Keine Angst vor Allergenen in der Beikost

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Lange galt die Empfehlung, Lebensmittel, die häufig Allergien auslösen (z. B. Hühnerei und Kuhmilch), erst spät in der Beikostphase einzuführen. Dadurch sollte der Entstehung von Hauterkrankungen und Allergien bei Kindern vorgebeugt werden. Aktuelle Studienergebnisse stellen den Sinn dieser Bestrebungen infrage.

Milchglas

Wissenschaftler aus den Niederlanden untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Einführung bestimmter Lebensmittel und der Entstehung von Ekzemen und Atembeschwerden bei Kindern. Für die Studie wurden die Eltern von insgesamt 6.905 Kindern befragt, ab welchem Alter ihre Kinder hoch allergene Nahrungsmittel (Kuhmilch, Hühnerei, Erdnüsse, Nüsse, Soja und glutenhaltige Getreidesorten) mit der Beikost erhielten. Zur Vermeidung von Erinnerungsfehlern, die die Ergebnisse verfälschen würden, wurde diese Befragung während der Beikostfütterungsphase (im Alter von sechs und zwölf Monaten) durchgeführt. In den darauffolgenden drei Jahren berichteten die Eltern einmal jährlich über das Vorliegen von Ekzemen oder Atembeschwerden bei ihren Kindern.

Die Studie ergab, dass über fast jedes dritte Kind im Alter von zwei Jahren an Atembeschwerden litt, bei den Drei- und Vierjährigen waren nur noch 14 Prozent davon betroffen. Deutlich höher war der Anteil der Kinder mit Ekzemen: im Alter von zwei Jahren waren 38 Prozent der Kinder daran erkrankt, mit drei und vier Jahren litt immer noch jedes fünfte Kind an der Hauterkrankung.

Die gemeinsame Auswertung der Ernährungs- und Krankheitsdaten zeigte allerdings, dass der Zeitpunkt der Einführung der untersuchten Lebensmittel in die Beikost nicht schuld war an diesen hohen Erkrankungsraten. Die Erkrankungshäufigkeit von Kindern, die vor dem siebten Monat allergene Nahrungsmittel erhielten, unterschied sich nicht signifikant von Kindern, bei denen diese erst später eingeführt wurden. Dies traf auch für Kinder mit erhöhtem Risiko für Hauterkrankungen oder einer bereits bestehenden Kuhmilchallergie zu.

Damit widersprechen die Studienergebnisse Empfehlungen zu einer Einführung von Lebensmitteln mit einem erhöhten allergenen Potential erst nach dem sechsten Monat. Zumindest hinsichtlich der Entstehung von Ekzemen und Atembeschwerden gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen mit früher und späterer Einführung. Die Autoren der Studie weisen allerdings auf weiteren Forschungsbedarf im Zusammenhang mit der Beikosteinführung hin. Sie empfehlen eine fortlaufende Beobachtung ihrer Studiengruppe, um die Entstehung von Asthma und Ekzemen über einen längeren Zeitraum erfassen zu können. Unklar sind auch die Konsequenzen einer sehr frühen Einführung allergener Lebensmittel (vor dem vierten Monat).

Quelle:
Tromp, I. M. et al. (2011): The introduction of allergenic foods and the development of reported wheezing and eczema in childhood. the Generation R Study. Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine. Online-Vorabveröffentlichung.

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