Was langfristig das Körpergewicht beeinflusst

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Was haben zunehmendes Übergewicht im Alter und die Gewichtsentwicklung nach einer Magenverkleinerung gemeinsam? Werden diese nur auf Ernährungssünden beziehungsweise eine Imbalance zwischen Energieaufnahme und -umsatz zurückgeführt, greift dies möglicherweise zu kurz. Entscheidend ist auch der Fettumsatz.

© Da4Sal

Obwohl sich die Essgewohnheiten und körperliche Aktivität nicht wesentlich geändert haben, hadern viele Menschen mit zunehmendem Alter mit ihrem Körpergewicht, manche nehmen kontinuierlich zu. Dies könnte auf einen veränderten Fettstoffwechsel im Alter zurückzuführen sein. Allerdings wurde der Fettumsatz, also das Verhältnis zwischen Fettabbau und Fettspeicherung im Körper, bislang nicht über einen längeren Zeitraum untersucht. Bei konstantem Fettumsatz bleibt auch das Körpergewicht konstant (unter der Voraussetzung unveränderter Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten), überwiegt die Fettspeicherung, führt dies zur Gewichtszunahme.

Am schwedischen Karolinska-Institut haben Wissenschaftler den Fettumsatz von 54 Probanden im Alter von ca. 22 bis 62 Jahren über einen durchschnittlichen Zeitraum von 13 Jahren analysiert. Hierfür entnahmen sie zu Beginn der Studie und am Ende Proben aus dem Unterhautfettgewebe der Probanden, das besonders sensibel für Veränderungen im Fettumsatz ist. Sie untersuchten die Rate des Fettabbaus und Fettaufbaus in den Fettzellen und suchten nach Zusammenhängen mit dem Körpergewicht. Hierbei berücksichtigten sie auch die Lebensgewohnheiten der Probanden.

Im Untersuchungszeitraum stieg das Gewicht der Probanden um durchschnittlich 20 Prozent. Mit dem Älterwerden nahm bei allen Probanden der Fettumsatz ab, wobei dies zunächst einmal unabhängig davon war, wie sich ihr Körpergewicht veränderte. Wurde der geringere Fettabbau durch eine reduzierte Energieaufnahme kompensiert, führte dies zu einer geringeren Fettspeicherung und die Probanden konnten ihr Gewicht halten. War dies nicht der Fall, nahmen sie zu. „Die Ergebnisse zeigen zum ersten Mal, dass Prozesse in unserem Fettgewebe Veränderungen des Körpergewichts während des Alterns auf eine Weise regulieren, die von anderen Faktoren unabhängig ist“, kommentiert Professor Peter Arner vom Fachbereich Medizin des Karolinska-Instituts und einer der Hauptautoren der Studie die Ergebnisse. „Dies könnte neue Wege zur Behandlung von Fettleibigkeit eröffnen.“

Veränderungen im Fettumsatz hatten nicht nur einen Einfluss auf die Gewichtsentwicklung mit zunehmendem Alter, sondern auch nach einer bariatrischen Operation, wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ weiter berichten. Hierfür untersuchten sie den Fettumsatz von 41 vormals extrem fettleibigen Frauen, die durch eine Magenverkleinerung stark abgenommen hatten. Nach durchschnittlich 5 Jahren hatten nur jene Frauen ihr neues Körpergewicht weitgehend halten können, die vor der Operation einen vergleichsweise geringen Fettumsatz hatten. Die Wissenschaftler erklären dies damit, dass diese Frauen möglicherweise einen größeren Spielraum hatten, ihren Fettumsatz zu steigern als jene mit einem ursprünglich hohen Fettumsatz.

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Aus früheren Studien ist bekannt, dass der Fettumsatz des Fettgewebes beispielsweise durch vermehrte körperliche Aktivität angekurbelt werden kann. Demnach könnten die Erfolgsaussichten bariatrischer Operationen gesteigert werden, wenn Betroffene dazu motiviert werden könnten, sich mehr körperlich zu betätigen.

„Fettleibigkeit und Krankheiten im Zusammenhang mit Fettleibigkeit sind zu einem globalen Problem geworden“, erläutert Dr. Kirsty Spalding, leitende Forscherin des Fachbereichs Zell- und Molekularbiologie am Karolinska-Institut. „Das Verständnis der Lipiddynamik und die Regulierung der Fettmasse beim Menschen war noch nie so wichtig.“

Wie so oft sind auch in diesem Forschungsgebiet noch viele Fragen offen. Bislang wurde beispielsweise überwiegend der Fettstoffwechsel von Frauen untersucht. Ob und in welchem Umfang diese Ergebnisse auch für Männer gelten, gilt es noch zu klären.

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