Durch eine Ernährungsschulung und Begleitung während der Schwangerschaft verbessern sich die Qualität und Vielfalt der Ernährung und erhöht sich die Aufnahme von prä- und probiotischen Lebensmitteln.
In der Schwangerschaft sind viele Frauen hoch motiviert, sich gesund zu ernähren, und zuversichtlich, die Ernährungsempfehlungen einzuhalten. Tatsächlich bleibt ihre Ernährung allerdings häufig weit hinter ihrem Anspruch zurück. Dies wird auf mangelnde Kenntnisse der Ernährungsempfehlungen für Schwangere sowie Probleme bei der Umsetzung der Empfehlungen zurückgeführt.
In einem gemeinsamen Projekt haben australische und irische Wissenschaftler untersucht, wie sich ein speziell auf die Bedürfnisse schwangerer Frauen zugeschnittenes Ernährungsschulungsprogramm auf die Ernährungsqualität der teilnehmenden Frauen auswirkt. Im Fokus der Ernährungsintervention stand die Steigerung der Aufnahme prä- und probiotischer Lebensmittel, da diese einen günstigen Effekt auf die Darmgesundheit haben und die Entwicklung des Immunsystems und des Gehirns des Ungeborenen modulieren sollen. Werden prä- und probiotikahaltige Lebensmittel wie Joghurt, Sauerkraut, fermentiertes Gemüse, Kimchi oder Sauerteigbrot anstelle entsprechender Nahrungsergänzungsmittel verzehrt, verbessert sich zudem die Ernährungsqualität.
In der australischen „Healthy Parents, Healthy Kids“-Studie wurden 45 Frauen, die sich am Anfang der zweiten Schwangerschaftshälfte befanden, nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Alle Teilnehmerinnen erhielten eine ärztliche Ernährungsberatung. Die Frauen der Interventionsgruppe nahmen zusätzlich an einem Workshop teil, in dem sie weitere Ernährungsinformationen erhielten, ihr neues Wissen in praktischen Übungen anwenden konnten, und Tipps zum Austausch von Lebensmitteln sowie Hilfestellungen bei der Planung ihrer Ernährungsumstellung erhielten. Im weiteren Verlauf ihrer Schwangerschaft erhielten die Frauen zwei Telefonanrufe, die sie bei ihrer Ernährungsumstellung unterstützen sollten.
Die Probandinnen wurden wiederholt per Fragebogen zu ihrer Ernährung befragt. Messgrößen waren dabei die Lebensmittelauswahl und Vielfalt der Ernährung, Aufnahme von prä- und probiotischen Lebensmitteln, gesättigten Fettsäuren, Energie und Ballaststoffen.
Verglichen mit der Kontrollgruppe konnten die Frauen der Interventionsgruppe die Ernährungsqualität vor der Geburt ihres Kindes verbessern. Während des gesamten Studienzeitraums, der sich bis zur vierten Woche nach der Geburt des Kindes erstreckte, nahmen die Ernährungsvielfalt und die Aufnahme prä- und probiotischer Lebensmittel verglichen mit der Kontrollgruppe zu.
Die Wissenschaftler folgern, dass eine Ernährungsintervention nach dem Motto „Essen für die Darmmikrobiota“ die Ernährungsqualität während und nach der Schwangerschaft verbessern kann.
Quellen einblenden
- S.L. Dawson, M. Mohebbi, J. M. Craig, et al. (2020): Targeting the perinatal diet to modulate the gut microbiota increases dietary variety and prebiotic and probiotic food intakes: results from a randomised controlled trial. Public Helath Nutrition, Online-Vorabveröffentlichung




