Fettstoffwechselstörungen sind ein wesentlicher Faktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aus früheren Studien ergeben sich Hinweise darauf, dass ein hoher Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung durch eine Senkung der Triglyceride Fettstoffwechselstörungen positiv beeinflussen könnten. Diabetiker haben ein besonders hohes Risiko für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gerade sie könnten daher von der zusätzlichen Gabe von Omega-3-Fettsäuren profitieren. Dies war der gedankliche Ansatz, der hinter der kanadischen ORIGIN-Studie stand.
Wissenschaftler testeten in dieser Studie, ob ein Gramm Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischöl, täglich über sechs Jahre hinweg eingenommen, kardiovaskulären Ereignissen (Herzinfarkt, Schlaganfall) vorbeugen kann. Zwar sanken in dieser Studie die Triglyceride der Probanden durch Fischöl-Präparate um durchschnittlich 14,5 mg/dl. Jedoch wiesen diese Teilnehmer vergleichbar viele Herzrhythmusstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie dadurch bedingte Todesfälle und auch Gesamttodesfälle auf wie die Kontroll-Gruppe, die ein Placebo erhielt.
Fischöl-Kapseln scheinen somit Diabetikern oder Prädiabetikern keinen verbesserten Herzschutz zu bieten. Dies ist nicht nur das Ergebnis der ORIGIN-Studie, sondern auch Fazit einer aktuellen Metaanalyse, in der Omega-3-Fettsäuren-Supplemente Menschen mit einem erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse nicht vor diesen Erkrankungen bewahren konnten.
Quellen einblenden
- Kwak SM, Myung SK, Lee YJ, Seo HG; for the Korean Meta-analysis Study Group: Efficacy of Omega-3 Fatty Acid Supplements (Eicosapentaenoic Acid and Docosahexaenoic Acid) in the Secondary Prevention of Cardiovascular Disease: A Meta-analysis of Randomized, Double-blind, Placebo-Controlled Trials.Arch Intern Med. 2012 Apr 9. [Epub ahead of print]
- The ORIGIN Trial Investigators: n–3 Fatty Acids and Cardiovascular Outcomes in Patients with Dysglycemia. N Engl J Med 2012.





