Der Trend geht zum Fleischverzicht

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Die Deutschen und das Fleisch – wie viele von uns essen unbekümmert Fleisch und bei wie vielen kommt Fleisch selten oder nie auf den Teller? Wissenschaftler der Universitäten Hohenheim und Göttingen haben dazu eine Gruppe von Menschen untersucht, die so gemischt zusammengesetzt war, dass sie als stellvertretend für die gesamte Bevölkerung betrachtet werden kann.

Trotz Dokumentarfilmen über Tierhaltung und diversen Fleischskandalen: Die aktuelle Befragung ergab, dass drei Viertel der Deutschen unbekümmerte Fleischesser sind. Jedoch – der Trend geht weg vom Fleisch. Für etwa 13 Prozent ist es die Preisfrage, die den Ausschlag gibt: Ihnen ist Fleisch einfach zu teuer. Wäre es preisgünstiger, würden sie mehr davon essen.

Belegtes Baguette
Baguette mit Tofu.

Viele Deutsche schränken ihren Fleischkonsum jedoch auch aus nicht geldlichen Gründen ein. So essen etwa 12 Prozent bewusst wenig Fleisch, indem sie sich flexitarisch ernähren. Knapp zehn Prozent planen, zukünftig weniger Fleisch zu essen. Auch werden immer mehr Menschen zu Vegetariern. Das zeigt sich daran, dass sich der Anteil an Menschen, die komplett auf Fleisch verzichten, in den letzten sieben Jahren auf nunmehr gut dreieinhalb Prozent verdoppelt hat. Vegetarier haben tendenziell einen höheren Bildungsgrad, ein höheres Einkommen und sie sind überwiegend weiblich. Das Alter hingegen lässt keinen Zusammenhang erkennen, da Vegetarier sämtliche Altersstufen abdecken. Auch manche Kinder ernähren sich bereits vegetarisch. Unter einem halben Prozent beträgt der Anteil der Veganer, die eine sehr strenge Form des Vegetarismus leben – sie verzichten neben Fleisch auch auf Eier, Milchprodukte und Honig. Nur zwei Prozent der Befragten planen, ihren Fleischkonsum weder beizubehalten noch zu senken, sondern zukünftig zu steigern.

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Wie häufig Fleisch gegessen wird, hängt überwiegend mit gesundheitlichen Überlegungen zusammen. Bei Vegetariern und Flexitariern spielt auch das Tierwohl eine Rolle, ungleich den unbekümmerten Fleischessern. „Auch Umweltschutzbedenken führen zu einem geringeren Fleischkonsum“, sagt Anette Cordts, die die Befragung an der Universität Göttingen koordinierte. „Allerdings ist in weiten Teilen der Bevölkerung bisher kaum ein Bewusstsein für die Umweltproblematiken der Produktion tierischer Lebensmittel vorhanden“, schränkt Cordts ein.

„Durch entsprechende Maßnahmen wie zum Beispiel Informationskampagnen ließe sich der Anteil der Deutschen, die bereit wären, Ihren Fleischkonsum einzuschränken, auf 60 Prozent steigern“, glaubt Achim Spiller, der die Professur für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte an der Universität Göttingen innehat. Spiller sieht in einem geringeren Fleischverzehr einen Zukunftstrend. „‚Less but better'“ wäre daher als Strategie für die deutsche Agrar- und Fleischwirtschaft ratsam, meint er.

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