Zuckerhaltige Getränke kurbeln Fettproduktion in der Leber an

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Laut einer Studie der Universitäten Zürich, Lausanne und Graz können bereits moderate Mengen von Frucht- und Haushaltszucker in Getränken die körpereigene Fettsynthese in der Leber verdoppeln. Langfristig drohen die Entwicklung einer Fettleber und eines Typ-2-Diabetes.

Seine kariogene Wirkung und der hohe Energiegehalt haben Zucker schon länger in Verruf gebracht. Zucker kann regelrecht süchtig machen und begünstigt die Entstehung von Übergewicht und Adipositas. In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler untersucht, wie sich ein moderater, aber regelmäßiger Konsum zuckerhaltiger Getränke auf den Fettstoffwechsel der Leber auswirkt. Die Leber wird häufig als zentrales Stoffwechselorgan bezeichnet, da sie den Blutzucker, die Blutgerinnung und das Immunsystem steuert, an der Fettverdauung und Produktion lebenswichtiger Vitamine und Hormone beteiligt ist, überzählige Nährstoffe speichert und darüber hinaus Stoffwechselprodukte entgiftet.

Für die Studie wurden 94 gesunde, normalgewichtige Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren nach dem Zufallsprinzip in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Probanden der drei Interventionsgruppen tranken sieben Wochen lang täglich ein Getränk, das mit 80 Gramm Fruchtzucker (Fruktose), Traubenzucker (Glukose) oder Haushaltszucker (Saccharose, ein Zweifachzucker aus Glukose und Fruktose) gesüßt war. Die Probanden der Kontrollgruppe behielten ihre gewohnte Ernährung bei. Anhand von Tracern (markierte Substanzen, deren Weg im Körper nachverfolgt werden kann) konnten die Wissenschaftler den Effekt der Süßgetränke auf den Fettstoffwechsel der Leber untersuchen.

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Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass bereits ein moderater Konsum bestimmter Zucker zu einer Umschaltung („Switch“) des Fettstoffwechsels in der Leber führen. „80 Gramm Zucker täglich, was rund 8 Dezilitern [800 Millilitern] eines handelsüblichen Softdrinks entspricht, kurbeln die Fettproduktion in der Leber an. Und die Überaktivität hält längere Zeit an, selbst wenn kein Zucker mehr zugeführt wird“, erläutert der Studienleiter PD Dr. Philipp Gerber von der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung am Universitätsspital Zürich. Bislang wurden in Studien überwiegend die Folgen eines sehr hohen Zuckerkonsums untersucht.

„Die körpereigene Fettproduktion in der Leber war in der Fruchtzucker-Gruppe doppelt so hoch wie in der Traubenzucker-Gruppe oder der Kontrollgruppe – und dies mehr als zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit bzw. dem letzten Zuckerkonsum“, beschreibt Gerber. Der beobachtete Effekt konnte nicht auf Unterschiede in der Energieaufnahme der Probanden der verschiedenen Gruppen zurückgeführt werden. Der Zusammenhang zwischen einer hohen Fruktoseaufnahme und der Fettsynthese in der Leber ist bereits bekannt, überraschend war dagegen, dass der am häufigsten verzehrte Haushaltszucker die Fettproduktion in der Leber sogar noch stärker ankurbelte als dieselbe Fruchtzuckermenge.

Die erhöhte Fettsynthese in der Leber gilt als erster maßgeblicher Schritt in der Entstehung von Erkrankungen wie einer Fettleber und eines Typ-2-Diabetes. Im Interesse der eigenen Gesundheit empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation, täglich maximal 50 Gramm Zucker zu konsumieren, besser wäre sogar die Beschränkung auf 25 Gramm pro Tag. Derzeit verzehren 15- bis 80-jährige Frauen in Deutschland durchschnittlich 61 Gramm Zucker pro Tag, bei Männern derselben Altersspanne sind es sogar 78 Gramm täglich. „Unsere Resultate sind ein entscheidender Schritt in der Erforschung der schädlichen Wirkungen von zugesetztem Zucker und werden für zukünftige Ernährungsempfehlungen sehr bedeutend sein“, schließt Gerber.

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