Typ 2-Diabetes bleibt häufig eine Einbahnstraße

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Trotz Lebensstiländerung schaffen nur wenige Patienten mit einem diagnostizierten Typ 2-Diabetes den Weg zurück zur normalen Glukosetoleranz. Dennoch bleiben eine gesunde Ernährung und viel Bewegung elementare Bestandteile der Diabetestherapie.

 © Secret Pilgrim
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Die Vorstellung, dass Menschen mit Typ 2-Diabetes einzig durch die Änderung ihrer Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten und ohne Einnahme von Medikamenten ihren Stoffwechsel normalisieren können, ist weit verbreitet. Häufig dient sie als Anreiz zur Motivation für Lebensstiländerungen. Aktuelle Ergebnisse der Auswertung eines amerikanischen Diabetesregisters zeigen allerdings, dass nicht jeder an Diabetes Erkrankte gleichermaßen von Lebensstiländerungen profitiert.

Von den immerhin 122.781 Patienten des amerikanischen Versicherers Kaiser Permanente, die in diese Studie eingeschlossen wurden, erreichten 1,5 Prozent eine Teilremission (partielle Remission), das heißt einen subklinischen Blutzuckerlangzeitwert (HbA1c-Wert) zwischen 5,7 und 6,4 Prozent für mindestens zwölf Monate ohne Einnahme von blutzuckersenkenden Medikamenten oder Insulin. Eine weitere Bedingung war, dass dieser Wertebereich an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Messungen erreicht werden musste.

Die nächsthöhere Stufe wurde als komplette Remission bezeichnet. Nur 0,14 Prozent der Probanden konnten ihren HbA1c-Wert an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Messungen auf den Normalbereich unter 5,7 Prozent senken. Auch hier war eine Zeitspanne von mindestens einem Jahr vorgesehen.

Von einer verlängerten (prolongierten) Remission sprachen die Wissenschaftler, wenn der HbA1c-Wert zwei und mehrmals in Folge für mindestens fünf Jahre unter 5,7% lag. Dieses Ziel war noch schwerer zu erreichen, nur 0,01 Prozent der Probanden schafften dies.

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Demnach scheint eine Teilremission oder sogar eine komplette Remission prinzipiell möglich zu sein, wie Privatdozent Dr. Wolfgang Rathmann vom Deutschen Diabetes-Zentrum auf der Veranstaltung Diabetes Update in Düsseldorf betonte. Um allerdings keine übergroßen Hoffnungen zu wecken und die Patienten nicht zu enttäuschen, sollte ihnen auch mitgeteilt werden, dass komplette und erst recht prolongierte Remissionen sehr selten sind.

Besonders gut stehen die Chancen für eine Remission übrigens zu Beginn der Diabeteserkrankung, wenn die Patienten noch keine Medikamente erhalten haben. Hier erreichte mehr als einer von zehn Patienten (12 Prozent) mindestens eine Teilremission. In der Gruppe der Patienten mit einer Diabetesdauer von unter zwei Jahren standen die Aussichten für eine teilweise oder vollständige Remission mit 4,5 Prozent ebenfalls gut.

Ziele der Diabetestherapie sollten daher nach wie vor eine möglichst frühe Diagnose und umfassende Intervention, insbesondere eine Änderung des Lebensstils, sein. Unter diesen Voraussetzungen bestehen gute Chancen, den nicht mehr abzuwendenden Beginn der Erkrankung auf ein höheres Lebensalter zu verschieben oder sogar den Typ 2-Diabetes vollständig zu besiegen.

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