Das „ISO-Syndrom“

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In Deutschland sind ca. zwei Millionen Kinder übergewichtig oder adipös. Schätzungsweise 300.000 Kinder schwänzen regelmäßig die Schule, darunter wahrscheinlich vermehrt übergewichtige und fettleibige, von denen außerdem viele Medien-süchtig zu sein scheinen (1).

gameboy

Medienabhängigkeit, Schulschwänzen und Fettsucht werden in der aktuellen Literatur kurz als ISO (Internetabhängigkeit, Schulvermeidungsverhalten und Obesitas) zusammengefasst. Was ist zuerst da? Sind Kinder zuerst fettleibig, werden deshalb gehänselt, bleiben daraufhin der Schule fern und flüchten sich fortan zu Hause in visuelle Medien? Oder sind da zuerst das übermäßige, manchmal süchtige Spielen (Gameboy, Spielkonsole, Computerspiele und Internet) und der stumpf machende Fernseh-Dauerlauf, die einen zeitraubenden Schulbesuch überflüssig machen, sämtliche Freizeit schlucken und über sitzende Dauerwachheit in Fettsucht und emotionalen und gesundheitlichen Störungen enden? Die verhängnisvollen Drei: Internetabhängigkeit, Schulvermeidungsverhalten und Obesitas (Fettsucht) können ihren Beginn wahrscheinlich an jedem dieser drei Punkte nehmen.

Wie sieht der Alltag von Kindern mit „ISO-Syndrom“ aus? Das Essen – unregelmäßig, schnell und egal zu welcher Uhrzeit. Das Schlafen – wann es gerade passt, aber nur nicht zu lange. Untergetaucht in der Welt der Computerspiele, oft zusätzlich einer permanenten Berieselung durch den Fernseher ausgesetzt, haben viele den Anschluss an den Schulstoff ebenso verloren wie jegliches Interesse jenseits des ständigen Spielens und des Einverleibens von energiereichem Essen.

Die Folgen sind absehbar: Mit mangelhaftem oder fehlendem Abschluss verschlechtern sich die beruflichen Chancen ebenso wie der Eintritt in die Arbeitswelt. Soziale Ausgrenzung, Isolation und Depression drohen. Und eine bestehende Fettsucht begünstigt einen Diabetes, führt zu Krankheiten wie Fettleber und Bluthochdruck.

In jungen Jahren bestehen gute Chancen dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Programme, die in diesem Bereich angeboten werden, sind z. B. Obeldicks und Babaluga. Allerdings fruchten diese nur, wenn die Kinder für eine Intervention offen und die entsprechenden Angebote für die Eltern finanzierbar sind. Letzteres ist leider nicht immer der Fall, da eine finanzielle Unterstützung der Kassen erst bei extremer Adipositas greift.

(1) Nach Eder schwänzte ca. ein Drittel von 46 dazu am Adipositas-Rehazentrum INSULA untersuchten adipösen Patienten die Schule, knapp die Hälfte war mediensüchtig.

Quellen einblenden

  • Siegfried W, Eder A: Fatale Trias bei Jugendlichen: ISO-Syndrom. Report der Deutschen Diabetes Stiftung; 2011;13(1):1-3
  • Interview mit Prof. Dr. Reinehr zum Thema ISO-Syndrom. Report der Deutschen Diabetes Stiftung; 2011;13(1): 2

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