Black is beautiful

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Forscher der Brigham Young Universität (USA) und der Technischen Universität Delft (NL) haben möglicherweise ein Geheimnis entdeckt, wie Lebensmittelkäufer dazu angeregt werden können, mehr Gemüse zu kaufen: Präsentieren Sie es vor schwarzem Hintergrund!

© Antonio Marano

Industriedesign-Professor Bryan Howell und sein niederländischer Kollege Dr. Hendrik Schifferstein untersuchten, inwieweit sich die Farbe des Hintergrunds von Lebensmittelläden auf die Attraktivität von Gemüse auswirkt. Bereits im Vorfeld haben die Wissenschaftler mit einem breiten Spektrum an Farben experimentiert. Dabei stellten sie fest, dass weder kühle noch warme, orangefarbene oder blaue Hintergründe sich optimal zur Inszenesetzung von Gemüse eigneten. In der aktuellen Studie konzentrierten Howell und Schifferstein sich auf neutralere Töne zwischen Weiß und Schwarz, in der Hoffnung, den idealen Hintergrund zur Präsentation verschiedener Gemüsesorten zu finden. 46 Teilnehmer bewerteten fünf Gemüsesorten (Tomaten, Karotten, gelbe Paprika, Aubergine, Pilze), die vor den verschiedenen Hintergründen präsentiert wurden, nach den Kriterien Attraktivität und Farbe und schätzten deren Preise.

Insgesamt hatte die Schwärze der Hintergründe wenig oder gar keinen Einfluss auf die wahrgenommene Farbe des Gemüses. Nur bei Karotten fanden die Wissenschaftler einen kleinen, aber nicht statistisch signifikanten Unterschied zwischen einzelnen Graustufen, hauptsächlich zwischen den Hintergründen mit 5 Prozent und 90 Prozent Schwarzanteil. Die Karotte vor dem dunkelsten Hintergrund wurde als etwas heller, gesättigter und gelber statt rot eingestuft als jene vor dem hellsten Hintergrund.

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Die Unterschiede in der wahrgenommenen Attraktivität bewegten sich in einem relativ schmalen Bereich zwischen 0,3 und 1,0 Einheiten auf einem Skala zwischen 0 und 9,0 Einheiten. Allerdings war das Niveau bei den Grautönen durchgängig höher als in der vorherigen Studie mit bunten Hintergründen. Bei gelber Paprika schien der Grauton im Hintergrund keinen Einfluss auf die wahrgenommene Attraktivität und den geschätzten Preis zu haben. Dagegen erzielten Karotten, die im Allgemeinen als am wenigsten attraktiv und teuer eingestuft wurden, vor einem schwarzen Hintergrund einen deutlichen Attraktivitätsschub und konnten sogar die Attraktivität von Pilzen und Auberginen übertrumpfen. Am attraktivsten und hochwertigsten wurde das Gemüse angesehen, das auf dem dunkelsten Hintergrund (90 Prozent Schwarzanteil) präsentiert wurde.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie stimmen mit früheren Studien überein, in denen festgestellt wurde, dass Schwarz in mehreren Kontexten mit hoher Qualität und einem hohen Preis assoziiert wird. „Ich habe viele Farbstudien durchgeführt, als ich bei Dell Computers gearbeitet habe, und Schwarz war immer das Ergebnis für Computerprodukte“, erläutert Howell. „Wenn das Ziel darin besteht, den Verkauf von frischen Produkten im Einzelhandel zu steigern, ist es sinnvoll, dass die Anbieter sie auf attraktive und appetitliche Weise präsentieren“, folgert Howell. „In der Designwelt war Schwarz immer die coole Farbe, aber ich wusste nicht, dass es sich auf die Pflanzenwelt übertragen lassen würde.“

Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch, ob das Gemüse auch nach dem Lebensmitteleinkauf seine Attraktivität behält oder/und die Farbe des Tellers die Attraktivität von Gerichten beeinflusst. Das Auge isst ja mit…!

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