Lange Zeit galten Geflügelfleisch und Eier als Hauptrisikoquellen für Salmonellosen. Eine aktuelle Studie des Landesgesundheitsamtes Niedersachsen widerlegt diese Annahme. Die Ergebnisse der Studie wurden auf dem diesjährigen Kongress des Bundesverbands der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst in Berlin vorgestellt.
Von 2008 bis 2010 sammelten das Landesgesundheitsamt von Niedersachsen und die dazugehörenden Gesundheitsämter Daten von 1901 Patienten, die an einer Salmonellose erkrankt waren. Alle Probanden wurden telefonisch zu ihrem Lebensmittelverzehr vor der Erkrankung, Tierkontakten, Aktivitäten, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme sowie verschiedenen Aspekten ihres Hygieneverhaltens befragt. Die Angaben der an Salmonellose erkrankten Personen wurden anschließend mit den Angaben von 680 Personen, die mit Rotaviren infiziert waren, und 198 gesunden Kontrollpersonen verglichen.

Mit Hilfe von univariaten und multivariaten Analysen wurden im Anschluss Risikofaktoren für eine Salmonellose ermittelt. Dabei zeigte sich, dass vor allem der Verzehr von rohem Schweinemett und Schweinemettwurst eine Gefahrenquelle für die Infektion mit Salmonellen darstellt. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko hatten außerdem Personen, die Kontakt zu rohem Fleisch hatten (zum Beispiel beim Grillen), im Freien gegessen hatten (geringere Lebensmittelhygiene), im Ausland unterwegs waren (andere Hygienestandards) und häufig Kontakt zu Tieren hatten.
Verglichen mit früher ist das Risiko, sich durch den Verzehr von Geflügelprodukten zu infizieren, zurückgegangen. Die Gesundheitsämter führen dies auf die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen zur Salmonellenbekämpfung in europäischen Geflügelbetrieben seit 2003 zurück.
Quellen einblenden
- D. Ziehm, J. Dressman, L. Kreienbrock, A. Campe, A. Fruth, W. Rabsch, M. Pulz (2013): Risikofaktoren für sporadische Salmonellosen: Fall-Kontroll-Studie in Niedersachen. Gesundheitswesen 75, P18.
- D. Nößler (2013): Vorsicht bei Mett. Hühnchen nicht mehr das größte Salmonellenrisiko. Ärzte Zeitung Online, Artikel vom 24.05.2013.




