Alltagstauglich: Abnehmen im Betrieb

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„Tatort“ Betrieb – Betriebe bieten eine hohe Erreichbarkeit, soziale Unterstützung durch Kollegen und die Möglichkeit zur Gruppenintervention. Wie wirksam sind Programme zur Gewichtsreduktion, die hier ansetzen? In einer Pilot-Studie des Jean Mayer USDA Human Nutrition Research Center on Aging (HNRCA) erwies sich ein solcher Ausgangspunkt als sehr vielversprechend.

Kantine

An der Studie des HNRCA machten 133 Arbeitnehmer mit, die übergewichtig oder adipös waren. Je zwei Bostoner Firmen stellten das Umfeld für die Kontroll- oder die Interventionsgruppe. Die Intervention dauerte sechs Monate und verband Empfehlungen zu einer energiereduzierten, niedrig-glykämischen und ballaststoffreichen Ernährung mit einer Verhaltensberatung.

Vermittelt wurden die Inhalte von einem ausgebildeten Berater. Mit diesem trafen sich die Teilnehmer zunächst wöchentlich, dann alle zwei Wochen während der Mittagsmahlzeiten. Der Berater sprach an, wie eine Mahlzeit zu planen sei und wie Portionsgrößen kontrolliert werden können. Den Einkauf und die Zubereitung der Mahlzeiten übernahmen die Probanden selbst. Neben der Gestaltung der Mahlzeiten thematisierte der Berater auch den Umgang mit Hunger sowie stressbedingtes und emotionales Essen. Darüber hinaus unterstützte er die Teilnehmer individuell durch einen wöchentlichen E-Mail-Austausch.

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89 Prozent der Probanden schlossen die Gewichtsreduktionsphase ab. Während die Interventionsgruppe acht Kilogramm verlor, nahm die Kontrollgruppe ein Kilogramm zu. Die Interventionsgruppe reduzierte nicht nur ihr Gewicht, sie konnte auch ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Blutdruck, Cholesterin) und Diabetes (Blutzuckerspiegel) senken. Studienleiter Sai Krupa führte den Erfolg der Intervention vor allem auf das zusätzliche Verhaltenstraining zurück. „Obwohl frühere Studien Gewichtsreduktionen im Betriebsumfeld fokussierten, (…) ist unser Ansatz nach unserem besten Wissen bisher einzigartig, weil er eine starke Verhaltenskomponente mit einschließt.“

Optional konnten die Teilnehmer bei einer zweiten Phase, der Gewichtserhaltungsphase, mitmachen, die weitere sechs Monate andauerte. Auch diese zweite Intervention zeigte Erfolge: Die 40 Probanden, die dabei mitmachen, blieben bei ihrem neuen, niedrigeren Gewicht.

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Selbst nicht direkt Beteiligte konnten von dem Programm profitieren. „Wir haben uns darum bemüht, Arbeitnehmer zu erreichen, die nicht mitmachten, indem wir eine Serie von Newslettern erstellten und monatliche Seminare zu allgemeinen gesundheitsbasierten Themen wie Herzgesundheit, Kinderernährung und Sport abhielten„, sagt Susan Roberts, Co-Autorin der Studie.

„Um die Wirkung dieser parallelen Maßnahmen abzuschätzen, baten wir die Arbeiter aller vier Betriebe, die nicht an dem Programm teilnahmen, uns ihr Körpergewicht mitzuteilen, und wir stellten einen ermutigenden Welleneffekt fest“,
so Roberts weiter. Übergewichtige Angestellte in den Interventionsbetrieben nahmen bis zu 1,5 Kilogramm ab, berichtet sie, während die Angestellten in den Kontrollbetrieben hingegen um bis zu zwei Kilogramm zunahmen.

Studienleiter Das schließt: „Betriebe sind wirklich ein hervorragendes Umfeld für Abnehmgruppen. Mitarbeiter knüpfen Beziehungen und schaffen so automatisch ein System der Unterstützung und der Ermutigung.“ Außerdem falle kaum zusätzliche Zeit für das Gewichtsmanagement an, argumentiert er. Denn die Intervention könne quasi direkt in den Arbeitsalltag integriert werden. Die Studie wurde in der Zeitschrift American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht.

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