Weniger Restriktionen für Fischallergiker

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Ein internationales Forscherteam hat bestimmte Biomarker (Antikörper) entdeckt, mit deren Hilfe unkompliziert bestimmt werden kann, ob Menschen mit einer Fischallergie allergisch auf nur eine oder mehrere Fischarten reagieren.

 © Prayitno
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Fisch enthält viel leicht verdauliches Eiweiß und gilt als gute Jodquelle (Seefisch). Fettreiche Fische wie Lachs, Makrele und Hering versorgen den Körper außerdem mit lebensnotwendigen Omega-3-Fettsäuren, die Bestandteile von Zellmembranen sind, die Fließeigenschaften des Blutes verbessern und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen verringern können. Außerdem sollen sie vor vorzeitigem geistigem Abbau im Alter schützen. All diese Eigenschaften machen Fisch zu einem ernährungsphysiologisch wertvollen Lebensmittel. Zugleich leidet weltweit allerdings schätzungsweise jeder 1000. Mensch an einer Fischallergie.

Bisher lautete der Rat an Menschen mit einer Fischallergie, möglichst konsequent auf Lebensmittel mit Fischbestandteilen zu verzichten, unabhängig davon, um welchen Fisch es sich dabei handelt. Allerdings wurde mittlerweile erkannt, dass es Fischallergiker gibt, die nicht auf alle Fischarten allergisch reagieren und dementsprechend auch nicht allen Fischsorten meiden müssten. „Ob eine Allergie gegen viele verschiedene Fischarten, eine sogenannte Kreuzallergie vorliegt, konnten Allergologen bisher nur in sehr aufwändigen Tests herausfinden, bei denen Betroffenen Fisch oral verabreicht wird“, berichtet Dr. Annette Kühn von der Abteilung für Infektion und Immunität am Luxemburger Institut für Gesundheit (LIH). Kühn und ihre Kollegen aus Luxemburg, Schweden und Norwegen haben nun im Blut von 35 Probanden mit bestätigter Fischallergie nach Markern für das Ausmaß der Fischallergie gesucht. In ihrer doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Studie erhielten die Probanden nach dem Zufallsprinzip Speisen mit oder ohne Kabeljau, Lachs oder Makrele, wobei weder die Probanden selbst noch das Studienpersonal wussten, wann tatsächlich Fisch in der Testmahlzeit enthalten war. Anschließend wurde der Antikörpergehalt des Bluts bestimmt. Bei Menschen mit einer Lebensmittelallergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte Eiweiße, indem es Antikörper bildet, wodurch wiederum allergische Symptome ausgelöst werden. Die meisten Menschen mit einer Fischallergie reagieren auf das Fischeiweiß Parvalbumin, aber auch die Eiweißverbindungen Enolase und Aldolase können allergische Reaktionen auslösen.

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„Wir konnten in unserer Studie zeigen, dass etwa jeder dritte Betroffene auf einzelne Fischarten nicht allergisch reagiert“, erläutert Kühn. „Zudem ist es uns gelungen, bestimmte Marker zu identifizieren, anhand derer man Personen mit einer Allergie gegen eine oder mehrere Fischarten unterscheiden kann.“ „Dies ist wichtig, um unnötige Ernährungseinschränkungen zu vermeiden, vor allem bei allergischen Kindern, die sehr oft mehrere Lebensmittelallergien haben“, ergänzt ihr Kollege Dr. Martin Sørensen von der nordnorwegischen Universitätsklinik in Tromsø. Damit ist es den Wissenschaftlern erstmals gelungen, nachzuweisen, dass sich Menschen mit einer Kreuzallergie gegen mehrere Fischarten durch spezifische Marker (Antikörper) unterscheiden lassen. „Somit eröffnet diese Form der kliniknahen Allergieforschung ganz neue Möglichkeiten einer molekularen und damit personalisierten Allergiediagnostik“, stellt Kühn in Aussicht. „Mithilfe dieser spezifischen Antikörper wird es in Zukunft hoffentlich möglich sein, bestimmte Formen der Fischallergie frühzeitig zu identifizieren und den Betroffenen sinnvolle Ernährungstipps zur Risikovermeidung zu geben.“ Zugleich könnte dieses Wissen Allergieforschern in Zukunft dabei helfen, gefährdete Menschen vor einer Sensibilisierung durch bestimmte Fischeiweiße zu bewahren und damit der Entstehung einer Allergie vorzubeugen.

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