Weniger zuckerhaltige Getränke, weniger Darmkrebs?

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Trinken Frauen unter 50 Jahren weniger als ein Glas gezuckerter Getränke pro Woche, haben sie ein halb so hohes Risiko für Darmkrebs als jene, die täglich 2 Drinks konsumieren. So lautet das Ergebnis einer Auswertung der renommierten Nurses Health Study.

In den vergangenen Jahren hat die Darmkrebsrate bei unter 50-Jährigen deutlich zugenommen. Personen in dieser Altersgruppe trinken besonders gerne Limonaden, Erfrischungsgetränke und Eistees. Daher vermuteten Dr. Jinhee Hur und ihre Kollegen von der Harvard T. H. Chan School of Public Health in Boston einen Zusammenhang zwischen dem Konsum dieser zuckerhaltigen Getränke und dem Risiko für früh einsetzenden Darmkrebs.

Ihre Vermutung überprüften sie anhand der Daten von 95.464 Teilnehmerinnen der Nurses Health Study II. Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg hatten diese alle vier Jahre einen Fragebogen zu ihrer Ernährung beantwortet. Knapp die Hälfte der Frauen (41.272) wurden sogar schon in ihrer Jugend zu ihren Ess- und Trinkgewohnheiten befragt.

Unter Verwendung von Cox-Regressionsmodellen schätzten die Wissenschaftler den Einfluss zuckerhaltiger Getränke auf eine frühe Darmkrebserkrankung. Im Erhebungszeitraum (1991-2015) erkrankten 109 Frauen an frühem Darmkrebs. Dabei hatten Frauen, die im Erwachsenenalter mindestens zwei Gläser Limonade, Eistee und Co. täglich tranken, ein 2,2-fach höheres Risiko für frühen Darmkrebs als Frauen die weniger als einen Drink pro Woche zu sich nahmen. Jedes zusätzliche Getränk pro Tag im Erwachsenenalter erhöhte das Darmkrebsrisiko um 16 Prozent.

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Der Konsum zuckerhaltiger Drinks im Jugendalter war sogar mit einem Anstieg des Risikos um 32 Prozent pro Getränk und Tag assoziiert. Dagegen bestand kein Zusammenhang zwischen dem Konsum künstlich gesüßter Getränke oder Fruchtsäfte und dem Darmkrebsrisiko. Würden die Frauen anstelle eines Glases zuckerhaltiger Getränke Kaffee, Milch oder künstlich gesüßte Getränke zu sich nehmen, hätten sie ein 17 bis 36 Prozent geringeres Darmkrebsrisiko.

Bei der Studie handelt es sich um eine Beobachtungsstudie. Die Ergebnisse weisen zwar auf einen Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke und dem Darmkrebsrisiko hin, ein eindeutiger Ursache-Wirkungs-Zusammenhang lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Ein anderes Studiendesign wäre allerdings weder ethisch vertretbar noch über einen längeren Zeitraum durchführbar.

Für den gefundenen Zusammenhang gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Zuckerhaltige Getränke liefern zwar Energie, machen aber nicht satt. Dies begünstigt eine übermäßige Energieaufnahme, eine daraus resultierende Gewichtszunahme und dadurch die Entstehung von Darmkrebs. Dass die Frauen mit hoher Aufnahme gezuckerter Getränke sich insgesamt eher schlechter ernährten und weniger körperlich aktiv waren, könnte diesen Effekt verstärkt haben. Ferner lassen zuckerhaltige Getränke den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen, was zur Ausschüttung von Insulin führt. Ein häufiger Konsum zuckerhaltiger Getränke kann langfristig eine Insulinresistenz verursachen, Entzündungsreaktionen, Adipositas (Fettleibigkeit) und Typ-2-Diabetes begünstigen. Dies sind bekanntermaßen Risikofaktoren für Dickdarmkrebs. Möglicherweise könnte auch der Zuckerbaustein Fructose an der Darmkrebsentstehung beteiligt sein, indem Fructose die Darmbarrierefunktion beeinträchtigt.

Laut den Studienergebnissen stellt die Reduktion des Konsums zuckerhaltiger Getränke im Jugend- und Erwachsenenalter einen interessanten Ansatz dar, mit dem man der steigenden Erkrankungsrate an Darmkrebs in jüngerem Alter entgegentreten könnte.

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