
„Functional Food“ (1) sind Lebensmittel, denen zusätzliche Inhaltsstoffe zugefügt wurden. Sie sollen eine über die Nährfunktion hinausgehende Wirkung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben und werden auch entsprechend beworben. Beispiele hierfür sind speziell mit Vitaminen, Mineralstoffen, bestimmten Fettsäuren oder Ballaststoffen angereicherte oder mit biologisch aktiven Stoffen versetzte Nahrungsmittel. Zur letztgenannten Kategorie zählen unter anderem sekundäre Pflanzenstoffe, Probiotika und spezifisch wirksame Bakterienkulturen. Auch sog. Energydrinks mit Koffein oder anderen pharmakologisch aktiven Substanzen und ACE-Getränke zählen zu den funktionellen Lebensmitteln. Der Zusatz hat jedoch seinen Preis: Functional Food ist meist teurer als vergleichbare natürliche Produkte. Doch für das beworbene Mehr an Gesundheit und/oder Leistungsfähigkeit akzeptieren viele Verbraucher bereitwillig die teureren Preise.
Grundsätzlich dürfen funktionelle Lebensmittel in Europa nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn der Hersteller nachweisen kann, dass der Verzehr des Produkts gesundheitlich unbedenklich ist. Hierzu zählt auch, dass zugesetzte Substanzen keine Allergien auslösen dürfen. Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass manche Produkte dieser Kategorie Allergien auslösen können. Und so raten einige Allergologen zur Vorsicht bei Nahrungsmitteln, die mit exotischen Früchten veredelt sind. Die tropische Acerolakirsche, die wegen ihres hohen Vitamin C-Gehalts häufig in sog. ACE-Getränken enthalten ist, kann beispielsweise bei einer bestehenden Latexallergie zu Kreuzreaktionen führen. Auch nach dem Konsum von Produkten mit Zusatz von Drachenfruchtextrakt und Granatapfel wurden Allergien festgestellt. Gewarnt wird außerdem vor Sojazusätzen in Nahrungsmitteln, die in der Vergangenheit bereits häufig Allergien ausgelöst haben. Und dies, obwohl solche Produkte in der Werbung gerade Allergikern empfohlen werden! Dagegen sind pro- und präbiotische Produkte, Zusätze aus Algenöl und Phytosterinen sowie der Saft der Indischen Maulbeere Noni aus allergologischer Sicht unbedenklich.

Verbraucher sollten außerdem kritisch bezüglich der häufig wissenschaftlich nicht ausreichend belegten Werbeversprechen sein. Bei exzessivem Konsum und einer Überschreitung der maximal sicheren Dosis (sie ist meist nicht auf den Produkten angegeben) besteht die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen. Funktionelle Lebensmittel sind kein Garant für eine bedarfsgerechte Zufuhr. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) lassen sich Ernährungsfehler nicht durch den Verzehr von funktionellen Lebensmitteln korrigieren. Deshalb beschränken sich auch die Ernährungsempfehlungen der DGE bis zum Vorliegen ausreichender wissenschaftlicher Daten, die die Wirkung funktioneller Lebensmittel belegen, auf eine vollwertige Ernährung mit viel Obst und Gemüse.
(1) funktionelle Lebensmittel, Lebensmittel mit Zusatznutzen
Quellen einblenden
- Allergiegefahr durch Functional Food? HNO Nachrichten 2010(6):49, basierend auf: Jappe U., Klinisch-wissenschaftliches Symposium „Allergenes Potenzial von Functional Food“, 5. Deutscher Allergiekongress, 8.-11.09.2010, Hannover
- DGE (2002): Functional Food – Gesundheit zum Essen? Pressemitteilung der DGE.
Tipps, wie Sie sich gesund ernähren und trotzdem nicht auf den Genuss beim Essen verzichten müssen, finden Sie hier.




