Zum Wegwerfen viel zu schade

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Rund 80 kg Lebensmittel, entsprechend 21 Prozent der gekauften Lebensmittel, werden in Deutschland pro Person und Jahr unverzehrt weggeworfen. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kam eine Studie, die anlässlich der SaveFood Tagung der Interpack, der größten Verpackungsmesse Deutschlands, vorgestellt wurde.

Für die Studie wurden 1500 Teilnehmer aus Privathaushalten in Deutschland, Frankreich und Spanien zu ihrem Einkaufsverhalten, der Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln befragt. Außerdem protokollierten die Teilnehmer eine Woche lang, wie viele Lebensmittel sie entsorgten. Die Untersuchung war hinsichtlich Haushaltsgröße, Größe von Stadt und Region sowie sozialem Status repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Die Entsorgung von mehr als der Hälfte der in Deutschland weggeworfenen Lebensmittel könnte bei besserer Planung des Einkaufs und sachgerechter Aufbewahrung umgangen werden.
  • Von den eingepackten Lebensmitteln wird ca. ein Drittel ungeöffnet oder gänzlich unberührt in den Müll geworfen.
  • An erster Stelle der entsorgten Lebensmittel stehen Obst und Gemüse, gefolgt von Resten selbst zubereiteter Speisen oder Fertiggerichte.
  • Hochgerechnet auf ganz Deutschland enden pro Jahr Lebensmittel im Wert von ca. 25 Milliarden Euro im Müll.

Mülltonne

Angesichts der großen Zahl an Menschen weltweit, die Hunger leiden, sind diese Zahlen erschreckend. Doch nicht nur in privaten Haushalten werden Lebensmittel weggeworfen. Die Verschwendung beginnt bereits bei Überproduktionen in der Erzeugung von Lebensmitteln und setzt sich in Lebensmittelgeschäften fort: Viele Frischwaren können nur einen oder wenige Tage lang verkauft werden. Bleiben am Abend Reste, werden sie entsorgt und am nächsten Morgen wird neue Ware nachgeliefert.

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Auch nicht abgepackte Brot- und Backwaren lassen sich meist nur am Tag der Herstellung verkaufen. Da Kunden auch noch kurz vor Ladenschluss eine Auswahl dieser kurzlebigen Produkte vorfinden möchten, müssen Reste bleiben. In Großbäckereien wird altbackenes Brot teilweise schon zum Befeuern von Öfen verwendet, um Müll zu vermeiden. Andere Produkte wie Milch, Joghurt oder abgepackte Wurst haben ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Wird dieses Datum überschritten, sind sie nur noch bedingt verkäuflich. Manchmal befindet sich im Kühlregal eine Kiste mit Waren, die kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen und deshalb günstiger angeboten werden. Hier kann man durchaus Schnäppchen machen, vorausgesetzt, dass das Lebensmittel bald verzehrt wird.

Auf das Wegwerfverhalten in Supermärkten hat der Verbraucher nur begrenzten Einfluss. Schätzungen zufolge könnten aber ca. 59 Prozent der Lebensmittelabfälle in Privathaushalten vermieden werden. Aktuell unterschätzen allerdings viele Verbraucher den Anteil von Lebensmitteln, die in ihrem Haushalt weggeworfen werden: Laut der vorgestellten Studie werden durchschnittlich 21 Prozent der eingekauften Lebensmittel entsorgt, die Befragten selbst schätzten diesen Anteil allerdings auf lediglich sechs Prozent. Hier besteht durchaus Verbesserungspotential hinsichtlich des Kauf- und Verzehrsverhaltens der Verbraucher.

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