Ältester Bruder oder Schwester zu sein ist kein Zuckerschlecken. Zwar müssen die Erstgeborenen nicht die Kleidung ihrer Geschwister auftragen, dafür übernehmen sie aber häufig einen Teil der Verantwortung für ihre Geschwister. Eine aktuelle Studie zeigt außerdem, dass erstgeborene Schwestern häufiger übergewichtig und fettleibig (adipös) sind als ihre jüngeren Schwestern.

Für die Studie wurde das Gewicht von 13.406 erwachsenen Schwesterpaaren aus Schweden verglichen. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die zuerst geborenen Schwestern fast dreimal so häufig übergewichtig waren wie ihre jüngeren Schwestern. Die Wahrscheinlichkeit, adipös (fettleibig) zu sein, war bei den Erstgeborenen sogar 40 Prozent höher.
Über die Gründe für den Gewichtsunterschied zwischen Erstgeborenen und ihren Geschwistern lässt sich derzeit nur spekulieren. Es wird vermutet, dass die Blutversorgung der Plazenta während der Schwangerschaft von entscheidender Bedeutung ist. Professor Wayne Cutfiled von der Universität von Auckland (Neuseeland) erläutert: „In der ersten Schwangerschaft sind die Blutgefäße zur Plazenta schmaler. Dies verringert die Nährstoffversorgung und somit auch die Umprogrammierung der Regulierung von Fett und Glukose. Im späteren Leben der Erstgeborenen besteht dann das Risiko, dass sie mehr Fett speichern und ihr Insulin weniger effektiv arbeitet.“
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Der Zusammenhang zwischen der Geburtenfolge und dem Körpergewicht beschreibt allerdings kein auswegloses Schicksal der Älteren. Denn die Unterschiede in punkto Übergewicht und Insulinsensitivität zwischen den Schwesterpaaren seien nicht groß genug, um die Geburtenfolge als entscheidenden Bestimmungsfaktor einzustufen. Stattdessen empfiehlt Cutfield erstgeborenen Schwestern, die Ergebnisse als Motivation für ein gesundes Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu sehen.
Quellen einblenden
- J. G. B. Derraik, F. Ahlsson, M. Lundgren, B. Jonsson, W. Cutfield; First-borns have greater BMI and are more likely to be overweight or obese: a study of sibling pairs among 26.812 Swedish women.
J Epidemiol Community Health, Online-Vorabveröffentlichung




