Empfindlich gegenüber Wein?

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Weinintoleranz wohl häufiger als gedacht

In Weingegenden fließt eher Wein als Bier oder gar Schnaps. Doch nicht jeder verträgt das erheiternde Getränk gut, und allergische Beschwerden nach dem Trinken von Wein scheinen gar nicht so selten zu sein. Was die meisten dennoch nicht von seinem Genuss abhält, wie eine Untersuchung zeigte.

Weinglas

Wissenschaftler an der Johannes-Gutenberg-Universität wollten von 4000 Mainzern wissen, ob ihnen das Wein-Trinken bekomme. Sie zielten mit ihrem Fragebogen auf Allergie-ähnliche Beschwerden ab, denn epidemiologische Studien zu einer Weinunverträglichkeit fehlten bisher. Von den 4000 ausgegebenen Fragebögen wurden 948 zurückgesendet. Wenn aus den Angaben ausreichend Hinweise auf eine Unverträglichkeit entnommen werden konnten, oder die Teilnehmenden selbst von einer solchen berichteten, wurden sie als Wein-intolerant eingestuft. 68 Teilnehmer fielen in diese Gruppe, das entspricht 7,2 Prozent. Selbst wenn alle Intoleranten mitmachten, wären es, bezogen auf die 4000 Angeschriebenen, noch knapp zwei Prozent. Somit käme eine Weinunverträglichkeit vergleichbar häufig vor wie andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Meist war es Rotwein, der Beschwerden wie Hitzewallungen, Erröten, Juckreiz und eine erhöhte Nasendurchblutung auslöste. Menschen mit einer Weinintoleranz vertrugen häufiger auch Bier und andere alkoholische Getränke schlecht. Auffällig war auch, dass sich unter den Betroffenen mehr Frauen als Männer befanden. Und trotz Allergie-ähnlicher Beschwerden tranken diejenigen mit Weinunverträglichkeit, zumindest solange sie nicht prinzipiell auf Alkohol verzichteten, ebenso viel Alkohol wie die Beschwerdefreien.

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Mit insgesamt 24 Prozent berichteten relativ viele von mehr oder weniger starken Allergie-ähnlichen Beschwerden. Allerdings steckt hinter diesen Symptomen wahrscheinlich selten eine Allergie. Allergien wären immunologisch vermittelte Reaktionen, bei denen der Körper, meist gegenüber einem Protein, überreagiert. Proteine im Wein könnten aus der Traube stammen oder durch Bakterien bzw. Hefen in den Wein gelangt sein. Laut eigenen Angaben vertragen jedoch nur sechs der 68 Betroffenen gleichzeitig keine Trauben.

Viel wahrscheinlicher als eine Allergie ist also eine Intoleranz gegenüber dem Alkohol selbst, biogenen Aminen oder anderen Bestandteilen des Weins, wie Sulfiten, als Grund für die Beschwerden. Sulfite und biogene Amine sind im Rotwein in etwas höheren Mengen enthalten als im Weißwein. Das könnte auch den Unterschied zwischen Rot- und Weißwein erklären, den Betroffene bemerkten.

Quelle:
Wigand P, Blettner M, Saloga J, Decker H: Prevalence of Wine Intolerance. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(25): 437–44

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