Bei Störungen im Zuckerstoffwechsel besser kohlenhydratreiches Essen am Abend meiden

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Der Verzehr von stärke- und zuckerreichen Lebensmitteln wirkt sich bei Männern mit einer Zuckerstoffwechselstörung abends besonders ungünstig auf die Regulation des Blutzuckerspiegels aus. Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung empfehlen ihnen daher, kohlenhydratreiche Lebensmittel in der ersten Tageshälfte zu verzehren.

 © QuidoX
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Seit längerem ist bekannt, dass der Zuckerstoffwechsel einer Tagesrhythmik unterliegt. Aus neueren Studien an Nagern geht hervor, dass diese innere Uhr dafür verantwortlich ist, wie der Stoffwechsel auf die Aufnahme von Kohlenhydraten und Fetten reagiert. Demnach gibt es bestimmte Zeitfenster, die für den Verzehr von kohlenhydrat- beziehungsweise fettreichen Mahlzeiten unter physiologischen Aspekten besser geeignet sind als andere. Wie genau die Ernährungsweise von Menschen und die tagesrhythmische Regulation des Zuckerstoffwechsels zusammenspielen, wurde bislang allerdings nicht hinreichend untersucht.

Daher haben Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) eine Ernährungsstudie durchgeführt, an der insgesamt 29 Männer im Alter von durchschnittlich 46 Jahren teilnahmen. Zu Beginn der Studie stellten die Wissenschaftler anhand von Messungen des Nüchtern-Blutzuckerwerts und der Blutzuckerwerte im Zuckerbelastungstest (Glukosetoleranztest) fest, dass 11 der 29 Probanden (38 Prozent) eine Zuckerstoffwechselstörung hatten. Der mittlere Body-Mass-Index (Körpermasseindex, kurz BMI) in Höhe von 29 kg/m2 lag im Bereich „Übergewicht“, unterschied sich allerdings nicht zwischen Probanden mit und ohne Zuckerstoffwechselstörung.

In der aktuellen Studie sollten alle Probanden jeweils für vier Wochen zwei verschiedene Diätregime (A und B) einhalten. Während der Gesamtenergiegehalt sowie die Relation zwischen Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett zwischen beiden Diäten identisch war, unterschieden sich beide Kostformen in der Tageszeit, zu der die Teilnehmer vorwiegend Fett beziehungsweise Kohlenhydrate verzehren sollten. Bei Diät A ernährten sich die Probanden von morgens bis 13:30 Uhr kohlenhydratreich und zwischen 16:30 und 22:00 Uhr fettreich. Diätplan B sah dagegen zunächst eine fettbetonte und anschließend eine kohlenhydratbetonte Ernährungsweise vor. Am Ende jeder Ernährungsphase führten die Wissenschaftler verschiedene Stoffwechseltests durch.

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„Wie unsere Studie zeigt, ist es zumindest für Männer mit einer Zuckerstoffwechselstörung relevant, zu welcher Tageszeit sie eine kohlenhydratreiche Mahlzeit verzehren“, erläutert Dr. Katharina Kessler, Erstautorin der kürzlich publizierten Studie. „Verglichen wir die nach den beiden Diäten gemessenen Blutzuckerwerte, so lagen ihre Blutzuckerspiegel nach Diät B um durchschnittlich 7,9 Prozent höher als nach Diät A, bei der die Teilnehmer abends fettbetont aßen. Interessanterweise konnten wir diesen Effekt bei den gesunden Männern nicht beobachten, obwohl wir generell sowohl bei den gesunden als auch den vorbelasteten Personen eine Abnahme der Glukosetoleranz im Tagesverlauf feststellten. Diese fiel bei Letzteren allerdings deutlich stärker aus“, räumt Keßler ein.

Die Wissenschaftler stellten ferner fest, dass in der Gruppe der Männer mit einer Zuckerstoffwechselstörung die Blutkonzentrationen der Darmhormone Glucagon-like peptide-1 (GLP-1) und Peptid YY (PYY) parallel zur ausgeprägten nachmittäglichen Abnahme der Glukosetoleranz sanken, und zwar deutlich stärker als bei den stoffwechselgesunden Probanden. GLP-1 ist an der Regulation des Blutzuckerspiegels beteiligt, während die Funktion von Peptid YY in der Regulation des Körpergewichts liegt. „Die zirkadiane Rhythmik der Hormonausschüttung beeinflusst also, wie wir auf Kohlenhydrate reagieren“, folgert Endokrinologe Prof. Andreas Pfeiffer, Leiter der Abteilung Klinische Ernährung am DIfE.

Daher empfehlen weitere an der Studie beteiligte Wissenschaftlerinnen den Personen, die bereits unter einer Zuckerstoffwechselstörung leiden, sich nach ihrer inneren Uhr zu richten und abends kohlenhydratreiche Mahlzeiten zu meiden. Ob die Ergebnisse der aktuellen Studie auch auf Frauen mit Störungen im Blutzuckerstoffwechsel übertragbar sind, wurde indessen nicht berichtet.

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