Amerikanische Forscher verglichen den Anteil Adipöser, der sich durch die Anwendung des BMI ergibt, mit dem Anteil bei Bestimmung des tatsächlichen Körperfettanteils. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass durch Verwendung des BMI einige eigentlich fettleibige Menschen unerkannt blieben. Zwar zeigten beide Methoden meist eine gute Übereinstimmung, dennoch wurden bis zu 39 Prozent der 1393 untersuchten Teilnehmer trotz erhöhtem Körperfett durch eine BMI-Bestimmung nicht als adipös erfasst.
Nach aktueller Übereinkunft liegt bei einem BMI-Wert >30 eine Adipositas vor. Beim Körperfettanteil gelten 25 Prozent für Männer und 30 Prozent für Frauen als Grenzwerte für eine Fettleibigkeit. Unterschiede fanden sich abhängig von der Erhebungsmethode vor allem bei Frauen, insbesondere bei älteren. Bei diesen trägt wahrscheinlich ein altersbedingter Verlust an Muskelmasse zu einer Fehleinschätzung bei. Der Muskelanteil wird beim BMI nicht berücksichtigt, denn die Maßzahl bezieht lediglich Körpergröße und -gewicht mit ein.
Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse könnten niedrigere BMI-Grenzwerte angebracht sein, meinen die Forscher. Sie sprechen sich für einen BMI von 24 kg/m² für Frauen und 28 kg/m² für Männer aus.
Quelle:
Shah NR , Braverman ER (2012) Measuring Adiposity in Patients: The Utility of Body Mass Index (BMI), Percent Body Fat, and Leptin. PLoS ONE 7(4): e33308. doi:10.1371/journal.pone.0033308




