Als Raucher geboren

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Mehr als jedes zehnte Kind in Deutschland wird von einer Frau geboren, die während der Schwangerschaft geraucht hat. Darauf weist die Initiative „Gesund ins Leben“ hin. Angesichts der gravierenden Folgen des (Passiv-)Rauchens für ungeborene Kinder, Säuglinge und Kinder sollten zukünftige Eltern verstärkt auf die Problematik aufmerksam gemacht werden.

© Tony Webster

Zwar hat sich der Anteil der Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, seit Ende der 1990er Jahre halbiert, allerdings gaben zwischen 2007 und 2011 immer noch 11,2 Prozent der Frauen an, nach Bekanntwerden der Schwangerschaft (weiter) geraucht zu haben. Dies geht aus Daten der Ärztekammern Deutschlands hervor. Für Frau Prof. Claudia Hellmers, Hebammenwissenschaftlerin im Netzwerk „Gesund ins Leben„, sind dies alarmierende Zahlen. Angesichts der erheblichen Folgen, die das Rauchen bereits auf die Entwicklung des Ungeborenen haben kann, rät sie schwangeren Frauen, möglichst konsequent auf das Rauchen zu verzichten. Hierdurch lässt sich die Gefahr von Fehlbildungen, vorzeitigen Plazentaablösungen, geringem Geburtsgewicht, späterem Übergewicht und Allergien reduzieren. Schwangere sollten jedoch nicht nur selbst auf das Rauchen verzichten, sondern möglichst auch darauf achten, sich nicht in Räumen aufzuhalten, in denen geraucht wird oder geraucht wurde.

Die Chancen, während der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören, schätzt Hellmers als besonders günstig ein: „Werdende Eltern sind aufgeschlossen für Gesundheitsbotschaften. Sie tragen zu einem gesunden Start für ihr Kind bei, wenn sie gemeinsam für eine rauchfreie Schwangerschaft sorgen.“ Hellmers rät Fachkräften, die zukünftigen Eltern explizit und einfühlsam auf ihren Zigarettenkonsum anzusprechen und durch positive Botschaften zu Entwöhnungsmaßnahmen zu motivieren. Übrigens profitieren auch Paare mit Kinderwunsch vom Rauchverzicht, denn Rauchen mindert die Fruchtbarkeit.

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Da sozial benachteiligte, alleinstehende sowie junge Frauen vergleichsweise häufig während der Schwangerschaft rauchen, lohnt es sich, diese Gruppen gezielt anzusprechen. Außerdem sollten Eltern, die es geschafft haben, während der Schwangerschaft auf das Rauchen zu verzichten, auch nach der Geburt des Kindes motiviert werden, beim Nicht-Rauchen zu bleiben. Bislang werden viele Frauen nach der Geburt ihres Kindes wieder rückfällig. Fortlaufende Informationen und Unterstützung sind daher aus Sicht der Gesundheitsinitiative ebenso unabdingbar für eine langfristige Rauchentwöhnung wie die Zusammenarbeit der begleitenden Fachkräfte.

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