Silikon als Bestandteil von Brustimplantaten sorgte Anfang dieses Jahres für viele Schlagzeilen. Das flexible Material wird jedoch längst nicht mehr nur im Baugewerbe und in der Medizin verwendet, es hat auch die heimischen Küchen erobert. Backformen, Eiswürfelbehälter und Babysauger sind nur wenige Beispiele. Und so mancher fragt sich vielleicht: Wie sicher ist Silikon in der Küche?

Auskunft hierzu gibt das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart, wo regelmäßig Küchenhelfer aus Silikon (sog. Bedarfsgegenstände) geprüft werden. Ein wichtiges Kriterium bei den Untersuchungen ist, wie viele flüchtige organische Bestandteile von den Bedarfsgegenständen abgegeben werden. Wenn der Richtwert von 0,5 Prozent überschritten wird, gehen Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung davon aus, dass diese organischen Bestandteile auf das Lebensmittel übergehen und den Geschmack beeinträchtigen.
Normalerweise findet am Ende der Fertigung ein Ausheizvorgang statt, bei dem die Silikongegenstände stark erhitzt werden. Dadurch entweichen die flüchtigen organischen Bestandteile, bevor der Gegenstand mit Lebensmitteln in Kontakt kommt.
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Beim Vergleich der Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre stellte das CVUA fest, dass die Abgabe flüchtiger organischer Verbindungen während des Erhitzens spürbar zurückgegangen war: Bei der Prüfung von Backförmchen, Backmatten und Spiegeleiformen wurde 2013 lediglich eine von 26 Proben beanstandet (4 Prozent), 2012 lag jede dritte Probe über dem Grenzwert (32%), 2011 jede sechste (17 Prozent). Die hohe Rate an Beanstandungen 2012 begründen die Prüfer damit, dass damals auch gezielt Verdachtsfälle untersucht wurden.

Viel häufiger als Silikonformen, die Hitze ausgesetzt sind, wird eine andere Produktgruppe bemängelt, und zwar Eiswürfelformen. Nachdem den Prüfern 2012 auffiel, dass die darin gefrorenen Eiswürfel ein Fehlaroma aufwiesen, wurden im Jahr 2013 zehn Silikoneiswürfelformen unter standardisierten Bedingungen getestet. Beim Vergleich mit Eiswürfeln, die in einem sensorisch unauffälligen Behältnis zubereitet worden waren, wiesen 7 Proben (70 Prozent) einen Fehlgeschmack auf und wurden deshalb als nicht verkehrsfähig eingestuft.
Fazit: Während die Qualität der zum Erhitzen bestimmten Silikonformen sich im Laufe der letzten Jahre scheinbar verbessert hat, bestehen weiterhin Mängel bei Eiswürfelbehältern aus Silikon. Die Prüfer vermuten, dass hier bei der Herstellung der Produkte auf den Ausheizvorgang verzichtet wurde und beabsichtigen, die Gegenstände auch zukünftig regelmäßig zu prüfen. Verbrauchern wird empfohlen, beim Kauf von Silikonwaren die Nase mit entscheiden zu lassen: Produkte, die geruchlich auffallen, führen häufig auch zu einer geschmacklichen Beeinträchtigung von Lebensmitteln.
Quelle:
Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Stuttgart (2014): Silikon – der flexible Helfer in der Küche. Ein Bericht aus dem Laboralltag.




