren prognostiziert. Ihre Ergebnisse werden in Kürze in der renommierten Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Für ihr Simulationsmodell verwendeten die Forscher über 176.000 Messdaten von 41.567 Kindern und Jugendlichen aus fünf national repräsentativen fortlaufenden Studien. Unter Verwendung dieser Daten schufen die Wissenschaftler 1000 virtuelle Populationen von Kindern und Jugendlichen, die repräsentativ für die US-amerikanische Bevölkerung 2016 sind. Für diese virtuellen Populationen prognostizierten sie die Entwicklung von Größe und Gewicht bis zum Alter von 35 Jahren, wobei säkulare Trends (z.B. die im Schnitt zunehmende Körpergröße der Bevölkerung) berücksichtig wurden.

Bezugnehmend auf die aktuelle Verbreitung von Übergewicht gehen die Wissenschaftler davon aus, dass mehr als jedes zweite heutige Kind unter 19 Jahren in den USA mit 35 Jahren adipös sein wird. Die Hälfte der zukünftig Adipösen ist bereits im Kindesalter adipös. Nach Angaben der Wissenschaftler bleiben 3 von 4 adipösen Zweijährigen auch mit 35 Jahren adipös, wobei das Risiko mit zunehmendem Schweregrad der Adipositas und fortschreitendem Alter weiter ansteigt. Derzeit sind etwa 4,5 Millionen Kinder in den USA schwer adipös. Von fünf zweijährigen Kinder dieser Gruppe wird laut den aktuellen Simulationsergebnissen lediglich eines im Alter von 35 Jahren nicht adipös sein, bei fünfjährigen Kindern sogar nur eines von zehn Kindern.

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Doch selbst Kinder, die aktuell kein Gewichtsproblem haben, tragen momentan in den USA ein sehr hohes Adipositasrisiko im Erwachsenenalter. Den Berechnungen zufolge wird die Hälfte der nicht-adipösen 2-19-jährigen Heranwachsenden aus dem Jahr 2016 mit 35 Jahren adipös sein.

„Adipositas bei Erwachsenen ist mit einem erhöhten Risiko für Krankheiten wie Diabetes, Herzerkrankungen und Krebs verbunden“, erläutert der Erstautor der Studie Zachary Ward vom Center for Health Decision Science an der Harvard Chan School in Boston. „Unsere Ergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit von Präventionsmaßnahmen für alle heranwachsenden Kinder, und von frühen Interventionen für Kinder mit Adipositas, um ihr Risiko für ernsthafte Erkrankungen in der Zukunft zu minimieren.“ „Angesichts des hohen Risikos für Kinder“, ergänzt der Seniorautor des Artikels Prof. Steven Gortmaker, „ist es äußerst wichtig, Richtlinien und Programme zur Verhinderung einer übermäßigen Gewichtszunahme zu implementieren, die in einem frühen Alter beginnen. Mittlerweile wurden viele kosteneffektive Strategien identifiziert, die gesunde Lebensmittel und Getränke und eine körperliche Aktivität in der Schule und im Gemeinwesen fördern.“

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