Update Eiverzehr und Gesundheit: ja, nein, vielleicht?

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Wie viele Eier darf man regelmäßig essen, ohne langfristige gesundheitliche Folgen befürchten zu müssen? Diese Frage beschäftigt Experten seit Jahrzehnten. In einer aktuellen Übersichtsarbeit berichten Wissenschaftler über aktuellere Forschungsergebnisse, auf die Frage nach dem idealen Eiverzehr haben sie allerdings nach wie vor keine eindeutige Antwort.

Friederike Maretzke von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie Prof. Dr. Stefan Lorkowski und Prof. Dr. Sarah Egert fassten in ihrer zweiteiligen deutschsprachigen Übersichtsarbeit die Ergebnisse früherer Übersichtsarbeiten und Metaanalysen, die zwischen Januar 2008 und August 2018 veröffentlicht wurden, zusammen. Dieser Studienpool wurde ergänzt durch aktuelle Artikel über Kohortenstudien, deren Ergebnisse noch nicht in den Übersichtsarbeiten berücksichtigt wurden. Das Augenmerk von Maretzke und ihren Kollegen lag auf dem Zusammenhang zwischen dem Eikonsum und der Entstehung von kardiometabolischen1 Erkrankungen und deren Risikofaktoren sowie einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes.

Auch wenn die Ergebnisse vieler Studien widersprüchlich waren, zeichneten sich doch teilweise gemeinsame Tendenzen ab. So bestand in den Metaanalysen überwiegend kein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Eiern und Herz-Kreislauferkrankungen insgesamt sowie speziell koronaren Herzerkrankungen und Schlaganfällen in der Allgemeinbevölkerung. Dagegen hatten Menschen mit Typ-2-Diabetes, die häufiger Eier verzehrten, ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um allerdings mit Sicherheit sagen zu können, ob das erhöhte Risiko der Menschen mit Diabetes auf deren Eikonsum zurückzuführen ist, müssten kontrollierte Interventionsstudien durchgeführt werden. Hinsichtlich des Einflusses des Verzehrs von Eiern auf kardiometabolische Risikofaktoren (Blutfette, Glukosestoffwechsel) konnten überwiegend keine negative Effekte festgestellt werden.

Weitere Studien untersuchten Assoziationen zwischen dem Eiverzehr und einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes. Hier gab es sowohl Studien, in denen ein höherer Eikonsum mit einem größeren Diabetesrisiko einherging, als auch Studien, in denen kein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Eiern und einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes bestand.

„Auf Basis der recherchierten Studienergebnisse lassen sich keine eindeutig negativen, jedoch auch keine eindeutig positiven Einflüsse des Eierverzehrs auf das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 sowie kardiometabolische Risikofaktoren aufzeigen“, folgern Maretzke und ihre Kollegen. Es bestehe ein breiter Konsens, so die Wissenschaftler weiter, dass die Energiezufuhr und die Zusammensetzung der Ernährung insgesamt entscheidend sei für ihre gesundheitsfördernde Wirkung, und nicht einzelne Lebensmittel (wie Eier) oder einzelne Nähr- oder Inhaltsstoffe (beispielsweise Cholesterin) fokussiert werden sollten. Diese Aspekte werden in Zukunft verstärkt in lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen und Beratungsstandards berücksichtigt, so die Prognose der Autoren.

Quellen einblenden

1 Krankheitsbilder, die das Herz-Kreislaufsystem und/oder Stoffwechselvorgänge betreffen.

 

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