Für ein gesundes Herz: Bei Kinderwunsch sollten Paare besser auf Alkohol verzichten

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Nicht nur der Alkoholkonsum der werdenden Mutter, sondern auch der präkonzeptionelle Alkoholkonsum des zukünftigen Vaters können die Herzgesundheit ihres Kindes beeinträchtigen. Dies geht aus einer Metastudie mit knapp 340.000 Eltern-Kind-Paaren hervor.

© Chris Benseler

Viel wichtiger als das Geschlecht des ungeborenen Kindes ist werdenden Eltern meist eines: „Dass es gesund ist!“ Angeborene Herzerkrankungen zählen zu den häufigsten Geburtsfehlern. Pro Jahr sind circa 1,35 Millionen Babys weltweit davon betroffen. Auch wenn die zugrunde liegenden Ursachen chirurgisch behandelt und behoben wurden, tragen betroffene Kinder im späteren Leben ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Alkohol steht schon seit längerem im Verdacht, schuld an angeborenen Herzerkrankungen zu sein, allerdings wurde bislang hauptsächlich der Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft untersucht – mit widersprüchlichen Ergebnissen. Die Rolle des Vaters fand dagegen kaum Beachtung.

Dr. Jiabi Qin, der an der Xiangya School of Public Health der Central South Universität in Changsha (China) arbeitet, hat mit seinen Kollegen in einer Metastudie die Ergebnisse von 55 Studien aus den Jahren 1991 bis 2019 zusammen ausgewertet, um mehr über den Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum des Vaters vor der Zeugung und einem späteren Herzfehler des Kindes zu erfahren. Insgesamt wurden Daten von 297.587 herzgesunden und 41.747 Babys mit angeborenen Herzfehlern analysiert.

Qin und seine Kollegen stellten fest, dass das Risiko für einen Herzfehler bei Babys, deren Väter vor der Zeugung Alkohol tranken, um 44 Prozent erhöht war. Mit zunehmendem Alkoholkonsum stieg das Risiko des Nachwuchses an. Babys von Vätern, die regelmäßig fünf und mehr alkoholische Drinks konsumierten (Binge Drinker), hatten sogar ein 52 Prozent höheres Risiko für einen angeborenen Herzfehler. Ein Drink entspricht dabei dem Alkoholgehalt von 0,3 Liter Bier. Durch den Alkoholkonsum der Mutter stieg das Risiko ihres Kindes für einen angeborenen Herzfehler um 16 Prozent.

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„Binge Drinking durch angehende Eltern ist ein hohes Risiko und ein gefährliches Verhalten, das nicht nur die Wahrscheinlichkeit eines Herzfehlers beim Baby erhöht, sondern auch die Gesundheit der werdenden Eltern gefährdet“, erläutert Dr. Qin. Die Ergebnisse legen nahe, so Qin weiter, dass Männer mit Kinderwunsch vor der Befruchtung mindestens sechs Monate lang keinen Alkohol trinken sollten, Frauen sollten bereits ein Jahr davor und während der Schwangerschaft darauf verzichten.

Ob tatsächlich der Alkoholkonsum schuld an den vermehrt auftretenden Herzfehlern ist oder ob es andere damit assoziierte Faktoren sind, lässt sich durch Beobachtungsstudien ebenso wenig klären wie die Frage, auf welchem Weg der Alkoholgenuss des Vaters zu Herzfehlern bei seinem Kind führen könnte. Ein Erklärungsansatz sind Schäden in den Erbinformationen von Spermien durch Alkohol – ähnlich wie beim Rauchen.

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