Nährwert-Logos erobern Supermarktketten

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In einem Testlauf wollen Edeka und Netto 16 Eigenmarkenartikel ab Ende August mit den am meisten diskutierten Nährwert-Logos kennzeichnen.

© BMEL

Die Zeichen mehren sich, dass demnächst Nährwert-Logos Verbraucher bei der Auswahl gesünderer Produkte unterstützen könnten. Zwar sind bereits jetzt EU-weit einheitliche Angaben zu Energiegehalt und Nährwert auf Lebensmittelverpackungen vorgeschrieben, diese verstecken sich jedoch häufig auf der Verpackungsrückseite und sind schwer zu interpretieren, wenn nicht bekannt ist, wie beispielsweise der aufgeführte Gehalt an Zucker, Fett oder Salz einzustufen ist. Hinzu kommt, dass viele Produkte komplex zusammengesetzt sind, und die aufgeführten Nährstoffe in ihrem Gehalt unterschiedlich zu bewerten sind. Zum Beispiel enthalten Gummibärchen wenig Fett, aber viel Zucker. Verbraucherschützer setzen sich daher schon seit langem für ein leicht verständliches Nährwert-Logo ein, mit dem Lebensmittelkäufer auf einen Blick den Gesundheitswert eines Produkts erfassen können.

Aktuell lässt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) anhand von einer Verbraucherbefragung mit mind. 1000 Teilnehmern prüfen, welches von vier in Frage kommenden Kennzeichnungsmodellen am besten verständlich ist und zukünftig auf freiwilliger Basis in Deutschland eingeführt werden soll. Zur Wahl stehen

  • der Nutri-Score, der aus dem Gehalt verschiedener wichtiger Inhaltsstoffe eine Gesamtpunktzahl berechnet und den Gesundheitswert dann in Ampelfarben darstellt. Für den Nutri-Score haben sich bereits Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal, die Schweiz und Luxemburg entschieden.
  • ein Wabenmodell des Max-Rubner-Instituts (MRI), das auf der selben Formel wie der Nutri-Score beruht, aber wesentlich mehr Informationen enthält und damit intuitiv schwerer zu erfassen ist als dieser.
  • ein Modell des Bunds für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), das Tortendiagramme für die wichtigsten Nährwerte abbildet, aber keine Gesamtbewertung enthält.
  • das in Schweden entwickelte Keyhole-Modell, das nur auf Lebensmitteln abgebildet sein darf, die im Vergleich zu anderen Lebensmitteln der selben Lebensmittelgruppe gut abschneiden.

Die Ergebnisse der Befragung werden für September 2019 erwartet.

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Nun haben die Supermarktketten Edeka und Netto angekündigt, als Vorgeschmack auf die kommende Nährwertkennzeichnung bereits Ende August 2019 jeweils 16 Produkte ihrer Eigenmarken mit dem Nutri-Score, dem MRI-Modell oder dem BLL-Modell zu versehen. Für den dreimonatigen Testlauf wurden „besonders beliebte und verkaufsstarke Produkte“ wie Tiefkühlpizza, Lasagne, Paprika-Chips oder Schokolade ausgewählt. Die Unternehmen erhoffen sich dadurch Kenntnisse, ob und wie die Kennzeichnung mit Lebensmittel-Logos das Kaufverhalten ihrer Kunden beeinflusst. Außerdem sollen die Ergebnisse bei der Entwicklung zukünftiger verbrauchernaher Lösungen helfen.

Selbst wenn in Deutschland ein einheitliches Nährwert-Logo eingeführt wird, ist dessen Verwendung freiwillig. Nur die EU könnte aktuell eine verpflichtende Kennzeichnung von Lebensmitteln mit einem (einheitlichen) Nährwert-Logo vorschreiben.

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