Geschmacksvorlieben von Kindern sind national verschieden

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Nationalität und Alter beeinflussen die Geschmacksvorlieben von Kindern in Europa stärker als der Bildungsstand der Eltern, das eigene Geschmacksempfinden und ein Stillen der Kinder. So lautet das Ergebnis der europäischen IDEFICS-Studie (1), an der das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie der Universität Bremen beteiligt war.

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An der Studie nahmen insgesamt 1.705 sechs- bis neunjährige Kinder aus acht europäischen Ländern (Schweden, Belgien, Spanien, Deutschland, Ungarn, Estland, Italien, Zypern) teil. Die Aufgabe der Kinder bestand darin, verschieden stark gesüßten Apfelsaft und Kekse mit variablem Salz-, Fett- und Glutamatgehalt geschmacklich zu bewerten. Außerdem wurde die Empfindlichkeit der kindlichen Geschmackszellen für die vier Geschmacksrichtungen süß, salzig, bitter und umami (würzig) ermittelt. Die Eltern der teilnehmenden Kinder machten zusätzlich Angaben zu ihrem Sozialstatus und den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ihrer Familie.

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In dieser Studie hatte die Nationalität der Jungen und Mädchen den größten Einfluss auf ihre Geschmacksvorlieben. Mehr als sieben von zehn deutschen Grundschulkindern aßen beispielsweise gerne fettreiche Kekse, in Zypern und Schweden waren es weniger als vier von zehn Kindern. Dafür mochten deutsche und belgische Kinder lieber natursüßen Apfelsaft, während die gleichaltrigen Probanden aus Schweden, Ungarn und Italien gesüßten Saft bevorzugten. Mit dem Alter der Kinder stieg ihre Vorliebe für süße und salzige Gerichte, der würzige Umami-Geschmack war dann weniger beliebt. Anders als die Nationalität der Kinder und ihr Alter hatten ihr  Geschlecht, ihre Geschmackssensibilität, der Bildungsstand ihrer Eltern und ihre Ernährung als Säugling kaum Einfluss auf ihre aktuellen Geschmacksvorlieben.

„Geschmacksvorlieben unterscheiden sich von Land zu Land; ein einheitliches Präventionsprogramm für eine bessere Ernährung würde daher nicht in allen Ländern gleichermaßen wirksam sein“, folgert Anne Lanfer aus dem deutschen Forscherteam. Gemeinsam mit ihren europäischen Kollegen empfiehlt sie, bei der Konzeption europaweiter Präventionsprogramme zur Ernährungsumstellung und Bekämpfung von Übergewicht kulturelle und altersabhängige Einflüsse zu berücksichtigen.

(1) Identifikation und Prävention von ernährungs- und lebensstilbedingten Gesundheitsfaktoren bei Kindern und Kleinkindern (Identification and prevention of Dietary- and lifestyle-induced health EFfects In Children and infantS)

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